Verstellungskünste

Ein herrlicher Sommertag lockt uns in die freie Natur. Wir wandern am Waldesrand entlang. Drossel- und Amselschlag erquickt unser Herz und Gemüt. Vom nahen Felde her dringen die jauchzenden, wirbelnden Triller der Lerche an unser Ohr. Wir lassen uns am Grabenrand unter einer Dornenhecke nieder, um ein Weilchen auszuruhen und die Stimmung der Natur in vollen Zügen zu genießen. Doch was ist das? Vor uns flattert auf dem Erdboden ein kleines, graues Vögelchen, anscheinend krank und flügellahm. Wir wollen das Tier ergreifen, um es mit nach Haus zu nehmen und es zu pflegen, bis wir es gesundet der Freiheit zurückgeben können. Der arme Wicht läßt sich aber nicht so leicht fangen, wie wir glaubten. Er flattert mühsam vor uns her, und jedesmal, wenn wir mit der Hand zufassen, entgleitet er unseren Nachstellungen. In der Verfolgung entfernen wir uns immer weiter von unserem Platz, da erhebt sich der Vogel, der eben noch so matt und krank erschien, hoch in die Luft und verschwindet unseren Blicken. Es war eine Grasmücke, die in dem Dornbusch, unter dessen Schatten wir ruhten, ihr Nest mit Jungen hat. Der Vogel war nicht krank, er stellte sich nur flügellahm, um in der Sorge für das Leben seiner Kinderschar unsere Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken und durch die geschickten Verstellungskünste uns von dem Nistplatz fortzuführen.

Diese Verstellungskünste zum Schutze der Jungen vollführen außer den Grasmücken auch viele andere Vögel, nachdem sie vorher ihre Jungen durch einen Warnruf zur Ruhe gemahnt haben. Ich habe es einst im Harz bei einer Auerhenne beobachtet, und neuerdings ist dasselbe auch bei Wildtauben festgestellt worden.

Die Kunst, den Feind durch List zu täuschen, wird hauptsächlich von solchen Vögeln angewendet, die zu schwach sind, ihre Brut zu verteidigen, während wehrhafte Vögel, wie Raubvögel, Störche und Reiher in solchen Fällen dem Feinde mutig zu Leibe gehen.

Schutz- und Schreckstellungen

Andere Tiere üben solche Verstellungskünste zu ihrer eigenen Sicherheit aus. Die Eulen machen sich bei Gefahr ganz dünn, indem sie den Körper hochrecken und das Gefieder eng anlegen, so daß sie dann nicht mehr in ihrer Gestalt als Vogel zu erkennen sind, sondern einem dürren Ast gleichen und übersehen werden.

Die Rohrdommel sucht einer Gefahr dadurch zu entgehen, daß sie ihren Körper und Hals senkrecht in die Höhe streckt, so daß sie einem Pfahl oder einem Rohrhalm gleicht und auf diese Weise in dem dichten Röhricht verschwindet.

Der Ziegenmelker, der seinen abenteuerlichen Namen nach dem Volksglauben führt, daß er nachts in die Stallungen fliegt, um den Ziegen Milch zu rauben, was natürlich ein Märchen ist, setzt sich zur Ruhe nicht quer auf einen Ast, wie es alle anderen Vögel tun, sondern der Länge nach. Er gleicht dann dem Auswuchs eines knorrigen Baumastes und wird von seinen Feinden nicht so leicht erkannt.

Bei diesen Verstellungskünsten kommt der Eule, der Rohrdommel und dem Ziegenmelker noch die düstere, unscheinbare Färbung des Gefieders zugute, welche die Wirkung der Täuschung noch erhöht.

Der geängstigte Steinkauz macht fortgesetzt Verbeugungen, indem er seinen Körper auf und nieder schnellt. Im Halbdunkel einer Baumhöhle bewegen sich dann die leuchtendgelben, großen Augen rasch hin und her, wodurch vielleicht der Marder oder das Wiesel, wenn sie den harmlosen Kauz in seinem Versteck überfallen wollen, sich abschrecken lassen.

Unter den Säugetieren nehmen die Flughunde eine Schutzstellung ein, die sie als Tiere unkenntlich macht. Sie hängen sich mit den Hinterfüßen an einem wagerechten Ast auf und lassen den Körper mit engangelegten vorderen Gliedmaßen herabhängen. Hierdurch gewinnen sie das Aussehen einer am Baume herunterhängenden Frucht. Dieser Eindruck wird noch dadurch vervollkommnet, daß die gesellig lebenden Tiere in großer Anzahl nebeneinander hängen, so daß ein Schlafbaum der Flughunde wie ein mit Früchten reichbesetzter Strauch aussieht.

Der auf den Sundainseln lebende Pelzflatterer oder Kaguang (Galeopithecus volans) hängt sich beim Schlafen mit allen vier Füßen an einem Zweig auf und sieht mit seinem braunen, weiß gesprenkelten Fell wie ein Auswuchs am Ast aus. Der Kaguang gehört mit Spitzmaus, Igel und Maulwurf zur Ordnung der „Insektenfresser“. Eine zwischen den Vorder- und Hinterfüßen ausgespannte Flughaut dient dem Tier als Fallschirm bei seinen Sprüngen durch die Luft.

Auch einige Amphibien und Reptilien wenden Schreckmittel an, um sich zu verteidigen. Die Natur hat ihnen besondere Vorrichtungen verliehen, ihren Körper plötzlich zu verunstalten und dadurch den Feind abzuschrecken. Der in Südamerika lebende braunfleckige Sumpffrosch aus der Gattung Paludicola und der afrikanische Kurzkopffrosch (Breviceps mossambicus) können ihren Körper mit Luft so stark aufblasen, daß er zu einer großen Kugel wird, wodurch froschfressende Tiere abgeschreckt werden.

Auch die Chamäleons blasen bei Gefahr ihren Körper auf, der hierdurch eine dicke und pralle Gestalt erhält, die keine Angriffsflächen bietet, so daß die Bisse des Gegners leicht abgleiten. Außerdem nimmt das Tier durch Aufblasen des Kehlsacks und der Hautlappen, die manche Arten an den Kopfseiten tragen, ein absonderliches, abschreckendes Aussehen an. Das Aufblasen des Körpers geschieht vermittels der Lungen, die zahlreiche, schlauchartige Fortsätze haben, die sogar bis zu den Eingeweiden reichen und mit Luft gefüllt werden können. Diese „Blindsäcke“ der Chamäleons sind eine ähnliche Vorrichtung wie die „Luftsäcke“ der Vögel, welche im ganzen Körper verteilt unter der Haut liegen und ebenfalls mit den Lungen in Verbindung stehen. Es tritt hier unverkennbar die nahe Verwandtschaft der Vögel mit den Kriechtieren hervor, die die Abstammungslehre als die Ahnen der Vögel ansieht. Der Kehlsack des Chamäleons steht mit der Luftröhre, die Hautlappen des Kopfes mit den Eustachischen Röhren in Verbindung und werden von hier aus mit Luft gefüllt. Genau dasselbe zeigt auch das pneumatische System der Vögel. Die unter der Schädelhaut befindlichen Luftsäcke sind in der Regel gleichfalls an die Eustachische Röhre angeschlossen und hängen nur bei wenigen Arten mit den Lungen und Bronchien zusammen. Auch bei den Anolis dient das Aufblasen des Kehlsacks als Schreckmittel ([Abbildung 24]).

Die wegen ihres gefährlichen Bisses so gefürchtete indische Brillenschlange, die Kobra der Schlangenbeschwörer und Zaubrer, kann die vorderen acht Rippen ihres Leibes seitlich abspreizen, wodurch der hinter dem Kopf befindliche Körperteil die Form eines großen, breiten Schildes erhält. Die Schlange nimmt diese Stellung nur ein, wenn sie gereizt oder bedroht wird, und richtet sich hierbei senkrecht in die Höhe. Der zum Schild erweiterte Hals schützt den kleinen Kopf des Tieres und wirkt auch abschreckend auf den Feind ein. Die Brillenschlange führt ihren Namen nach der sonderbaren Brillenzeichnung auf der Oberseite des Halses, die bei entfaltetem Schild besonders zur Geltung kommt. Andere Schlangen, wie die afrikanischen Baumschlangen der Gattungen Dispholidus und Thelotornis, blähen den Hals ballonartig auf, um ihre Feinde abzuschrecken und einzuschüchtern. Bei der grauen Baumschlange Afrikas wird der gespensterhafte Eindruck des aufgeblasenen Halses noch dadurch erhöht, daß die teils schwarz, teils weiß gefärbte Haut zwischen den Schuppen, die in der Ruhe nicht sichtbar ist, beim Aufblasen des Halses stark hervortritt. Das Tier, welches die Schlange ergreifen will, sieht dann plötzlich anstatt des unscheinbar grau gefärbten Reptils einen schwarzweiß leuchtenden Ballon vor sich, erschrickt und ergreift die Flucht.

Die australische Kragenechse (Chlamydosaurus kingi) trägt einen 15 cm breiten Halskragen, der in der unteren Hälfte mosaikartig orange, rot, blau und braun gefärbt ist. Der Kragen kann wie ein Regenschirm zusammengelegt und aufgespannt werden ([Abbildung 25]). Die mit dem langen Schwanz 80 cm messende, braun und schwarz gezeichnete Echse ist sehr erregbar und spannt, wenn sie erschreckt wird, sofort den Schirm auf, wobei sie stets den Vorderkörper aufrichtet. Der Kragen dient sowohl als Schild beim Abwehrkampf, den die mutige Echse tapfer aufnimmt, wie als Schreckmittel, wobei wieder die bunte Färbung große Bedeutung hat. Die Entfaltung des Kragens erfolgt durch die in ihn hineinreichenden, sehr langen Zungenbeinhörner. Die Eidechse hat die sonderbare Gewohnheit, bisweilen in aufrechter Haltung auf den Hinterfüßen zu laufen, wobei der Schwanz als Stütze dient.

Die Unken nehmen auf dem Lande, wenn sie sich bedroht fühlen, eine ganz eigenartige Abwehrstellung ein. Sie biegen Hals und Kopf rückwärts und verschränken die Vorderfüße auf dem gekrümmten Rücken. Hierdurch treten die gelbgefärbte Unterseite und die hellen Fußflächen hervor, und das Tier erhält ein ganz anderes Aussehen, das eher einem verschrumpften, dürren Blatt als einem Tier ähnelt. In dieser Stellung verharrt die Unke regungslos, bis die Gefahr vorüber ist.

Manche Fische haben auf den Flossen, an den Kiemen oder in der Augengegend lange Stacheln, die willkürlich angelegt und aufgerichtet werden können. Bei Gefahr spreizt der Fisch die Stacheln und schreckt durch das so plötzlich veränderte und drohende Aussehen seinen Gegner ab. Diese Stacheln finden sich besonders bei den Barschen, beim Zander und anderen „Stachelflossern“ sowie beim Stichling. Mag dies Abwehrmittel auch in vielen Fällen erfolgreich sein, so nützt es doch nicht immer, denn gerade der Stichling wird trotz seiner wehrhaften Stacheln auf dem Rücken von größeren Raubfischen verschlungen.

Giftige Fische

Bei einigen Fischen sind die Stacheln nicht nur ein harmloses Abschreckmittel, sondern in der Tat sehr gefährlich. Sie sind giftig. An ihrem Grunde liegt eine Giftdrüse. Das Gift fließt, ähnlich wie bei den Giftzähnen der Schlangen, in einer Rille durch den Stachel in die Wunde des Gegners und tötet diesen sehr schnell. In der Nordsee gibt es zwei giftige Fischarten, das Petermännchen (Trachinus draco) und die Viperqueise (Trachinus vipera). Beide Fische vergraben sich gern in den Grund, um auf Nahrung zu lauern. Die Rückenflosse, deren Stacheln die Giftdrüsen tragen, ragen etwas heraus. Fühlt sich der Fisch bedroht, so richtet er die Giftstacheln dem Angreifer entgegen. Hierbei wird die schwarze Flosse fächerartig ausgebreitet. Sie bildet gewissermaßen ein Warnsignal vor der drohenden Gefahr der Giftstacheln. Durch Versuche wurde festgestellt, daß das Gift kleinere Tiere, wie Ratten und Meerschweinchen, je nach der Stärke der Dosis in einer oder mehreren Stunden tötet. Für den Menschen ist das Gift zwar nicht lebensgefährlich, ruft aber starke Entzündungen, heftige Schmerzen, unter Umständen sogar Erstickungsanfälle und Bewußtlosigkeit hervor.

Der Knurrhahn (Trigla gurnandus) breitet, wenn er erschreckt wird, seine großen buntfarbigen Brustflossen fächerförmig aus, was den Angreifer in Erstaunen setzt und seine Raublust unterdrückt. Der Knurrhahn lebt in der Nordsee und hat noch eine besondere Eigentümlichkeit. Er besitzt auf jeder Seite vor der Brustflosse drei lange, freie und bewegliche Strahlen, die er regelrecht als Füße benutzt. Mit Hilfe der Strahlen läuft der Fisch auf dem Grunde umher, indem er sich dabei auf den Schwanz stützt. Der Knurrhahn hat einen sehr großen, vierkantigen Kopf mit weit vorspringender Schnauze. Die allgemeine Annahme, daß die Fische stumm sind, wird durch den Knurrhahn widerlegt. Er kann freilich keinen Stimmlaut hervorbringen und ist insofern stumm wie alle Fische, aber er besitzt in den Kiemendeckelknochen ein Instrument zur Erzeugung von Tönen. Durch ein Aneinanderreiben der Knochen wird ein knurrender Laut hervorgerufen, den der Fisch stets hören läßt, wenn er aus dem Wasser genommen wird.

Kugelfisch, Igelfisch

Eine höchst merkwürdige Verstellungskunst treiben die Kugelfische, welche die Meeresküsten und Flüsse warmer Gebiete bewohnen. Bei Gefahr füllen sie ihren weitwandigen Magen mit Luft an und blasen hierdurch ihren Körper zu einer dicken Kugel auf ([Abbildung 26]). Durch die Luftansammlung wird das spezifische Gewicht geringer. Der Fisch steigt daher zur Oberfläche des Wassers herauf und läßt sich hier auf dem Rücken liegend treiben. Der Gegner schnappt vergeblich nach der großen Kugel, die keinen Angriffspunkt bietet, und gibt schließlich die Verfolgung auf. Beim Igelfisch (Diodon hystrix), der in allen tropischen Meeren verbreitet ist, ist die schuppenlose Haut mit einem Stachelkleid umgeben, das den Schutz noch erhöht. Der aufgeblasene Fisch wird ebenso wie der zusammengerollte Igel zur Stachelkugel.

Tintenfisch

Sogar die Tarnkappe wird unter den Verstellungskünsten der Tiere angewandt. Die Tintenfische machen sich unsichtbar, wenn sie verfolgt werden. Sie haben in ihrem Leibe am Ausgange des Enddarms einen Beutel, der mit schwarzbrauner Flüssigkeit gefüllt ist, den sogenannten Tintensack. Das Tier kann den Inhalt willkürlich aus dem After entleeren und hüllt sich dadurch in eine schwarze Wolke ein, die es den Blicken seiner Feinde entzieht. Der Name „Tintenfisch“ ist recht unglücklich gewählt, denn das Tier gehört nicht zu den Fischen, sondern zu den Weichtieren, unter denen es die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat. Die Tintenfische bilden die Klasse der Kopffüßler (Cephalopoda), die durch lange Fangarme am Kopf ausgezeichnet sind. Diese sind an der Innenseite mit Saugnäpfchen besetzt, welche den Zweck haben, Beutetiere zu ergreifen und festzuhalten, ferner die Fortbewegung durch Kriechen zu vermitteln und sich an Gegenständen festzuklammern. Das Sekret der Tintenfische spielt bekanntlich in der Malerei als „chinesische Tusche“ oder „Sepia“ eine große Rolle.

Die Tintenfische der Tiefsee sondern anstatt der schwarzen Flüssigkeit, die in der Finsternis der Meerestiefe nicht zur Geltung kommen würde, ein grünlich leuchtendes Sekret aus ihren Leuchtorganen ab, das als Leuchtkugeln und leuchtende Fäden sich im Wasser verbreitet und den Feind irreführt. Da viele Tiere der lichtarmen Tiefsee mit Leuchtorganen ausgestattet sind, so verfolgt der Angreifer den Lichtschein, in der Meinung, daß er von dem Tierkörper selbst ausgestrahlt würde, und der Tintenfisch kann sich unterdessen in Sicherheit bringen.

Sichtotstellen der Insekten

Viele Insekten, besonders Käfer, haben die Gewohnheit, bei drohender Gefahr sich von der Blüte oder dem Blatt, auf dem sie sitzen, herabfallen zu lassen und dann mit angezogenen Beinen und Fühlern sich völlig regungslos zu verhalten. Sie stellen sich tot und entgehen dadurch der Gefahr. Dies Schutzmittel ist besonders wirksam, wenn die Tiere ins Gras oder zwischen dürre Blätter fallen und hier gänzlich verschwinden.

Beruhen die mannigfachen Verstellungskünste, die die Tiere ausführen, auf Verstand und Überlegung? Diese Frage müssen wir nach dem Stande der modernen Tierpsychologie verneinen. Wie schon an anderer Stelle erläutert wurde, beruhen die Handlungen der Tiere, die zu ihrem Lebensunterhalt notwendig sind, auf angeborenen Trieben, die ganz reflektorisch und maschinenmäßig ausgeführt werden. Der Biber errichtet seine kunstvollen Wasserbauten und der Vogel sein zierliches Nest, ohne einer Anleitung oder Unterweisung in der Technik der Baukunst zu bedürfen. Die Ausführung dieser Arbeiten ist eine angeborene Eigenschaft, die ganz automatisch sich auswirkt. So dürfen wir auch mit Recht annehmen, daß die Verstellungskünste der Tiere nicht auf individueller Erfindungsgabe und Intelligenz beruhen, sondern ebenfalls angeborene, automatische Triebhandlungen sind. Es sind nur Reaktionen auf äußere Reize, hervorgerufen durch plötzlichen Schreck und Furcht. Das Sichtotstellen des Käfers ist weiter nichts als eine plötzliche Nervenlähmung, die eine Zeitlang anhält. Auch das Vortäuschen der Flügellahmheit einer geängstigten Vogelmutter, die Pfahlstellung der Rohrdommel, das Aufblasen des Kehlsacks beim Chamäleon und Anoli sind rein reflektorische Auswirkungen des Nervensystems. Daß nicht individuelle Einsichtshandlungen vorliegen, sondern daß es sich nur um angeborene Triebhandlungen handelt, geht am besten daraus hervor, daß alle diese Tiere gleicher Art ihre Schreckstellungen und Gebärden stets in ganz gleicher Weise und immer unter denselben Bedingungen und Voraussetzungen ausführen, und daß wir ein ähnliches Verhalten bei anderen Tieren vermissen, deren Verkehrsformen die Schauspielerkunst fehlt.

Der Ausspruch in Goethes Faust:

„Ich finde nicht die Spur

Von einem Geist, und alles ist Dressur“

hat in diesem Falle volle Gültigkeit. Der Dresseur ist die Natur, die den Tieren diese höchst zweckmäßige Handlungsweise mit auf den Lebensweg gab.