Wanderlied
Glaubst Du, Deine Schritte sind vergangen,
Die einst kies- und straßenüber klangen?
Deine schwergesenkten, Deine leichtgelenkten,
Deine volksvermengten, Deine kindgedrängten,
Deine Schritte laufen oder schleppen
Ewig weiter über Weg und Treppen.
Glaubst Du, Deine Worte sind verloren,
Die Dein wallendes Gemüt geboren?
Hangend in den Häusern, unter Toren,
Sinken sie in vorbestimmte Ohren,
Bilden sich zu wunderlicher Stunde,
Und entflattern neu dem Enkelmunde.
Glaubst Du, Sohn, Du könntest Dein sie heißen,
Schritt und Worte, die ins Weite reisen?
Oder wähnst Du, daß der graue, alte
Ahnherr diese sprach und jene wallte?
Und ist gar aus diesem Lied zu lesen,
Daß Du selbst der Bärtige gewesen?