Feuchtigkeit und Niederschläge.

In Bezug auf die Feuchtigkeit und die Niederschläge stießen wir auf Verhältnisse, wie man sie hätte kaum erwarten können. Der Feuchtigkeitsgrad der Luft war über dem größten Theil des Inlandseises überraschend hoch, indem er meistens zwischen 90 und 100% ergab. Nur in der Nähe der Westküste fanden wir unter 79%, wir hatten aber damals einen Wind mit föhnartigem Charakter.

Man kann hieraus ersehen, daß, wenn auch die absolute Feuchtigkeit der Luft infolge der niedrigen Temperatur nur gering war, doch die relative Feuchtigkeit eine sehr hohe war. Dies hatte man freilich im Grunde erwarten können, da ja alle bis an das Inlandseis dringenden Winde vom Meere herkommen und die Luft, welche sie mit sich führen, allmählich, je weiter sie gelangen, mehr und mehr abkühlten. Infolgedessen müssen auch häufig Niederschläge stattfinden. Während der 40 Tage, die unsere Eiswanderung währte, hatten wir 4 Tage Regen, 1 Tag Hagel und 11 Tage Schnee. Im Innern fiel dieser Schnee meistens in Form von feinem Frostschnee oder von Eisnadeln, die fast täglich aus einer halb undurchsichtigen Luft herabregneten, durch welche man die Sonne allerdings häufig hindurchscheinen sah, und in der sich fast unaufhörlich Sonnenringe mit Nebensonnenringen bildeten.