Fußnoten

[1] E. du Bois Reymond, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft.

[2] Nach den Angaben von Prof. Dr. J. Ruska in Heidelberg.

[3] Als geradezu folgenschwer muß es bezeichnet werden, wenn das Spezialistentum unseres Zeitalters dazu führt, daß selbst Männer, die an dem weiteren Ausbau der Wissenschaft beteiligt sind, mitunter keine oder eine nur sehr oberflächliche Kenntnis von den geistigen Zusammenhängen besitzen, die den wesentlichen Inhalt der Geschichte der Wissenschaften bilden. R. Burckhardt, der wiederholt für die höhere Bewertung des historischen Momentes eingetreten ist (R. Burckhardt, Biologie und Humanismus, Jena 1907) führt als ein besonders krasses Beispiel an, ein namhafter Zoologe habe ihm gestehen müssen, daß er noch niemals eine Zeile von Cuvier, dem Begründer der neueren Zoologie, gelesen habe.

[4] Im Wintersemester 1912/13 fanden an deutschen Hochschulen folgende Vorlesungen über Geschichte der Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie und Erdkunde statt: Strunz (Techn. Hochsch. Wien): Geschichte der Naturwissenschaften und der Naturbetrachtung im Altertum I (2); ders.: Gemeinsame Lektüre und Besprechung der neueren Literatur über Geschichte der Naturwissenschaften und ihre Grenzgebiete (2). – Simon (Univ. Straßburg): Geschichte der Mathematik im Altertum (3). – Klein (Univ. Göttingen): Über die Entwickelung der Mathematik im 19. Jahrhundert (4). – Oppenheim (Univ. Wien): Geschichte der Astronomie (1). – Ambronn (Univ. Göttingen): Einzelne Kapitel aus der Geschichte der Astronomie (1). – Foerster (Univ. Berlin): Geschichte der mittelalterlichen Astronomie (2). – L. Günther (Techn. Hochschule Berlin): Entwickelungsgeschichte unserer Landkarte (1). – v. Pfaundler (Univ. Graz): Ausgewählte Abschnitte aus der Geschichte der Physik (1). – Würschmidt (Univ. Erlangen): Geschichte der Physik und Mathematik der älteren Zeit (1). – Cherbuliez (Techn. Hochschule Zürich): Galileis Leben und Werk (1); ders.: Geschichte der Physik von Newton bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (2). – Auerbach (Univ. Jena): Die Entwickelung der Physik im 19. Jahrhundert (1½). – Haas (Univ. Wien): Geschichte der Physik I (von den ältesten Zeiten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts) (2); ders.: Besprechung ausgewählter Abschnitte aus physikalischen Klassikern (1). – v. Buchka (Univ. u. tech. Hochsch., Berlin): Geschichte der Chemie (2). – Strunz (Techn. Hochschule, Wien): Geschichte der Chemie und Alchemie (2). – Schäfer (Univ. Leipzig): Die Wandlungen des Atombegriffs (1). – Benrath (Univ. Königsberg): Justus Liebig und seine Zeit (1). – S. Günther (Techn. Hochschule München): Geschichte der Erdkunde, I. Teil (3). Nach Angaben von Dr. A. Haas (Wien).

[5] S. Arrhenius, Theorien der Chemie. Leipzig 1909. Siehe Vorwort.

[6] Siehe den nächsten Abschnitt dieses Bandes.

[7] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[8] Tables astronomiques, publiées par le bureau des longitudes, contenant les tables de Jupiter, de Saturne et d'Uranus. Paris 1821.

[9] Flamsteed, Bradley, Mayer.

[10] Urbain Jean Joseph Leverrier, 1811 in St. Lô (Département La Manche) geboren, seit 1854 Direktor der Pariser Sternwarte, starb im Jahre 1877. Siehe Leverrier, Recherches sur les mouvements de la planète Uranus. Compt. rend. XXII, S. 907 ff.

[11] Joh. Gottfried Galle, geboren am 9. Juni 1812 in der Nähe von Gräfenhainichen, war von 1851 bis 1897 Direktor der Sternwarte zu Breslau. Galle starb am 11. Juni 1910.

[12] A. v. Humboldt, Kosmos II, S. 211.

[13] Friedrich Wilhelm Bessel wurde 1784 zu Minden geboren. Während er in Bremen als Kaufmannslehrling tätig war, widmete er sich in seinen Mußestunden mit unermüdlichem Eifer nautischen, mathematischen und astronomischen Studien. 1804 verfaßte er eine erste selbständige Arbeit über den Kometen vom Jahre 1607. Bessel wurde 1810 als Astronom nach Königsberg berufen, wo er 1846 starb.

[14] Im Jahre 1829.

[15] Das heißt des Winkels, unter dem der Halbmesser der Erdbahn von dem betreffenden Fixstern aus gesehen wird.

[16] Das sind 12 Billionen Meilen. Spätere Ermittelungen haben den Wert der Parallaxe 61 Cygni zu 0,44'' und denjenigen für den der Sonne nächsten Stern, α Centauri, zu 0,92'' (entsprechend 8 und 4,3 Lichtjahre) ergeben.

[17] F. W. Bessel, Untersuchungen über die Länge des einfachen Sekundenpendels als 7. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von H. Bruns. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1889.

[18] Ostwalds Klassiker Nr. 7, S. 100.

[19] Von Bohnenberger vorgeschlagen und von dem Engländer Kater zuerst zum Messen der Länge des Sekundenpendels benutzt.

[20] C. Bruhns, Johann Franz Encke, sein Leben und sein Wirken. Leipzig 1869. Encke starb im Jahre 1865.

[21] A. a. O. S. 143.

[22] Franz Encke, Über die Berechnung der Bahnen der Doppelsterne. 1832.

[23] Dieser Gedanke rührt von F. Savary (* 1797) einem Franzosen her.

[24] Sie erschien im Berliner Astronomischen Jahrbuch für 1854 und wurde neuerdings von Bauschinger im 141. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften mit Anmerkungen von neuem herausgegeben. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1903.

[25] Histoire de l'acad. roy. des Sciences. Année 1748 (Paris 1752).

[26] Jean Antoine Nollet wurde 1700 in der Nähe von Noyon geboren; er wirkte als Professor der Physik in Paris und starb dort im Jahre 1770.

[27] Nouvelles recherches sur l'Endosmose et l'Exosmose par M. Dutrochet. Annales de chimie et de physique. Bd. 37 (1828). Ferner Nouvelles observations sur l'Endosmose et l'Exosmose et sur la cause de ce double phénomène par M. Dutrochet. Ann. de chimie et de phys. Bd. 35 (1827).

[28] Eine Ansicht, die besonders Poisson vertrat.

[29] A. W. Hofmann, Zur Erinnerung an G. Magnus. Berlin, 1871, S. 51.

[30] Thomas Graham wurde 1805 in Glasgow geboren. Er studierte in seiner Vaterstadt und bekleidete dort später eine Professur für Chemie. Im Jahre 1837 wurde er an die Universität in London berufen, wo er 1869 starb. Während der letzten 15 Jahre seines Lebens verwaltete er das Amt eines Münzmeisters, das auch Newton und Herschel innegehabt hatten.

[31] Poggendorffs Annalen, Bd. 17 (1829), S. 341. (Freier Auszug aus dem Quarterly Journ. of Science. New. Series. Nr. XI, p. 74)

[32] Th. Graham, Über das Gesetz der Diffusion der Gase. Ein Bericht über die Arbeit erschien in Poggendorffs Annalen, Bd. 28 (1833) S. 331 u. f.

[33] Von dem griechischen Worte Κόλλα, Leim. Kolloidal heißt also leimartig.

[34] Th. Graham, Abhandlungen über Dialyse. Bd. 179 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, S. 33. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1911.

[35] Na2SiO3 + 2 HCl + H2O = Si(OH)4 + 2 NaCl.

[36] Ostwalds Klassiker, Bd. 179, S. 106 u. f. Daß es sich dabei mitunter nicht um einen bloßen Durchtritt, sondern um eine Verbindung des Gases mit dem Metall handelt, zeigt das schon von Graham untersuchte Verhalten des Palladiums. Graham ermittelte, daß das Palladium bei einer unter dem Siedepunkt des Wassers liegenden Temperatur mehr als das 600fache Volumen Wasserstoff absorbiert.

[37] Die Entzuckerung der Melasse durch Dialyse (Anwendung von Pergamentpapier) wurde 1863 in Frankreich erfunden. Die Anwendung von Kolloidalsubstanzen in gelatinierter Lösung hat in der Bakteriologie (Nährgelatine), in der Sprengtechnik, in der Photographie (Trockenplatte), zur Herstellung von Trockenelementen usw. Anwendung gefunden. Eine Zusammenfassung des Wichtigsten aus der Kolloidchemie enthält Wo. Ostwalds Grundriß der Kolloidchemie, Dresden 1911.

[38] Siehe Bd. III, S. 285.

[39] Eine Nachprüfung der Ergebnisse Gay-Lussacs und Daltons durch Reduktion auf vergleichbares Maß hat später ergeben, daß der von Gay-Lussac gefundene Koeffizient (0,00375) von dem durch Dalton ermittelten erheblich abweicht. Die richtig durchgeführte Reduktion, die man unbegreiflicher Weise verabsäumt hatte, ergibt nämlich nach Daltons Zahlenangaben für den Ausdehnungskoeffizienten der Gase 0,00391.

[40] Fredrik Rudberg (1800-1839) war Professor der Physik in Upsala.

[41] F. Rudberg, Über die Ausdehnung der trocknen Luft zwischen 0° und 100° C. Poggendorffs Annalen, Bd. 41 (1837), S. 271-293. Neuerdings wieder abgedruckt in Ostwalds Klassiker, Bd. 44. Siehe dort S. 59 unten.

[42] Heinrich Gustav Magnus (1802-1870) war Professor der Physik an der Berliner Universität. Er veröffentlichte seine, im Jahre 1840 zum Abschluß gebrachte Untersuchung in Poggendorffs Annalen, Bd. 55 (1842). Siehe auch Ostwalds Klassiker, Bd. 44, S. 67 u. f.

[43] Regnaults Abhandlungen über die Ausdehnung der Gase, erschienen 1842 in den Annales de chimie et de physique. Sie wurden im 44. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften neu herausgegeben. Henri Victor Regnault (1810-1878) wirkte als Professor der Chemie und der Physik in Paris.

[44] Thomas Andrews wurde 1813 in Belfast geboren. Er wirkte dort als Professor der Chemie und starb im Jahre 1885.

Die wichtigsten Abhandlungen Andrews über das Verhalten der Gase erschienen 1869 und 1876 in den Philosophical Transactions. Sie wurden neuerdings ins Deutsche übersetzt und im 132. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften neu herausgegeben.

[45] Es geschah im Jahre 1877, ein Jahr nach der Veröffentlichung von Andrews zweiter Abhandlung über den gasförmigen Zustand der Materie durch die französischen Physiker Cailletet und Pictet.

[46] Van der Waals (geb. 1837, Professor in Amsterdam), Die Kontinuität des gasförmigen und flüssigen Zustandes. 1879. Deutsch von F. Roth, Leipzig 1881.

[47] Nach dieser Gleichung ist das Produkt aus dem Druck (P) und dem Volumen (V) eines Gases der absoluten Temperatur T proportional. R ist eine konstante Größe, die sich aus dem Druck und dem Volumen ergibt, die dem Gase bei 0° zukommen:

P . V = (P0 . V0)/273 . T = RT

[48] Amadeo Avogadro wurde 1776 in Turin geboren. Er war zuerst Professor der Physik an einem Lyzeum. Später wurde für ihn ein besonderer Lehrstuhl an der Universität zu Turin errichtet. Dort starb Avogadro im Jahre 1856.

Die wichtige Abhandlung, in der er seine Hypothese entwickelt, erschien 1811 im Journal de Physique (Bd. 73, S. 58) unter dem Titel: Versuch eines Verfahrens, die relativen Gewichte der Moleküle und die Verhältnisse zu bestimmen, nach denen sie sich verbinden. Diese Abhandlung wurde im 8. Bande von Ostwalds Klassikern von neuem veröffentlicht. Leipzig, W. Engelmann, 1889.

[49] So verbinden sich 3 Volumina Wasserstoff mit einem Volumen Stickstoff zu 2 Volumina Ammoniakgas. Das Volumen der Verbindung verhält sich also zum Volumen, das die Gase vor der Verbindung einnehmen, wie 1 : 2. Näheres siehe im III. Bande, S. 287 u. f.

[50] Die Anzahl der in der Volumeinheit enthaltenen Moleküle sei n. Bei der Bildung von Ammoniak verbinden sich n Moleküle Stickstoff mit 3 n Molekülen Wasserstoff zu 2 n Molekülen Ammoniak. Die in den 2 n Molekülen Ammoniak enthaltenen 2 n Atome Stickstoff waren vor dem Eingehen der Verbindung in n Molekülen Stickstoff enthalten. Jedes Molekül Stickstoff muß daher aus 2 Atomen bestehen. Noch deutlicher zeigt dies die folgende Gleichung, welche die volumetrischen Beziehungen zum Ausdruck bringt:

n Moleküle 3 n Moleküle 2 n Moleküle
N+ 3H =NH3

[51] Näheres über die Dissociation befindet sich an späterer Stelle dies. Bds.

[52] Siehe Band III, S. 227 u. f.

[53] Ampère entwickelte seine Ansicht in einem an Berthollet gerichteten Briefe, der im Jahre 1814 in den Annales de chimie (Bd. 90, S. 43-86) erschien. In deutscher Übersetzung wurde dieser Brief im 8. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann, 1889.

[54] Siehe Bd. III, S. 282 u. f.

[55] Gay-Lussac, Biot, Traité de physique. Bd. I, S. 291.

[56] Annales de Chimie et de Physique XXXIII (1826) S. 337 u. f.

[57] Hofmann verdampfte eine gegebene Flüssigkeitsmenge in einem Barometerrohr, das von dem Dampf einer höher siedenden Flüssigkeit umspült wurde. Victor Meyer bediente sich der Luftverdrängungsmethode. Sein Verfahren hat sich als besonders geeignet erwiesen, um die Dampfdichte schwer vergasbarer Stoffe zu ermitteln.

[58] Siehe Bd. III, S. 276.

[59] Siehe Bd. II, S. 253.

[60] Näheres über die Beteiligung Cauchys an dem Ausbau der Undulationstheorie. Siehe Bd. III, S. 277.

[61] Biographisches über F. Neumann und näheres über Neumanns Forschungen auf dem Gebiete der Elektrizitätslehre enthält der nächste Abschnitt dieses Bandes.

[62] F. E. Neumann, Theorie der doppelten Strahlenbrechung, abgeleitet aus den Gleichungen der Mechanik, als 76. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von A. Wangerin. Leipzig, W. Engelmann, 1896.

[63] F. Neumann, Die Gesetze der Doppelbrechung des Lichtes in komprimierten oder ungleichmäßig erwärmten, unkristallinischen Körpern. Abhandlungen der Berliner Akademie vom Jahre 1841. S. 1-247.

[64] Abhandl. der königl. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften, V. Folge, Bd. 2. Prag 1842.

[65] Sie wurde nebst anderen Arbeiten Dopplers, 1907, als 161. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften durch H. A. Lorentz neu herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann.

Doppler wurde 1803 in Salzburg geboren. Er wirkte als Professor der Mathematik in Prag und Wien und starb im Jahre 1853.

[66] Charles Wheatstone wurde 1802 geboren. Er war Professor der Physik und Mitglied der Royal Society in London. Wheatstone starb im Jahre 1875. Er erfand unter anderem einen zweckmäßigen Apparat zum Messen von Leitungswiderständen (Wheatstonesche Brücke) und machte sich um die Einführung der Telegraphie in die Praxis sehr verdient.

[67] Ch. Wheatstone, Beiträge zur Physiologie der Gesichtswahrnehmung (1838). Neuerdings in deutscher Übersetzung herausgegeben im 168. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann, 1908.

[68] David Brewster (1781-1868) wirkte als Professor der Physik in St. Andrews in Schottland. Er ist der Erfinder des Kaleidoskops und der Entdecker der Fluoreszenz, einer Erscheinung, die er besonders am Chlorophyll und am Flußspat studierte. Die erste, an dem Auszuge des Nierenholzes gemachte Beobachtung der Fluoreszenz war in Vergessenheit geraten.

Brewsters auf das Stereoskop bezügliche Abhandlungen finden sich gleichfalls im 168. Bande von Ostwalds Klassikern.

[69] August Toepler wurde schon gelegentlich der Erfindung der Quecksilberluftpumpe erwähnt. (Siehe S. 49.) Er wurde 1836 in der Nähe von Bonn geboren, wo er an der landwirtschaftlichen Hochschule Physik und Chemie lehrte. Später war er Professor der Physik in Graz. Toepler starb 1912.

[70] August Toepler, Beobachtungen nach einer neuen optischen Methode (1864) und Beobachtungen nach der Schlierenmethode (1866). Beide Abhandlungen wurden als Band 157 und Band 158 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1906.

[71] E. Mach veröffentlichte die Ergebnisse seiner ballistisch-photographischen Versuche in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie, Bd. 78, S. 5, 98, 105, 106.

[72] Fizeau, La vitesse de propagation de la lumière in Compt. rend. XXIX, 90, 1849, sowie in Poggendorffs Annalen XIX, S. 167. 1850. Hippolyte Fizeau, geboren in Paris am 23. Sept. 1819, gestorben am 18. Sept. 1896.

[73] Siehe S. 36 dieses Bandes.

[74] Annales de Chimie et de Physique. 1854. XLI, 163.

[75] Philos. Transact. f. the year 1834, sowie Poggendorffs Annalen, Bd. XXXIV.

[76] Macedonio Melloni, geboren den 11. April 1798 in Parma, gestorben den 11. August 1854, war Professor der Physik zu Parma, später Direktor des Konservatoriums der Künste und Gewerbe in Neapel. Seine zahlreichen Abhandlungen über strahlende Wärme erschienen in den »Annales de Chimie et de Physique«, sowie in Poggendorffs Annalen.

[77] Philosophical Transactions, 1800,437.

[78] Neben Melloni haben sich besonders Knoblauch, Magnus, Tyndall und Leslie um die Erforschung der strahlenden Wärme verdient gemacht.

[79] Siehe den 12., 13., 14. und 15. Abschnitt des dritten Bandes.

[80] S. F. Thompson, Faraday und die englische Schule der Elektriker. Vortrag. Halle a. S. Knapp 1901.

Die kleine Schrift bietet eine gute Übersicht über Faradays Leben und seine wissenschaftliche Tätigkeit. Sie schildert ferner den Einfluß, den Faraday auf die weitere Entwicklung der Wissenschaft und der Technik ausgeübt hat.

[81] Tyndall, Faraday und seine Entdeckungen. Braunschweig 1870. S. 167 ff.

[82] Thilorier stellte zuerst flüssige und feste Kohlensäure dar; Natterer verflüssigte Stickoxydul und führte für verflüssigte Gase die jetzt gebräuchlichen eisernen Flaschen ein.

[83] Faraday, Ann. de chim. et de phys. T. XVIII. Gilberts Annalen Band LXXI und LXXII.

[84] Experimental researches in electricity, 3 vol., London 1839-55. Übersetzt von S. Kalischer, Berlin 1891. Das Gesamtwerk umfaßt 30 Reihen. Reihe I-XIII bildet den Inhalt der Nummern 81, 86, 87, 126, 128, 131, 134, 136 und 140 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann.

[85] Ostwalds Klassiker Nr. 81, S. 27 u. f. Die betreffenden Abhandlungen Aragos erschienen in den Ann. de chim. et de phys. T. XXVII, XXVIII und XXXII.

[86] 1838 durch Rieß und gleichzeitig durch Marianini. Siehe Poggendorffs Annalen, Bd. 47 (1839) S. 65 und Memorie di fisica sperimentale Modena 1838.

Peter Theophil Rieß wurde 1800 in Berlin geboren, wirkte dort als Professor der Physik und starb im Jahre 1883. Sein Hauptwerk erschien 1853 unter dem Titel »Die Lehre von der Reibungselektrizität«. Stefano Marianini wurde 1790 in Piemont geboren. Er wirkte als Professor der Physik in Modena.

[87] Palmieri und Santi Linari, Poggend. Ann. Bd. LIX u. LXII.

[88] Über die Entdeckung des elektrischen Rückstandes berichtet Poggendorff in seiner Geschichte der Physik im 5. Bande auf S. 496 und 509. Die Entdeckung ist danach Wilson und Gralath zuzuschreiben; sie erfolgte aber gleichzeitig, vielleicht auch früher durch Winkler im Jahre 1746. Über die Bedeutung, welche Wilson, Gralath und Winkler für die Elektrizitätslehre besitzen, siehe auch im III. Bande (Abschnitt 2) dieses Werkes.

[89] Kohlrausch hat später den Rückstand aus der Influenzwirkung erklärt. Poggendorffs Annal., Bd. 91 (1854) S. 56 u. 179.

[90] Ostwalds Klassiker Nr. 86, S. 33.

[91] Siehe die III. Reihe von Faradays Experimentaluntersuchungen über Elektrizität. Philos. Transact. f. 1833. Die III., IV. und V. Reihe dieser Untersuchungen wurden in deutscher Übersetzung als Nr. 86 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann, 1907.

[92] Ann. de chimie et de phys. T. LI, pag. 72.

[93] Ostwalds Klassiker, Nr. 87, S. 36.

[94] Philosoph. Transactions f. 1834. In deutscher Übersetzung zusammen mit der VI. und VIII. Reihe herausgegeben als Nr. 87 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann, 1897.

[95] Ostwalds Klassiker, Nr. 87, S. 48.

[96] Ostwalds Klassiker, Nr. 87, S. 61 u. f.

[97] Faradays Experimentaluntersuchungen, VII. Reihe (Ostwalds Klassiker Nr. 87, Fig. 14.)

[98] Ostwalds Klassiker Nr. 87, S. 77.

[99] Tyndall, Faraday und seine Entdeckungen. Braunschweig 1870. S. 59. Die Stelle, die von Tyndall etwas abgeändert und verkürzt ist, findet sich in der XVII. Reihe der Experimentaluntersuchungen. Siehe auch Ostwalds Klassiker Nr. 134, S. 97.

[100] Siehe Band III, S. 237-239.

[101] Siehe Band III, S. 224.

[102] Auguste Arthur de la Rive wurde in Genf am 9. Oktober 1801 geboren. Er war Professor der Physik an der Akademie zu Genf und starb im Jahre 1873.

[103] Poggendorffs Annalen Bd. 78, S. 289.

[104] Faraday, Experimental researches ser. XIX. Siehe auch Poggendorffs Annalen, Bd. LXVIII, S. 105. Die XIX. Reihe wurde neuerdings zusammen mit der XVIII. Reihe als 136. Bändchen von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1903.

[105] D. h. in der Verbindungslinie der Pole.

[106] Faraday, Experim. research. ser. XX. oder auch Poggendorffs Annalen Band LXIX. Die XX. und XXIII. Reihe der Experimentaluntersuchungen Faradays wurde neuerdings in deutscher Übersetzung als 140. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1903.

[107] Experimentaluntersuchungen über Elektrizität. XIV. Reihe. Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 131. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1902.

[108] J. Tyndall, Faraday und seine Entdeckungen. S. 67.

[109] G. S. Ohm, Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet, Berlin 1827.

[110] A. J. v. Oettingen in Ostwalds Klassikern Nr. 87, S. 178.

[111] C. F. Gauß, Die Intensität der magnetischen Kraft auf absolutes Maß zurückgeführt; herausgegeben von E. Dorn als 53. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

[112] Im 20. Abschnitt des III. Bandes, S. 302 u. f.

[113] Siehe Bd. III. S. 224.

[114] Annales de chimie et de physique XV, S. 222.

[115] Jean Baptiste Biot wurde 1774 in Paris geboren. Biot war ein sehr vielseitiger Forscher. Er wirkte als Professor der Physik und der Astronomie in Paris und starb dort 1862.

[116] Felix Savart wurde 1791 geboren; er wirkte als Professor der Physik in Paris und hat sich besonders durch seine akustischen Untersuchungen bekannt gemacht. Er starb in Paris im Jahre 1841.

[117] In der Formel bedeutet i die Stromstärke, m die Polstärke, ds ein Stromelement, r die Entfernung des Poles von dem Stromelement und w den Winkel, den die Richtung des Stromelementes mit r bildet.

[118] Siehe Band III, S. 228 u. f.

[119] Der vollständige Ausdruck des elektrodynamischen Grundgesetzes lautet:

K = (i . i1 . ds . ds1)/r2 · (3 cos θ . cos θ1 - 2 cos ε).

Siehe Annales de chimie et de phys. Bd. 20, pag. 60. Der Titel der Ampèreschen Abhandlung lautet: Mémoire sur la théorie mathématique des phénomènes électrodynamiques etc.

[120] Siehe die Einleitung der Ohmschen Schrift.

[121] Seine ersten Veröffentlichungen über diesen Gegenstand finden sich in Schweiggers Journal vom Jahre 1825 und 1826. Erwähnt sei noch, daß 1892 eine Gesamtausgabe der Schriften Ohms erschien und zwar bei J. A. Barth in Leipzig.

[122] In Frankreich und in England wurde man mit dem Ohmschen Gesetz erst bekannt, nachdem Pouillet 1887 seine Richtigkeit mit Hilfe der von ihm erfundenen Sinusbussole nachgewiesen hatte. Pouillet erwähnte Ohms Entdeckung nicht, obgleich er sie sehr wahrscheinlich kannte. Prioritätsansprüche, die zugunsten Pouillets geltend gemacht wurden, haben jedenfalls keine Berechtigung.

[123] G. Th. Fechner, Maßbestimmungen über die galvanische Kette. Leipzig 1831.

Gustav Theodor Fechner wurde 1801 in der Lausitz geboren. Er wirkte zunächst als Professor der Physik und später als Professor der Philosophie an der Universität Leipzig. Fechner gehört zu den Begründern der neueren, auf einer engen Verbindung mit den Naturwissenschaften fußenden Philosophie. Er ist der Entdecker des psychophysischen Grundgesetzes. (Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.)

[124] Siehe S. 89 dieses Bandes.

[125] Philosophical Transactions 1821. S. 7.

[126] Näheres über sein Leben siehe an späterer Stelle dieses Bandes. Joule veröffentlichte seine Untersuchung im Philosophical Magazin, Bd. XIX (1841). Siehe auch Doves Repertorium, Bd. VIII, S. 309 und 317.

[127] Poggendorffs Annalen Bd. LXI (1844) S. 18. Heinrich Friedrich Emil Lenz wurde 1804 in Dorpat geboren. Er wirkte als Professor der Physik in Petersburg und starb im Jahre 1865.

[128] John Frederic Daniell wurde 1790 in London geboren; er wirkte dort als Professor der Chemie und starb 1845.

[129] Siehe Band III, S. 237 u. f.

[130] Jean Peltier wurde 1785 in der Nähe von Paris geboren. Er war Privatgelehrter und starb 1845 in Paris. Über Peltiers Entdeckung siehe Poggendorffs Annalen Bd. 43 (1838) S. 324.

[131] Im Jahre 1834.

[132] Poggendorffs Annalen Bd. XXXI (1834), S. 483.

[133] Poggendorffs Annalen Bd. XXXIV (1835), S. 385.

[134] Franz Neumann, Erinnerungsblätter von seiner Tochter, mit Titelbild, Faksimiles und Abbildungen im Text. Tübingen und Leipzig 1904.

Das Buch behandelt Neumann weniger als Forscher, sondern als einen Menschen, dessen Selbstlosigkeit, Pflichttreue und Forschungsdrang im höchsten Grade vorbildlich sind. Unter den vielen schönen Beispielen sei hier nur eins mitgeteilt. Als Neumann eine mineralogische Durchforschung des Riesengebirges unternommen hatte, schenkte er die gesammelten Mineralien und Gesteine dem Staat. Der Aufforderung, sich wenigstens seine Reisekosten ersetzen zu lassen, entsprach er, indem er sich eine Mark für den Tag berechnete.

[135] Siehe S. 99 dieses Bandes.

[136] Beide Arbeiten Neumanns erschienen in den betreffenden Jahrgängen der Berliner Akademie der Wissenschaften. Ihrer grundlegenden Bedeutung wegen wurden sie als 10. und 36. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften durch Neumanns Sohn von neuem herausgegeben. Die Abhandlung vom Jahre 1845 führt den Titel: Die mathematischen Gesetze der induzierten elektrischen Ströme. Der Titel der späteren Abhandlung (von 1847) lautet: Über ein allgemeines Prinzip der mathematischen Theorie induzierter elektrischer Ströme.

[137] Siehe Bd. III, S. 303 u. f.

[138] Wilhelm Weber wurde 1804 als Sohn eines Professors der Theologie in Wittenberg geboren. Seine ersten Untersuchungen stellte er gemeinsam mit seinen Brüdern an. Mit Ernst Heinrich Weber verfaßte er die »Wellenlehre auf Experimente gegründet« und mit Ernst Weber die »Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge«. Während die Brüder sich auch weiterhin physiologischen Untersuchungen widmeten, wurde Wilhelm Weber, nachdem Gauß seine Berufung nach Göttingen bewirkt hatte, ganz für die Physik gewonnen. In gemeinsamer Tätigkeit widmeten sich Gauß und Weber insbesondere der Erforschung des Erdmagnetismus. (Siehe Bd. III, S. 307). Im Jahre 1833 verbanden sie die Sternwarte und das physikalische Institut durch den ersten elektromagnetischen Telegraphen. 1837 wurde Weber gleich sechs anderen Göttinger Professoren seines Amtes entsetzt, weil er sich gegen den Bruch der Hannoverschen Verfassung erklärt hatte (Die berühmten Göttinger Sieben). Er war zunächst stellenlos, lehrte dann einige Jahre in Leipzig, wurde aber 1849 in seine Stellung nach Göttingen zurückberufen. Dort war er bis zu seinem im Jahre 1891 erfolgten Tode mit wissenschaftlicher Arbeit beschäftigt. Auch die akademische Lehrtätigkeit Webers war wie diejenige Neumanns eine ganz hervorragende.

[139] W. Weber, Elektrodynamische Maßbestimmungen. Leipzig 1846.

[140] Wenn man die Elektrizitätsmengen mit e, e1 und ihre Entfernung mit r, die relative Geschwindigkeit mit dr/dt und die relative Beschleunigung mit d2r/dt2 bezeichnet, dann nimmt Webers Gesetz folgende Form an für die Kraft, welche die Elektrizitätsmengen aufeinander ausüben:

(ee1)/r2 (1 - 1/c2 · dr/dt + 2r/c2 · d2r/dt2)

[141] Riccardo Felici wurde 1819 in Parma geboren. Er wirkte als Professor der Physik in Pisa.

[142] Riccardo Felici, Über die mathematische Theorie der elektrodynamischen Induktion. Als Bd. 109 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von E. Wiedemann. Leipzig, W. Engelmann, 1899.

[143] Ostwalds Klassiker, Bd. 109.

[144] W. Weber, Messung starker galvanischer Ströme bei geringem Widerstande nach absolutem Maße. 1840. (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Bd. 142. Leipzig, W. Engelmann, 1904.) Die Tangentenbussole konstruierte Pouillet, indem er das einfache Galvanometer zu einem Meßapparat umgestaltete (1837). Weber gab 1840 der Tangentenbussole eine Form, durch die er sie zum Messen starker Ströme besonders geeignet machte.

[145] Die Berechnung besteht darin, daß man die Tangente des Ablenkungswinkels der Nadel mit einer konstanten Zahl multipliziert, die von der Größe des Kupferringes und der absoluten horizontalen Intensität am Beobachtungsorte abhängt. Letztere betrug für Göttingen 1,78. (Siehe Bd. III, S. 310.)

[146] Wilhelm Weber, Über das elektrochemische Äquivalent des Wassers (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Bd. 142. Leipzig, W. Engelmann, 1904.)

[147] Sie betrug bei dem Apparat, den Weber konstruierte, 253600 mm.

[148] Von 164 mm Durchmesser.

[149] 1130 Windungen.

[150] 4638330 Quadratmillimeter.

[151] W. Weber, Messungen galvanischer Leitungswiderstände nach einem absoluten Maße, 1851. (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Bd. 142. Leipzig, W. Engelmann, 1904.)

[152] Poggendorffs Annalen Bd. 94 (1856) S. 10-25. Siehe auch Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Bd. 142, S. 20 u. f.

[153] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[154] Siehe Liebigs Anleitung zur Analyse organischer Körper. Braunschweig 1837. 2. Aufl. 1853.

[155] Wöhler und Liebig, Untersuchungen über das Radikal der Benzoësäure, in den Annalen der Pharmazie, Bd. 3, S. 249 ff. Neuerdings herausgegeben von Hermann Kopp als Nr. 22 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

[156] Siehe S. 127.

[157] Martrès im Jahre 1803.

[158] Ostwalds Klassiker Nr. 22, S. 7 u. f.

[159] Gelegentlich der Jahrhundertfeier des Geburtstages Liebigs ist eine umfangreiche Literatur über diesen Forscher entstanden, von der hier einiges angeführt sei:

Jakob Volhard, Justus von Liebig. Sein Leben und Wirken. Annalen der Chemie, Bd. 328 (1903) Heft 1, S. 1-40.

G. F. Knapp, Justus von Liebig nach dem Leben gezeichnet. Annalen der Chemie, Bd. 328 (1903), Heft 1, S. 41-60.

Beide Abhandlungen sind als Sonderheft unter dem Titel »Justus von Liebig, Gedenkblätter zu dessen hundertjährigem Geburtstage« erschienen (Winter, Leipzig 1903).

Volhard, einer der hervorragendsten Schüler Liebigs, hat der chemischen Wissenschaft auch die bedeutendste Biographie des großen Forschers beschert.

Jacob Volhard, Justus von Liebig. 2 Bde. Leipzig 1909.

[160] So äußerte sich über ihn der Dichter Platen, mit dem Liebig in Erlangen befreundet war.

[161] J. v. Liebigs biographische Aufzeichnungen. Vgl. die Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft. XXIII,785.

[162] J. v. Liebig, chemische Briefe erschienen 1844 und erlebten seitdem viele Neuauflagen und Übersetzungen. Liebig ragte als Schriftsteller in solchem Maße hervor, daß selbst ein J. Grimm ihn sprachgewaltig nannte.

[163] Dr. Buch.

[164] Im Jahre 1817. Siehe Schweiggers Journal 23, S. 309 u. 430.

[165] Von diesem Zeitpunkt an bis zum Tode von Berzelius standen Berzelius und Wöhler in engster, wissenschaftlicher und freundschaftlicher Beziehung. Diesem Verhältnis entsprang ein umfangreicher, für die Geschichte der Chemie bedeutungsvoller Briefwechsel. Er erschien unter folgendem Titel:

Berzelius, J. und Wöhler, F., Briefwechsel. Mit einem Kommentar von J. v. Braun; herausgegeben von O. Wallach. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1901. Bd. I (717 S.) und Bd. II (743 S.).

[166] Auf die Möglichkeit einer Isomerie chemischer Verbindungen hat schon A. v. Humboldt in seinem Werke »Versuche über die gereizte Nerven- und Muskelfaser« (1797) hingewiesen. Er sagt dort: »Drei Körper a, b, c können sehr wohl aus gleichen Mengen Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Metall zusammengesetzt und dennoch in ihrer Natur unendlich verschieden sein.« (E. O. v. Lippmann, A. v. Humboldt als Vorläufer der Lehre von der Isomerie. Chemiker-Zeitung 1901. Nr. 1.)

[167]

Cyansaures Ammonium Harnstoff.

[168] Siehe Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908, S. 279.

[169] Herausgegeben von H. Kopp als 26. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

[170] Thomas Graham wurde 1805 in Glasgow geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Glasgow und in London, war Mitglied der Royal Society und starb im Jahre 1869. Graham ist besonders durch seine Untersuchungen über die Diffusion der Gase und die Osmose bekannt geworden. Von der Konstitution der Salze handelt eine 1836 in den Philos. Transact. erschienene Abhandlung Grahams (Inquiries respecting the constitution of salts...).

[171] Ostwalds Klassiker Nr. 26, S. 25.

[172] Ostwalds Klassiker Nr. 26, S. 59.

[173] Er nannte es Benzin.

[174] Eilhard Mitscherlich, Über das Benzin und die Verbindungen desselben. Herausgegeben von J. Wislicenus als 98. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1898.

[175] C6H5COOH + CaO = CaCO3 + C6H6.

[176] CH3COONa + NaOH = Na2CO3 + CH4.

[177] CCl3COOK + KOH = K2CO3 + CHCl3.

[178]

Mitscherlich fand 92,46 (statt 92,31)Kohlenstoff,
und 7,54 ( "7,69) Wasserstoff.

[179] Durch Zinin im Jahre 1841. Journal für prakt. Chemie 27, 149.

[180] Ostwalds Klassiker, Nr. 98, S. 14.

[181] Ostwalds Klassiker, Nr. 98, S. 18.

[182] Als 27. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von A. von Bayer. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

[183] Biographisches über Bunsen enthält die von seinem Schüler und Nachfolger Theodor Curtius gehaltene Gedächtnisrede. Universitätsdruckerei in Heidelberg 1900.

Eine vortreffliche Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen und der Persönlichkeit Bunsens enthält die Gedenkrede, die einer seiner bedeutendsten Schüler und Mitarbeiter, Sir Henry Roscoe, am 29. März des Jahres 1900 in der Londoner chemischen Gesellschaft hielt. Sie ist im I. Bande der von der Deutschen Bunsen-Gesellschaft gesammelten Abhandlungen Bunsens (Bd. I, S. XV u. f.) in deutscher Übersetzung wiedergegeben. Die gesammelten Abhandlungen Bunsens umfassen 3 Bände. Sie wurden von W. Ostwald und M. Bodenstein herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1904.

[184] Von Bunsens Bedeutung als Lehrer handelt ein von Georg Kahlbaum in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften (Bd. I, S. 9) erschienenes Referat.

[185] Bunsen und Berthold, Eisenoxydhydrat, das Gegengift des weißen Arseniks und Bunsen, Untersuchungen über die Doppelcyanüre. Beide Arbeiten sind im I. Bande der gesammelten Abhandlungen (S. 77 und S. 173) wieder veröffentlicht worden.

[186] Von 1837-1843.

[187] Die nach dem Entdecker benannte Cadetsche rauchende arsenikalische Flüssigkeit.

[188] Des Kakodylcyanids.

[189] Der Name sollte eine Beziehung zum Alkohol und zu Arsen ausdrücken.

[190] Abgeleitet von Κακώδησ (stinkend), wegen des furchtbaren Geruches, den die Verbindung besitzt.

[191] Die Konstitution des Kakodyls und seiner Verbindungen geht aus folgender Zusammenstellung hervor:

[192] Wurtz, Abhandlung über die Glykole oder zweiatomige Alkohole und über das Äthylenoxyd als Bindeglied zwischen der organischen und der Mineralchemie. Als Band 170 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von M. und A. Ladenburg. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1909.

Adolf Wurtz wurde 1817 in Straßburg geboren. Er trat 1853 in die durch den Rücktritt von Dumas erledigte Stelle ein. Später wurde für ihn ein besonderer Lehrstuhl für organische Chemie errichtet. Wurtz starb 1884.

[193] A. Wurtz, Über das Äthylenoxyd als Bindeglied zwischen organischer und Mineralchemie. In Band 170 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von M. und A. Ladenburg. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1909.

[194] Karl Gerhardt wurde 1816 in Straßburg geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Paris und in Straßburg, wo er 1856 starb.

[195] Jean Baptiste Dumas (1800-1884) wirkte als Professor der Chemie in Paris, wo er als Lehrer in einem von ihm selbst gegründeten Laboratorium und als Forscher, sowie bei der Organisation des öffentlichen Unterrichts eine hervorragende Tätigkeit entfaltete.

[196] Die heutigen Konstitutionsformeln lauten: CH3COOH und CCl3COOH. Der Umsatz erfolgt nach der Gleichung: CH3COOH + 6Cl = CCl3COOH + 3HCl.

[197] Den Typus Grubengas stellte Kekulé im Jahre 1856 auf (Annalen der Chemie, Bd. 101, S. 204).

[198] A. W. Williamson wurde 1824 in der Nähe von London geboren. Seine Theorie der Ätherbildung erschien 1852 (Quat. Journ. chem. Soc. IV).

[199] A. W. von Hofmann wurde 1818 in Gießen geboren. Er ist aus der Schule Liebigs hervorgegangen. Als akademischer Lehrer in Bonn, in London und in Berlin, sowie als Forscher auf allen Gebieten der Chemie entfaltete Hofmann eine ganz hervorragende Tätigkeit. Seine Forschungen kamen auch der chemischen Technik in hohem Maße zu gute. Vor allem schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen, die zu dem so außerordentlichen Emporblühen der Teerfarbenindustrie in Deutschland geführt haben.

[200] Von Stibium, dem lateinischen Wort für Antimon.

[201] Siehe S. 138.

[202] H. Kolbe, Über den natürlichen Zusammenhang der organischen mit den unorganischen Verbindungen (1859). Als 92. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von E. v. Meyer. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1897.

Hermann Kolbe wurde 1818 in der Nähe von Göttingen geboren. Er war Schüler von Wöhler und von Bunsen. Während der letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens wirkte er als Professor der Chemie in Leipzig. Kolbe starb 1884.

[203] Karlsruhe 1860.

[204] S. Cannizzaro, Abriß eines Lehrgangs der theoretischen Chemie (1858). Als 30. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von Lothar Meyer. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

Stanislaus Cannizzaro wurde 1826 in Palermo geboren. Er wirkte als Professor der Chemie an verschiedenen Orten Italiens.

[205] Im Jahre 1818 entdeckten die Franzosen P. L. Dulong und A. Th. Petit, daß das Produkt aus dem Atomgewicht und der spezifischen Wärme für die im festen Zustande befindlichen Elemente annähernd konstant (6,4) ist. Dieser konstante Wert wird als Atomwärme bezeichnet.

[206] Annalen der Chemie, Bd. 85, S. 368 u. f.

[207] Wie sich A. W. v. Hofmann auf der 63. Vers. deutscher Naturf. und Ärzte ausdrückte. Siehe auch v. Hofmann, J. v. Liebig und Fr. Wöhler, zwei Gedächtnisreden. Leipzig 1891. S. 24.

[208] J. Liebig, Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie, 1842. S. 167.

[209] Max von Pettenkofer wurde 1818 in der Nähe von Neuburg a. d. Donau geboren. Er wirkte als Professor der Hygiene in München und leitete dort gleichzeitig das auf sein Betreiben eingerichtete, erste hygienische Institut. Auch die Einrichtung von Lehrstühlen für Hygiene an den übrigen Universitäten ist besonders auf den Einfluß Pettenkofers zurückzuführen. Pettenkofer starb 1901 in München. Einen Nachruf widmete ihm sein Schüler und Mitarbeiter Voit unter dem Titel: Max von Pettenkofer zum Gedächtnis. Rede im Auftrage der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der öffentlichen Sitzung vom 16. November 1901 gehalten von Carl von Voit. München 1902.

[210] C. Dubois Reymond, Gedächtnisrede auf J. Müller. Abhandlungen der Berl. Akademie 1859/60.

[211] J. Müller, Handbuch der Physiologie des Menschen. Coblenz 1833 bis 1840. 2 Bde.

[212] Johannes Müller, Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes. Leipzig 1826, Teil VII, Kapitel 4 und 5.

[213] J. Liebig, Chemische Briefe 1844. S. 146.

[214] Heinrich Friedrich Link (1767-1851) war damals Professor der Naturwissenschaften in Rostock. Später wurde er als Professor der Botanik nach Berlin berufen.

Einen zweiten Preis erhielt der Berliner Anatom Rudolphi (1771 bis 1832). Seine Arbeit steht indessen hinter derjenigen Links weit zurück und kann hier übergangen werden.

[215] Kurt Sprengel.

[216] Link, Grundlehren der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. Göttingen 1807.

[217] Von Corti, 1772.

[218] Robert Brown, 1831.

[219] So durch Johannes Müller. Siehe S. 151 dieses Bandes.

[220] In Neuß. Er starb 1882 in Köln.

[221] Siehe S. 150 dieses Bandes.

[222] Siehe an anderer Stelle dieses Bandes.

[223] Im Jahre 1824 durch Prévost.

[224] Als 176. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben von F. Hünseler. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1910.

[225] Die Chorda dorsalis ist die erste Anlage der Wirbelsäule, sie wird im Laufe der Entwicklung durch die Wirbelkörper verdrängt, bleibt aber bei den niedersten Wirbeltieren, wie dem Amphioxus und dem Neunauge, während der ganzen Dauer ihres Lebens erhalten.

[226] Rudolph Virchow, Die Zellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Berlin 1858. S. 12.

[227] Virchow, Zellularpathologie. Berlin 1858, S. 25. Von Virchow rührt das Wort omnis cellula e cellula her.

[228] E. Rádl, Geschichte der biologischen Theorien. II. Bd., S. 380. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1909.

[229] Mathias Jakob Schleiden wurde 1804 in Hamburg geboren und starb im Jahre 1881.

[230] Zuerst 1848, in 6. Aufl. 1864 bei W. Engelmann in Leipzig erschienen.

[231] Corti 1772; Treviranus 1811.

[232] Robert Brown.

[233] Durch von Mohl.

[234] Den Namen schuf von Mohl 1846.

[235] Unger, Die Pflanze im Momente der Tierwerdung. Siehe Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher, 1908. S. 331.

[236] Nägeli, Die Stärkekörner. 1858.

[237] Durch Intussusception, wie der wissenschaftliche Ausdruck für diesen Vorgang lautet.

[238] Karl Wilhelm Nägeli wurde 1817 in der Nähe von Zürich geboren. Er wurde 1842 Dozent der Botanik und erhielt 1858 die Professur für diese Wissenschaft in München. Er starb 1891.

[239] Nägeli, Zellkern, Zellbildung und Zellenwachstum bei den Pflanzen. 1844 u. f.

[240] Siehe Bd. III, S. 107.

[241] Nägeli, Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik 1858.

[242] Von großem Einfluß für die Fortschritte auf diesem Gebiete war Nägelis und Schwendeners Werk »Das Mikroskop«.

[243] Siehe Bd. III, S. 385 u. f.

[244] Bd. II, S. 419.

Zu den Männern, die schon im 18. Jahrhundert eine genetische Auffassung auf den Gebieten der Geologie und der Biologie vertraten, gehört der Franzose B. de Maillet (1662-1738). Er verfaßte um 1715 eine Schrift (Telliamed), in der er seine Ansichten über die Entwicklung der Erde und die Entstehung der Organismen veröffentlichte. Diese Schrift erschien erst 1748. Sie hat auf die Entwicklung der evolutionistischen Ideen einen bedeutenden Einfluß geübt, der sich besonders bei Buffon und auch bei Lamarck bemerkbar macht. Cuvier bezeichnet deshalb die Deszendenztheoretiker seiner Zeit als Nachtreter (sectateurs) de Maillets (Kohlbrugge, B. de Maillet, J. de Lamarck und Ch. Darwin. Biolog. Zentralblatt 1912, S. 505.)

Nach de Maillet war die Erde ursprünglich ganz vom Meere bedeckt. Letzteres barg anfangs keine Organismen, daher enthalten die ältesten geologischen Schichten auch keine Versteinerungen. Nach dem Emportauchen von Inseln und Festländern sollen sich aus den Meeresbewohnern Landtiere und Vögel entwickelt haben.

[245] Von Hoff, Geschichte der durch Überlieferung nachgewiesenen natürlichen Veränderungen der Erdoberfläche. 3 Bände. 1822-1834. Zwei weitere Bände wurden nach hinterlassenen Aufzeichnungen v. Hoffs durch H. Berghaus herausgegeben. 1840/41.

[246] Ch. Lyell, Principles of Geology, being an attempt to explain the former changes of the earths surface by reference to causes now in operation 1830. Eine Übersetzung ins Deutsche gab Hartmann 1833 nach der 2. Auflage des Originals heraus.

[247] Lyell, Über das Alter des Menschengeschlechts, 1863.

[248] Geboren zu Delitzsch am 19. April 1795. Eine Biographie schrieb M. Laue unter dem Titel: Chr. G. Ehrenberg. Berlin 1895.

[249] Syzygites Ehbg. Siehe die Abhandlungen der Leopoldiniscben Akademie vom Jahre 1820.

[250] Chr. G. Ehrenberg, Die Infusorien als vollkommene Organismen. Ein Blick in das tiefere Leben der organischen Natur. Nebst einem Atlas mit 64 kolorierten Kupfertafeln. Berlin 1838.

[251] Jahrbuch für Mineralogie 1837, S. 105.

[252] Chr. G. Ehrenberg, Mikrogeologie, Das Erden und Felsen schaffende Wirken des unsichtbaren, kleinen selbständigen Lebens auf der Erde. Mit über 4000 Figuren. Berlin 1854.

[253] Siehe Harnacks Geschichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. S. 624.

[254] Ch. Darwin, The structure and distribution of coral reefs. Eine deutsche Übersetzung veröffentlichte 1876 V. Carus.

[255] Julius Robert Mayer wurde am 25. November 1814 in Heilbronn geboren. Nach Beendigung seiner medizinischen Studien unternahm er eine Reise als Schiffsarzt, worauf er sich in seiner Vaterstadt niederließ. Als um 1850 das Prinzip von der Erhaltung der Kraft zur allgemeinen Annahme gelangte, wurde Mayers Verdienst um die Aufstellung dieses Prinzips zunächst nicht anerkannt. Der Prioritätsstreit mit Joule versetzte ihn in eine tiefe Gemütsverstimmung. Erst gegen das Ende seines Lebens (er starb am 20. März des Jahres 1878) wurden Mayers Ansprüche gewürdigt. Sogar die Royal Society ehrte ihn durch Übersendung einer Medaille. Die neueste Ausgabe der Schriften samt einer ausführlichen Biographie Mayers verdanken wir J. J. Weyrauch. 2. Bde. Stuttgart 1893.

[256] R. Mayer, Die Mechanik der Wärme, S. 105 (Weyrauchs Ausgabe.) »Die Mechanik der Wärme, zwei Abhandlungen von Robert Mayer« wurde neuerdings auch als Bd. 180 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften durch A. v. Oettingen herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1911.

[257] Mayer, Die Mechanik der Wärme (Weyrauchs Ausgabe), S. 244.

[258] A. a. O. S. 55.

[259] Siehe Bd. III, S. 270.

[260] Siehe Bd. III, S. 278, sowie Ostwalds Klassiker Nr. 37, S. 23.

[261] Mayer, Die organische Bewegung in ihrem Zusammenhange mit dem Stoffwechsel. 1845. Dannemann, »Aus der Werkstatt großer Forscher« enthält eine auszugsweise Wiedergabe dieser wichtigen Schrift Mayers.

[262] Ein von den älteren Physikern oft gebrauchter Ausdruck. Er bedeutet Experiment des Kreuzes. Gemeint ist das Kreuz, das an der Stelle, wo sich zwei Wege trennen, errichtet wird.

[263] J. R. Mayer, Die Mechanik der Wärme. Stuttgart 1867. S. 279.

[264] Siehe Bd. III, S. 265 und 268.

[265] James Prescott Joule wurde 1818 in Salford bei Manchester geboren, wo sein Vater eine Brauerei besaß. In Manchester wurde Joule durch Dalton in die chemisch-physikalische Forschung eingeführt. Er war gezwungen, seine Arbeiten als Privatmann fortzusetzen, da er schon mit fünfzehn Jahren in das Geschäft seines Vaters eintreten mußte. Joule starb im Jahre 1889.

[266] On the production of heat by voltaic electricity. Proceedings of the Royal Society. 1840.

[267] Das mechanische Wärmeäquivalent, gesammelte Abhandlungen von J. P. Joule, übersetzt von Sprengel, 1872. S. 37.

[268] Philos. Magaz. Bd. XXIII, p. 442.

[269] Philosophical Transactions 1850, S. 61 u. f.

[270] Philos. Transact. 1850. I. Teil. Tafel VII. Fig. 1 und 9.

[271] Beiblätter der Annalen der Physik II, 1878, S. 248.

[272] L. A. Colding wurde 1815 auf Seeland geboren. Er wirkte als Ingenieur in Kopenhagen.

[273] H. Helmholtz, »Über die Erhaltung der Kraft«. Berlin 1847. Neu herausgegeben als 1. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1889.

Hermann v. Helmholtz wurde am 31. August 1821 als Sohn eines Gymnasiallehrers in Potsdam geboren. Nachdem er in Königsberg, Bonn und Heidelberg die Professur für Physiologie bekleidet hatte, wurde er im Jahre 1871 als Professor der Physik an die Universität Berlin berufen. Während der letzten Jahre seines Lebens leitete Helmholtz die Physikalisch-technische Reichsanstalt in Charlottenburg, ein Institut, das er unter der Mitwirkung von Werner Siemens ins Leben gerufen hatte. Helmholtz starb am 8. September 1894.

[274] Helmholtz selbst schrieb später über diese Episode: »Die physikalischen Autoritäten waren geneigt, die Richtigkeit des Gesetzes zu leugnen und in dem eifrigen Kampfe gegen Hegels Naturphilosophie, den sie führten, auch meine Arbeit für eine phantastische Spekulation zu erklären. Nur der Mathematiker Jacobi erkannte den Zusammenhang meines Gedankenganges mit dem der Mathematiker des vorigen Jahrhunderts, interessierte sich für meinen Versuch und schützte mich vor Mißdeutung.« L. Königsberger, Gedächtnisrede auf Jacobi, 1906. G. B. Teubner.

[275] Siehe Bd. III, S. 272.

[276] Nach der schon von Galilei abgeleiteten Fallformel ist die Geschwindigkeit v des fallenden Körpers gleich √(2gh). Also ist g h = v2/2.

[277] Hermann v. Helmholtz, Über die Wechselwirkung der Naturkräfte und die darauf bezüglichen neuesten Ermittelungen der Physik. 1854.

[278] Pouillet, Mémoire sur la chaleur solaire etc. Paris 1838. Siehe Poggendorffs Annalen Bd. LXV.

[279] Rudolf Clausius wurde 1822 in Cöslin geboren. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften, bekleidete zunächst eine Stelle an einer Artillerie- und Ingenieurschule und wirkte später als Professor der Physik an verschiedenen Universitäten. Zuletzt lehrte er in Bonn, wo er 1880 starb. Clausius war Theoretiker. Er hat niemals Resultate eigener Versuche veröffentlicht und dennoch einen ganz bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der modernen Physik gehabt.

[280] Siehe Bd. III, S. 278.

[281] R. Clausius, Über die bewegende Kraft der Wärme und die Gesetze, die sich daraus für die Wärmelehre selbst ableiten lassen (1850). Von neuem als Bd. 99 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von M. Planck. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[282] Nernst, Über die neuere Entwicklung der Thermodynamik. Verhandlungen der Naturforscherversammlung vom Jahre 1912.

[283] Bernoulli in seiner Hydrodynamik vom Jahre 1738.

[284] Karl August Krönig wurde 1822 geboren. Er wirkte als Lehrer an einer Realschule in Berlin und starb dort 1879. Krönig ist als der Begründer der kinetischen Gastheorie zu betrachten. Er entwickelte sie im Jahre 1856.

[285] Siehe Krönig, Grundzüge einer Theorie der Gase. Berlin, A. W. Hayn, 1856. Diese Abhandlung erschien auch im 99. Bande von Poggendorffs Annalen (1856), S. 315.

[286] Poggendorffs Annalen 1857. Bd. 100, S. 353. Die betreffende Abhandlung findet sich auch in Clausius' Abhandlungen über die mechanische Wärmetheorie. II. Abteilung 1867. Braunschweig, Verlag von P. Vieweg. S. 229 u. f.

[287] G. Kirchhoff, Über einen Satz der mechanischen Wärmetheorie und einige Anwendungen desselben (1858). Neuerdings mit einigen anderen, die mechanische Wärmetheorie betreffenden Abhandlungen Kirchhoffs als Band 101 von Ostwalds Klassikern wieder herausgegeben von M. Planck. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[288] Schwann in Poggendorffs Annalen. XLI. 1837. S. 184. Vorläufige Mitteilung betreffend Versuche über die Weingärung und Fäulnis.

[289] Schröder und v. Dusch, Über Filtration der Luft in Beziehung auf Fäulnis und Gärung. Journal für praktische Chemie. 1854. t. LXI. p. 485.

[290] Pasteur, Die in der Atmosphäre enthaltenen organischen Körperchen. Annales de Chimie et de Physique. 3. Série. Bd. LXIV. 1862. Übersetzt von Dr. A. Wieler und als 39. Bd. von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften bei Wilhelm Engelmann in Leipzig 1892 erschienen.

Louis Pasteur, der uns als bahnbrechender Forscher noch auf mehreren Gebieten begegnen wird, wurde 1822 im französischen Jura geboren. Im Jahre 1848 wurde er Professor der Chemie in Straßburg. Später bekleidete er dieses Amt in Paris an der Sorbonne. Außer seinen Untersuchungen über niedere Organismen hat er sich durch seine Lehre von den abgeschwächten Krankheitsgiften und die mit solchen Giften bewirkten Schutzimpfungen ein unsterbliches Verdienst erworben. Auch auf dem Gebiete der physikalischen Chemie hat er Hervorragendes geleistet. Pasteur starb im Jahre 1895.

[291] Unger, hervorragender Paläontolog und Botaniker, wurde im Jahre 1800 in Steiermark geboren, war Professor der Botanik in Wien und starb im Jahre 1870. Die ersten Beobachtungen über die Schwärmsporen der Algen wurden schon im Beginne des 19. Jahrhunderts angestellt.

[292] Die Gattung Vaucheria, welche etwa 30, darunter 15 deutsche Arten umfaßt, gehört zu den Schlauchalgen. Letztere bestehen aus nur einer, meist sehr großen, verästelten Zelle. Die Vaucherien bilden verworrene Rasen, welche die Steine fließender Gewässer überziehen.

[293] Thuret, Annal. des sc. natur. 1854. II. S. 197. Thurets Abbildungen sind in zahlreiche Lehrbücher der Botanik übergegangen (siehe Sachs' Lehrbuch der Botanik, Leipzig 1874, Fig. 185.)

[294] Näheres über dieses Ergebnis der besonders von Hofmeister geführten Untersuchungen findet sich an späterer Stelle.

[295] Henri Dutrochet wurde 1776 in einem kleinen Orte Frankreichs geboren. Er studierte Medizin, wurde Militärarzt, widmete sich aber später ausschließlich physiologischen Untersuchungen. Er gehörte der französischen Akademie an und starb in Paris im Jahre 1847. Sein Hauptwerk führt den Titel: Mémoires pour servir à l'histoire anatomique et physiologique des végétaux et des animaux, 1837.

[296] Siehe S. 38 dieses Bandes.

[297] Annales de chimie et de phys. Bd. 35 (1827) S. 400.

[298] Dutrochets Physiologische Untersuchungen erschienen 1824. Sie wurden in deutscher Übersetzung als 154. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1906.

[299] Die in Brasilien einheimische Mimosa pudica L., deren Blätter in so hohem Grade reizbar sind, daß sie das dankbarste Objekt für die Untersuchung der Reizbewegungen bilden.

[300] Näheres über den Entwicklungsgang der Anatomie der Pflanzen, siehe im II. Bande, S. 340 und im IV. Bande an späterer Stelle.

[301] Purkinje (1787-1869) wirkte als Professor der Physiologie in Breslau. Er machte besonders auf den zelligen Bau der Epithelien aufmerksam.

[302] Siehe S. 157 dieses Bandes. Bis zu welcher Klarheit Dutrochet in der Auffassung der Zellen als Elementarorganismen schon gelangt war, geht aus folgenden Worten hervor: »Die Beobachtung lehrt, daß jede Zelle ein besonderes Organ mit einer eigenen Membran ist, das man deutlich von den umgebenden Organen abheben kann, sodaß sich annehmen läßt, die verschiedenen Zellen seien miteinander nur verklebt. Diese Theorie wird durch meine Beobachtungen über den Bau der Tiere gestützt. Diese Beobachtungen lassen nämlich die Gewebe gleichfalls als die Vereinigung einer ungeheueren Zahl von Zellbläschen erscheinen.«

[303] Siehe III. Band, S. 360.

[304] Ernst Brücke, Über die Bewegungen der Mimosa pudica. Siehe das Archiv für Anatomie und Physiologie von J. Müller. 1848. Seite 434. Neuerdings herausgegeben als II. Abhandlung des 95. Bandes von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[305] Ernst Brücke, dessen Verdienst um den Ausbau der Physiologie der Tiere an anderer Stelle geschildert werden soll, wurde 1819 in Berlin geboren. Er zählte zu den Schülern Johannes Müllers. Im Jahre 1849 wurde er Professor der Physiologie in Wien. In dieser Stellung entfaltete er vierzig Jahre eine hervorragende Tätigkeit als Lehrer und als Forscher. Brücke starb 1892.

[306] Sachs, Geschichte der Botanik. S. 602.

[307] E. Brücke, Über das Bluten des Rebstockes. 1844. Ostwalds Klassiker, Bd. 95. I. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1898.

[308] E. Brücke, Die Elementarorganismen. 1861. Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Nr. 95. IV. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1898. Herausgegeben von A. Fischer.

[309] Ostwalds Klassiker Nr. 95, S. 86.

[310] E. H. und W. E. Weber, Die Wellenlehre auf Experimente gegründet. Leipzig, 1825.

[311] Als 6. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von M. v. Frey. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1889.

[312] Siehe Bd. III, S. 78.

[313] Spätere Versuche haben gezeigt, daß für die Blutgefäße mit steigendem Druck die Geschwindigkeit der Wellen größer wird.

[314] Ostwalds Klassiker Nr. 6, Fig. X.

[315] Hales, Statik, S. 57.

[316] Die Geschwindigkeit dieser strömenden Bewegung beträgt in dem vielverzweigten, einen großen Reibungswiderstand darbietenden Netz der Kapillargefäße nur den Bruchteil eines Millimeters. In den Venen dagegen erreicht sie wieder einen Wert von mehreren hundert Millimetern für die Sekunde.

[317] C. Ludwig, Neue Versuche über die Beihilfe der Nerven zur Speichelabsonderung. Ostwalds Klassiker Nr. 18. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1890. Mit Anmerkungen herausgegeben von M. von Frey. In demselben Bändchen finden sich noch zwei Abhandlungen über verwandte Gegenstände von E. Becher und C. Rahn. Karl Friedrich Wilhelm Ludwig wurde 1816 in Witzenhausen (Hessen) geboren. Er lehrte Anatomie und Physiologie in Marburg, Zürich, Wien und Leipzig, wo er im Jahre 1895 starb.

[318] E. du Bois-Reymond, Tierische Elektrizität II, 1, 393.

[319] Siehe Bd. III, S. 71.

[320] Ostwalds Klassiker Nr. 18, S. 24 u. 25.

[321] Siehe S. 212 dies. Bds.

[322] Ernst Brücke, Untersuchungen über den Farbenwechsel des afrikanischen Chamäleons. Herausgegeben von M. v. Frey. Ostwalds Klassiker Nr. 43. Verlag von W. Engelmann, Leipzig 1893.

[323] Aristot. Historia animalium II, 11.

[324] Plinius, Hist. naturalis VIII, 33.

[325] Athanasius Kircher, Ars magna lucis et umbrae, Amsterdamer Ausgabe, S. 56. Die erste Ausgabe erschien 1646 in Rom. Über Kircher siehe Bd. II dies. Werkes S. 301.

[326] Ostwalds Klassiker Nr. 43, S. 41.

[327] Schon Brücke erhob hierzu die Frage, ob nicht vielleicht ein Agens, das auf einen sensiblen Nerven einwirkt, auf dem Wege des Reflexes Lähmung in einem motorischen Nerven hervorbringt und dadurch das Phänomen, daß scheinbar Dunkelheit als Reiz wirkt, seine Erklärung findet. Seitdem sind derartige Reflexe vielfach nachgewiesen worden.

[328] Franz Cornelius Donders (1818-1889), berühmter Augenarzt.

[329] Abhlgn. d. Kgl. Gesellsch. d. Wiss. zu Göttingen. 1838-1841.

[330] J. B. Listing, Beitrag zur physiologischen Optik. Als 147. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von O. Schwarz. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

Johann Benedikt Listing wurde 1808 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Göttingen Mathematik bei Gauß und bekleidete dort seit 1842 die Professur für mathematische Physik. Listing starb 1882.

[331] Ostwalds Klassiker Nr. 147, Tafel I, Fig. 2.

[332] Ostwalds Klassiker Nr. 147, S. 14.

[333] Siehe auch Helmholtz, Physiologische Optik. 1867. §10.

[334] Ostwalds Klassiker Nr. 147, S. 30.

[335] Tastsinn und Gemeingefühl von Ernst Heinrich Weber als 149. Band von Ostwalds Klassikern herausgegeben von Ewald Hering. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

[336] Hueck, Von den Grenzen des Sehvermögens (Müllers Archiv 1840. S. 94 u. f.).

[337] Gustav Theodor Fechner, Elemente der Psychophysik, 1860.

[338] Max Wilhelm Wundt (geb. 1832), Grundzüge der physiologischen Psychologie. 1893.

[339] Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Nr. 148. Leipzig, W. Engelmann, 1905 (Vortrag von Ewald Hering, gehalten in der Akademie der Wissenschaften zu Wien am 30. Mai 1870).

[340] Philos. Transact. f. 1839. Siehe auch Ostwalds Klassiker Nr. 131. Leipzig, W. Engelmann, 1902.

[341] Siehe Band III, S. 24.

[342] »Untersuchungen über tierische Elektrizität.« Berlin 1848-1854. 2 Bde. und »Gesammelte Abhandlungen zur allgemeinen Muskel- und Nervenphysik.« Leipzig 1875-1877. 2 Bde. Die Abhandlungen der von Müller begründeten Physiologenschule, der auch Du Bois-Reymond angehört, erschienen in Müllers Archiv für Anatomie und Physiologie.

[343] Gesammelt in zwei Bänden erschienen in Leipzig 1885-1887.

[344] Siehe S. 172 dieses Bandes.

[345] J. J. S. Steenstrup, Über den Generationswechsel oder die Fortpflanzung und Entwicklung durch abwechselnde Generationen, eine eigentümliche Form der Brutpflege in den niederen Tierklassen. Kopenhagen 1842.

[346] Adelbertus de Chamisso, De animalibus quibusdam e classe vermium Linnaeana in circumnavigatione terrae auspicante Comite N. Romanzoff duce Ottone de Kotzebue annis 1815, 1816, 1817, 1818 per acta. Fasc. I. De salpa. Berolini 1819.

[347] Siehe Buffons Einleitung zu seiner Histoire naturelle.

[348] Siehe Bd. III. S. 376 u. f.

[349] Etienne Geoffroy St. Hilaire (1772-1844) wirkte als Professor der Zoologie am Jardin des Plantes zu Paris.

[350] Jean de Lamarck (1744-1829) wirkte gleich St. Hilaire als Professor der Zoologie am Jardin des Plantes. Während St. Hilaire besonders das Gebiet der Wirbeltiere bearbeitete, war es die Aufgabe Lamarcks, sich in erster Linie mit der Erforschung der wirbellosen Tiere zu befassen.

[351] Lamarck, Philosophie zoologique. 1809. Deutsch von A. Lang, Jena 1876. Eine deutsche Ausgabe veröffentlichte auch Heinrich Schmidt, Leipzig, Verlag von A. Kröner XVI und 118 Seiten 1 Mk. Diese billige Ausgabe enthält nur den ersten Teil des Werkes. Sie kann zur Orientierung über die Grundzüge der Lamarckschen Lehre dienen.

[352] Philosophie zoologique I, 268.

[353] Aus der neueren Literatur über Lamarck seien erwähnt:

Adolf Wagner, Geschichte des Lamarckismus. Als Einführung in die psychobiologische Bewegung der Gegenwart. Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung. VIII u. 314 S.

August Pauly, Darwinismus und Lamarckismus. Entwurf einer psychophysischen Teleologie. Ernst Reinhardt, München 1905.

[354] J. P. Blumenbach, Beiträge zur Naturgeschichte. 1806. S. 13.

[355] Blumenbach, Beiträge S. 29.

[356] Leipzig, W. Engelmann 1851.

Seine Ergänzung findet das Werk durch Hofmeisters Schriften »Die Entstehung des Embryos der Phanerogamen (1849)« und »Neue Beiträge zur Kenntnis der Embryobildung der Phanerogamen 1859.«

Wilhelm Hofmeister wurde 1824 in Leipzig als Sohn eines Verlagsbuchhändlers geboren. Er trat zunächst in das Geschäft des Vaters ein, widmete sich aber gleichzeitig mit solchem Eifer und Erfolge botanischen Untersuchungen, daß er seine epochemachenden Werke veröffentlichen konnte, ohne regelrechte Universitätsstudien getrieben zu haben. Erst im Jahre 1863 trat er in die akademische Laufbahn ein, indem er zum Professor der Botanik in Heidelberg ernannt wurde. Später wirkte er in Tübingen. Hofmeister starb 1877. Siehe auch E. Pfitzers Abhandlung in der Festschrift der Universität Heidelberg. Bd. II. 265-358.

[357] Siehe S. 239 dieses Bandes.

[358] Rudolf Leuckart (1822-1898), Professor der Zoologie in Leipzig, »Über die Morphologie und Verwandtschaftsverhältnisse niederer Tiere«. Braunschweig 1848.

[359] Siehe Bd. III S. 391.

[360] A. Kowalevsky in den Mémoires de l'Académie de St. Pétersbourg 1866 u. 1867.

[361] A. Kowalevsky, Embryologische Studien an Würmern und Arthropoden. St. Petersburg 1871.

[362] Die wichtigsten Werke Darwins sind: Der Bau und die Verteilung der Koralleninseln (1842). – Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl (1859). – Die Reise eines Naturforschers (1860). – Über die verschiedenen Einrichtungen, durch welche Orchideen von Insekten befruchtet werden (1862). – Die Bewegungen und die Lebensweise der kletternden Pflanzen (1867). – Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestikation (1867). – Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl (1871). – Insektenfressende Pflanzen (1875). – Die Entstehung der Ackererde durch die Tätigkeit der Regenwürmer (1881). Darwins Werke wurden durch J. V. Carus ins Deutsche übertragen. Eine Biographie Darwins gab sein Sohn F. Darwin heraus (Life and letters of Ch. Darwin, London 1887; Deutsch von J. V. Carus, Stuttgart 1887).

[363] Eine umfangreiche Literatur über Darwins Leben, seine Lehre und ihre Folgen entstand im Jahre 1909 aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages. Eine Zusammenstellung und Besprechung dieser Literatur findet sich in dem entsprechenden Jahrgange der Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften.

[364] Erasmus Darwin, Zoonomia or the Laws of Organic Life. London 1794-1796.

[365] Siehe S. 169 dieses Bandes.

[366] Essay on the principles of population.

[367] Darwin hat die Grundzüge seiner Theorie schon zu Beginn der vierziger Jahre entwickelt. Seine 1842 und 1844 verfaßten, für die Entwicklung seiner Vorstellungen wichtigen Abhandlungen, die als die Fundamente des 1859 erschienenen Werkes über die Entstehung der Arten zu betrachten sind, wurden neuerdings in deutscher Übersetzung veröffentlicht:

Charles Darwin, Die Fundamente zur Entstehung der Arten. Zwei 1842 und 1844 verfaßte Essays, herausgegeben von Francis Darwin. Autorisierte deutsche Übersetzung von M. Semon. Leipzig B. G. Teubner 1911 (VIII u. 326 Seiten).

[368] H. G. Bronn.

[369] Zu den gleichen Anschauungen, wie sie Darwin in seinem Werke über die Entstehung der Arten entwickelte, war auch der englische Naturforscher Wallace gelangt. Er durchforschte von 1848-1852 Brasilien und 1854-1862 den Malayischen Archipel. Durch einen Vergleich der Faunen und der Floren des alten und des neuen Kontinents kam er, gleichfalls angeregt durch die von Lyell und von Malthus entwickelten Lehren, zu einer mit der Darwinschen sich deckenden Theorie der natürlichen Zuchtwahl. Die betreffende Abhandlung datiert vom Jahre 1858 und führt den Titel »Über die Neigung der Spielarten, unbegrenzt von dem ursprünglichen Typus abzuweichen«.

[370] Ch. Darwin, Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl.

[371] C. Semper, Die Verwandtschaftsbeziehungen der gegliederten Tiere. Würzburg 1875.

[372] Ernst Haeckel wurde 1834 in Potsdam geboren. Er wirkte seit 1862 als Professor der Zoologie in Jena. Haeckels Arbeiten liegen insbesondere auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Erforschung des niederen marinen Tierlebens (Schwämme, Medusen, Korallen, Planktonstudien). Haeckel schuf ferner die Grundlagen einer auf der Entwicklungslehre fußenden theoretischen Biologie. Auch erwarb er sich große Verdienste um die Popularisierung der Zoologie (Kunstformen der Natur 1904; Indische Reisebriefe 1883). Seine wichtigsten Werke sind die generelle Morphologie 1866 und die Anthropogenie oder natürliche Stammesgeschichte des Menschen 1874.

[373] Daß Anklänge an das biogenetische Grundgesetz, wie es Haeckel formuliert hat, sich in der älteren Literatur finden, zeigte vor kurzem J. H. F. Kohlbrugge im zoologischen Anzeiger Bd. 38 (1911) S. 447. Wenn danach schon früher von Forschern wie Meckel die Embryogenie als eine Wiederholung der Zoogenie oder Morphogenie aufgefaßt wurde, so darf man doch nicht vergessen, daß man die Entwicklung der Formen meist nicht als ein allmähliches Entstehen der einen Form aus der anderen, sondern als einen Zusammenhang der in der Natur waltenden schöpferischen Ideen betrachtete.

[374] S. S. 249 dieses Bandes.

[375] E. Haeckel, Gastraeatheorie. Jenenser naturwiss. Zeitschrift 1874.

Gegen Haeckels Gastraeatheorie wurde sofort von dem bedeutenden Wiener Zoologen C. Claus eine Reihe von Einwänden erhoben. Trotzdem besitzt die Theorie noch heute in wissenschaftlichen Kreisen Anhänger.

[376] C. Bergmann und R. Leuckart, Anatomisch-physiologische Übersicht des Tierreichs. Vgl. Anatomie und Physiologie, Stuttgart 1852.

[377] W. Roux, Programm und Forschungsmethoden der Entwicklungsmechanik der Organismen. Leipzig, W. Engelmann 1897.

[378] Über die hierfür von Roux und Driesch gegebenen Erklärungen findet sich das Nähere in W. Roux: Vorträge und Aufsätze über Entwicklungsmechanik der Organismen. Heft I: Die Entwicklungsmechanik, ein neuer Zweig der biologischen Wissenschaft. Leipzig, W. Engelmann 1905.

[379] Siehe Bd. III. S. 82-90.

[380] Karl Friedrich Gärtner war der Sohn des um die Morphologie der Blüte hochverdienten Joseph Gärtners (Bd. III. S. 352). Karl Friedrich Gärtner lebte als Arzt in Calw (Württemberg), wo er 1850 starb. Sein Hauptwerk erschien 1849 unter dem Titel: Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung. Als Einleitung zu diesem Buche erschienen im Jahre 1844 Gärtners »Versuche und Beobachtungen über die Befruchtungsorgane der vollkommeneren Gewächse und über die natürliche und künstliche Befruchtung durch den eigenen Pollen.«

[381] Sachs, Geschichte der Botanik. S. 462.

[382] Wichura, Die Bastardbefruchtung im Pflanzenreich erläutert an Bastarden der Weiden. Breslau 1865, sowie Nägeli in den Berichten der bayr. Akademie d. Wissensch. 1865.

[383] Ch. Darwin, Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestikation. Aus dem Englischen übersetzt von V. Carus. Stuttgart 1873. Bd. II. S. 106 u. f.

[384] Gregor Mendel, Versuche über Pflanzenhybriden, zwei Abhandlungen 1866 und 1870. Neu (als Bd. 121 der Ostwaldschen Klassiker) herausgegeben von Erich von Tschermak. Leipzig, W. Engelmann 1911.

Johann Gregor Mendel wurde 1822 in dem deutsch mährischen Orte Heinzendorf geboren. Er widmete sich dem geistlichen Stande. Als Augustinermönch studierte Mendel in Wien Naturwissenschaften. Darauf wirkte er (1854-1868) als Lehrer dieses Faches an der Oberrealschule in Brünn. In diese Zeit fallen seine ausgedehnten Bastardierungsversuche. Mendel starb 1884 als Prälat seines Ordens.

Vergl. Hugo Iltis, Johann Gregor Mendel als Forscher und Mensch. Brünn 1908, sowie R. C. Punnett, Mendelismus; herausgegeben von Hugo Iltis, Brünn 1910. Ferner, Erich von Tschermak, zusammenfassende Orientierung über den gegenwärtigen Stand des Mendelismus im Handbuche der Züchtung der landwirtschaftl. Kulturpflanzen. 4. Bd. S. 63-106. Verlag von P. Parey, Berlin 1910.

[385] S. S. 263.

[386] Näheres darüber siehe bei E. Rádl, Geschichte der biologischen Theorien. Bd. II. S. 510. Leipzig, W. Engelmann 1910.

[387] Henry Clifton Sorby, englischer Privatgelehrter, 1826 geboren, wandte das Verfahren der mikroskopischen Untersuchung von Dünnschliffen der Gesteine seit etwa 1850 an. Seit 1831 war dies Verfahren schon zur Untersuchung fossiler Hölzer benutzt worden.

[388] Quart. journ. geol. Soc. 1858. XIV. S. 453.

[389] Ferdinand Zirkel wurde 1838 in Bonn geboren.

[390] Zittel, Geschichte der Geologie S. 732.

[391] Bonn 1870.

[392] Rosenbusch, Mikroskopische Physiographie der massigen Gesteine. Stuttgart 1877.

[393] Siehe auch Günther, Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften. S. 782.

[394] Gabriel August Daubrée wurde 1814 in Metz geboren. Nach Beendigung seiner Studien an der École polytechnique zu Paris bekleidete er zunächst das Amt eines Bergingenieurs. Darauf wurde er Professor der Geologie in Straßburg. In gleicher Stellung wirkte er seit 1861 in Paris. Daubrée starb im Jahre 1896. Seine »Géologie expérimentelle«, die »Études synthétiques de géologie expérimentale« und sein umfangreiches Buch über die geologischen Wirkungen des Wassers (»Les eaux sousterraines«) sind seine wichtigsten Werke.

[395] J. Thurmann (1804-1855) in einer im Jahre 1830 erschienenen Abhandlung.

[396] A. Favre. Arch. Scienc. phys. et nat. Genève 1878.

[397] H. R. Goeppert, Abhandlung, eingesandt auf die Preisfrage: Man suche darzutun, ob die Steinkohlen aus Pflanzen entstanden sind, welche an den Stellen, wo jene gefunden werden, wuchsen. 1848.

[398] C. Engler in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft. Bd. 21, 22, 26 u. 28.

[399] Mit 12 Tafeln Abbildungen. Berlin 1873.

[400] Die erste leitete Wyville Thomson 1869 und 1870 auf dem englischen Schiffe »Porcupine«.

[401] Hausmann.

[402] Charpentier, 1837.

[403] Siehe Zirkel, Geschichte der Geologie, S. 331.

[404] Jean Louis Agassiz wurde 1807 im Kanton Waadt geboren. Er bekleidete Jahrzehnte eine Professur in Neufchatel und wirkte später am Harvard College in Nordamerika. Als Geologe hat sich Agassiz durch seine Studien über Gletscher und glaziale Gebilde verdient gemacht. Er begann diese Studien in Gemeinschaft mit Charpentier in den Alpen, setzte sie aber später in England und in Nord- und Südamerika fort. Nicht geringer war jedoch sein Verdienst um zahlreiche Gebiete der Zoologie und der Versteinerungskunde. Vor allem ist hier sein Werk über fossile Fische zu nennen. Agassiz starb 1873 als amerikanischer Bürger.

[405] Neues Jahrbuch für Mineralogie 1832. S. 257.

[406] Otto Torell, Undersökningar ofver Istiden (Stockholm, Akad. Handb. 1872 und 1873).

[407] Es ist das diejenige Fläche, für deren Punkte das aus der Schwere und der Zentrifugalkraft zusammengesetzte Potential gleiche Werte annimmt.

[408] Es rührt von G. Ph. v. Jolly her.

[409] Siehe Bd. IV. S. 33.

[410] Johann Friedrich Christian Hessel wurde 1796 in Nürnberg geboren. Er wirkte als Professor der Mineralogie und Geologie in Marburg und starb 1872.

Hessels Untersuchung über die geometrischen Gesetze, nach welchen sich Kristalle bilden, erschien 1830 als Teil von Gehlers physikalischem Wörterbuch. Sie wurde vielleicht infolge dieser Art der Veröffentlichung zunächst wenig beachtet. Im Jahre 1897 wurde Hessels Arbeit als 88. u. 89. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben (Leipzig, Verlag von W. Engelmann). Die Herausgabe und Erläuterung besorgte E. Heß, ein Schüler Hessels. Der genauere Titel lautet: Kristallometrie oder Kristallonomie und Kristallographie auf eigentümliche Weise und mit Zugrundelegung neuer, allgemeiner Lehren der reinen Gestaltkunde bearbeitet von J. F. C. Hessel.

[411] Von Hessel als »Gerengesetz« bezeichnet.

[412] Siehe Band III S. 340.

[413] A. Bravais (1811-1863) wirkte als Professor an der École Polytechnique zu Paris.

[414] A. Bravais, Abhandlung über die Systeme von regelmäßig auf einer Ebene oder im Raume verteilten Punkten. 1848 (Ostwalds Klassiker Nr. 90). Übersetzt und herausgegeben von C. und E. Blasius.

A. Bravais, Abhandlungen über symmetrische Polyeder. 1849 (Ostwalds Klassiker Nr. 17). Übersetzt und in Gemeinschaft mit P. Groth herausgegeben von C. und E. Blasius.

[415] Axel Gadolin wurde 1828 in Finnland geboren. Er gehörte der Petersburger Akademie an und starb im Jahre 1894.

[416] Abhandlung über die Herleitung aller kristallographischen Systeme mit ihren Unterabteilungen aus einem einzigen Prinzip von Axel Gadolin. 1867. Als 75. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften deutsch herausgegeben von P. Groth. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1896.

[417] L. Sohncke, Die Gruppierung der Moleküle in den Kristallen. Eine theoretische Ableitung der Kristallsysteme und ihrer Unterabteilungen. Poggendorffs Annalen 132. Bd. (1867).

[418] Die rhomboedrischen Formen werden heute als Halbflächner der hexagonalen betrachtet, so daß sich die sieben Systeme auf sechs reduzieren.

[419] Neu herausgegeben als Bd. 155 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann 1906.

Quintino Sella wurde 1827 in Oberitalien geboren. Er wirkte als Professor der Mineralogie in Turin und starb 1884. Sellas Untersuchungen erstrecken sich besonders auf die theoretische Kristallographie und die Kristallographie künstlich dargestellter Verbindungen wie der Platinammoniumsalze.

[420] Vom Jahre 1857. Erschienen in den Abhandlungen der Turiner Akademie vom Jahre 1858.

[421] Bd. III, 25.

[422] Leonhard, Taschenbuch für die gesamte Mineralogie. 1826. Bd. I. S. 486.

[423] Siehe auch Naumann, Elemente der Mineralogie. Leipzig, W. Engelmann 1877. S. 632 u. f.

[424] C. W. C. Fuchs, Die künstlich dargestellten Mineralien. Gekrönte Preisschrift. Harlem 1872.

[425] Ostwalds Klassiker Nr. 145. S. 86.

[426] Näheres hierüber siehe bei C. Glaser, Der Einfluß Kekulés auf die Entwicklung der chemischen Industrie. Rede gehalten bei der Enthüllung des Kekulé-Denkmals in Bonn. Erschienen in der »Chem. Industrie«. 1903. Nr. 12.

[427] Ostwalds Klassiker Nr. 145. S. 9.

[428] A. Kekulé, Über die Konstitution und die Metamorphosen der chemischen Verbindungen und über die chemische Natur des Kohlenstoffs (Ann. d. Chemie und Pharm. Bd. 106. II. S. 129 u. f.). Die Abhandlung wurde neuerdings durch A. Ladenburg im 145. Bd. von Ostwalds Klassikern neu herausgegeben. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann 1904.

[429] A. S. Couper, Über eine neue chemische Theorie. Als Bd. 183 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von R. Anschütz. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1911.

Archibald Scott Couper wurde 1831 in der Nähe von Glasgow geboren. Er studierte in Berlin und in Paris Chemie und reichte das Manuskript seiner Abhandlung über eine neue chemische Theorie zur Weitergabe an die französische Akademie der Wissenschaften bereits ein, als Kekulés Abhandlung über die chemische Natur des Kohlenstoffs (Ostwalds Klassiker Bd. 145) noch nicht erschienen war.

[430] A. Kekulé, Untersuchungen über aromatische Verbindungen. Ann. d. Chemie u. Pharm. 137. Bd. 2. Heft. S. 129 u. f. Die Abhandlung wurde neuerdings durch A. Ladenburg im 145. Bd. von Ostwalds Klassikern neu herausgegeben. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1904.

[431] Siehe Seite 287.

[432] Man hat die so entstehenden Isomerien als Ortho-, Para- und Metaverbindungen unterschieden.

[433] W. Körner, Über die Bestimmung des chemischen Ortes in den aromatischen Substanzen. Vier Abhandlungen aus den Jahren 1866-1874. Sie wurden im 174. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann 1910.

Wilhelm Körner wurde 1839 in Cassel geboren. Er war Kekulés Schüler und bekleidete später eine Lehrstelle für organische Chemie an der landwirtschaftlichen Hochschule in Mailand.

[434]

FormelSchmelzp.Siedep.
[1,2]-(o)-Dibrombenzol C6H4Br2-1°224°
[1,3]-(m)-Dibrombenzol C6H4Br2+1°219°
[1,4]-(p)-Dibrombenzol C6H4Br2+89°219°.

[435] Das Pyridin und seine Homologen finden sich im Steinkohlenteer und in dem bei der Destillation von Knochen entstehenden Öl. Das Pyridin ist eine bei 115° siedende Flüssigkeit. Sie bildet sich auch bei der Zersetzung der Alkaloide.

[436] Mitteilung vom Jahre 1869, gerichtet an die naturwissenschaftliche Gesellschaft zu Palermo.

[437] Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft 22,1403.

[438] Es erwies sich als ein Propylpiperidin.

[439] Über seinen Lebens- und Entwicklungsgang siehe an anderer Stelle dieses Bandes.

[440] Die Arbeit war 1841 erschienen und rührt von Provostaye her.

[441] Unter diesem Gesichtspunkte wurden Ostwalds Klassiker ins Leben gerufen.

[442] Comptes rendus des séances de l'académie des sciences, 29,297; 31,480.

[443] Pasteur veröffentlichte seine Theorie über die physikalische Isomerie der Weinsäure in zwei Vorträgen, die neuerdings von M. und A. Ladenburg übersetzt und als 28. Bd. von Ostwalds Klassikern herausgegeben wurden. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1901.

[444] Die chemischen Verbindungen zerfallen danach in zwei große Gruppen, in Verbindungen mit symmetrischen und solche mit asymmetrischen Atomgruppen oder Molekülen.

[445] Bulletin de la société chimique de Paris 23,295. Vergl. auch van't Hoffs Abhandlung: Dix années dans l'histoire d'une théorie. 1887. Le Bel. Bulletin de la société chimique 23,337.

[446] Johann Wolfgang Döbereiner wurde am 15. Dezember 1780 in der Nähe von Hof geboren. Er bekleidete von 1810 bis zu seinem 1849 erfolgten Tode eine Professur für Chemie, Pharmazie und Technologie in Jena. Bekannt ist Döbereiner insbesondere durch seine Erfindung des Platinwasserstoff-Feuerzeugs geworden. Eine Darstellung seiner Spekulationen über die Atomgewichte gab er in seinem Versuch zu einer Gruppierung der elementaren Stoffe nach ihrer Analogie. Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie. 1829, 15, Seite 301. Siehe auch Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 66. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann. 1895.

[447] Nach Seuberts Bestimmungen.

[448] Max Pettenkofer wurde 1818 in Bayern geboren. Seit 1847 bekleidete er eine Professur in der medizinischen Fakultät zu München. Seine Bedeutung liegt auf dem Gebiete der Gesundheitslehre. Das Gebiet der theoretischen Chemie hat er nur gelegentlich gestreift, und zwar geschah dies in einem Vortrage über die regelmäßigen Abstände der Äquivalentzahlen (Ostwalds Klassiker Nr. 66. S. 9 u. f. Leipzig Verlag von W. Engelmann 1895).

[449] J. H. Gladstone. On the Relations between the Atomic Weights of analogous Elements. Phil. Magaz. May 1853. Vol. 5. pag. 313.

[450] Siehe Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 4 und 5.

[451] Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 18.

[452] Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 41.

[453] Siehe an anderer Stelle dieses Bandes.

[454] Annal. d. Chem. u. Pharm. 1871. VIII, Seite 133. Mit Erläuterungen herausgegeben von Karl Seubert (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 68. Leipzig, 1895).

[455] Es findet sich als Begleiter des Zinks in der Blende und wurde 1875 von Lecoq de Boisbaudran entdeckt.

[456] Durch Cl. Winkler 1886 in einem Freiberger Silbererz (Argyrodit) entdeckt.

[457] Siehe Bd. II. S. 310 u. f.

[458] Über Brewster siehe S. 62 dieses Bandes.

[459] Siehe Band III. S. 273, Anm. 1.

[460] Er brachte uns die Sterne näher.

[461] Joseph Fraunhofer, Bestimmung des Brechungs- und Farbenzerstreuungsvermögens verschiedener Glasarten in bezug auf die Vervollkommnung achromatischer Fernrohre (Denkschriften der Kgl. Akademie d. Wissensch. zu München für 1814-1815).

Fraunhofers Abhandlung wurde neuerdings durch A. von Oettingen als 150. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

[462] Fraunhofers Abhandlung in den Denkschriften der Münchener Akademie von 1814/15, S. 221.

[463] G. Kirchhoff und R. Bunsen, Chemische Analyse durch Spektralbeobachtungen. I. Abhandlung, Fig. 1 (Ostwalds Klassiker Nr. 72, Seite 5). Diese grundlegende Abhandlung der beiden Forscher erschien 1860 in Poggendorffs Annal. Bd. 110. Einen Auszug enthält der Abschnitt von Dannemann »Aus der Werkstatt großer Forscher«.

[464] Bei der heutigen Einrichtung des Spektralapparates wird die Skala bekanntlich nicht von einem besonderen Spiegel, sondern von derjenigen Prismenfläche reflektiert, aus welcher der zu untersuchende Lichtstrahl austritt. Letzterer sowie das Bild der Skala werden gleichzeitig durch das Rohr C (Abb. [46]) wahrgenommen.

[465] Die chlorsauren Salze bilden bekanntlich mit oxydierbaren Substanzen explosive Gemenge.

[466] Siehe Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 100. Verlag v. W. Engelmann in Leipzig. Die Abhandlung erschien im Jahre 1859.

[467] Humboldts Kosmos IV, 7.

[468] G. Kirchhoff, Untersuchungen über das Sonnenspektrum und die Spektren der chemischen Elemente. Berlin 1862.

[469] Die Lage der Metallinien findet sich in der Kirchhoffschen Zeichnung unter dem Spektrum angegeben (siehe Abb. [47]). Die Zahl der Eisenlinien (Fe) ist in diesem Teile des Spektrums nur gering.

[470] Nach H. A. Rowland, Johns Hopkins University Circulars, 1891, X.

[471] Auch Rowland, dem die neueste Zeit die besten Spektralapparate (Rowlandsche Gitter) und sehr zuverlässige Untersuchungen verdankt, war der Meinung, daß unsere Erde, auf die Temperatur der Sonne erhitzt, ein dem Sonnenspektrum sehr ähnliches Spektrum zeigen würde.

[472] Siehe Bd. III, S. 245-248.

[473] Kirchhoff und Bunsen entdeckten das Cäsium im Wasser der Dürkheimer Soolquellen und das Rubidium in dem Mineral Lepidolith.

[474] Der so vervollkommnete Apparat ging gleich dem Heliometer Bessels aus der hervorragenden optischen Werkstätte von Steinheil in München hervor.

[475] Siehe S. 318 ds. Bds.

[476] Des Cäsiums und Rubidiums. Auf spektroskopischem Wege wurden ferner das Thallium 1861 durch Crookes, das Gallium 1875 durch Lecoq de Boibaudran und das Indium 1863 durch Reich und Richter entdeckt.

[477] Siehe S. 319 ds. Bds.

[478] Siehe an späterer Stelle.

[479] Die Schwärzung der Haut durch Silberlösung kannte schon Albertus Magnus. Boyle erwähnt die Farbenänderung, welche das Chlorsilber erleidet (1663), schrieb sie aber dem Einfluß der Luft zu.

[480] 1727 durch J. H. Schulze, Professor in Halle.

[481] »Some account of the art of photogenic drawing by Henry Fox Talbot. London 1839.«

[482] Siehe S. 319 ds. Bds.

[483] Eine ausführliche Darstellung der Anwendungen, welche die Photographie gefunden hat, enthält das Werk »Angewandte Photographie in Wissenschaft und Technik« von K. W. Wolf-Czapek. Union, Deutsche Verlagsgesellschaft. Berlin 1912.

[484] Im Jahre 1891 durch G. Lippmann und durch Vogel: G. Lippmann hatte sich die Aufgabe gestellt, das Spektrum in seinen natürlichen Farben zu photographieren. Er löste das Problem mit den gebräuchlichen Mitteln, indem er sich einer körnerfreien lichtempfindlichen Schicht bediente und hinter dieser eine reflektierende Schicht aus Quecksilber anbrachte. Das entstehende farbige Bild läßt sich aus der Interferenz der in die Schicht eindringenden und der reflektierten Lichtwellen erklären.

H. G. Vogel stellte unter Verwendung gewisser Sensibilatoren, welche die Platte für gelbes und rotes Licht empfindlich machen, drei Aufnahmen durch ein gelbes, ein rotes und ein blaues Glas (Lichtfilter) her. Durch die Verbindung dieses Verfahrens mit dem photomechanischen Dreifarbendruck gelang ihm gleichfalls die, wenn zunächst auch sehr umständliche und unvollkommene, Lösung des Problems.

[485] Die neuesten Untersuchungen auf diesem Gebiete rühren von Lüppo-Cramer her. Siehe sein Buch »Das latente Bild«. Als 78. Heft der Enzyklopädie der Wissenschaften erschienen bei W. Knapp. Halle a. d. S. 1911.

[486] Eine gemeinverständliche Entwicklungsgeschichte der wichtigsten Begriffe der physikalischen Chemie enthält W. Ostwalds Buch »Der Werdegang einer Wissenschaft.« Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft 1908.

[487] Hermann Kopp wurde 1817 in Hanau geboren. Er wirkte in Gießen und später in Heidelberg. Kopp hat sich nicht nur durch seine physikalisch-chemischen Untersuchungen, sondern auch durch seine Arbeiten über die Geschichte der Chemie das größte Verdienst erworben.

[488] Neben ihm sind auch F. Neumann und Regnault zu nennen.

[489] 1855-1859.

[490] Bunsen und Roscoe, Photochemische Untersuchungen. Als 34. und 38. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1892.

[491] Dalton, A new system of chemical philosophy. Vol. I. pt. I. (1808).

[492] 5 ccm von 0° und 760 mm Druck wurden in der Sekunde durch eine sehr kleine Druckdifferenz dem Brenner zugeführt.

[493] Annales de chimie et de physique, 1844, p. 214 ff.

Der genauere Nachweis erfolgte durch Pfeffer und durch Sachs.

[494] Siehe Bd. II. S. 256.

[495] Siehe Bd. II. S. 275.

[496] Faraday hat diese Versuchsanordnung benutzt, um die Wirkung der Elektrizität auf das Licht nachzuweisen. Näheres hierüber siehe S. 92 dieses Bandes.

[497] Biot, Mémoires de l'académie des sciences. Tome II. Paris 1819.

[498] Jellet, Chemisch-optische Untersuchungen. Als Band 163 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von W. Nernst. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908. Jellet gab seine Untersuchungen in den Jahren 1860, 1863 und 1873 bekannt.

J. K. Jellet wurde 1817 In Irland geboren. Er war Professor an der Universität in Dublin und starb dort im Jahre 1888.

[499] D. h. man muß den Analysator, um wieder das Minimum der Intensität zu erzielen, entweder im Sinne des Uhrzeigers oder entgegengesetzt drehen.

Rechtsdrehend sind z. B. Lösungen von Rohrzucker, Milchzucker, Rechtstraubensäure, Cinchonin, Chinidin.

Linksdrehend sind Lösungen von Äpfelsäure, Strychnin, Brucin und Chinin. Brucin und Chinin wurden von Jellet vorzugsweise als Material für seine Untersuchungen benutzt.

[500] 1 grain Salizin im Kubikzoll.

[501] Näheres siehe im III. Bande S. 150 u. f.

[502] Siehe Bd. III, S. 199 u. f.

[503] Siehe das auf S. 171 des III. Bandes angeführte Beispiel des Bariumsulfats.

[504] Zur Orientierung über die drei benutzten Alkaloide Strychnin, Brucin und Codëin diene folgendes:

Eine Chemie der Alkaloide entstand erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Zuerst wurde das 1805 isolierte Morphium oder Morphin als basische Verbindung erkannt.

Im Jahre 1818 entdeckte man das Strychnin als wirksamen Bestandteil der Brechnuß (Strychnis nox vomica). Seine Formel ist C21H22N2O2. Das Brucin erhält man aus den Mutterlaugen der Strychningewinnung. Brucin ist ein Derivat des Strychnins und in Alkohol leichter löslich als dieses, weshalb Brucin bei der Abscheidung des Strychnins in der Mutterlauge zurückbleibt. Brucin hat die Formel C23H26N2O4. Es wurde 1819 entdeckt. Mit dem Codein wurde man 1832 bekannt. Es findet sich im Opium und ist ein Derivat des Morphins. Die Formel des Codeins ist C18H21NO3.

Eine zusammenfassende Darstellung der Alkaloidchemie veröffentlichten E. Winterstein und G. Trier unter dem Titel: Die Alkaloide, eine Monographie der natürlichen Basen. Berlin 1910.

[505] Salzsaures Chinin, salzsaures Brucin, freies Chinin und freies Brucin.

[506] Von den b1 Molekülen Chinin haben sich x Moleküle mit x Molekülen Salzsäure verbunden. Es bleiben also b1 - x Moleküle Chinin übrig.

[507] Von den b2 Molekülen Brucin haben sich (α - x) Moleküle mit Salzsäure verbunden. Es bleiben also b2 - (α - x) Moleküle Brucin übrig.

[508] Näheres hierüber siehe in der Abhandlung Jellets (Ostwalds Klassiker, Bd. 163, S. 48).

[509] Siehe Bd. III. S. 54 u. f.

[510] Germain Henri Hess wurde 1802 in Genf geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Petersburg und starb dort 1850. Seine Arbeiten erschienen in den Berichten der Petersburger Akademie. Die thermochemischen Untersuchungen von Hess (1839-1842) wurden als Band 9 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben (Verlag von W. Engelmann in Leipzig 1890).

[511] J. Thomsen, Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft 1872. V. 770.

[512] Ostwalds Klassiker, Bd. 9. S. 12.

[513] Ann. de chimie et de phys. III. Sér. Bd. 34.

[514] Eine Zusammenfassung seiner Arbeiten gab Thomsen in dem Werke »Thermochemische Untersuchungen«, Leipzig 1882-1886.

Julius Thomsen wurde 1826 geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Kopenhagen.

[515] Der Name rührt von St. Claire-Deville her, der sich zuerst eingehender mit der Dissoziation beschäftigte. Siehe Devilles Abhandlung: »Sur la dissociation ou la décomposition spontanée des corps sous l'influence de la chaleur«. Compt. rend. Tom. 45. p. 857 (1857).

[516] Das Gas von geringerem Molekulargewicht, in diesem Falle NH3, diffundiert rascher als das Gas von höherem Molekulargewicht (HCl). Infolgedessen zeigt der diffundierte Bestandteil alkalische, und der nicht diffundierte saure Reaktion.

[517] August Horstmann, Abhandlungen zur Thermodynamik chemischer Vorgänge. Als 137. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von J. H. van't Hoff. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1902.

August Friedrich Horstmann wurde 1842 in Mannheim geboren. Er bekleidete eine Professur in Heidelberg.

Horstmanns Abhandlungen erschienen in dem Zeitraum von 1869 bis 1881 in den Annalen der Chemie und Pharmazie und in den Berichten der Deutschen chemischen Gesellschaft.

[518] Siehe Seite 342 dieses Bandes.

[519] C. M. Guldberg, Thermodynamische Abhandlungen über Molekulartheorie und chemische Gleichgewichte. 139. Bd. von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, S. 71 u. f.

Guldberg gehört zu den Begründern der neueren physikalischen Chemie. Er stellte die wichtigsten Untersuchungen gemeinsam mit Waage an. Über das Leben beider Forscher ist an anderer Stelle dieses Bandes berichtet.

[520] 1872.

[521] 1885.

[522] Die Ableitung der Formel, die Guldberg für die Dissoziation aufstellte, findet sich im 139. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften auf S. 73.

[523] Siehe S. 389 dieses Bandes.

[524] Siehe Bd. III, S. 176.

[525] Ludwig Wilhelmy, Über das Gesetz, nach welchem die Einwirkung der Säuren auf den Rohrzucker stattfindet. Als 29. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

Ludwig Ferdinand Wilhelmy wurde 1812 in Stargard geboren. Er war 1849-1854 Dozent in Heidelberg. Später lebte Wilhelmy als Privatgelehrter in Berlin. Dort stand er in regem Verkehr mit Helmholtz, Clausius, du Bois-Reymond, Brücke, Werner, v. Siemens und anderen hervorragenden Forschern. Wilhelmy starb im Jahre 1864.

[526] Siehe S. 339 u. f. dieses Bandes.

[527] (1 - a)t wird für den angenommenen Grenzfall = e-at, worin e die Basis des natürlichen Logarithmensystems bedeutet.

Es ist also

1 - x = e-at und
l (1 - x) = -at
-l (1 - x) = at
l 1/(1 - x) = at
a = 1/t . l 1/(1 - x)

[528] Wilhelmy bediente sich der Bequemlichkeit halber der Briggschen statt der natürlichen Logarithmen, wodurch an den Verhältnissen nichts geändert wird. Es ist nur jeder der berechneten Werke 2,3026mal kleiner, weil in diesem Maße der Briggsche Logarithmus einer Zahl kleiner ist als der natürliche.

[529] a wird auch als der Geschwindigkeitskoeffizient der Reaktion bezeichnet.

[530] Berthelot und L. Péan de Saint-Gilles, Untersuchungen über die Affinitäten. Als Bd. 173 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften übersetzt und herausgegeben von M. und A. Ladenburg. Leipzig, W. Engelmann 1910.

Die Abhandlung erschien 1861 und in den folgenden Jahren in den Annales de Chimie et de Physique (Bd. 65, 66 und 68).

Berthelot gehörte zu den hervorragendsten Forschern, die Frankreich im 19. Jahrhundert hervorgebracht hat. An wissenschaftlicher Bedeutung steht er einem Liebig und einem Bunsen nicht nach. Marcelin Berthelot wurde 1827 in Paris geboren (er starb dort 1907), wo er eine Professur bekleidete. Seine bedeutendsten Leistungen betreffen die organische Synthese, die allgemeine Chemie, die Thermochemie und die Geschichte seiner Wissenschaft.

Péan de St.-Gilles war ein Schüler Berthelots. Er ging ihm bei der großen, zahllose Experimente erfordernden Untersuchung über die Bildung und Zersetzung der Äther als Mitarbeiter zur Hand.

[531] Über Berthollet (17) siehe Bd. III, S. 167 u. f.

[532] Berthelot benutzte einen bei gewöhnlicher Temperatur festen Alkohol (Äthal) und Stearinsäure. Sie verbanden sich bei etwa 200° unter Abscheidung des Wassers vollständig zu Stearinsäureäthaläther.

[533] Die Ergebnisse der von Guldberg und Waage gemeinsam angestellten Untersuchungen wurden in drei Abhandlungen in den Jahren 1864, 1867 und 1879 veröffentlicht. Diese Abhandlungen wurden neuerdings in deutscher Übersetzung als 104. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben. Der 139. Band von Ostwalds Klassikern enthält drei Abhandlungen, die Guldberg allein verfaßte und 1867-1872 veröffentlichte.

Cato Maximilian Guldberg wurde 1836 in Christiania geboren, wo er Mathematik und Naturwissenschaften studierte. Als Preis für die Lösung einer von der Universität gestellten, mathematischen Aufgabe erhielt er ein Stipendium, um sich im Auslande fortzubilden. Nach seiner Rückkehr wurde er Lehrer an der Kriegsakademie und später Professor der angewandten Mathematik an der Universität.

Peter Waage wurde 1832 in einem kleinen Ort des südlichen Norwegens geboren. Er wirkte seit 1862 als Professor der Chemie an der Universität in Christiania.

[534] Siehe S. 345 dieses Bandes.

[535] In der Abhandlung vom Jahre 1867. S. Ostwalds Klassiker, Bd. 104. S. 100.

[536] Ostwalds Klassiker, Bd. 104. S. 106.

[537] J. H. van't Hoff, Die Gesetze des chemischen Gleichgewichts für den verdünnten, gasförmigen oder gelösten Zustand. Als Bd. 110 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften übersetzt und herausgegeben von Georg Bredig. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1900.

Jacobus Henricus van't Hoff wurde 1852 als Sohn eines Arztes in Rotterdam geboren. Er empfing eine realistische Vorbildung, studierte zunächst Technologie, wandte sich dann aber in Leyden, Bonn und Paris theoretischen Studien zu. Seine ersten Arbeiten, die unter dem Einflusse von Kekulé und Wislicenus entstanden, betrafen das Gebiet der Strukturchemie. Sie führten van't Hoff zu der Annahme einer verschiedenartigen Lagerung der Atome im Raume und begründeten den heute als Stereochemie bezeichneten Zweig der chemischen Wissenschaft.

Im Jahre 1878 wurde van't Hoff Professor der Chemie an der Universität Amsterdam. Von dort wurde er 1896 als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen. Dort entstanden seine Arbeiten über die Entstehung der ozeanischen Salzablagerungen. Van't Hoff starb am 1. März des Jahres 1911.

Eine ausführliche Biographie van't Hoffs veröffentlichte sein Schüler und Freund Ernst Cohen: »Jacobus Henricus van't Hoff, sein Leben und Wirken«. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft, 1912. 638 S. mit 2 Gravüren und 90 Abbildungen. Den Schluß bildet eine Bibliographie der Werke und Abhandlungen van't Hoffs und seiner Schüler.

[538] Siehe S. 38-44 dieses Bandes.

[539] Siehe S. 208 dieses Bandes.

[540] Es bildet sich dann ein häutiger Niederschlag von Kaliumkupfercyanür:

K4Fe(CN)6 + 2 CuSO4 = 2 K2SO4 + Cu2Fe(CN)6.

[541] Pfeffer, Handbuch der Pflanzenphysiologie, Bd. I (1881), Fig. 6.

[542] Siehe S. 52 dieses Bandes, Anm. 2.

[543] Pfeffer, Osmotische Untersuchungen. Leipzig 1877.

[544] Siehe S. 349 dieses Bandes.

[545] Svante Arrhenius, Untersuchungen über die galvanische Leitfähigkeit der Elektrolyte. Als Bd. 160 von Ostwalds Klassikern in deutscher Übersetzung erschienen bei W. Engelmann, Leipzig 1907.

Svante August Arrhenius wurde 1859 in der Nähe von Upsala geboren. Sein Vater war Ingenieur. Arrhenius studierte in Upsala. Im Jahre 1884 wurde er Dozent für physikalische Chemie.

Zur Vervollständigung seiner Ausbildung arbeitete Arrhenius in den Instituten bedeutender Physikochemiker des Auslandes. Nachdem er mit den Arbeiten van't Hoffs über die Analogie von Lösungen und Gasen bekannt geworden war, entwickelte er seine Theorie der elektrolytischen Dissoziation, die rasch zu allgemeiner Anerkennung gelangte. Im Jahre 1905 wurde Arrhenius zum Leiter der physikalisch-chemischen Abteilung des Nobel-Instituts ernannt, das ihm einige Jahre vorher einen seiner Preise verliehen hatte.

[546] Die Abhandlung erschien in französischer Sprache. Sie wurde ein Jahr später in den Annales de chimie Bd. 58, S. 54-74 abgedruckt. In deutscher Übersetzung wurde die Abhandlung im 152. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig. Verlag von W. Engelmann, 1906.

Theodor von Grotthuß war Deutsch-Russe. Er wurde 1785 geboren und starb im Jahre 1822. Grotthuß befaßte sich, nachdem er in Paris studiert hatte, als wohlhabender Privatgelehrter mit chemischen und physikalischen Untersuchungen.

[547] W. Hittorf, Über die Wanderungen der Ionen während der Elektrolyse (1853-1859). Als 21. und 23. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891. Die Abhandlungen Hittorfs sind zuerst im 89., 98., 103. und 106. Bande der Annalen der Physik und Chemie von Poggendorff erschienen.

Johann Wilhelm Hittorf wurde 1824 in Bonn geboren. Er wirkte als Professor der Physik und der Chemie von 1852 bis 1890 in Münster.

[548] Nach dem Vorgange von Berzelius.

[549] Hittorfs Abhandlung vom Jahre 1858.

Siehe Poggendorffs Annalen, Bd. 103, S. 53, sowie Ostwalds Klassiker, Bd. 21, S. 82.

[550] Siehe auf S. 366 dieses Bandes.

[551] Siehe Band III, S. 302-306.

[552] Im 79. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben von A. Wangerin. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896.

[553] Mécanique analytique. 1815. II. Bd. S. 304.

[554] Ostwalds Klassiker, Bd. 79. S. 37.

[555] Ostwalds Klassiker, Bd. 79, S. 38 u. f. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896. Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und herausgegeben wurde diese Abhandlung von A. Wangerin. Sie gehört samt der ersten, gleichfalls von A. Wangerin herausgegebenen Abhandlung (siehe S. 372. Anm. 2) zu den hervorragendsten Arbeiten auf dem Gebiete der modernen mathematischen Physik.

[556] Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und als Bd. 80 von Ostwalds Klassikern herausgegeben von A. Wangerin. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1896.

[557] Braunschweig, Verlag von F. Vieweg 1862. Dieser ersten sind rasch eine Reihe weiterer Auflagen gefolgt.

[558] Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Aufl. S. 74.

[559] Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Ausgabe. 1865. S. 198-223.

[560] Der Italiener Corti veröffentlichte 1851 in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie eine Abhandlung über die Histologie des Ohres, in der er das nach ihm benannte Organ beschrieb.

[561] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 132.

[562] In Gräfes Archiv für Ophthalmologie.

[563] Siehe S. 374 dieses Bandes.

[564] Philosoph. Transactions 1834, S. 583. Über Wheatstone siehe S. 60 dieses Bandes.

[565] Poggendorffs Annalen, Bd. 36 (1835), S. 148.

[566] Um an Stelle des virtuellen Bildes, das der rotierende Planspiegel liefert, objektive Bilder zu erhalten, ließ Feddersen einen Hohlspiegel rotieren.

[567] W. Feddersen, Entladung der Leydener Flasche, intermittierende, kontinuierliche und oszillatorische Entladung und deren Gesetze (1857-1866). Als Bd. 166 von Ostwalds Klassikern, herausgegeben von Th. Des Coudres. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908.

Wilhelm Feddersen wurde 1832 in Schleswig geboren. Er studierte Chemie, Physik und Mathematik und lebte als Privatgelehrter in Leipzig.

[568] Poggendorffs Annalen, Bd. 100, 111, 121.

[569] Ostwalds Klassiker, Nr. 1, S. 33.

[570] Heinrich Hertz, Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft. II. Band der gesammelten Werke von Hertz. Leipzig 1894.

Heinrich Rudolf Hertz wurde 1857 in Hamburg geboren. Seine Lehrer waren in erster Linie Helmholtz und Kirchhoff. Hertz habilitierte sich 1883 in Kiel. Im Jahre 1885 wurde er als Professor der Physik nach Karlsruhe berufen. Seit 1889 wirkte er als Nachfolger von Clausius in Bonn. Schon im Jahre 1894 wurde Hertz durch den Tod aus seiner ganz außergewöhnlich erfolgreichen wissenschaftlichen Laufbahn herausgerissen.

[571] Hertz gelang es, Wellen zu erzeugen, deren Länge nach Zentimetern messen. Spätere Forscher haben elektrische Wellen von wenigen Millimetern Länge hervorgerufen.

[572] H. Hertz, Über Strahlen elektrischer Kraft. Sitzungsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1888. Gesammelte Werke, Bd. II, S. 184 u. f.

[573] H. Hertz, Über die Beziehungen zwischen Licht und Elektrizität. Ein Vortrag. gehalten auf der 62. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte. Bonn 1889.

[574] Auch Kohärer oder Fritter genannt.

[575] Die Versuche wurden von Ed. Branly und von Gabet angestellt.

[576] Siehe den Bericht über den im Jahre 1912 auf der Naturforscherversammlung in Münster gehaltenen Vortrag Arcos.

[577] James Clerk Maxwell wurde 1831 in Edinburg geboren. Er wirkte zunächst als Professor der Naturphilosophie in Aberdeen, später in London. 1871 wurde er Professor der Physik in Cambridge. Dort starb er schon im Jahre 1879.

Maxwells wichtigste Schriften über seine elektromagnetische Theorie sind neuerdings in deutscher Übersetzung und durch zahlreiche Anmerkungen erläutert von L. Boltzmann in Ostwalds Sammlung herausgegeben worden: James Clerk Maxwell, Über Faradays Kraftlinien (1855, 1856). Als Bd. 69 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1895.

James Clerk Maxwell, Über physikalische Kraftlinien. Als Bd. 10 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1898.

[578] Siehe S. 66 dieses Bandes.

[579] Siehe S. 92 dieses Bandes.

[580] Pieter Zeeman, Professor der Physik in Leyden. Communications from the Laboratory of Physics at the University of Leyden. Nr. 33.

[581] Von M. Planck im 124. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann, 1902.

[582] A. Binz, Ursprung und Entwicklung der chemischen Industrie. Berlin, G. Reimer, 1910. Als diejenigen Umstände, die für den Ursprung der chemischen Großindustrie in erster Linie maßgebend waren, betrachtet Binz die Einführung der Leuchtgasfabrikation, die Erschließung der chilenischen Salpeterlager (seit etwa 1825) und die Kontinentalsperre, die zu einer raschen Entwicklung der Rübenzuckerfabrikation führte.

[583] Döbereiner, Über neu entdeckte Eigenschaften des Platins, Schweiggers Journal XXXVIII u. XXXIX.

[584] Schrötters Abhandlung über den roten Phosphor erschien in Poggendorffs Annalen vom Jahre 1850. Sie ist im 71. Abschnitt von Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher mit einigen Kürzungen wiedergegeben.

[585] Siehe Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher, Abschnitt 70.

[586] Das Nitroglyzerin wurde von Sombrero im Jahre 1847 bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Glyzerin entdeckt, indes erst 1862 von Nobel als Sprengstoff in die Technik eingeführt.

[587] In Hannover wurde die Gasbeleuchtung im Jahre 1825 eingeführt; in Berlin kam 1826 ein Vertrag mit einer englischen Gesellschaft zum Abschluß. In England fand die Beleuchtung einzelner Gebäude mit Gas seit 1792 statt. Londons Straßen wurden zuerst 1814 mit Gas beleuchtet. Kulturhistorisch interessant ist, daß in einer Stadt wie Köln die Einführung der Gasbeleuchtung aus theologischen, medizinischen und sittlichen Gründen bekämpft wurde.

Dies geschah in der Kölnischen Zeitung. Siehe die Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. IX, S. 507.

[588] Die Darstellung des Benzols durch Erhitzen der Benzoësäure mit Ätzkalk lehrte Mitscherlich kennen: C6H5.COOH + CaO = CaCO3 + C6H6. Der Name Benzol rührt von Liebig her.

[589] Siehe Bd. III, S. 78.

[590] Siehe das Referat Kahlbaums in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. I, S. 206 u. f.

[591] Davon stellt Deutschland allein etwa 11/4 Millionen Tonnen her. England und Nordamerika erzeugen jedes etwa die gleiche Menge.

[592] Vorher waren Glasgefäße im Gebrauch.

[593] Siehe Seite 392 ds. Bds.

[594] Von der fast 2 Millionen Tonnen betragenden Weltproduktion entfallen nur noch etwa 150000 Tonnen auf den Leblancprozeß.

[595] Na2SO4 + CaCO3 + 2C = Na2CO3 + CaS + 2CO2.

[596] NaCl + CO2 + NH3 + H2O = NH4Cl + NaHCO3

2NaHCO3 = Na2CO3 + CO2 + H2O.

[597] Siehe Seite 140 ds. Bds.

[598] Siehe Seite 289 ds. Bds.

[599] Ihre Synthese gelang H. Kolbe, indem er auf Phenolnatrium Kohlendioxyd wirken ließ (1870).

[600] Siehe Seite 295 ds. Bds.

[601] Ph. Karrass, Geschichte der Telegraphie, I. Teil, 5. Abschnitt. Braunschweig, Verlag von Vieweg, 1909. (XII u. 702 S. gr. 8°.)

[602] Philipp Reis wurde 1834 in Gelnhausen geboren. Er wirkte als Lehrer in Friedrichsdorf bei Homburg, wo er 1874 starb. In Gelnhausen wurde ihm 1885 ein Denkmal errichtet. Seine Erfindung ist beschrieben im Jahresbericht des Frankfurter Physikalischen Vereins 1860/61, S. 7.

[603] Eine gute Darstellung der Anfänge der Telegraphie und der Telephonie enthält der 2. Band von »Wissen und Können.« Leipzig J. A. Barth, 1908. Ihr Verfasser ist R. Hennig.

[604] Reis führte sein Telephon zuerst im physikalischen Verein in Frankfurt a. M. vor. Dies geschah am 26. Oktober 1861. Erst 15 Jahre später meldete der Amerikaner Graham Bell das von ihm erfundene Telephon zum Patent an.

[605] M. H. v. Jacobi, geboren den 21. September 1801 in Potsdam, gestorben den 10. März 1874 zu Petersburg. Siehe seine Schrift »Die Galvanoplastik.« St. Petersburg 1840.

[606] Eine gründliche, auch volkswirtschaftlich wertvolle Schrift über dies Gebiet ist: C. Basch, Die Entwicklung der elektrischen Beleuchtung und der Industrie elektrischer Glühlampen in Deutschland. Berlin, F. Siemenroth, 1910, 94 Seiten.

[607] Näheres siehe im III. Bande, S. 221.

[608] Die bei der Gasgewinnung als Nebenprodukt abfallende Retortenkohle wurde 1844 von L. Foucault für diesen Zweck in Vorschlag gebracht.

[609] Osramlampe der Auergesellschaft, 1906.

[610] Näheres über die Erfindung der ersten Magnetinduktionsmaschine enthält der 4. Abschnitt ds. Bds.

[611] W. Siemens, Über die Umwandlung von Arbeitskraft in elektrischen Strom ohne Anwendung permanenter Magnete. Berichte der K. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Januar 1867.

[612] Siehe Bd. III, S. 164. Die Wiederholung dieses von Cavendish herrührenden Versuches hat auch zur Entdeckung des Argons geführt.

[613] Er betrug 1910 fast 2½ Millionen Tonnen. Allein Deutschlands Verbrauch belief sich auf ¾ Millionen Tonnen im Werte von 160 Millionen Mark.

[614] Beispielsweise gibt es unter den lappländischen Eisenerzlagern, mit deren Abbau man erst im 20. Jahrhundert begonnen hat, solche, die 250 bis 750 Millionen Tonnen Eisenerz mit einem Gehalt von 60-70% Eisen enthalten. Ferner wird der Kohlenreichtum Deutschlands nach den neuesten Ermittlungen noch für eine Reihe von Jahrhunderten dem stetig wachsenden Bedarf genügen, während für England allerdings eine Erschöpfung innerhalb der Zeit von etwa 100 Jahren zu erwarten ist.

[615] O. Warburg in den Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft, XIX (1901) S. 170.

[616] Siehe Seite 397 ds. Bds.

[617] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 311 u. f.

[618] E. O. von Lippmann, Einige Worte zum Andenken Achards. Vorgetragen in der Generalversammlung des Vereins der deutschen Zuckerindustriellen. Berlin 1904. Veröffentlicht in der Zeitschrift »Die deutsche Zuckerindustrie.«

Die erste Zuckerkampagne begann Achard danach im Jahre 1802. Von französischer Seite wurden Achard 200000 Taler angeboten, falls er bereit sei, seine Versuche als ergebnislos hinzustellen. Achard wies das Anerbieten zurück. Daß ihn nicht Eigennutz leitete, hatte er schon 1799 in seiner Schrift »Ausführliche Beschreibung der Kultur der Zuckerrübe« erklärt. Es heißt darin, aus heißer Liebe für das Vaterland sei er bestrebt, einen neuen Zweig europäischer Industrie zu schaffen.

[619] Siehe Seite 379 ds. Bds.

[620] Eingehender werden diese Fragen erörtert in dem Werke von P. Volkmann »Erkenntnistheoretische Grundzüge der Naturwissenschaften«. Leipzig, B. G. Teubner, 1910.

[621] Die Grundlagen, an die Fechner anknüpfte, wurden schon um 1825 von Ernst Heinrich Weber geschaffen, den man daher auch wohl als den Begründer der Psychophysik bezeichnet hat.

[622] Näheres s. S. 233 dieses Bandes.

[623] Siehe das Vorwort zur deutschen Ausgabe, die von J. Schiel herrührt und zuerst 1849 erschien.

[624] Sehr treffend hat dies Verhältnis ein W. Siemens gekennzeichnet, als er sagte: Dadurch erhält die Wissenschaft erst ihre höhere Weihe, daß sie nicht ihrer selbst wegen besteht, zur Befriedigung des Wissensdranges der beschränkten Zahl ihrer Bekenner, sondern daß es ihre Aufgabe ist, den Schatz des Wissens und Könnens des ganzen Menschengeschlechts zu erhöhen und dasselbe damit einer höheren Kulturstufe zuzuführen. W. Siemens, Wissenschaftliches und technisches Arbeiten. Berlin 1889.

[625] Siehe Seite 164 ds. III. Bds.

[626] Proceedings of the Royal Society, 1889, Vol. XLV, Nr. 278, p. 425.

[627] Proceedings of the Royal Society, 1894, Vol. LV, Nr. 334, p. 340.

[628] Z. B. aus Ammoniumnitrit.

[629] Proceedings of the Royal Society, 1911, Ser. A, Bd. 84, S. 536.

[630] Siehe den Bericht über die Ausführungen E. Rutherfords in der Naturwissenschaftlichen Rundschau, 1909, S. 483.

[631] Siehe Seite 71 ds. Bds.

[632] Nature, 1898, Vol. LVIII, p. 56.

[633] Corpora non agunt, nisi soluta.

[634] Bulletin de la Société chimique de Paris, XLIV, p. 166.

[635] Elektrischer Ofen aus Moissans Werk. Deutsche Ausgabe von Th. Zettel. Berlin, M. Krayn, 1900.

Abb. 69. Schema des elektrischen Ofens.

Moissan: »Mein Ziel war, in die kleinstmögliche Höhlung den stärkstmöglichen elektrischen Lichtbogen einzuschließen und so ein Temperaturmaximum zu erreichen.«

Als Material wurde ungelöschter Kalk benutzt. Er ist fast unschmelzbar und ein sehr schlechter Wärmeleiter. Darin Tiegel aus Graphit. Das erste Ofenmodell wurde 1892 von Moissan der Académie des sciences vorgelegt.

Abb. 70. Elektrischer Ofen im Betrieb.

[636] Cl. Winkler, Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft, 1897, Jahrg. XXX.

[637] Der Weltbedarf an Chilesalpeter und Ammonsulfat hatte für 1911 den Wert von etwa 800 Millionen Mark. In den letzten Jahren ist die Produktion an Chilesalpeter allein um jährlich etwa 100000 Tonnen gestiegen.

[638] Nach den Mitteilungen, die Bernthsen 1912 auf dem Chemikerkongreß in New-York gemacht hat, ist es der Badischen Anilin- und Sodafabrik im Verein mit Prof. Haber (Direktor des physikalisch-chemischen Instituts der Kaiser-Wilhelmstiftung) gelungen, dessen Ammoniaksynthese zu einer neuen Industrie zu entwickeln.

[639] Siehe Seite 371 ds. Bds.

[640] Siehe Bd. III, S. 12.

[641] Er wandte zuerst Uran-Kaliumsulfat an.

[642] Compt. rend. 1897, Bd. 124, S. 803.

[643] Compt. rend. 1908, Bd. 127, S. 175.

[644] Das Helium wurde zuerst spektroskopisch auf der Sonne beobachtet und erst später auf der Erde als Bestandteil des Uranpecherzes und einiger Mineralwässer entdeckt. Ganz neuerdings ist die Verflüssigung des Heliums gelungen. Sein Siedepunkt liegt bei 4,5° (-269,5), also dem absoluten Nullpunkt sehr nahe. Versuche mit flüssigem Helium ergaben, daß der elektrische Widerstand der Metalle bei dieser Temperatur nahezu verschwindet. Über die betreffenden von K. Onnes herrührenden Untersuchungen wurde in den Mitteilungen des physikalischen Laboratoriums der Universität Leyden berichtet. Siehe auch Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 1912, S. 249.

[645] Physikalische Zeitschrift, 1910, S. 676.

[646] Beobachtet man senkrecht zu den Kurven magnetischer Kraft, so erscheint jede Spektrallinie in drei Linien gespalten, beobachtet man parallel zu jenen Kurven, so erscheinen die Spektrallinien verdoppelt.

[647] Dementsprechend ist auch in dem Jahrbuch der Radioaktivität und Elektronik für beide Gebiete ein gemeinschaftliches Organ geschaffen.

[648] Der Gedanke, das Alter der radioaktiven Gesteine aus ihrem Gehalt an Helium zu berechnen, rührt von Rutherford her. Für archäische Gesteine Canadas ergab sich ein Alter von 600 Millionen Jahren. Der Berechnung liegt folgende Überlegung zu Grunde: Man kann ermitteln, wieviel α-Teilchen (das sind Heliumatome) in einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Menge radioaktiver Substanz erzeugt werden. Vergleicht man den Gehalt eines Gesteins an Helium und an radioaktiver Substanz, so ergibt sich hieraus die Möglichkeit, auf den Zeitraum, den der Zerfall beanspruchte, Schlüsse, wenn auch sehr hypothetischer Art, zu ziehen.

[649] Das Metall einer 1828 von Berzelius entdeckten seltenen Erde, der Thorerde. Sie wird zur Bereitung von Glühkörpern verwendet.

[650] Siehe Seite 58 ds. Bds.

[651] Vogel und Scheiner, siehe Sitzungsbericht der Berliner Akademie der Wissenschaften v. 28. XI. 1889.

[652] Ein solches Verhalten zeigen Mizar und β Aurigae.

[653] W. Huggins, Rede zur Eröffnung der British Association, 1891.

[654] Stoklasa in der Biochemischen Zeitschrift, 1911, Bd. 30, S. 433.

[655] Das nachfolgende Verzeichnis ist nicht etwa eine vollständige Aufzählung der bei der Abfassung des vorliegenden Werkes benutzten Quellen. Es enthält nur diejenigen selbständigen Werke, die für eingehendere Studien zu Rate gezogen werden können. Bezüglich zahlreicher Quellenwerke und der in Akademieschriften, Zeitschriften und Sammelwerken erschienenen Abhandlungen muß auf die dem Texte der vier Bände beigefügten Anmerkungen verwiesen werden. Bei manchen, besonders neueren Werken, sind auch der Preis oder der Umfang oder beides vermerkt. Diese Angaben, die mitunter sehr zweckdienlich sind, ließen sich jedoch nicht auf das gesamte Literaturverzeichnis ausdehnen.