Zerreißen des Filmbandes oder Ausreißen der Perforation.

Dieser Fall wird eintreten, wenn man vergessen hat, beim Einspannen den Film oberhalb und unterhalb der Türe einen Bausch bilden zu lassen, wie es in Fig. [42] angedeutet ist. Häufig sind eingerissene Stellen am Filmband oder besonders schlechte Klebstellen daran schuld, daß das Band irgendwo im Mechanismus stockt und zerrissen wird. Auch ein zu kräftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann zum Zerreißen des Filmbandes führen; bei den Apparaten, welche eine Friktionsscheibe haben, darf man daher die Regulierungsschraube nicht zu fest anziehen.


[Das kinematographische Aufnahmeverfahren]

Nachdem heute zahlreiche Fabriken bestehen, die tagtäglich ungeheure Mengen von Filmbändern herausbringen, wird die Selbstherstellung kinematographischer Bilder in der Regel nur dann in Frage kommen, wenn es sich um besondere wissenschaftliche oder aktuelle Aufnahmen handelt. Wer sich damit befassen will, findet ausführliche Anweisung im »Handbuch der praktischen Kinematographie«, 3. Auflage. Hier mag ein kurzer Überblick über das Aufnahmeverfahren genügen. Eine kinematographische Kamera zunächst zeigt Fig. [50]. Der lichtempfindliche Film sitzt in der oben angebrachten Kassette, läuft dann um die obere Zahntrommel und wird von dieser der Belichtungsstelle zugeführt. Vorn im Apparat, hier nicht sichtbar, befindet sich der Mechanismus, in diesem Falle ein Greifer, der den Film ruckweise vorwärts bewegt. Der unten stoßweise austretende Film läuft dann über die zweite Zahntrommel und wird dadurch der untern Kassette in gleichmäßiger Bewegung zugeführt. Zu einem vollkommenen Apparat gehört nun u. a. noch eine Einstellvorrichtung, ein Zähler, der angibt, wieviel Film belichtet ist, und ein Geschwindigkeitsanzeiger, woran der Photograph kontrollieren kann, ob er die Kurbel mit der richtigen Schnelligkeit dreht.

Fig. 50. Kinematographische Aufnahmekamera.

Das belichtete Filmband wird in der Dunkelkammer in der dem Amateurphotographen bekannten Weise entwickelt, fixiert, ausgewaschen und getrocknet. Zu dieser Behandlung spannt man das Band in Längen bis zu etwa 50 m spiralförmig auf Rahmen, welche in die Bäder getaucht werden; andere Betriebe benutzen zum Aufspannen Trommeln, welche man mit dem untern Teile in die Entwicklerbecken hängen läßt, um sie dann zu drehen. Nach dem vollkommenen Trocknen werden die Films auf etwaige Fehler geprüft und gereinigt, worauf sie in den Kopierraum gelangen. Hier kommt der Negativfilm mitsamt einem Positivfilm in die Kopiermaschine; die beiden Filme laufen Schicht auf Schicht, Schritt um Schritt an einem Fensterchen vorbei, durch welches eine Glühlampe die Exposition besorgt. Der belichtete Positivfilm wird ähnlich wie der Negativfilm in den verschiedenen Bädern behandelt, bis die darauf kopierten Bilder schön und klar herausgekommen sind. Manche der Aufnahmen erfahren noch weitere Bearbeitung, indem mit Hilfe chemischer Tonbäder die dunklen Partien gefärbt werden. Oder man zieht die Bänder durch einfache Farblösungen, um der ganzen Schicht einen gleichmäßigen Ton zu verleihen. Andere Filme sollen hinwieder naturfarbig herausgebracht werden, und da heißt es, künstlich die Farben auftragen. Während dies in der Regel mit der Hand geschieht — eine bei den zahllosen kleinen Bildchen mühsame und langwierige Arbeit — gehen die großen Fabriken jetzt dazu über, auch Koloriermaschinen anzuwenden, welche die einzelnen Farben mit Hilfe geschnittener Schablonen auftragen.

Zur Herstellung der dramatischen und humoristischen Aufnahmen, wie man sie in den Kinematographentheatern sieht, verfügen die Filmfabriken über große Glashäuser, die mit allen Requisiten versehen sind und in der Ausstattung mit den größten Theatern wetteifern können. Manche der Ateliers sind so geräumig, daß mehrere Szenen gleichzeitig gespielt und aufgenommen werden. Vielfach erfolgen die Aufnahmen beim Licht zahlreicher Bogenlampen.


[Die Herstellung der Trickfilme]

Zuweilen sieht man kinematographische Bilder mit zauberhaften Vorgängen. Die Herstellung solcher Trickfilme ist in vielen Fällen ganz einfach. Wenn z. B. in einem Bilde ein Mann an den Wänden heraufkriecht und an der Decke hinläuft, so wurden bei der Aufnahme auf den Boden des Ateliers abwechselnd Dekorationen gelegt, welche die Seitenwände und die Decke eines Zimmers darstellen; der Mann kroch oder lief darüber und wurde von oben her photographiert. Ein beliebter Trick ist die Verwandlung von Personen; sie läßt sich bei kinematographischen Aufnahmen leicht ausführen. Der Photograph braucht nur an der betreffenden Stelle die Aufnahme zu unterbrechen, alsdann wird die Verwandlung vorgenommen und die Aufnahme wieder fortgesetzt. Ein Beispiel mag dies erläutern. Der Kinematograph führe folgende Szene vor, die in den Figuren 51 bis 54[1] angedeutet ist. Ein Betrunkener liegt auf der Straße. Ein Automobil saust heran und fährt ihm beide Beine ab (Fig. [51]). Der Mann schreit nach und schwenkt die Beine in die Luft (Fig. [52]). Das Auto hält, der Insasse läuft heran, er flickt ihm die Beine wieder an (Fig. [53]), und beide ziehen zufrieden von dannen (Fig. [54]). — Nun die Lösung! Auch hier wird die Aufnahme unterbrochen, und zwar zuerst in dem Moment, wo das Automobil herangekommen ist. Das Auto hält an. Der Betrunkene wird ersetzt durch einen Krüppel, dem beide Beine fehlen, und ein Paar künstlicher Beine davor gelegt. Die Auswechslung der Personen ist in Fig. [55] wiedergegeben. Dann tritt der kinematographische Apparat wieder in Tätigkeit: das Auto, dessen Weg genau vorgezeichnet ist, fährt nochmals heran und saust darüber hinweg. Nachher wird die Aufnahme abermals unterbrochen und der Krüppel wieder durch den Betrunkenen ersetzt.

Fig. 51-54. Szenen aus einem Trickfilm.

Fig. 55. Erklärung des Tricks: die Auswechslung der Personen.

Von diesem einfachen Hilfsmittel der Aufnahmeunterbrechung wird häufig Gebrauch gemacht. Der Film, geduldig wie er ist, reiht Bild an Bild auf, wie und wann es dem Photographen gefällt. Und das Publikum bekommt nachher die Bilder in sausender Folge vorgeführt; es merkt nicht, daß der Kinematograph lügt, daß da zwischen einzelnen Bildern ganze Stücke fehlen — kein Wunder, daß ihm die Vorgänge zauberhaft erscheinen. Da gibt es die unglaublichsten Sachen zu sehen. Leblose Gegenstände führen einen Tanz auf; Streichhölzer spazieren aus der Dose, die sich selbst öffnet, und bauen sich zu Figuren auf; Werkzeuge leisten Arbeit, eine Säge zerschneidet ein Brett ohne Zutun. — Wie leicht ist das alles zu machen, wenn man einmal den Kunstgriff kennt, wie einfach ist die Erklärung, wenn man einmal weiß, daß die Hilfsvorgänge, die dem Zuschauer verborgen bleiben sollen, nicht mitphotographiert werden!

Fußnoten:

[1] Die Fig. [51]-[55] sind hergestellt nach Aufnahmen der Firma Léon Gaumont, Paris, und zwar mit Genehmigung der Pariser Zeitschrift »L'Illustration«. Sie wurden entnommen aus des Verfassers Schrift »Das lebende Lichtbild«, Düsseldorf 1910.


[Die wissenschaftliche Kinematographie]

Gegenüber der ausgedehnten Verwendung des Kinematographen im Theater steht seine wissenschaftliche Verwertung noch stark zurück. Aber was auf den verschiedenen Wissenschaftsgebieten mit Hilfe kinematographischer Aufnahmen bereits geleistet worden ist, erscheint so beachtenswert, daß die Gelehrten den Apparat im Laufe der Zeit ohne Zweifel immer mehr heranziehen werden. So hat der Pariser Physiologe Marey schon vor mehr als 20 Jahren die Kinematographie zum Studium der Bewegungsvorgänge bei Menschen und Tieren benutzt. Andere setzten seine Arbeit fort und dehnten sie aus auf Herzbewegungen und Kehlkopfbewegungen. Erfolgreich hat man den Kinematograph in Verbindung mit dem Mikroskop, ja sogar mit dem Ultramikroskop gebracht, das uns die feinsten Partikelchen zeigt. So wurden durch Dr. Commandon und vor ihm schon durch Dr. Reicher auf dem Film die Bewegungen der Blutkörperchen und ihr Kampf mit den ins Blut eingebrachten Bazillen festgehalten. Man sieht, wie die Krankheitserreger über die roten Blutkörperchen herstürzen, um sie zu verzehren.

Mit Hilfe kinematographischer Aufnahmen gelang es ferner, den Flügelschlag der Insekten zu erforschen. Die Fliege bewegt ihre Flügel so rasch, daß man nichts als ein Flimmern wahrnimmt; auch der beste Beobachter ist machtlos dagegen. Der Kinematograph, mit großer Geschwindigkeit laufend, so daß er bis zu 2000 Bilder in der Sekunde aufnimmt, hält alle Phasen der Bewegung fest. Und wenn dann die gewonnenen Bilder mit normaler Geschwindigkeit — 16 in der Sekunde — auf den Projektionsschirm geworfen werden, so spielt sich der Vorgang mehr als hundertmal langsamer ab: mit Ruhe kann man nun das Auf- und Abgehen der Flügel und das Arbeiten des Flugmechanismus verfolgen. Umgekehrt hat man mit Hilfe des Apparats Bewegungen, die zu langsam vor sich gehen, als daß man sie zu übersehen vermöchte, künstlich beschleunigt. Auf diese Weise kann man das Wachstum der Pflanze mit dem Auge verfolgen. So wurde z. B. eine aufblühende Victoria Regia mit überaus geringer Geschwindigkeit — etwa alle 2 Minuten ein Bild — aufgenommen. In der Projektion der Aufnahme, die mit normaler Geschwindigkeit: 16 Bilder in der Sekunde — also etwa 1800 mal rascher — erfolgt, sieht man dann den Vorgang, der in der Natur Stunden in Anspruch nimmt, innerhalb weniger Minuten sich abwickeln. Man verfolgt deutlich, wie die Knospenhüllen sinken, wie sich ein Blütenblatt vom andern hebt, bis die herrliche Blume voll entfaltet ist, und wie sie alsbald wieder vergeht.

Für die kinematographische Aufnahme fliegender Geschosse konstruierte Geheimrat Cranz einen Apparat, der über 5000 Belichtungen in der Sekunde, ja in der neuesten Form bis zu 100000 Aufnahmen in der Sekunde liefert. Er konnte damit die Vorgänge beim Abschießen einer Kugel aus einer Selbstladepistole untersuchen und ferner die Wirkung von Schüssen auf Knochen, Metallplatten, wassergefüllte Gummiblasen und Kugeln aus feuchtem Ton in einer Reihe von Bildern festlegen.

Selbst die Bewegungen der innern Organe des Menschen hat man kinematographisch festzuhalten gewußt, indem man die Belichtung mit Röntgenstrahlen anwandte und besondere Apparate herstellte, welche zwei oder drei Dutzend Platten großen Formats in rascher Folge zur Exposition brachten. Namentlich die Reihenaufnahmen des Magens haben dem Mediziner interessante Aufschlüsse über die Arbeitsweise dieses Organs gegeben.

Die Kinematographie in natürlichen Farben hat eine provisorische Lösung im Kinemakolorverfahren gefunden, welches mit zwei Farben, Rot und Grün, arbeitet und verhältnismäßig hübsche Resultate gibt, wenngleich hier infolge Fehlens der dritten Farbe (Blau) ein vollkommenes Resultat nicht erzielt werden kann. Man ist zu der Hoffnung berechtigt, daß ein wirkliches kinematographisches Dreifarbenverfahren in nicht zu ferner Zeit Eingang in die Praxis findet.

Auch die Technik bemächtigt sich der kinematographischen Bilddarstellung, die ein ausgezeichnetes Hilfsmittel bietet, Fabrikationsvorgänge zu veranschaulichen, sowohl in Lehranstalten und Hochschulen sowie bei Vorträgen als auch zum Zwecke der Reklame. Allerdings bietet die Ausführung solcher Aufnahmen vielfach große Schwierigkeiten, namentlich in bezug auf die Beleuchtung, und sie erfordert eine umfangreiche Arbeit.


[Sachregister]

Kurzverweise zu Indexbuchstaben
[[A]] [[B]] [[D]] [[E]] [[F]] [[G]] [[I]]
[[K]] [[L]] [[M]] [[N]] [[O]] [[P]]
[[S]] [[T]] [[U]] [[V]] [[W]] [[Z]]

[A]
Azetylenlicht, [15], [31]
Anschaffungskosten, [36]
Aufnahmekamera, [49], [67]
Aufstellung des Apparats, [40]
Automatischer Feuerschutz, [57]
[B]
Beagidpatronen, [32]
Betriebskosten, [38]
Bildgröße, [7], [8]
Bildhalter, [34]
Blendscheibe, [51]
Bogenlampe, [17], [19]
— Handhabung, [24]
Bogenlicht, [16], [22]
Brennweite, [9], [10]
[D]
Druckreduzierventil, [26]
Dunkler Raum, [41]
Durchprojektion, [41]
[E]
Einstellung der Lichtquelle, [42]
Elektrisches Licht, [15], [16], [26]
Episkopische Projektion, [43]
[F]
Fehler, [65]
Feuerschutz, [57]
Feuersichere Trommeln, [57]
Film, [48]
— Behandlung, [63]
Filmklemme, [64]
Flimmern, [51]
Fokuslampe, [26]
[G]
Gasator, [27], [30]
Gasglühlicht, [15], [37]
Gitterscheibe, [57]
Glasbilder, [39]
Greifer, [54]
[I]
Inhaltsmesser, [26], [29]
[K]
Kabel, [16]
Kalklicht, [15], [26]
Kalkstifte, [27]
Kalziumkarbid, [31]
Kinemakolor, [71]
Kinematograph, [48]
— Handhabung, [61]
Kinematographie in Naturfarben, [71]
Klappkasten, [40]
Klebmittel, [63]
Klemmzug, [54]
Kohlenstifte, [20]
Kondensor, [7]
Kühlgefäß, [14]
[L]
Laterna magica, [5]
Leitungsschnur, [21]
Leselampe, [36]
Lichtbilderapparat, [5], [13], [23]
Lichtquelle, [11], [15]
[M]
Malteserkreuz, [53]
Mikroskopische Projektion, [45]
Motorantrieb, [59]
[N]
Naturfarben-Kinematographie, [71]
Nernstlampe, [15], [26]
Nockenapparat, [54]
Nutenkasten, [40]
[O]
Objektiv, [8], [58]
Optische Bank, [14]
[P]
Pastillen, [28]
Petroleumlicht, [15], [34]

Perforation, [48]
Projektionswand, [34]
[S]
Sauerstoff, [26]
Schalttafel, [23]
Scheinwerfer, [46]
Schirm, [34]
Schläger, [53]
Sicherung, [21]
Signal, [36]
Spiritusglühlicht, [15], [33]
Stahlflasche, [26], [27]
Starkdruckbrenner, [27]
Stativ, [36], [59]
[T]
Transformator, [18]
Transportmechanismus, [52]
Trickfilme, [68]
[U]
Umformer, [18]
Umrollvorrichtung, [61]
[V]
Vergrößerungsapparat, [46]
Verkleben der Filme, [63]
[W]
Wand, [34]
Wasserstoff, [27]
Widerstand, [17]
Wissenschaftliche Kinematographie, [70]
Wissenschaftliche Projektion, [45]
[Z]
Zentrierung, [42]
Ziehen des Bildes, [65]
Zubehör, [34]


[Die Lichtbilderei GmbH., M.Gladbach]

Unstreitig sind Lichtbildervorträge eines der modernsten und zugkräftigsten Mittel, möglichst allseitige tiefgehende und nachhaltige Bildung in die breitesten Volksschichten zu tragen. Längst schon ist die Vorführung von Lichtbildern aus dem Dilettantischen herausgewachsen und hat sich einen der ersten Plätze unter den modernen Volksbildungsmitteln erobert. Sie rangiert ebensosehr unter den künstlerischen Lehrmitteln der heutigen Universitäten, wie es hervorragende Gelehrte aus allen Wissensgebieten nicht verschmähen, ihrem mündlichen Vortrag vor einem erlesenen Publikum Nachhaltigkeit und erhöhtes Interesse zu verschaffen durch gleichzeitige Vorführung von Lichtbildern. Leider gibt es indes noch manche populäre, auf Massenausleihe sich verlegende Lichtbilderinstitute in Deutschland, die sich nicht auf den durch künstlerischen Geschmack und wissenschaftliche Gründlichkeit erforderten hohen Standpunkt stellen, sondern vielfach die oberflächlichsten Vortragstexte und wissenschaftlich und künstlerisch durchaus unzulängliche Bilderserien liefern.

Demgegenüber bestrebt sich die Lichtbilderei M.Gladbach, ein vorbildliches Musterinstitut zu werden und den ihr als Leitstern ihrer ganzen Bildungsarbeit vorschwebenden Grundsatz zu verwirklichen, daß auf dem Gebiete der Volksbildung gerade das Beste gut genug ist.

Die Reichhaltigkeit ihres Vortragsmaterials geht daraus hervor, daß bereits

450 Lichtbilderserien

vorhanden sind, die in folgende Untergruppen zerfallen: 1. Land und Leute (Deutschland, Deutsche Kolonien, Ausland). 2. Geschichte und Biographie. 3. Literatur. 4. Kunst. 5. Religionsgeschichtliche Vorträge. 6. Naturwissenschaftliche Vorträge. 7. Industrie und Technik. 8. Handwerk. 9. Landwirtschaft. 10. Gesundheitspflege. 11. Volkswirtschaft. 12. Verschiedenes (heitere Vorträge usw.). 13. Spezialzweig: Lieferung mikrophotographischer Diapositive für Lehranstalten.

Die Ausleihgebühr für die einzelne Serie ist sehr niedrig gesetzt und beträgt im Durchschnitt bloß M. 5.— bis 6.—

Die Vorträge entstammen sämtlich fachmännischen Federn, und unter den Mitarbeitern der Lichtbilderei M.Gladbach sind die klangvollsten Namen vertreten. Es sei z. B. nur hingewiesen auf die in ihrer Art einzigen Kunstvorträge des bekannten Münchener Kunstschriftstellers und Hochschullehrers für Kunst und Ästhetik Dr. Joseph Popp, auf die geschichtlichen, literarischen und ästhetischen Vorträge von Dr. Alois Wurm (München) und Dr. Bernhart (München), auf die literarischen und geographischen Vorträge (z. B. Clemens Brentano, A. v. Droste-Hülshoff, Nordpol, Südpol) von Dr. Hermann Cardauns (Bonn), auf die religionswissenschaftlichen Vorträge von Dr. Meffert (M.Gladbach), die gesundheitlichen und gewerbehygienischen Vorträge der Ärzte Dr. Baur und Dr. Weigl, die ethnographischen Vorträge von Professor Paur (München), die literarischen Vorträge der bekannten Literaturhistorikerin Fräulein Hamann usw.

Wir verweisen auf das ausführliche Verzeichnis, das von der Lichtbilderei GmbH., M.Gladbach, umsonst zu beziehen ist.

Neben den »stehenden Lichtbildern« pflegt die Lichtbilderei mit besonderm Nachdruck den allermodernsten und beliebtesten Zweig des Projektionswesens: die Kinematographie, und zwar durch eine

Filmverleih-Zentrale.

Ihr Zweck ist, aus der großen Menge der Filme, die von in- und ausländischen Fabriken Woche für Woche auf den Markt geworfen werden, unter dem strengen Gesichtspunkte wahrer Volksbildung und -unterhaltung nur das Beste und durchaus Einwandfreie aufzukaufen, auf Lager zu legen und an die Kinobesitzer, die reformfreundlich sind, zu verleihen. Sie läßt sich lediglich von dem idealen Interesse einer tatkräftigen, energischen Reform des Kinowesens leiten und erstrebt das Ziel auf rein sachlicher, neutraler Grundlage, unter Ausschaltung jeglicher politischer oder konfessioneller Tendenz. Die Filmverleih-Zentrale der Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach verfügt über ein außerordentlich reichhaltiges Lager von Filmen aus folgenden Gebieten: 1. Naturwissenschaft: Mikroskopische Filme, Tierleben usw., 2. Geographie: Reise- und Naturbilder (Inland und Ausland), 3. Völkerkunde, 4. Landwirtschaft und ihre Nebengewerbe, 5. Industrie, Technik, Kunstgewerbe, 6. Medizin und Hygiene, 7. Sport, Flotte, Luftschiffahrt, 8. Geschichte, 9. Religion, 10. Militärisches und Patriotisches, 11. Ästhetisch und ethisch einwandfreie »dramatische« und humoristische Filme, 12. Allgemein Interessantes aus dem Tagesgeschehen. Ein ausführlicher allgemeiner Katalog mit über 1400 Nummern ist gratis erhältlich. Durch Neueinkauf kommt wöchentlich eine größere Anzahl von Nummern hinzu.

Außer dem allgemeinen Filmkatalog, der sämtliche Filmtitel enthält und durch stetige Nachträge ergänzt wird, hat die Lichtbilderei noch einen Auszug aus dem allgemeinen Katalog herausgegeben, einen Spezialkatalog mit dem Titel: »Belehrende Filme für Schule und Volk«. Das Verzeichnis bietet eine reichhaltige Aufstellung von Filmen, die zur Zusammenstellung von populär-wissenschaftlichen Programmen für Schülervorstellungen, Volksbildungsabende usw. vorzüglich geeignet sind. An der Hand dieses Verzeichnisses, das in rascher Folge durch zahlreiche weitere ausschließlich belehrende Filme vermehrt werden wird, ist es leicht, unter einem einheitlichen Gesichtspunkte, sei es naturwissenschaftlicher, geographischer, völkerkundlicher Art usw., sehr wirkungsvolle volksbildnerische Arbeit zu leisten und dem Kinematographen unter den modernen Volksbildungsmitteln den Rang und Platz erobern zu helfen, der ihm gebührt. Derartig einheitliche kinematographische Vorführungen können leicht zu höchst interessanten, künstlerisch abgerundeten Volksbildungsabenden ausgeweitet werden durch einen einleitenden Vortrag, einschlägige deklamatorische und musikalische Einlagen sowie stehende Lichtbilder. Musterprogramme dieser Art wären z. B.: Die Tierwelt in Poesie und Leben, Bunter Abend, In nördlichen Zonen, Im sonnigen Süden, Von kleinen und kleinsten Lebewesen, Aus dem Leben der Natur (Wald- und Wasseridyll) usw.

Es ist eine Reihe von Fachleuten damit betraut, für die Lichtbilderei M.Gladbach weitere Spezialprogramme dieser Art mit einheitlichem Thema aufzustellen und auszuarbeiten.

Die humoristischen und »dramatischen« Filme sind in dem allgemeinen Verzeichnis der Lichtbilderei aufgeführt und ermöglichen es, die vorstehend erwähnten Programme hier und da auch nach dieser Richtung zu ergänzen.

Neben der Ausarbeitung und Darbietung spezieller wissenschaftlicher Programme ist die Lichtbilderei ebensosehr darauf bedacht, die großen Tagestheater mit allgemeinen Programmen zu bedienen, um hier im Interesse einer ästhetischen und ethischen Hebung des Kinowesens Einfluß zu gewinnen.

Die Verleihbedingungen sind sehr mäßig. Ein ganzes Programm, das 1 bis 11/2 Stunde dauert, kann schon von M. 20.— an aufgestellt werden. Durchweg gilt als Leihgebühr 1 Pf. pro Meter für ältere Filme, neue sind entsprechend teurer.

Der Preis der wissenschaftlichen Programme schwankt je nach dem Wert der Filme zwischen 1 und 10 Pf. pro Meter und Tag.

Die Programme für die Wochentheater werden je nach dem Wert und der Woche berechnet.

Auch vollständige Kinematographeneinrichtungen, für Kalklicht von M. 375.— an, für elektrisches Licht von M. 400.— an, sind von der Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach zu beziehen. Sie ist in der Lage, alle Arten von Lichtbilder- und kinematographischen Apparaten, gleichviel welcher Fabrik sie entstammen, zu Fabrikpreisen zu liefern. Sie läßt die Apparate in ihren Vorführungsräumen durch Fachleute ausprobieren und leistet die Garantie, daß nur erstklassiges Material geliefert wird. Auch übernimmt die Lichtbilderei die komplette Einrichtung kinematographischer Theater, steht aber auch ohnedies stets mit fachmännischem Rat zur Verfügung. Näheres ist aus einem gratis zu beziehenden technischen Katalog mit Illustrationen zu ersehen. Es sei auch darauf aufmerksam gemacht, daß von der Lichtbilderei ein Wanderkino eingerichtet ist. Prospekt gratis.


Notizen des Bearbeiters:
- Coverpage hinzugefügt.
- Links für Index hinzugefügt.
- Die Rechtschreibung des Originals wurde beibehalten.