Anmerkungen.
[1] Urkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 19. Juli 1062, wodurch er den Kanonikern zu Bamberg den von seinem Vater an Nürnberg übertragenen Markt mit dem Zoll und der Münze an Fürth zurückgibt. Mon. Boic. XXIX, Nr. 406.
[2] Die zuerst von Baader in seinen Beiträgen zur Kunstgeschichte Nürnbergs, I (Nördlingen 1860), S. 49, aufgestellte, dann von der kunsthistorischen Lokalforschung aufgenommene und von dieser in die allgemeine Kunstgeschichte übergegangene Behauptung, die Kirche St. Sebald sei 1256 in ihrem Hauptteile fertiggestellt und geweiht worden, erweist sich als nicht stichhaltig, da dies aus der Ablaßurkunde des Bischofs Heinrich von Bamberg vom 1. Oktober 1256 nicht geschlossen werden darf. Vgl. hierüber außer Baader insbesondere noch Sighart, Geschichte der bildenden Künste im Königreich Bayern, München 1862, S. 235, ferner Schnaase, Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter, Düsseldorf 1872, Bd. III, S. 348, B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen in Bayern etc., München und Leipzig 1888, S. 154 und Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, 1, S. 500. Beim Dom zu Bamberg, mit welchem St. Sebald in engem baugeschichtlichem Zusammenhang steht, hat man in der Datierung einen ähnlichen Fehler begangen und eine Ablaßurkunde von 1274 dahin gedeutet, als sei zu dieser Zeit noch an der Vollendung des Domes gearbeitet worden. Bezüglich der Einweihungsurkunde vom 17. August 1274 siehe das folgende Kapitel sowie Beilage 4. Den Inhalt der Urkunde vom 1. Oktober 1256 gibt Lang, Reg. B. III, 83, kurz wieder mit: „Henrici episcopi Babenbergensis indulgentiae pro ecclesia parochiali sancti Sebaldi in Nuremberg. Dat. die sancti Remigii (1. Oktober)“, spricht demnach nicht von einer Einweihung.
[3] Über die Kapelle St. Peter wurde urkundliches Material nicht gefunden. Nur spätere Chroniken berichten von ihr in der bekannten sagenhaften Art und abweichend voneinander. Über die ehemalige Existenz der Kapelle jedoch — darin stimmen alle Chroniken überein — besteht kein Zweifel. Möglicherweise hat sie an Stelle des jetzigen Peters- oder Westchores gestanden.
[4] Vgl. Otto Schulz, Die romanischen Bauteile von St. Sebald und ihre Instandsetzung, in der Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1908, S. 529 f., sowie bezüglich der während der letzten Restaurierung gemachten baugeschichtlichen Feststellungen: Derselbe, Die Wiederherstellung der St. Sebaldkirche in Nürnberg 1888–1905 in den Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. 1905.
[5] Anderweitiger Schmuck war nur spärlich vertreten. Im Mauerwerk des jetzigen Ostchors befinden sich Steine, welche vom romanischen Bau stammen. Dieselben zeigen den Zahnschnitt. Ein auf dem Dachboden gefundener, jetzt im Lapidarium (ehem. Westkrypta) aufbewahrter Stein hat Flechtwerk.
[6] Für den nachträglichen Anbau der beiden Portale an die Turmhallen hat Prof. Schmitz nachfolgende Gründe geltend gemacht: 1. Das Mauerwerk der Portale hat einen auffallend weiten Vorsprung vor die Mauerflucht der Türme. 2. Der Steinverband zeigt, daß ein organischer Zusammenhang zwischen dem Mauerwerk der Portale und dem der Türme nicht besteht. 3. Das südliche Portal steht nicht in der Achse des alten Seitenschiffes. 4. Die Segmentbögen über den Türöffnungen im Innern haben dieselbe Form wie die der Portale an den gotischen Seitenschiffen. 5. Die Steinquadern der Dachschrägen der Portale haben sich bei der Abnahme anläßlich der jetzigen Restaurierung als auf allen Seiten sauber behauen erwiesen, was nur damit erklärt werden kann, daß sie von einem anderen Bau herrühren. 6. Die Bogenquadern zeigen an den Fugenkanten Beschädigungen, welche nicht auf Verwitterung, sondern auf einen stattgehabten Abbruch oder Transport deuten. 7. Die Profilierung des Dachgesimses ist gotisch. 8. Die Risse im Mauerwerk über den Segmentbögen weisen auf ein späteres Einsetzen der Portale hin.
[7] Weese, Die Bamberger Domskulpturen, Straßburg i. E. 1897, S. 3 ff., und derselbe in der geschichtlichen Einleitung zu Aufleger, Der Dom zu Bamberg, München 1898, hat das einschlägige Urkundenmaterial in der Hauptsache zusammengestellt.
[8][8] Näheres bei B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern, Bayerisch-Schwaben, Franken und die Pfalz, München und Leipzig 1888, S. 50 ff., S. 65 ff. und S. 147 f., und bei Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, Bd. I, S. 176 ff.
[9] Bei den doppelchörigen Anlagen mit westlichem Querschiff, wie sie den vorhin erwähnten Bauten, den Domen von Mainz und Worms einerseits, dem Augsburger Dom, St. Emmeram und Obermünster zu Regensburg und dem Dom zu Bamberg andererseits, eigen sind, war der Westchor fast regelmäßig dem hl. Petrus geweiht. Bezüglich der Sage des hl. Sebald siehe die ausführliche Wiedergabe der Legende bei Reicke, Geschichte der Reichsstadt Nürnberg, Nürnberg 1896, S. 20 ff.
[10] Die Kleeblattblendbögen unter den Ostchorfenstern und an den Ostchorschranken des Bamberger Domes bleiben hier außer Betracht, da sie einer viel früheren Zeit, nämlich dem Bau von 1186–1201, angehören.
[11] Die Maße sind selbstverständlich abgerundet. Genau betragen dieselben in Metern ausgedrückt bei Bamberg 24,8 : 12,6 und bei Nürnberg 19,75 : 7.
[12] Dehio und Bezold, a. a. O. 1, 517 ff.
[13] Siehe Städtechroniken: Nürnberg, Bd. I, S. 320. Verschiedene Angaben über die Geschichte des Klosters Ebrach beruhen auf freundlicher Mitteilung seitens des kgl. protestantischen Pfarrers am Zuchthause Ebrach, Herrn Dr. Jäger, welcher inzwischen seine Forschungen über das Kloster in einer umfassenden Arbeit niedergelegt hat: Die Klosterkirche zu Ebrach. Ein kunst- und kulturgeschichtliches Denkmal aus der Blütezeit des Zisterzienserordens. Von Dr. Johannes Jäger. Würzburg 1903, Stahelsche Verlagsanstalt.
[14] Hier muß wiederholt betont werden, daß die Blendarkaden im Bamberger Ost- oder Georgenchor nichts mit denen in Ebrach zu tun haben, da sie einer früheren Zeit angehören. Es ist somit irrig, wenn Weese, Bamberger Domskulpturen, S. 10, sagt, das Innere des Georgenchores bilde mit der Michaelskapelle eine Gruppe, in der durchgehende Züge nicht zu verkennen seien. Es soll damit nicht bestritten werden, daß die ersten Kleeblattblendbögen in Bamberg von Zisterziensern vermittelt wurden, nur war eben nicht das Ebracher Kloster der Ausgangspunkt.
[15] So M. M. Mayer, a. a. O. S. 5. Nach ihm hätte Friedrich Holzschuher etliche Zinse, von der Kirche an seinen Vater Herdegen Holzschuher verkauft, um die baufällige Kirche — die eine (vielleicht nördliche) Seite war baufällig geworden — mit dem Erlös wieder herstellen zu lassen. Auch Baader, Beiträge, I, 50, sagt, 1309 hätte eine der beiden Abseiten einzufallen gedroht, allein ein edler Bürger, Friedrich Holzschuher, hätte sich mehrerer Güter entäußert und mit dem gelösten Geld den Baufall gewendet. Baader weiß also nicht einmal, daß Friedrich Holzschuher Pfleger bei St. Sebald war und daß er ein Haus, dessen Besitzerin die Kirche war, als Gotteshauspfleger verkaufte. Baader und Mayer scheinen auf die gleiche Quelle, etwa auf eine Chronik, zurückzugehen, da beide von der Baufälllgkeit nur eines Seitenschiffes wissen. Rée, Nürnberg (in den Berühmten Kunststätten, Nr. 5), 3. Aufl. 1907, S. 39 ff. gibt bereits richtig die engen Raumverhältnisse als Grund für den Umbau an.
[16] Siehe Mummenhoff, Altnürnberg (Bayerische Bibliothek, Bd. 22). Bamberg 1890. S. 71 ff.
[17] Vgl. M. von Kramer, Die Umbauten am nördlichen Seitenschiff der Sebalduskirche zu Nürnberg. In der Zeitschrift für Geschichte der Architektur, III. Jahrgang (1909), S. 35 ff.
[18] Städtechroniken, Bd. I, Einleitung; auch für das Folgende.
[19] Mummenhoff, Altnürnberg, Bamberg 1890.
[20] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 23. Februar 1358 (nicht 16. Februar, wie in den Städtechroniken, Bd. I, Beil. II, zitiert wird) im K. Bayer. Allgem. Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 79: „… (ecclesia) que reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates …“ — Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 21. September 1358 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 82: „… Cum igitur, sicut accepimus, parrochialis ecclesia sancti Sebaldi predicta in edificiis et aliis ornamentis ecclesiasticis defectus notabiles patiatur nec eidem pro restauracione predictorum proprie sufficiunt facultates …“
[21] Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch. Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 96 vom 6. Mai 1360.
[22] Städtechroniken, I, 353: „Item in derselben jarzal des kunigs gepurt (1361) in demselben sumer da ward sant Seboltz chor angefangen“ (Chronik bis 1434) und III, 155: „Auch kürzlich darnach (nach dem Ausbau und der Bemalung des Rathauses unter Ludwig dem Bayern) wart sant Sebolts kor angefangen und etlich grunft [=Gruft] abgetan und geebnet, da nun alter steent“ (Meisterlin). Ferner Städtechroniken IV, 126: „In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen“ (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Vgl. auch Städtechroniken, IV, 61, Anm. 3.
[23] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom Jahre 1362 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 100: „… qui ad novam structuram parochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique etiam personaliter laboraverint in eadem …“
[24] Städtechroniken, I, Beil. II, wo die Urkunde, Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 107, abgedruckt ist. Siehe auch Mummenhoff, Das Rathaus in Nürnberg, Nürnberg 1891, S. 12, wo für „im Osten des Rathauses“ „im Westen des Rathauses“ zu lesen ist.
[25] Urkunde vom 17. Dezember 1364 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 109.
[26] Urkunde vom 23. Oktober 1365 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 115: Bischof Friedrich von Bamberg bestätigt den für den Jakobsaltar präsentierten Vikar Priester Ulrich Kemnater.
[27] Urkunde vom 3. Juli 1370 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 124, laut welcher Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer Pfründe „in altari eiusdem beatissime Marie virginis sito in cripta parrochialis ecclesie sancti Sebaldi“ bestätigt.
[28] Siehe die Urkunden im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 125 vom 4. Juli 1370 (Bestätigung einer Pfründe auf den Zwölfbotenaltar), Nr. 128 vom 11. Dezember 1371 („Consens vnd ordinacion der Vörchtelpfrund auf Sant Sebalds altar“), Nr. 129 vom 11. Dezember 1371.
[29] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 152, laut welcher Kardinal Pileus einen Ablaß für die Messe des Marienaltares erteilt.
[30] Urkunde im Stadtarchiv Nürnberg, St. Sebald Nr. 39, 132 vom 20. Dezember 1372: Die Witwe Margareta Has erhält für ihre abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des St. Sebaldchores unter der Bedingung, den jährlichen Zins wie zuvor an die Deutschherren zu entrichten und für den Fall, daß die Kirchenverwaltung von St. Sebald oder der Rat die Brotbank erwirbt, ihre Rechte für 80 fl. abzutreten. Urkunde ebenda, Nr. 40, 134, vom 15. Oktober 1372: Die Kirchenpfleger von St. Sebald, Michael Grundherr und Heinrich Semler, verpflichten sich, die Brotbänke, welche die Pächter für die abgebrochenen Bänke an den Pfeilern des Sebalduschores erhielten, wenn notwendig, einzulösen.
[31] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 146: „Cum igitur dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant devocionem et affectionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, intendant, ad cuius perfectionem eiusdem ecclesie non suppetunt facultates, sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria et etiam oportuna …“ Siehe auch Städtechroniken I, Beil. II. Ferner Urkunde vom 18. Juni 1379 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 149, laut welcher Kardinal Pileus mehrere Ablässe bestätigt.
[32] Städtechroniken, I, 354: „Item in derselben jarzal (1379) am suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant Seboltz chor“ (Chronik bis 1434), III, 290: „darnach am suntag noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen zu Nuremberg geweihet“ (Meisterlein). Siehe auch Städtechroniken, I, Beil. II. Bezüglich der Baukosten: Städtechroniken, IV, 126: „Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen“ (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Es können natürlich nur Goldgulden gemeint sein.
[33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heißt es: 7 Seiten des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmäßigkeiten im Chor führt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis; jedoch spricht die Konstruktion mehr für das Sechzehneck, und dem regulären Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses entsprechen.
[34] Die Schautüre wurde erst 1480 ausgebrochen: „Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.“ Städtechron. IV, 361 (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts).
[35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten spielten: „Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank“ (1433). Städtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: „der stat pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag“ — zur Feier des Krönung Sigmunds (in Rom) 1433, Städtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454). — Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden. Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken, daß die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere Stärke hat als die alte romanische Querschiffwand.
[36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II, 333 f. Max Bach im Repertorium für Kunstwissenschaft, XXIII, S. 377 ff. — Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche in die Zeit von 1351–1414 gesetzt. Die Inschrift am nördlichen Chorportal spricht aber ausdrücklich von der im Jahre 1351 erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht über die frühere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel, dessen Westportal auf Vergleiche mit Eßlingen, Reutlingen und Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts zu setzen ist. Die Angabe Bachs, daß in den Jahren 1326 und 1327 Altäre in der Kirche bestanden hätten, beweist für die Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben können, wie ja auch die romanischen Türme an den beiden Langseiten bis zu dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind.
[37] Das Inventarwerk des Königreichs Württemberg nimmt drei Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324–1332 der Chor, 1350–1360 die drei östlichen Schiffjoche und 1400–1420 die drei westlichen und der Turmunterbau.
[38] Vgl. für das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372–1378, Prag 1890, und Neuwirth, Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und seine Familie. Prag 1891.
[39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr 1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber in seiner späteren Publikation (Peter Parler und seine Familie) für 1330.
[40] Vgl. vor allem die ausführliche Abhandlung von Albert Gümbel, Meister Heinrich der Parlier der Ältere und der Schöne Brunnen, im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken (1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch die Ausführungen und Nachweise über das Parlieramt, das Amt des städtischen Parliers („der stat parlirer“) im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Nürnberg.
[41] Es muß hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der Gmünder und Prager Meister, Repertorium für Kunstwissenssenschaft XVI, S. 344 ff., erwähnt werden. Karstanjen selbst sagt, daß Heinrich Parler als Angehöriger der Familie Parler auf seinen Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher die von Neuwirth behauptete Identität des Heinrich Parler mit Heinrich von Gmünd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen diese Auffassung einen Johannes von Gmünd und einen Michael von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezüglich des Heinrich Parler, von dem er nicht weiß, wo sein Wirkungskreis vor 1378 lag, kommt er zu dem Schluß, derselbe gehöre der dritten Generation der Parlerfamilie an.
[42] Vgl. Gümbel, a. a. O. S. 77. Thieme und Beckers Allgemeines Künstler-Lexikon, III.
[43] Chronik bis 1434 (1441). In den Städtechroniken, I, 349. Ferner in der Chronik, XIV½ 106, Manuskripte 52 des Kreisarchives Nürnberg: „Der andere turn an St. Sebalds kirch gegen der vesten oder dem pfarrhof ist gebauet worden anno 1345. Ist zu desselben bedachung gebraucht worden 104 zentner und 79 lb. zinn und 47 centner blei“… Die beiden Angaben differieren also nur in der Anzahl der verwendeten Zentner Blei.
[44] Chronik, XIV½, 106, Manuskripte 52 im Kreisarchiv Nürnberg.
[45] Belege dafür, daß der südliche, also der der Stadt zu gelegene Turm, eine Wächterstube hatte, sind u. a.: Octbr. (1377): „lt. ded. ½ lb. hl. von einem stübel und einem ofen zu pessern uff sand Seboldsturn“ [= 2 Fl. 50 Kr, in G. oder 2 Fl. in S.] (Ulman Stromer in Beilage XI B der Städtechron. I, 261). „It. ded. (1388) dem türner uff sant Sebolts turne 2½ β hl. von dem glokhause zu pezzern, do die orglok in hangt.“ „lt. ded. ei iterum 8½ β hl. von der orgloken zu pezzern.“ (Ebenda, I, 268/269). Vgl. auch die Urkunde vom 23. Dezember 1474, Kreisarchiv Nürnberg, S I, L 113, N 17, in welcher der Bischof von Bamberg Absolution für die Sebalder Kirche erteilt wegen auf dem Turm zwischen den Wächtern verübten Totschlags.
[46] So heißt es beispielsweise in der Ablaßurkunde vom 3. Mai 1360: „… ad ergastulum vel ad altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum sub turri in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch …“ Es ist also hier, wie auch anderwärts, nur von einem Turm die Rede.
[47] „Wer sant Sebolcz zben türen gesehen hat, ee sie hoher gepaüt sein worden, das noch nit dreisig jar lang ist, der hat wol gesehen, das sie haüben weis gedegt waren mit zin wie ein pfifferling, das ein gute anzeigüng gab ires großen alters“ Originalhandschrift des Lazarus Holzschuher im Besitze der Freiherrl. von Holzschuherschen Familie, Blatt 113b, in den Städtechroniken, I, 349.
[48] „In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen. Der kostet 24.000 gulden on die suppen. und so ist auf dem untern turn 100 und vier zentner zins und 69 lb. und 18 lb. bleis.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 126/7. Nach der Chronik bis 1434 (1441) in den Städtechroniken, I, 349 soll es der nördliche Turm gewesen sein.
[49] „Desselben jahrs (1447) 24 september decket man sant Sebolts turn mit zin und machet den vergulten knopf darauf.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 168.
[50] Die Angabe ist insofern unrichtig, als der südliche Turm erst im kommenden Frühjahr abgebrochen wurde: „Item 1482 nach den osterfeirtagen da prach man den untern turn sant Seboltz unterm dach ab und prach 12 wochen daran ab.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 367. Ferner: „Item adi 27. abrill (1482) prach man den turn gegen der wag ab, als man die alten stain noch sieht.“ Tuchersche Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 476.
[51] „Des jars (1482) da ward der unter turn zu sant Sebolt oben erhöht und gemaurt umb Martini und darnach umb pfingsten unten das alt herab gepikt in zwaien körben.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 368. „Item 1482 jar warn die zwen türn zu sant Sebolt angefangen zu pauen und am 13. tag monats marci hub man an zu fahen stain zu hauen und wart von rats wegen darzu geben die ped herrn die losunger her Ruprecht Haller und her Niclas Groß und Hanns Tucher der elter am Milchmarckt mit sampt dem kirchenmaister Sebolt Schreier.“ Aus der Tucherschen Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 475.
[52] Baader folgt, wie bereits Städtechroniken, IV, 475, Anm. 1, ausführlich nachgewiesen, den Aufzeichnungen des Kirchenmeisters Sebald Schreyer (Kirchenmeister seit 24. September 1482).
[53] Nach Baader bis 1486, Tuchersche Fortsetzung und Chronik im Nürnberger Kreisarchiv XIV½ 106, Manuskripte, 1485.
[54] M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6.
[55] „Item 1400 und 95 jar da machet man am ersten die virtailorglock auf sant Sebolt turn an sant Francißen obent.“ Heinrich Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 584, dagegen: „Anno 1493, hat man auf diesen (untern) thurn ein viertel-stund-glocken gehangen,“… Chronik im Nürnberger Kreisarchiv, XIV½, 106: Manuskripte 52. Weder die eine noch die andere Jahreszahl ist übrigens richtig, es ist vielmehr 1494 zu setzen, wie es auf der Glocke selbst steht und durch die Ratsverlässe bestätigt wird. Vgl. S. 174, Text und Anmerkung. — Auch die 1577 erfolgte Erneuerung der Gänge bezog sich nach jener Chronik im Kreisarchiv nur auf den südlichen Turm.
[56] S. Christian Mayer, Die Stadt Nördlingen, ihr Leben und ihre Kunst im Lichte der Vorzeit, Nördlingen 1876 und 1877, 2, S. 132 ff. Jedoch mit der Berufung Kuglers nach Nürnberg zum Zweck der Vollendung des Augustinerklosters hat Mayer, wie es scheint, unrecht. Denn Mayer berichtet ausdrücklich, daß Kugler anfangs der achtziger Jahre nach Nürnberg ging und aus dieser Zeit ist von einer Vollendung oder sonstigen wichtigeren Bauvornahmen am Augustinerkloster nichts bekannt. Die Nachricht dürfte demnach auf einem Irrtum, beziehungsweise auf einer Verwechslung beruhen.
[57] Chr. Mayer, a. a. O. 2, S. 131 f.
[58] Tuchersche Fortsetzung der Jahrbücher bis 1469 in den Städtechroniken, V, 505. Die dort beigefügte Anmerkung lautet: In den Band III, 339 ff. angeführten Schreyerschen Handschriften der Nürnberger Stadtbibliothek Will. II, 1353, finden sich Blatt 83–97 nach Geschlechtern geordnet verzeichnet: „Etlich gedechtnuß und totten oder leichschilt, so im 1493. jar zu sant Sebolt, alß man den core und kirchen hat weißen wollen, gehangen sind, die dann Sebolt Schreyer, dazumaln kirchenmeister, hat wegen des weißens abnemen lassen und nach dem weißen wider aufzuhohen verordnet.“
[59] Baader, Beiträge, 2, 27.
[60] Einnahmen und Ausgaben bei der Renovierung der Kirche St. Sebald in den Jahren 1657–1664. Ambergersammlung 270 im Stadtarchiv Nürnberg. Die meisten Angaben beziehen sich auf das Inventar der Kirche.
[61] „Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 361. Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3. Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, März 23): „Item ein neue tür zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen.“ Die kleine, noch jetzt vorhandene Pforte (später Schautüre geheißen) ist schmucklos. Unverletzt sind die prächtigen Glasmalereien der (an den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, während die St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde.
[62] „Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten, da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der meßnerknecht stublein, im slot.“ Heinrich Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 554.
[63] Ob eine Galerie, wie sie anläßlich der gegenwärtigen Restaurierung am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprünglich vorhanden war, läßt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36 zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der Literatur und sonst veröffentlicht oder behandelt, so in den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, 8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und Essenwein unterzeichneten Gutachten über den gegenwärtigen Zustand der St. Sebalduskirche zu Nürnberg und die daraus sich ergebenden Arbeiten, Nürnberg 1882, Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, G. 8001, 4°, usw. — Bezüglich der Stadtpfeifer siehe u. a. Städtechron., I, 449 (Chronik bis 1434): „lt. ded. 8 lb. 8 β hl, das der freuden tanz gekost hat und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man freudenfeur machet allumbundumb in der stat“… (Kaiserkrönung Sigmunds, 29. Juni 1433) und Städtechroniken, IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386–1454): „Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig Sigmund gekrönt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt man auf dem haus“ (Rathaus).
[64] Das einschlägige Material im Stadtarchiv Nürnberg, XL, 19: Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder Schlagthurn betr. etwa 1550–1616 und XL, 20: Sebalder Schlag Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A° 1647 betr.
Um 1560: Den gang auf s. Sebalds turn belangend:
Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so muß man darzu haben 16 stuck von guttem stain, einß 6½ statschuh reichlich lang und 3½ statschuh reichlich hoch und 14 stat zol dieck, mer 1 st. 2½ statschuh reichlich lang und in gemelter hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und mit plei außgegoßen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich, ime solt der schwank nichts mehr than vom leüten, wann ime ist eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther oder zeug (wie dann geschehen) auß den fugen kumbt, so muß das steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch schein ist.
E. E. W.W. diener.Jorg Ungr.
Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher.
Auf vorstehendes Schriftstück beziehen sich offenbar die beiden in dem Akt befindlichen und mit den Nummern 4 und 5 versehenen Zeichnungen. Nr. 4: „Gang auf s. Sebald schlag turn“; etwa 1 : 10; Zeichnung einer halben Seite des Ganges. Nr. 5: Durchschnitt des Ganges mit Maßangabe; etwa 1 : 20; in entsprechender Größe liegt dieser Zeichnung die eines Geländerquadrates mit Ornament bei. Unter der großen Zeichnung: „Item die zwo seiten des gangs auf sant Sebalts schlag durn ein jede gegen aufgang und nidergang ist die leng 26 stadtschuh weniger 3 zoll. Item die andern zwo seiten gegem mittag und miternacht ist ein jede 25 stadtschuh lang weniger 3 zoll“.
Bei beiden großen Zeichnungen ist auf jedes Eck des Geländers eine Kugel von dem Durchmesser der Geländerstärke (= 10") gezeichnet.
1571: Unvollendetes Schriftstück. Cuntz Helzner, Parlier und Steinmetz, besichtigt am 5. Januar das „gelen[der]“ des Schlagturms.
1591, 4. Sept. Besichtigung des Schlagturmes. Dach über den Schlagglocken schlecht infolge des Hereinregnens ist das Gebälk angefault. Der Schlot ebenfalls „bußwirdig“.
M. Mathes Herdegen schlägt das Rüsten und die Ausbesserung des Schlotes (abgesehen vom Dach und Gebälk) auf etwa 20 fl. an.
1609, 13. Mai: Besichtigung des Sebalder Schlagturmes: Die Dachbleche oberhalb der Schlagglocke waren sehr löcherich und bußwürdig, sodaß durch den eingedrungenen Regen das Gebälk angefault war. Auch die drei Sonnenuhren an den drei Seiten wurden für schlecht befunden, sie waren „sehr abgewaschen und verdunkelt, daß die zal und stunden nicht wol mehr daran zue sehen“; es wurde vorgeschlagen, die Uhren mit Ölfarben zu „verneuern“.
Durch Ratsverlaß vom 18. Mai wurde die Ausbesserung des Dachstuhles und die Verneuerung der Sonnenuhren mit Ölfarbe befohlen.
1613, 8. Jan.: Ratsverlaß: „Uff das mündlich fürbringen, daß ein nagel, damit die knopffstangen an dem einen turn gegen der wag zue s. Sebalds kirchen angehefftet gewest, durch die große bewegung des winds herab gefallen und zu besorgen, das vielleicht gefahr dabei sein möchte, ist bevohlen, dieweil albereit der augenschein eingenommen worden, solches mit geringen uncosten ins werk zuerichten. Actum freitags den 8. januarii anno 1613.
Herrn paumeister“.
Außerdem steht noch am Rand, offenbar auf den Turm bezüglich: „welchen der baumeister ampts halber zue underhalten schuldig.“
Ferner: 1613. „Wegen des gerüsts uffm Sebalter schlagturn:
Verzeichnus, was für personen vergangenen 11. januarii bis uff 16 dito wegen der zweier in der helmstangen ausgefallener keil halber uffm Sebalter schlagturn rüsten und dasselb wider abbrechen helfen.
| M. | Georg Harsch, dachdecker, hat das gerüst gemacht, | ||
| Michel Schwob | deckersgesellen, haben auswendig rüsten helfen, | ||
| Cunz Scheffer | |||
| Melchior Schuler | zimmergeselln, haben auch auswendig hierzu geholfen, | ||
| Hainrich Rödl | |||
| M. | Wolf Seyfert, düncher, | ||
| Hannß Zehenter | dünchersgesellen, haben sampt iren maister inwendig hinaus zugelangt. | ||
| Georg Haidenreich | |||
| E. E. und H. | ||
| underteniger | ||
| David Rupprecht anschicker“. |
Schließlich Bericht einer Besichtigung des Daches und Dachstuhles des Schlagturmes durch den Baumeister Wolf Jakob Stromer, den Anschicker David Rupprecht und 3 Stadtmeister vom 15. Januar. Die „seuln“ bei der Viertelglocke seien vor der Zeit „auch mit zin und plei under einander vermengt gewesen“. In dem langen Bericht wird hauptsächlich der schlechte Zustand der Bedachung und des Gebälks hervorgehoben und die „elende besserung“ gerügt.
1616, 28. Mai: Ratsverlaß: „Das abgerissene zihen [Zinn] vom Sebalder turn widerumb bessern zu lassen.
Hansen Hegel, Friderich Schwarzpecken und Nicodemum Kraußn, alle drei turner auf s. Sebalds turn, soll man ungeachtet ihrer entschuldigung ins loch gehen lassen, mit dem eltisten einen anfang machen und nachmals auch die andern hinab schaffen und auf das abgerissene zihn vom turn zu red halten, sonsten aber, was schadhaft worden, fürderlich wider bessern lassen und hinfüro monatlich eine besichtigung der türn fürnemen, damit dergleichen schad nit mehr geschehe; weil auch die turner so gar geringe besoldung haben, soll man bedacht sein, wie inen dieselbe zu bessern. Actum erichtags den 28. mai a° 1616.
Die herren schöpffen
herrn paumeister.“
Dazu Ratsverlaß vom 30. Mai:
„Hansen Hegel, turner auf s Sebalds turn, auslassen, wie auf seiner sag verzeichnet, und dieselbe dem herrn paumeister und anschicker fürhalten, auch den augenschein einnemen und, was an den fenstern und sonsten zu bessern ist, bessern, auch ihnen ein sail, ihr speis und trank daran hinauf zu zihen, geben lassen. Actum donnerstags den 30. mai anno 1616.
| Herrn | H. J. Pömer, | |
| paumeister.“ |
1647. Ausführlicher Akt betreffs Restauration des Sebalder Schlagturmes. Es handelt sich um Bedachung mit Kupfer, da das Zinn 1593, 1613 und 1616 habe ausgebessert werden müssen und nun schon wieder der Reparatur bedürfe. Die Verhandlungen beginnen mit dem 20. Mai. Ein Überschlag über die Bedachung mit Kupfer wurde gefertigt und alles in allem mit 914 fl. 50 kr. berechnet, während bei Bedachung mit Zinn 60 Ztr. nötig wären, welche allein schon eine Summe von 1380 fl. geben würden (an Kupfer seien höchstens 20 Ztr. erforderlich). Dem Akt liegt eine Zeichnung des Turmdaches (etwa 1 : 80) bei, auf welcher angegeben ist, wie und mit welchem Metall die einzelnen Teile bedacht, wie hoch dieselben sind und was nun damit zu geschehen hat. Ferner liegen Wagzettel über verkauftes Zinn und angekauftes Kupfer bei.
Das Jahr 1577, in welchem die Erneuerung der Kranzgalerie vorgenommen worden sein soll, findet sich unbeglaubigt bei M. M. Mayer, Die Kirche des heiligen Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6: 1496 wurden die beiden zierlich durchbrochenen Gänge gemacht, welche man aber 1577 wieder neu bauen mußte. — Bezüglich des Jahres 1591 siehe auch Stadtarchiv Nürnberg, LXXVIII, 267b, den Ratsverlaß vom 4. Oktober, durch welchen die Ausbesserung der Mängel auf St. Sebalds Schlagturm anbefohlen wird. Von den darin enthaltenen vier Anordnungen kommt hier die zweite in Betracht: „Die fürgebrachten mengel auf s. Sebalds schlagturn, soll man mit ehestem bessern und renofieren lassen, ehe grosserer schaden geschicht per herr baumeister montags 4. octobris 1591.“
[65] Aus der „Untertänigen Anzeige“ des Almosenamtes an das Bauamt, welches die Baupflicht von „solchen Gebäuden“ hat und das Weitere zu verfügen ersucht wird, vom 4. August 1754. Stadtarchiv Nürnberg, Sebalder Kirche: Acta, die Reparatur der Beschädigung durch Einschlagen des Blitzes 1754. Ferner Stadtarchiv Nürnberg, XL, 18: Sebalder Kirch. Die Reparatur des durch das Wetter Einschlagens allda verursachten Schadens 1754 betr. Außerdem siehe ebenda den Ratsverlaß vom 5. August an das Bau- und das Stadtalmosenamt, welche aufgefordert werden, die Reparatur sobald wie möglich vorzunehmen, und den anderen Ratsverlaß vom 5. August ähnlichen Inhalts an das Bauamt.
[66] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 248. Rentkammer-Akten 45: Akta, die Reparatur der Helmstange auf dem Sebalder Kirchturm betr. 1804 und 1805, enthaltend die amtlichen Vorverhandlungen und den auf 299 fl. 20 kr. berechneten Kostenvoranschlag des Tünchermeisters Ott. Ferner: Acta, Reparatur des Sebalder Kirchturms betr. 1805, mit der Rechnung Otts und XL, 35: Acta, die Sebalds Kirche betr. 1805–1807. Im städtischen Archiv unter Stadtalmosenamt Nr. 1972 noch ein weiterer Akt dieses Betreffs vom Jahre 1805, worin die Rüstung des Turms auf 299 fl. 20 x. und die Baumaterialien auf 142 fl. 40 x. veranschlagt werden.
[67] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 255. Rentkammer-Akten 45, enthaltend: Akta, die Reparatur-Kosten des Sebaldus-Kirchen-Daches und eines Braukessels im Waizenbierbrauhause betr. vom Jahre 1807.
[68] Siehe auch Otto Schulz, Die Wiederherstellung der Sebalduskirche in Nürnberg 1888–1905. Herausgegeben vom Vereine für Geschichte der Stadt Nürnberg. Nürnberg 1905.
[69] Siehe die Artikel im Fränkischen Kurier über die Restauration der St. Sebalduskirche von Gustav von Bezold. 1904, Nr. 183 und 1906, Nr. 355.
[70] Siehe Emil Reicke, Die Sammlung technischer Modelle und Pläne zu den Wiederherstellungsarbeiten an der Sebaldus- und Lorenzkirche in der Moritzkapelle. Nürnberg 1905.