Kindersonntagsausflug

Vom Quai steigt eine Treppe zu Dampfschiff und Booten.

Oh, Kindersonntagsausflug! Wie abenteuerlich kam mir das alles vor.

Strahlender Fluß, Frühlingshimmel, Regattakähne, Eisenbahnbrücke, Gerüste und Piloten,

Blauer Rauch in der Luft. Oh dünnes Gewebe, oh schwacher Flor!

Ein enges Brett — schaukelnder Boden — ich dachte an meine Seegeschichten.

Worte wie Backbord, zwei Glas, Wanten, Lee, Marssegel fielen mir ein.

An einen kleinen Schiffsjungen dachte ich, an Matrosengesang und Ankerlichten,

An gieblige Hafenhäuser und Schenken, in denen betrunkene Holländer und Malayen schrein.

Auf schmalem Platz saß ich in meine ganz exotischen Phantasien eingefangen.

Meine Mama löste beim Kassier eine Kinderkarte für mich.

Ich seh noch, wie einige Nickelstücke wieder in ihr silbernes Täschchen sprangen,

Dann riß ein Mann an der Glocke — Die

Maschinen unter uns stampften und rührten sich.

Was ich alles auf dem rotweißen Dampfer erlebte: Wasserhosen, Zyklone,

Am Äquator riß uns Champagner, Heimweh und Sternnacht zu lautem Wahnsinn fort,

Am südlichen Wendekreis aber warf man ohne

Gebete und Tränen einen steinbeschwerten Leichnam über Bord. —

Oft sahn wir Land, Vulkane, weiß zugetürmte,

Insulaner schossen um unser Schiff und krächzten zu uns empor.

Und wenn das Meer glatt war, keine Wolke, kein Windvogel stürmte,

Warf man Geldstücke in die Tiefe, und Kinder tauchten danach und holten sie hervor.

Und als die Räder langsamer schlugen und wir zum Landungsplatz glitten,

Da erkannte kaum den einfachen Hügel mein Blick.

Ich ging ans Ufer mit kleinen, ganz unsicheren Schritten,

Und hörte wie im Traume vom Restaurationsgarten her die donnernde Militärmusik.