Lebensalter
Wo der Mensch sich des zeitlichen Ablaufes bewußt wird, meint er damit meistens die astronomisch bedingte Zeitfolge. Vergangenheit ist ihm nach Tagen und Jahren meßbar. Vor seiner Geburt sieht er eine endlose Reihe von Jahren; nach seinem Tode sieht er wieder eine unendliche Reihe von Jahren. Und das Gefühl der Vergänglichkeit überfällt ihn wie ein Schwindel, wenn er sich so in dem unabsehbaren Netz der Sternenzeit hängen sieht. In dem Grade, wie einer sich seiner eigenen Entwicklung, also seines Selbst bewußt wird, wird er unabhängiger von den astronomischen Zeiteinheiten. Er fühlt sich dann nicht mehr hängend in einem unübersehbar weiten Zeitgefüge. Viel eher fühlt er sich als Schöpfer seiner eigenen Lebenszeit. Und wenn er gegen Ende des Lebens seine Zeit überblickt, mag ihm zumute sein wie einem Künstler vor dem endlichen Abschluß seines Werkes.
So kann der Mensch also sein Verhältnis zur Zeitlichkeit gewissermaßen von zwei Seiten her betrachten. Nach außen hin sieht er sich eingespannt in die stets wiederkehrende Folge der durch Sonne- und Mondumlauf bedingten Gezeiten. Durch Tage, Monate und Jahre muß sein Leben hindurchschwingen, um schließlich darin zu verschwinden. Nur ganz selten vergißt der Mensch die schneidende Gewalt der Sternenzeit und wird gewahr, daß er ja auch ebenso gewiß aus seinem eigenen Selbst heraus stetig sein eigenes Zeitnetz spinnt. Als Einheit der selbsteigenen Zeit des Menschen könnte man von seiner Atemsekunde sprechen, von der Zeit, die ein jeder zu seiner eigenen Aus- und Einatmung braucht. Es wäre vorstellbar, daß das atmende Selbst auch in einem gleichmäßigen dunklen Raum ohne Bewegung verharrend, gewissermaßen wie die Tiere im Winterschlaf, mit seinen eigenen Atemsekunden eine eigene Zeit aufbauen könnte. Mit seinem eigenen Atem schwingt er sich durch die Tage und Jahre. Aber nicht jeder schreitet nun gleichmäßig fort. Die Allermeisten erreichen nicht die höheren Altersstufen ihres Selbst. Nach dem ersten Anlauf des Lebens bleiben sie in sich selber stecken.
Bei dem Aufbau der eigenen Lebensalter ist die Bedeutung der schöpferischen Pause groß, Glück und Fülle und Schönheit des Einzellebens hängt davon ab, ob die kraftspendenden Pausen zwischen den Lebensaltern wirklich innegehalten wurden.
In der Jugend folgen die Lebenswellen schneller aufeinander. Die Pausen sind dichter aneinander gerückt. Im Alter greifen die Wellen breiter aus, und weitere Zeiträume umspannend folgen die Pausen.
Das Leben wird gleichsam aus der Urpause im Mutterleib mit einer gewaltigen Wucht ausgestoßen und bildet im frühesten Kindesalter sicherlich ein Auf und Ab von ganz dicht beieinanderliegenden Lebenswellen. Nur die Mütter wissen von diesen ersten so schnell aufeinanderfolgenden Perioden im Leben ihres Kindes und sind recht imstande, die trennenden Pausen dazwischen einzuhalten. Von diesen frühesten Perioden kann hier nicht gesprochen werden. Etwa vom sechsten oder siebenten Jahre an, wo das Kind allmählich der alleinigen Pflege seiner Mutter entwächst, beginnt dann deutlich ein neuer Lebensteil sich abzuheben. Auch in den sehr verwirrten Zuständen des heutigen Europa wird dieser neue Lebensanstieg des »zur Schule kommenden« Kindes deutlich sichtbar. Diese Welle läuft bis zum elften und zwölften Jahr. Hier beginnt dann eine zweite Welle, und auch dieser neue Anstieg ist bei allen jungen Menschen noch voll erkennbar. Es ist die Zeit, die durch die Firmelung der Kinder nach außen hin von der Kirche sichtbar gemacht wurde. Von hier an läuft aber das Leben des europäischen Menschen gewöhnlich schon pausenlos weiter fort. Bei den wenigen Menschen, die ihrer Bildung von da an noch einige Zeit widmen dürfen, tritt manchmal noch eine neue, deutlich erkennbare Pause nach dem Verlassen der höheren Schule ein, ehe der junge Mensch sich für ein Studium oder eine berufliche Sonderausbildung entscheidet. Und schließlich als Abschluß des Jugendalters wird dann vor der eigentlichen Aufnahme eines Lebensberufes in seltenen Fällen nochmal eine Pause sichtbar. Die Perioden der späteren Lebensalter sind noch unkenntlicher als die des Jugendalters geworden, die schöpferischen Pausen werden immer mehr verwischt und bleiben bei den meisten Menschen ganz aus. Nur bei denen, die gar nicht anders können als ihr eigenes Gesetz befolgen, treten auch diese späteren Besinnungspausen noch zutage. Das Leben dieser wenigen zur Selbständigkeit gekommenen Menschen setzt in deutlichen Wellen Lebensalter an Lebensalter bis zum Tode als der abebbenden Welle des höchsten Alters.
Goethes Leben ist solch ein bis zu seiner letzten Möglichkeit an- und abschwellendes Leben gewesen.
Diese menschlichen Werdezeiten können sich natürlich verschieben je nach dem Eigengesetz eines Lebens. Aber sie müssen da sein. Wo sie durch eine zu gestraffte Lebensführung überrannt oder infolge einer zu schlaffen Lebensführung gar nicht erreicht werden, überjagt der Mensch sein Leben, oder er lebt es nur bis zu einer gewissen Periode. Tatsächlich sind die meisten Menschen entweder überlebt, früh gealtert, scheinbar gejagt von unsichtbaren Mächten, oder sie sind stehen geblieben an irgendeiner Stelle ihres Lebens, und von da an wiederholen sie mechanisch immer wieder die Schwingungen ihrer schon durchlebten Jahre. Nur wo das Leben in seinen großen Bögen von einer Ruhelage zur anderen ungehemmt ausschwingen darf, wo jede neue Lebensperiode wirklich aus der Tiefe steigt, geboren wird aus der Besinnung auf das eigene Gesetz, nur da vermag der Mensch sein eigenes Leben bis zu Ende zu leben »nach dem Gesetz, wonach er angetreten«.
Der Führende muß nun bei jedem seiner Anvertrauten dieses rhythmische Eigengesetz der jugendlichen Lebensteile in seinem großen Wellenschlag vollauf zur Schwingung kommen lassen. Nur wer im eigenen Leben, auch im führenden Alter noch, die Pausen innegehalten hat, ist fähig, den rhythmischen Lebensgang seiner Anvertrauten zu behüten, von Welle zu Welle, von Pause zu Pause. Den Stürmischen wird er die Ruhelage zu zeigen vermögen (ohne ihn da hinein zu zwingen), den Zaudernden wird er liebend zum Anstieg locken (ohne ihn zu treiben).
Die Machtgebärde des bildenden Führers in seiner Bildungsarbeit reicht auch hier nie weiter, als es durch die Worte: lauschen, warten, zeigen und locken angedeutet wird.
Kinder von etwa sieben Jahren, die gerade den vielteiligen Anstieg ihres Lebens unter der mütterlichen Führung beendet haben, sind also inmitten ihrer ersten großen schöpferischen Lebenspause, wenn der Führer (an Stelle des Vaters, soweit der Vater nicht selbst Führer ist) auf ihr Leben Einfluß gewinnt. Hier ist das Problem: wie soll überhaupt die neue, die zweite große Wachstumsperiode begonnen werden? Über diesen Anfang wird durch die gewöhnliche Schulform ohne weiteres hinweggewischt, indem eben einfach eines Tages über das Kind das Verhängnis hereinbricht und es drei Stunden lang in einer Stube mit anderen Kindern zusammengetan wird, um dort von nun an Dinge zu hören, nach denen es nicht verlangt und noch lange nicht von selbst verlangen würde. Mit einer Pause beginnt dieses neue Leben des Kindes, einer Pause, die sich vielleicht bei einzelnen Kindern über Monate oder gar Jahre erstreckt. Hier wird der Kern gepflanzt für viele kommende Jahre. Es soll etwas werden und zum Ausdruck kommen, das in dem Wesen des Kindes noch verborgen ist. Alles kommt hier darauf an, daß der Führer den Sinn dieser Pause begreift. Wie sinnlos ist es, mit einem bestimmten, vorher überlegten, und in seiner Methodik sorgsam eingelernten Fragenbündel in das dunkel geschlossene Sein des Kindes hineinzustechen und sein ruhendes Denken aufzuscheuchen, damit es dieses Denken in irgendeiner Zukunft einmal gebrauchen lernt!
Was muß nun der Führer tun, in diesen schweren Anfangszeiten, zwischen Schweigen und Reden? Er muß sich niederknieen, daß er so klein wird wie das Kind. Er muß seine Sinne zusammenschließen, daß er so gespannt wird wie das Kind, so lauschend auf jede Regung. Und spielend muß er, erst selten und dann immer öfter, Brücken schlagen von ihm selbst zu dem Kind hinüber, an dieser und jener Stelle, ob es vielleicht schon einen ersten Ausgang aus sich tun will. Tag und Nacht wird er bereit sein müssen auf diesen ersten Ausgang seines Schützlings. Und inzwischen muß er warten, muß immer wieder nur ganz zarte Versuche der Annäherung machen, muß immer wieder sein eigenes Leben in gleichen Takt setzen wie das Leben des Kindes.
Das Anfangsverhalten des Führers ist entscheidend. Kann er nicht warten, greift er ein in das Leben des Kindes, bevor es seine Pause, den herrlichen ersten Tiefschlaf des jungen Lebens beendet hat, so hat er verspielt und muß bei diesem Zögling vielleicht jahrelang warten, ob er ihm in der nächsten großen Lebenspause den entscheidenden Dienst leisten kann.
Es ist klar, daß ja bei diesem Anfang schon die meisten Lehrenden und die meisten Väter scheitern müssen. Denn ihr eigenes Dasein wurde ja in früher Jugend durch irgendeinen eingreifenden Willen irgendeines Erwachsenen verbogen. Sie wurden frühzeitig gezwungen, irgendeinen fremden Takt zu gehen und fanden sich darein und glaubten von da an, daß es eben so sein müßte. Sie lernten ihren eigenen Takt vielleicht erst sehr viel später, vielleicht überhaupt nicht kennen, und da sie nun selbst in ihrem eigenen Lebenstakt so unsicher sind, wie wollten sie da vermögend sein, auf einen fremden Rhythmus hin sich liebend einzustellen?
Also der Führer muß selbst Ruhe genug haben, um dem Kind Ruhe zu lassen, solange es noch gesetzmäßig in dem Zustand seiner Unentfaltetheit verharrt. Bis es eines Tages von sich aus nach irgendwelchem Ausweg aus sich selbst begehrt! Der Tag wird kommen, und der Führer darf diesen Tag nicht verpassen und zu dieser Zeit nicht in irgendwelcher Müdigkeit vergraben sein. Gemeinsam mit dem nun von selbst erwachenden Kinde muß er den ersten Ausgang machen. Er braucht nun nicht zu ziehen und zu zerren und zu fragen und zu mahnen. Weit eher wird ihm das Kind mit geweiteten Augen voranlaufen und wird nur hier und da stehen bleiben und von sich aus fragen. Und er wird Antwort zu geben haben. Durchaus nicht immer in dem gleichmäßig belehrenden Tonfall des erwachsenen Besserwissenden, sondern je nach dem Inhalt der Frage fröhlich und schnell, oder ernst und behutsam, oder stammelnd und leidvoll.
So wird allmählich das Leben des Kindes sich überall nach außen zu entfalten beginnen. Und in der nun anbrechenden Wachstumsperiode wird je nach der besonderen Schnelligkeit und Dichtigkeit des kindlichen Geistes Können und Wissen langsam oder schnell, tiefgehend oder an der Oberfläche zunehmen, bis sich die zweite große Pause im Leben des jugendlichen Menschen ankündigt.
Diese Zeit um das zwölfte Jahr herum, die Zeit der beginnenden Geschlechtsreife, wird in dem mit Zwang und Überwindung arbeitenden Erziehungssystem noch viel weniger beachtet. Hier liegt wieder der schöpferische Kern für die Geschehnisse des weiteren Lebens. Der jetzt bestehende Zustand ist ein unbegreiflicher. Der Erzieher in der Schule geht über diese große Pause, die vielleicht bei einzelnen eine jahrelange Schonung, bei allen aber eine gewisse Zeit völliger Umstellung zum Leben erforderte, einfach hinweg. Kein Blick, kein Wort des Lehrers beschäftigt sich mit dem, was in diesen Zeiten allein Körper und Seele des werdenden Menschen erfüllt. Wenig wird hier gebessert werden, wenn nun in reformierten Schulanstalten zu dieser Zeit eine gemeinsame Belehrung über geschlechtliche Dinge einsetzt. Im Gegenteil, für die allermeisten wird solche Belehrung großen Schaden bewirken. Deswegen, weil das Mittel der Belehrung überhaupt unzweckmäßig ist, wenn ein Mensch sich im Zustand des Chaos befindet. Solche Belehrung verkürzt den chaotischen Zustand und nur wo diese Besinnungszeit des reifenden Jugendlebens ohnehin schon ihrem eigenen Ende nahe ist, mag Belehrung das Gegebene sein. Wo aber ein junger Mensch erst am Anfang seiner Umwandlung steht oder infolge seiner langsamen Entwicklung viel Zeit dazu gebraucht, kann das aufhellende Licht die noch schlummernde Schöpfung seines Selbst höchstens zu einer vorzeitigen Reife bringen, und diese ist genau so tödlich für das Selbst des Menschen wie die Unreife, die durch das Übergehen dieser großen Lebenspause, durch das lieblose und gedankenlose Schweigen des Lehrers verschuldet wird.
Der Führende muß hier wie stets lauschen und warten, mit seinem ganzen Leben nach seinem Anvertrauten hin gerichtet sein. Schon lange ehe dieser selbst irgend etwas weiß, wird sich dem Führer seine Lebenspause ankündigen. All die kleinen Schwächen und Unarten, die der heutige zünftige Erzieher mit dem Begriff »Flegeljahre« geringschätzig oder gar scherzhaft an sich abgleiten läßt, wird der wahre Führer liebevoll wissend auf ihren chaotischen Ursprung deuten und ertragen, d. h. mit-leiden. Sein ganzes eigenes Wesen wird sich erhöhen bei dem Gedanken an die schöpferische Zeit, die nun dem jungen Menschenkind bevorsteht. Bei diesem Wissen müssen aber seine eigenen Herzschläge wechselweis stürmisch und stockend werden, wie bei dem Kind, das er behütet. In seiner nachempfindenden Glut selbst errötend, muß er jedes Erröten des Kindes verstehend und zugleich übersehend in sich nehmen. So wird er merken, wann das hilflose Werden des Knaben nach Einsamkeit ruft. Er wird ihn an solchem Tage von den Gespielen und von sich selbst wegschicken, über alle Mauern und Zäune weg in den Wald, an den See, mitten in die Wildnis werdender Natur. Sein Mund aber wird verschlossen bleiben wie der Mund seines lieben Kindes. Allein seine Augen werden wachsam bleiben. Er wird darauf achten, daß es langen kühlen Schlaf hat, daß seine Nahrung nun besonders ausgewählt ist, daß keine unreinen Stoffe ihn belasten, daß Wind und Sonne täglich an ihn kommen und der Mond ihn nicht berührt. Er wird das Versteckenspielen des Kindes, das vorher doch so offen und zutraulich war, nicht Unwahrheit schelten, weil er durch sich selbst weiß, daß Werdendes dunkel ist und sich ungern offenbart, ehe die Zeit da ist. Freuen wird er sich, wenn der vorher so Regsame faul wird und sich in die Sonne legt und tagelang nichts tut als so vor sich hindämmern. Selbst wenn Tücke und Grausamkeit in diesen Tagen bei irgendeiner Gelegenheit ausbricht, wird er sich freuen, daß solche Restbestände ererbter Dunkelheiten früh zum Ausdruck kommen und sich nicht im Inneren festsetzen und so unterdrückt für später sehr viel Schlimmeres vorbereiten. Vor allem aber wird er die wie auch immer aufquellende jugendliche Tatenlust nicht töricht hemmen, auch dann nicht, wenn sie den gewohnten Gang des Lebens und des Unterrichts durchbricht. Im Gegenteil, er wird den Knaben reizen und herausfordern, sich voll auszutoben in Spiel und Geschrei, im Laufen und Rennen und Wandern und Schwimmen und allerlei körperlichen Kunststücken.
Und über alledem darf er ihn niemals aus dem Auge lassen, denn eines Tages wird es so weit sein, daß eine scheue fragende Gebärde im Körper seines Schutzbefohlenen ihm sagt: das Werdende in mir ist jetzt sehr stark geworden, es drängt schon nach dem eigenen, nicht mehr nach irgend einem Ausdruck. Kein fragendes Wort, kein fragender Blick wird es sein. Viel früher ist die Frage im Körper, vielleicht in einer plötzlichen eckigen Wendung oder in einem unerklärlichen lauschend atmenden Stillstehen des Körpers mitten im wildesten Lauf. Wenn der Führer sonst wohl meistens mit der ganzen Schar in den Wald gegangen ist, wird er nun an einem wohl ausgesuchten Tage ganz einfach mit dem einen ausgehen. Es braucht nicht auffällig zu sein, zu einem notwendigen Gang nimmt er ihn mit, weil doch eben überhaupt einer mitkommen muß. Hierbei braucht sich auch gar nichts zu ereignen, als höchstens ein paar freundliche Blicke oder daß sie gemeinsam einen Abhang herunterlaufen oder am Waldrand ein paar Augenblicke über die Felder atmen. Nur der Führer weiß, was wird und dient dem Werdenden mit seinem ganzen Wesen. Wenn er dann vielleicht zum zweiten oder dritten oder zehnten Male mit jenem allein geht, wird auch etwas geschehen, etwas Geheimnisvolles, das sich nicht näher bestimmen läßt. Denn daß der Junge vielleicht auf einmal mit einem neuen ihm ganz eigenen Ausdruck irgendeinen Gedanken formt, oder daß er halb zitternd, halb ungestüm die Hand des Älteren ergreift und lange nicht los läßt, oder was es auch sein wird, – das ist ja nur das außen Geschehende. Mit dem inneren Auge aber sieht nun der Führende nichts als lauter aufsteigende Ströme von Kraft, die alle in seine Hände münden, an denen er liebend und formend entlang gleiten darf, die gar nicht enden wollen in ihrer Unerschöpflichkeit, die kreisend immer neu aufsteigen aus der unendlichen Werdefülle des reifenden Knaben.
Und noch viel später wird dann erst die Frage zu der Oberfläche der Worte aufsteigen: was ist mit mir, warum geschieht mir das, was vorher doch nicht gewesen ist? Und auf die vertrauende Frage wird die sehr langsame Antwort kommen und später dann ganz zuletzt zusammenhängende Belehrung über Zweck und Ziel der körperlichen Wandlung und regelmäßige Übung. Also erst zu einer sehr späten Zeit, wenn Wort und Begriff schon zu einem sicheren Hilfsmittel der Verständigung zwischen den Vertrauten geworden sind, ist es möglich, durch Worte zu geschlechtlichem Wissen zu führen. Dies Wissen wird sich aber für jeden Einzelnen anders gestalten. Dinge, die doch »jeder wissen muß«, gibt es hier noch weniger als wo anders. Einer wird viel Beweisbares hören müssen und mancher vielleicht nur ein halb betontes Wort zur rechten Zeit. Die alles gleichmachende Gesinnung unserer Zeit darf hier nicht Einlaß gewinnen. Ein Körper, der sich nach der Norm entwickelt, wird niemals lebendig werden. Nur das schon wieder erstarrte oder das noch gehemmte Körperleben fügt sich dem System.
Das wartende Dasein des Führenden kann dem jungen Menschen allein dazu verhelfen, über diese entscheidende Pause seines Jugendalters nicht hinweg zu leben, sondern wirklich ganz hinab zu gelangen zu den ruhenden Kräften seines Selbst, und darin zu verharren, solange bis er von sich selbst ganz gesättigt ist. Mit seiner gesamten mitschwingenden Lebenskraft muß der Führer in seinem Vertrauten bewirken, daß er sich fallen läßt in seine Tiefe, nicht davor zurückschreckt und nicht durch irgendwelche gesetzten Ziele und Arbeiten sich etwa daran hindern läßt. Und dann auch, daß er nicht darin verharrt, daß er nicht erschlafft in dem untätigen Staunen über sich selbst. Es ist ja das Schicksal unzähliger Menschen, gewissermaßen in der Zeit ihrer Pubertät stecken zu bleiben. So daß eigentlich alle weiteren Erlebnisse Wiederholungen dieser ihrer ersten geschlechtsreifen Erschütterungen bleiben.
An dieser Stelle, wo das jugendliche Leben aus der Tiefe der Pause nun zur Reife seines Geschlechtes aufbricht, ist dem Führenden alle Macht gegeben. Die ganze aufsteigende Kraft kann er nun lenken, daß sie in die selbst geschaffene Tat des jungen Menschen strömt. Diese Kraft kann auch früh schon als leidenschaftlich dargebrachtes Opfer der Liebe aufflammen. Vor allem wird der Führende an dieser Stelle die Last der eigentlichen Wissenschaft bereit halten, die dem jungen Leben von da an Schwere und Richtung geben kann. Von alle dem wird später ausführlich die Rede sein.
Die dritte schöpferische Pause der Jugend liegt um das zwanzigste Jahr herum. Auch an dieser entscheidenden Stelle versagt die Jugenderziehung heutiger Zeit völlig. Denn gerade hier ist der junge Mensch gewöhnlich schon führerlos. Die Schule hat ihn entlassen, ohne ihn auf die kommende Zeit der Besinnung genügend vorzubereiten. Entweder ist er schon in einen Beruf eingespannt, der sein noch wachsendes Selbst in irgendwelche herkömmlichen Formen lenkt, oder er geht auf eine Hochschule, um zu studieren. Die Wende seines Lebens spürt er höchstens als einen angstvollen Zustand der Leere. Grundlose Traurigkeit, Weltschmerz, Ekel an den Dingen überkommt ihn. Alles wird ihm fragwürdig. Und je öfter er aus seinem Trotz heraus nein sagen kann, desto wohler ist ihm. Eine Sehnsucht nach Zerstörung wird in ihm groß. Darum hat Krieg, Revolution, überhaupt Empörung gegen das Bestehende für jugendliche Menschen so hohen Erlösungswert. Diese gewaltsamen Ereignisse werden immer wieder von den Vielen bejaht werden und immer wieder geschehen müssen, ja eigentlich herbeigeführt werden, solange Jugend von der Tiefe ihrer großen schöpferischen Lebenspause nichts weiß, sich davor fürchtet und darum in zerstörerischer Sehnsucht jede Gelegenheit benutzt, um auszubrechen in einen Zustand, der ihrem eigenen chaotischen Inneren gleicht. Auch viele andere Ventile werden geöffnet aus Angst vor dieser Leere. Besinnungslos wirft sich der junge Mensch an Dinge und Menschen weg. Angst vor dem eigenen chaotischen Zustand treibt ihn dazu, seine Liebe an Frauen zu geben, die ihm nicht gehören und die ihm so fremd sind wie irgendein Vogel oder Baum am Wege. Aus dem chaotischen Grund seiner verzweifelten Einsamkeit heraus erweckt er Liebe, vielleicht in vielen Menschen, wird verzehrende Flamme für viele, die ihm nahe kommen. Und alle diese Geschehnisse, die für ihn selbst nur Rettung vor der Leere seiner jugendlichen Wende sind, werden um ihn herum Schicksal, ohne daß er es zunächst merkt und weiß und will. Und erst später, wenn alles das sich ausgewachsen und längst von ihm getrennt hat, tritt es ihm als fremdes Schicksal wieder in den Weg und mahnt nun und fordert und zwingt ihn zu unfreiem Handeln.
Auch alles, was die Menschen in diesem Alter tun und arbeiten, bekommt etwas von diesem Geschmack der Verzweiflung. Junge Künstler arbeiten selbstquälerisch Tag und Nacht an niemals vollendbaren Kunstwerken; Fragmente von steiler, später nicht mehr erreichter, vielleicht gar nicht wieder erreichbarer Schönheit entstehen aus ihrer Verzweiflung. Andere wiederum ergeben sich einem Studium, einem Beruf, wahllos und einzig getrieben von ihrem Wunsche, den chaotischen Raum in ihrem Selbst zu füllen, irgend etwas zu gestalten. Der Trieb zu gestalten erwächst also aus der gleichen Furcht vor den Abgründen des Selbst wie die Sehnsucht zu zerstören und zu verneinen. Und auch diese Gestalten bildende Flucht vor sich selbst wächst allmählich zum unentrinnbaren Schicksal. Der Mensch, der an irgendeinem entscheidungsvollen Abend seines jungen Lebens den Plan gefaßt hat, Künstler zu werden oder Geschichte zu studieren oder Politiker zu werden, weiß zunächst gar nicht, was er damit auf sich nimmt. Aus der Mitte seiner lebendigen Kraft türmt er aus Furcht vor dem Chaos wahllos Sach-Gebirge auf, die dann nachher seinem Lebensstrom unabänderlich leidvolle Richtung geben können.
Was könnte der Führer zum Leben, all diese Unabänderlichkeiten überschauend, hier wohl tun? Wahrlich nur sehr wenig, weniger als bei irgendeiner anderen entscheidungsvollen Ausübung seines Führeramtes. Wo die Führung für dieses Lebensalter versagt, liegt es jedenfalls meist daran, daß zuviel vom Führer getan und gewollt wurde.
Das Kind und der reifende Knabe ist noch so weich, daß ein zu harter Eingriff des Führers das werdende Selbst meist nur dazu zwingen kann, auszuweichen. Aber aus der schöpferischen Pause der Jünglingschaft soll ja gerade die Unabirrbarkeit des Selbst geboren werden. Einwirkung in einer das Selbst verbiegenden Richtung ist hier verhängnisvoller als vorher. Wie stets zuvor ist die Gebärde des bildenden Führers ein Horchen und liebendes Warten, nicht aber Bestimmen und Raten und Handeln. Sein Dasein allein ist die Stärke und der Wert seiner Führerschaft. Stehen bleiben muß er selbst, wenn der Jüngere von dem chaotischen Zustand seines Inneren gepeinigt vorwärts stürmt und alles zerbricht, was er selbst, der Führer, die ganzen Jahre hindurch hat bauen helfen. Er weiß ja, daß sich der Zerstörungswille nicht gegen ihn selbst richtet, sondern gegen das Bestehende überhaupt. Aus Eigenliebe darf er also hier nicht etwa hindern oder auch nur vorzeitig Ordnung schaffen wollen. Es wird eine schwere Probe seiner Führerschaft sein, wenn er vielleicht für sich selbst gerade in höchst fruchtbarer und aufbauender Arbeit ist, den zerstörerischen Zustand seines Freundes zu ertragen. Wenn er selbst an irgendeinem sachlichen Aufbau arbeitet, wird er nicht über jene großen leeren Räume verfügen, deren sein Anvertrauter bedarf, um darein all sein zerstörerisches Wesen zu ergießen. Doch schon bei dem geringsten Widerwillen, oder wenn der Führende auch nur mit einem leisen Gedanken der Wehmut bei seinem eigenen unterbrochenen Werk verharrt, nicht augenblicklich alles Werkzeug von sich tut und sich selbst weit macht in seiner wartenden Liebe zu seinem Getreuen, ist er seinem Führeramt untreu geworden. Er hat sich dann entschieden, Meister zu werden an irgendeinem selbstgeschaffenen Werk. Das mag auch gut sein, ist aber etwas anderes und ist in Augenblicken der Entscheidung jedenfalls nicht mit dem Führeramt zu vereinen. Leicht und mit tiefer Lust muß das Werk aufgegeben werden in solcher Zeit der wartenden Liebe, so leicht wie man ein Spiel aufgibt, wenn einer der Gefährten schwach wird und umzusinken droht. Auffangen muß der Führer dann die ganze Trümmerlast des jungen Menschen. Er muß ihm Raum geben. Was jener zu solchen Stunden großer Werdenot in ihn gelegt hat, muß er still in sich bewahren. Es muß Geheimnis bleiben zwischen ihnen. Denn dies hingebende Vertrauen in die bergende Liebe fordert von dem Älteren schweigende Ehrfurcht. Selbst wenn dieser Bund nur für Augenblicke seinen Ausdruck fand und später vielleicht niemals mehr in Erscheinung treten wird, so deutet diese Stunde doch auf das Letzte, das zwischen Menschen hin und wieder schwingt. Nur wenn der Führer ganz und gar mit hinabsteigt in die Tiefe der Zerstörung und Verzweiflung und auch durch gutes Zureden und tröstliches Schwatzen vom aufbauenden Leben sich selbst und seinem Gefährten den Weg nicht ungebührlich verkürzt hat, dann, aber auch nur dann wird er nun die Macht haben, ihn zu einem wirklich aufbauenden Leben zu locken. Nicht zu einem Leben, das er selbst in irgendwelcher guten Absicht für den Freund sich ausdenkt, sondern zu einem Leben, das sich ganz ohne sein Zutun stolz und gerade auf den Trümmern des vergangenen Lebensteils erhebt, als wahrer und ureigener Ausdruck des nunmehr unbeirrbar werdenden Selbst des Jünglings.
Bei dem nun neu anhebenden Lebensanstieg des Jünglings wird der Führer nur noch lose nebenher gehen. Die führende Wirkung seines Lebens wird nicht mehr nach außen hin erkennbar sein wie früher. Der Jüngere wird nicht mehr Tag für Tag an ihn denken. Das Dasein des Führers wird für ihn allmählich etwas Entferntes werden. Auch räumliche Trennung, vielleicht zeitweise, vielleicht für immer wird einen Keil zwischen die Menschen treiben. In Wahrheit gehört aber diese Entwöhnung voneinander noch in den Bereich der bildenden Aufgaben des Führers. Es ist seine letzte und schwerste Arbeit, sich selbst dem Anvertrauten entbehrlich zu machen, ihn zu entlassen, Abschied zu nehmen. Nur in den seltensten Fällen wird dieser rechte Abschied gelingen, nur dann, wenn der Führer Einsamkeit-erfahren ganz in sich beruht. Nur dann, wenn der Jüngere selbständig und aufrecht seinen eigenen Gang zu gehen gelernt hat. Dann wird Abschied ohne Schmerz sein und Trennung so leicht und so gesetzhaft wie das Fallen der Frucht vom Baum.
Um das achtundzwanzigste Jahr herum liegt abermals eine Pause, die das Jünglingsalter von dem beginnenden Mannesalter scheidet. Das heutige europäische Leben läßt allerdings die Innehaltung dieser Pause überhaupt kaum zu, weil der Mensch von achtundzwanzig Jahren schon lange fertig sein muß. Er muß seinen Beruf und womöglich seine Familie schon haben. Die Notwendigkeiten des materiellen Lebens, aber auch des geistigen Lebens erfordern nun gleichmäßiges und rastloses Fortschreiten und zwingen ihn über die wichtigste Bedenkzeit seines Lebens hinweg. Er hat sich längst entschieden und ist gebunden und tut seine Pflicht. Wenn einer in diesen entscheidenden Jahren von seiner Pflicht redet, sieht man es seinen zusammenkrampfenden Lippen an, wie sein ganzes Selbst eine einzige große unterdrückte Trauer ist über dieses forttrottende Leben, das ihn hinwegzerrt über irgend etwas, was unter ihm verborgen liegt, und das er nur noch hier und da spürt als ein leises Beben des Grundes, etwas, das er selbst sich lächelnd oder seufzend – und sehr richtig – erklärt als ein – wie er meint - törichtes Erinnern an längst überwundene Werdezeiten seiner Jugend. Alles was sich an dieser Stelle des Lebens zum letzten Mal als »Sentimentalität«, als »Hamlet-Stimmung« an die Oberfläche wagt, wird entschiedener und rücksichtsloser als in den früheren Besinnungszeiten zurückgestoßen. Der Mann stürzt sich in seinen Beruf; große Pläne bringt er nun zur Verwirklichung. Es beginnt, ihm auf Vollendung, auf Vollständigkeit anzukommen. Was sich ihm an Widerständen entgegenstellt, wird rücksichtslos zurückgeworfen. Zur Zeit der Jünglingspause um das zwanzigste Jahr treibt die Furcht vor der Tiefe des eigenen Selbst zur Zerstörungstat oder zur gewalttätigen Arbeit, in hundert steilen Anfängen. In dieser Hamlet-Zeit aber steht gerade die Sehnsucht nach Fertigwerden, nach Vollenden überall auf, um über die Zeit der Besinnung hinwegzulocken. Furcht vor dem nochmals aufgebrochenen Abgrund des Selbst treibt den Mann in die bürgerliche Ruhe der Ehe. Unter dem unbewußten Bann dieser Furcht entschließt sich der geistige Mensch zu einer wirkenden Tat. In Kunst und Wissenschaft bringt er es allmählich durch seine fertig erscheinenden Werke, durch seinen nunmehr unverkennbar gewordenen Stil zu Ruhm und Ansehen. Schlau und ängstlich beginnt sich der Mensch zu hüten vor allem, was ihn etwa zu der Erkenntnis eines doch vielleicht notwendigen Neuanfangs führen könnte. Er sucht dann nach Ausflüchten, nach Rechtfertigung vor sich selbst. Er bringt sein Leben in System, läßt alles fallen, was kreuz und quer darin liegt, was sich nicht fügt. Sein Wille verdrängt alles, was sich in ihm selbst auflehnt gegen diese Systematik. Er will und muß die Herrschaft über sich und seine Aufgaben behalten. Ist er doch in den Kampf des Lebens getreten und muß nun glauben, daß er »Rechte« und »Ehre« und »Ziele« habe.
Aber aus all dieser mannigfaltig gespreizten Kämpferstellung des werdenden Mannes spricht deutlich die Angst, von der letzten Besinnungszeit seiner Jugend zu Fall gebracht zu werden. Das ist Todesangst im tiefsten Sinne dieses Wortes, zum ersten Male wahre Furcht vor dem Tode. Und doch könnte aus dieser Angst allein das Hinabsteigen in seine Tiefe, das Ersterben in sich selbst Erlösung bringen.
Von Führung und Gefolgschaft kann bei dieser Besinnungszeit des werdenden Mannes nicht mehr gesprochen werden. Hier ist der Mensch zum ersten Mal allein. Das klare Bewußtsein von seiner ersten wirklichen Einsamkeit darf ihn nicht schrecken. Er muß wissen, daß er nun ins Leben entlassen ist, und bestimmt, dem Tode zuzuwandern. Gerade die Hingebung an diese Einsamkeit macht ihn mit seinem eigenen Tode vertraut, daß er nun von Farbe und Geschmack des Todes ganz durchdrungen wird.
Nur durch diese Todesweihe der ersten Einsamkeit geht der Weg zur Liebe des Mannes und zum Beruf des Mannes. Erst dann hat er volle Freiheit und Ruhe, sich umzusehen und die anderen Menschen, alle jene einsamen Menschen, ringsum in ihrer inselhaft abgeschlossenen Wirklichkeit zu gewahren. Es wird notwendig werden, daß er etwas tut. Sein Wissen und sein Können ist ausgebildet. Durch eins von beiden kommt er zur Tat. Wissend wird er zum Führer, könnend wird er zum Meister. Beides in Beziehung zu jenen anderen Menschen, die er nun gesehen hat: die jünger sind als er, noch in Werdenot befangen, oder gleichen Alters und frei geworden wie er selbst, oder älter als er, schon von Todesnot befangen. Sein wissendes Leben wird ihn stark machen, die Jüngeren zu führen, mit den Gleichaltrigen einen Bund zu schließen, Väter und Mütter zu stützen in ihrer wachsenden Bedrängnis. Unter diesen vielfachen Verbindungen wissender Mannesliebe wird immer deutlicher eine Spur zu der Frau hinführen, welche die Ergänzung seines Mannestums darstellt, die ihn zum Vater machen wird. Aber keine der anderen Verbindungen wird dadurch nun etwa gelockert, keine darf willkürlich abgeschnitten werden. Nun muß alles getragen und zur Vollendung gebracht werden. Das ganze Tauwerk dieser Verbindungen muß der Mann bewußt durchs Leben fortführen.
Wissend wird er zum Führer, könnend zum Meister. Aber auch das nur in bezug auf die anderen Menschen ringsum. Allerdings sieht der Werktätige nicht so liebesbewußt auf die einzelnen Menschen wie der Führende. Er tut seine erwählte Arbeit, seinen Beruf aus der zwingenden Notwendigkeit seiner eigenen Kraft und fragt nicht viel nach den Menschen, denen er mit diesem Werke ohne zu wollen eben doch liebe-dient.
Werktätig oder führend, immer nur das eine oder das andere, beginnt der Mann seinen Lebensanstieg. Ein jeder kann beides tun. Doch muß er bei jeder Gelegenheit immer wieder zwischen dem einen oder dem andern wählen, das eine vor dem anderen zurückstellen. Führendes oder werktätiges Vorzeichen werden auch die noch folgenden Perioden des späteren Mannesalters tragen. Darüber kann hier nicht mehr gesprochen werden.