Inhalt
| Seite | |
| Rhythmische Schwingungen | [1] |
| Blutschwingungen | [2] |
| Atemschwingungen | [3] |
| Tagesschwingungen | [5] |
| Das Bild eines Tages | [9] |
| Monats- und Jahresschwingungen | [15] |
| Lebensalter | [19] |
| Rhythmischer Wechsel von Schwäche und Kraft | [32] |
| Rhythmische Leistung | [41] |
| Die allgemeine Bildung | [43] |
| Die Berufsbildung | [46] |
| Ausbildung in den Ausdrucksmitteln der Künste | [49] |
| Der Tanz | [51] |
| Die Sprachbildung | [51] |
| Der Ausdruck mit den Mitteln der bildenden Künste | [57] |
| Über den Tod | [61] |
| Liebe als Macht | [66] |
| Ehrfurcht als Liebeshemmung | [68] |
| Leidenschaft und Inbrunst | [71] |
| Der Rhythmus der Liebe innerhalb der Lebensalter | [73] |
| Rhythmus der Liebe im Jahr | [79] |
| Der sexuelle Rhythmus der Liebe | [79] |
| Die tägliche Erneuerung der Liebe | [90] |
| Erziehung zum wissenden Leben | [93] |
Gedruckt bei Radelli & Hille in Leipzig.
Eugen Diederichs Verlag in Jena
Zeitwende
Schriften zum Aufbau neuer Erziehung
Heft 1. Wilhelm Flitner, Laienbildung br. M 10.–
Mit dieser Schrift des Leiters der Jenaer Volkshochschule ist das Bildungsideal der Zukunft so formuliert, daß es neben dem bisherigen Ideal Humboldts der sich selbst lebenden Persönlichkeit fest dasteht und an Stelle von dessen Scheintotalität die wirkliche menschliche Totalität erobert. Das Humboldtsche Bildungsideal bevorzugte die kontemplative Menschenart vor der tätig praktischen und bewirkte eine einseitige Vorherrschaft des wissenschaftlichen Tuns im geistigen Leben. Der im Leben praktisch tätige Mensch, der Laie, verknüpft dagegen stets Erkenntnis mit Handeln. Wir müssen darum dahin kommen, gegenüber dem Aufbau der Schulbildung von Volksschule bis zur Universität eine Spannung des Bildungsbegriffes durch pädagogische Laiengemeinschaften zu erzeugen. Diese neuartige Gemeinschaftsbildung, die bereits in den Keimen existiert, verdeutlicht der Verfasser auf den Gebieten der Musik, Sprache, Dichtung und bildenden Kunst. Es geht ein stark kultisch-religiöser Zug durch seine Darlegungen.
Rudolf Bode, Der Rhythmus und seine Bedeutung für die körperliche Erziehung. Mit fünf Zeichnungen von Ludwig Eberle. br. M 8.–
Dresdner Anzeiger: Bode geht an den Grundbegriff der Sache heran und regt vor allem an, über den großen Fehler nachzudenken, der allgemein mit dem Begriff Rhythmus verbunden ist, und der sowohl Büchers viel zitiertes Buch »Arbeit und Rhythmus« als auch Dalcrozes Anschauungen beherrscht, die Verwechslung von Rhythmus und Takt (Regel). Man kann Bodes Ausführungen auf die kurze Formel bringen, Rhythmus ist das Unbegrenzte, das ewig Schwingende, Takt das Begrenzte, das sich in der Wiederholung regeln läßt. So spitzt sich die Forderung der rhythmischen Erziehung darauf zu: den Körper fähig zu machen, Ausdrucksorgan der ganz persönlichen inneren Beschwingtheit, des wahren Rhythmus zu werden. Fünf von Ludwig Eberle beigesteuerte Zeichnungen rhythmischer Bewegungstypen ergänzen die Bodeschen Ausführungen wertvoll.
Ottmar Rutz, Menschheitstypen und Kunst. br. M 30.–, geb. M 45.–
München-Augsburger Abendzeitung: Über allen Rassen und Völkern im landläufigen Sinn stehen die »Typen« oder »Urgeschlechter« der Menschheit. Das oberste und letzte gestaltende Prinzip ist der seelische Menschheitstypus: er gestaltet – neben und in Änderung der Gesetze der Materie – den menschlichen Körper, den Typus seiner Nerven- und Bluterregung, seiner Muskeltätigkeit, seiner Atmung, Stimmtätigkeit, Rede und Gesang. Er gibt der gesamten Kultur die typische Richtung, Gestalt und Form. Drei letzte seelische Menschheitstypen sind festgestellt worden. Um Typus und Spielart für den einzelnen Menschen als Persönlichkeit und als Vertreter eines Volkes festzustellen, hat sich eine besondere Untersuchungsmethode entwickelt: sie setzt praktisch in den Stand jene seelischen Eigenschaften zu entwickeln, die den einzelnen Menschen und durch die Masse von Einzelmenschen gleicher Gattung ein Volk beherrschen. Diese »Typenprobe« gibt den Schlüssel zur typischen Persönlichkeit, ohne Voraussetzungen, ohne vorgefaßte Meinung, unbestechlich, an Hand der praktischen Erfahrung, die jeder nachprüfen kann. Das von der Rassenforschung so lange gesuchte Unterscheidungsmaterial für die seelischen Verschiedenheiten oder Ähnlichkeiten der Völker ist damit gegeben.
Wilhelm Fließ, Vom Leben und vom Tod. Biologische Vorträge. 8. Tausend. br. M 20.–, geb. M 35.–
Deutsche Tageszeitung: Alles Leben, sagt Fließ, läuft nach einem inneren, in der lebendigen Substanz selbst gegebenen Mechanismus ab, und dieser Mechanismus ist für Menschen, Tiere und Pflanzen der gleiche. Leibliches und geistiges Wachstum, Geburt und Tod, der Zusammenhang der Generationen erweisen das Vorhandensein zweier alles Leben durchwaltender Perioden von 28 und von 23 Tagen. Die Statistik wird durch diese merkwürdigen Zahlen auf einmal hell und durchsichtig; Geburts- und Sterbestatistik gewisser Krankheiten, wie Tuberkulose, Diabetes, Schlaganfall, Gallensteine, erweist das geheime Walten dieser Zahlen. Das Buch ist nicht nur ein Genuß wegen des wissenschaftlichen Neuen, das es enthält, sondern diese neue Fließsche Arbeit ist auch jedermann verständlich geschrieben, der lernen will.
Pester Lloyd: Was Fließ verkündet, ist kein Geringes; denn er hat nichts weniger entdeckt als ein Naturgesetz, auf Grund dessen sich das ganze Dasein nach einer inneren Ordnung abrollt und die Zeiten des Geborenwerdens und Sterbens, des Wachstums und des Vergehens ihren festen und vorbestimmten Platz in der uns genau zugemessenen Lebensdauer haben. Das statistische Material, an dem Fließ sein Gesetz demonstriert, ist sicher über allen Zweifel erhaben, und unzweifelhaft scheint es auch, daß die neue Lehre befruchtend und aufklärend auf alle naturwissenschaftliche Sonderzweige wirken wird, ja vielleicht wirklich das ewige Mysterium vom Ablauf des Lebens im Hauptprinzip löst. Die Mathematiker haben längst erkannt, daß sich der Forscher, angesichts der Tatsache, wie sich jahrzehntelange Epochen in der Entwicklung ganzer Geschlechter dem Fließschen Zahlengesetz fügen, auf richtiger Spur befinden muß.
Wilhelm Fließ, Das Jahr im Lebendigen. br. M 30.–, geb. M 45.–
In diesem Buch führt Fließ seine Lehre weiter und zeigt, daß beide Perioden der männlichen und weiblichen Substanzeinheiten im Jahr ihre höhere Einheit finden. Es leben in unserem Körper also sozusagen Erinnerungsbilder an kosmische Einflüsse, an die Geschwindigkeiten des Sonnenlaufes und der Achsendrehung unseres Planeten. Durch diese Weiterführung der Fließschen Lehre eröffnet sich die Aussicht, daß eines Tages eine astronomische Kenntnis für die zeitliche Gesetzmäßigkeit des Lebens ermöglicht wird.
Natur und Gesellschaft: Das vorliegende Werk bildet eine wesentliche Ergänzung der früheren Veröffentlichungen des Forschers. Es räumt auf mit der klimatischen Erklärung von Blüte und Brunst und zeigt den Ablauf des Jahres in der lebendigen Substanz. Diese Jahresimmanenz wird an einem umfassenden genealogischen Material bewiesen. Fließ ist in die Forschergruppe von allergrößtem Geistkaliber einzuordnen. Er vereinigt Scharfsinn mit Intuition.
Hans Schlieper, Der Rhythmus des Lebendigen. br. M 15.–, Pappband M 25.–
Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für psychische Forschung: Schliepers Buch schließt sich zwar an Fließ an, aber als Ganzes stellt es eine durchaus selbständige Arbeit dar. Schlieper hat selbst eine Reihe gründlicher Untersuchungen angestellt und damit die Forschungsergebnisse von Fließ bestätigt gefunden und im einzelnen erweitert. Vor allem aber ist sein Buch darin von außerordentlichem Wert, daß es für alle Weiterstrebenden eine solide Grundlage für eigene Forschungen ist, denn es enthält einen Überblick über die Resultate der bisherigen Forschungen, zugleich bietet es eine lichtvolle Darlegung der Technik, die zu solchen Arbeiten erforderlich ist. Nicht nur die Biologie, auch die Psychologie und schließlich die Philosophie werden aus diesem Forschungsgebiete bedeutende Anregungen erhalten.
Hans Hackmann, Die Wiedergeburt der Tanz- und Gesangskunst aus dem Geiste der Natur. br. M 10.–
Sozialistische Monatshefte: Hackmann erblickt im reinen Rhythmus den unmittelbaren Ausdruck des Körperwillens und damit des ursprünglichen unbewußten Gefühlslebens. Deshalb strebt er eine Reform des Tanzes wie des Gesanges an, im Sinne einer wahrhaft aus dem Rhythmus geborenen Kunst, während er z. B. unserer modernen Tanzkunst den Vorwurf des Intellektualismus macht, weil sie, ähnlich wie die Programmusik auf bewußte Darstellung eines geistigen Gehaltes abziele. Es ist gerade das Verdienst der Hackmannschen Schrift, daß sie die Notwendigkeit der Technik als der bewußten Formung des unbewußten rhythmischen Ausdruckes betont und den zu Unrecht als intuitiven Schwung gepriesenen dilettantischen Mangel an Technik und künstlerischer Durcharbeitung beim Tanz wie beim Gesang scharf zurückweist.
Alfred Kurella: Es ist die erste Arbeit, die sich systematisch mit einem Thema beschäftigt, welches schon lange in den engeren jugendlichen Gemeinschaften eine große Rolle spielt: mit dem Körpergefühl und seiner Erziehung. (Freideutsche Jugend)
Hans Hackmann, Die Entwicklung der Seelenkräfte als Grundlage der Körperkultur. br. M 20.–, geb. M 35.–
Der Bund: Der Abendländer krankt am Zu-vielen-Wollen und -Wissen. Das erzeugte den Krampf und den Hochmut unserer Kultur. Es gilt, ihn zu lösen von der lebendigen Seele, vom Lebensgefühl her. Es gilt vor allem, den Körper wieder als Organ und Träger des Seelischen neu zu entdecken und fähig zu machen. Praktisch sind die Bestrebungen vor allem im neuen Tanz und einer neuen Rhythmik versucht worden. Dies Buch gibt die psychologische Grundlage für diese praktischen Versuche und versucht auch eine Theorie der Methode zu geben, die vom Körper her Seelisches entwickeln will. Unsere Zeit entdeckt neu den Zusammenhang von Seele und Leib. Auch die Medizin hat auf dem Gebiete dieser Zusammenhänge noch Größtes zu erwarten. Der Verfasser gräbt überzeugend zu jenen bildenden Kräften hinab, die die treibenden Faktoren aller Entwicklung, Heilung und Erziehung sind, und befreit in diesem Bestreben zusehends den Körper von der Mißachtung, in der ihn Intellektualismus unserer abgelaufenen Kultur gehalten hat. Das Ganze aber ist in den Rahmen einer geistigen Weltanschauung gestellt, die eine neue Synthese zwischen Orient und Okzident sucht.
Ferdinand Lagrange, Physiologie der Leibesübungen. A. d. Französischen von Ludwig Kuhlenbeck. br. M 35.–, geb. M 50.–
Akademische Sportblätter: Der Hauptwert des Buches liegt in seiner Methode, in der praktischen Anordnung des Inhalts, der geschickten Verarbeitung eines reichen Beobachtungsmaterials und der klaren, induktiven Logik, mit der Lagrange verfährt; dann aber auch in seinen Ergebnissen, die dem physiologisch Ungeschulten teils neu, teils zum ersten Male verständlich erscheinen werden. Seine Ausführungen werden in ihrer Einprägsamkeit noch gehoben durch einen überaus flüssigen und bewegten, an treffenden Vergleichen und prägnanten Bildern reichen Stil, dessen Frische die Übersetzung gar nicht zu beeinträchtigen scheint. Möge es auch bei uns allenthalben die Beachtung finden, die ihm als einer klassischen Leistung auf dem Gebiete der Physiologie der Leibesübungen gebührt!
Deutsche Tageszeitung: Wer das Buch mit Verständnis liest, erhebt sich mit einem aus der fast noch allgemein herrschenden Empirie; seine ruhige, klare Wissenschaftlichkeit wird Offizieren und Leitern von Sportsvereinen nicht minder großen Segen bringen, wie den zur Erziehung der deutschen Jugend Berufenen.
Lenore Kühn, Das Buch Eros. Studium zur Liebesgeschichte von Seele, Welt, Gott. br. M 15.–, geb. M 25.–
Leipziger Tageblatt: Dieses kleine Werk steht auf jener Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst, wo das Reich Nietzsches liegt. Das Buch ist erlebt. Seine Leistung besteht darin, daß es eine Grundanschauung an die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten heranbringt und die verschiedenen Gebiete in ihren Beziehungen aufdeckt. Diese Frau würdigt Eros in Plato, Jesus, Spinoza, Fichte, Schleiermacher, Goethe, Nietzsche, findet ihn im Erleben der Natur und in der Dichtung, namentlich bei Peter Altenberg und Rilke und in der Lyrik überhaupt, in der Musik, und zwar auch bei Bach und in Brahms' Deutschem Requiem, dann in dem Trieb zum Vaterland, in der Freundschaft, und nicht zum wenigsten natürlich in der Liebe zwischen Mann und Weib, in der vornehmlich tiefe Blicke getan werden.
Der Tag: Ein Hymnus an das Leben. Ein Dithyrambus der reichen Seele, die die Kraft ihres Gefühls an die ganze Welt verschwendet. Ein hohes Lied der Freundschaft und Liebe, wie es noch selten so innig und rein erklang. Mit zarten ehrfurchtsvollen Händen deutet L. Kühn die Mysterien des Lebens. Ihre Besonderheit liegt in der Verschmelzung kristallklarer psychologischer Analyse mit echt weiblicher Wärme und Innigkeit. Es ist ein Buch von großem Schwung. Jede Seite ist durchströmt von innerem Erleben von der Fülle des Herzens.
Gertrud Prellwitz, Vom Wunder des Lebens. 107. Tausend. kart. M 8.–
Münchener Neueste Nachrichten: Gertrud Prellwitz gibt in großen Zügen im Rahmen einer Erzählung den Weg an, wie man fragenden Kindern, wie man nachdenklichen Mädchen und Jünglingen allmählich die Wahrheit über das sexuelle Leben sagen soll, daß sie sich die Keuschheit des Herzens, die Vollkraft ihrer Gefühle, die Freude am Dasein, die Sicherheit und Gradheit im Verkehr mit der Welt, die Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens bewahren.
Karl Zimmermann, Himmelfahrt der Venus. Gedichte. br. M 15.–, geb. M 25.–
Frankfurter Zeitung: Das Lied von der Zerspaltenheit in Ich und Du, in Mann und Weib. Das Lied von der ewigunstillbaren Sehnsucht, von dem Ineinander, dem Zueinander, von dem Dreiwerden im Kind, von dem Über-einander-hinaus. Aber sie singt es neu, dies uralte Lied. Denn ihre Worte kommen aus dem bebenden Herzen eines schöpferischen Menschen. In Erdennähe beginnt das Buch. Zwei Menschen, wie tausend andere auch, wollen zu einander. Finden sich. Scheiden sich. Der Kreis wird geweitet. Natur und Menschentum, die gleichgestimmt sind, singen sich in den Versen. Und dann geht es himmelwärts. Ewige Formen der Liebe, stets wechselnd, stets gleich, werden im Wort wiedergeboren. Ewigliebende, Göttergleiche stehen auf und kämpfen den Kampf der Kämpfe, bis das wundersame Wort fällt: »Wir sind unlöslich geschieden!« Das ist in Versen eingefangen, die ein williges Instrument geistsehnsüchtigen Gefühls sind, die zu einer Kongruenz zwischen Stoff und Form gelangen, wie man sie heute selten antrifft.
Kölner Tageblatt: Diese Gedichte sind Bekenntnisse einer Frauenseele zum Eros, die sich mehr zufällig hinter einem männlichen Pseudonym bergen. Die Venus, die den Himmelswagen fährt, ist vom Stamme Botticellischer Frauengestalten: unendliche Zartheit und Süße, die das beste Wissen dem enthüllt, der das geistige in ihr erlebt. Es sind hier tiefe Dinge aus dem Erosleben einer Frau gesagt, und wenn sie die letzten Hüllen fallen läßt, immer noch bleibt die zu einer Knospe gefaltete Seele.
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Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
Korrekturen:
S. 32: liebensbewußt → liebesbewußt
Werktätige nicht so [liebesbewußt] auf die