25. II. 16.
L.,
großer Reise- und Truppenbetrieb, aber bis jetzt ziemlich harmlos. Immer noch im alten gleichen Zirkel; wir kleben an den alten Plätzen, als ob’s gar keinen andern Kriegsschauplatz gäbe. Mir ist’s ja gleich, wo ich bin. Das Wetter ist auch schon wieder mild. — Ich bin aber von unserm zehnstündigen Ritt so hundsmüde, daß ich zu nichts anderem fähig bin als zum Schlafen. Hab auch gutes Zimmer und Bett. Schlaf süß, mein liebes Lieb, mit Küssen und sehnsüchtigen Gedanken
Dein
Fz.
Gruß an Lisbeth und Walter.
27. II. 16.
L.,
nun sind wir mitten drin in diesem ungeheuerlichsten aller Kriegstage. Die ganzen französischen Linien sind durchbrochen. Von der wahnsinnigen Wut und Gewalt des deutschen Vorsturmes kann sich kein Mensch einen Begriff machen, der das nicht mitgemacht hat. Wir sind im wesentlichen Verfolgungstruppen. Die armen Pferde! Aber einmal mußte dieser Moment ja kommen, in dem alles eingesetzt wird; aber daß es gelang (und es wird sicher noch weiter gelingen) und zwar gerade am stärksten Punkt der franz. Front: Verdun, — das hätte niemand geahnt, das ist das Unglaubliche. Einliegendes Bild ist noch in Leiningen gemacht St. und ich.
Mit Küssen
Dein
Fz.
Ich bin sehr frisch und guter Dinge voll, Gruß an Lisbeth.