H, den 13. Dez. 1914.

L., meine plötzliche Einsamkeit im leeren Dörfchen erzeugt eine ganz traumhafte Stimmung in mir; ich bin wie auf einer Insel; man weiß, daß draußen, am Horizont das riesige Leben ist und man kann nicht zu ihm. Ich sitze viel in meiner Bude (Hieron. im Gehäuse!) und schreibe wieder an einem neuen Aufsatz. Sorge bitte, daß ich durch den Abdruck der Aufsätze nicht das Autorrecht verliere, sie nachher gesammelt herauszugeben. Die Schrift, an der ich hier noch arbeite, wird auch Aphorismusform bekommen, sodaß gut alles zusammen in einem Buch vereinigt werden kann. Erkundige Dich mal darüber, ev. bei * * *, der sich wohl darin auskennen wird.

Weihnachtsurlaub ist ausgeschlossen, aber 8. Februar komme ich. Ich sehne mich jetzt oft schrecklich nach Hause, aber man muß tapfer bleiben. Monate zählen heute nicht. Bleib nur gesund und frisch, dann ist alles gut. — Draußen ist ein elendes Schweinewetter; meine Kameraden haben’s nicht gut. Und ich sitz hier gemütlich im Trocknen; ich hab halt „Glück“, wird Maman sagen.