Heimkehr.

Alles verläuft jetzt planmäßig. Um sieben ein viertel Uhr ist man auf Bahnhof Wannsee; fünf Minuten später haben alle ihre Fahrkarte.

Doktor Fuchs hat sich mit Doef an der Treppe aufgestellt, die zum Tunnel hinunterführt.

»Hier bleiben wir erst noch einen Augenblick!« müssen sich die ersten sagen lassen, die mit dem Billet »anjepeest kommen«. So drückt sich Fritze Köhn aus. »So! Tretet nur da rechts hin!«

Die Nachkommenden haben das nicht gehört, und so kommt immer wieder die ganz erstaunte Frage: »Gehen wir denn nicht auf den Bahnsteig?«

»Noch nicht! Abwarten!« –

Drüben, an der andern Seite der breiten Treppe, die zum Durchgangstunnel hinunterführt, steht der wackere Doef. Jetzt eben will der letzte mit seiner Fahrkarte an ihm vorüberstürzen.

»Nee! Noch nich!«

»Warum denn nicht?«

»Weiß ich nicht! Ich soll keinen hinunterlassen!«

»Die Leute gehen aber alle hinunter! Sieh doch! Da kommt der Zug!«

»Halt!« – Doef hat den Jungen mit eisernem Griff gepackt. – »Wir stehen doch alle noch da drüben!«

»Au, Mensch, bist du verrückt?«

»Ich nicht!« Und der Junge kriegt einen Stoß, daß er zurückfliegt und sich auf seinen tiefsten Körperteil setzt, zum unendlichen Gaudium aller derer, die das mit angesehen haben.

»Ja, aber – aber –« – damit rappelt sich der dumme Peter wieder auf – »warum fahren wir denn nicht mit dem Zug?« – Er sieht die andern Jungen und tritt schnell zu ihnen hinüber.

»Jetzt will ich’s dir sagen!« erklärt ihm Doktor Fuchs bedächtig. »Siehst du, der Zug da kommt von Potsdam und ist jedenfalls schon leidlich voll. Eigentlich aber müßte ich jeden von euch in einen Wagen besonders stecken; da das nicht geht, so wollen wir versuchen, alle zusammen in einen Wagen allein zu kommen. Solltet ihr aber doch mit andern Personen zusammenfahren müssen, Jungs, so bitte ich mir aus, daß ihr euch anständig haltet und nicht unnütz Radau macht. Kommt’s zum Streit und zur Beschwerde, so habt ihr immer unrecht, und das Publikum kriegt Recht! Merkt euch das!«

»Herr Doktor, jetzt fährt der Zug!«

»Gut, dann los! Bis zum zweiten Bahnsteig!« –

Dort rückt der Zug bald vor, und Doktor Fuchs hat Zeit, seine Jungen unterzubringen. Aber diese Jungen, die eben noch sanft wie die Lämmer auf dem Bahnsteig standen, die sind auf einmal wie die Wilden, als sich die Wagentür vor ihnen öffnet. Und als sie erst drin sind, da hebt ein Konzert an!

Draußen gehen einige andere Passagiere verwundert und schaudernd an dem Wagen vorüber.

»Immer feste Radau machen!« fährt Hagen im vordersten Abteil wie ein Rasender herum. »Immer feste! Dann kommt keiner mehr rein!«

Nur Doktor Fuchs segelt auf einmal von hinten her vor. »Donnerwetter, Jungs! Jetzt haltet mal gefälligst den Mund! Wenn keiner mehr einsteigt und wir sind in Fahrt, dann dürft ihr singen und schreien, so viel ihr wollt. Wo ist unser Feldwebel?«

»Hier!« – Aus der einen Ecke taucht Doef empor.

»Also, Doef, nicht wahr, alles mit Maßen!«

Der wackre Kerl scheint mit sich selber zu kämpfen. Schließlich aber sagt er doch: »Ja!« Und wenn Doef »ja« sagt, dann – weiß Doktor Fuchs – kann er sich auf ihn verlassen; denn schon muß er wieder fort, da eben hinten der Spektakel von neuem angeht. –

»Du, Doofkopp!«[16] nimmt Fritze Köhn jetzt schnell das Wort. »Haste’t jehört? Alles mit Maßen! Du sollst uns also ruhig ’n bißken Radau machen lassen!«

[16] Doof = taub, dumm.

Doef aber macht ein trauriges Gesicht und sagt endlich schweren Herzens: »Nee! So hat’s Fuchs nich jemeint!«

Da haben die andern erkannt, worauf es ankommt. Und als jetzt einer vorschlägt: »Dann drängeln wir lieber den Doef raus!« da sind alle dabei und fassen zu.

Ja wohl aber! Proste Mahlzeit! Sie haben die Kraft ihres Feldwebels ganz elend unterschätzt. Im nächsten Augenblick sind die neun Jungen, die doch eben noch vor ihrem Ordinarius friedlich zusammenstanden, ein unentwirrbarer Knäuel von Armen und Beinen, ein Knäuel, in dem es stöhnt und ächzt, brandet und wogt, stürmt und braust, bis auf einmal diese lebendige Kugel aufbricht und mit Bumsen und Dröhnen ein paar Tertianer an die Seitenwände und auf die Bänke fliegen. Doef aber hebt sich aus der Flut empor wie ein Herkules und immer noch felsenfest auf seinen Beinen.

Da drängen auch schon die andern aus dem Nebenabteil heran. »Gott im Himmel! Hier ist wohl Mord und Totschlag? Was ist denn los?«

Fritze Köhn steht tief aufatmend und mürrisch dem Fenster zunächst. »Wat hier los is? Meine Hosendräjer sint los! Weiter nischt!«

Auch den Doktor Fuchs hat der Lärm angezogen. »Donnerwetter, Jungs, was macht ihr denn nun schon wieder?«

Der dicke Puntz rappelt sich eben erst noch hoch. »Der – der – Doef, der macht ’n wilden Mann!«

Der also Angeschuldigte hat sich jetzt auch so weit erholt. »Ja,« verteidigt er sich, »ich – ich wollte es mit Maßen und die nicht!«

Da muß Doktor Fuchs doch auch lachen. Dann aber entscheidet er kurz: »Wir wollen mal den Ring hier sprengen. Fritze Köhn und du, ihr geht ganz nach hinten! Puntz und Zeidler in den Abteil zu Ehrenfried! Du und du nebenan! Doef bleibt mit euch beiden hier!«

Andere Gäste ziehen für die Ausgewiesenen ein; als sich aber jetzt der Zug in Bewegung setzt, geht der Krawall von neuem los. Doktor Fuchs indessen sagt vorläufig nichts dazu, bis sich nach wenigen Minuten die Fahrgeschwindigkeit wieder verlangsamt. Da erst schreitet er die ganze Länge des Wagens ab und bedeutet den Jungen: »Nikolassee jetzt! Also Ruhe im Saal!«

»Jroßmutter will danzen!« flüstert Fritze Köhn dazu.

Ja, schön! Man hält sich ruhig! Aber dafür fängt man an zu kichern und zu lachen. Weshalb? Warum? Worüber? Wenn die Jungen das sagen könnten! Man legt sich zurück; man legt sich vor; man fällt auf den Nachbar nach links oder rechts; man quetscht sich schnell mal unter die kleine Reihe auf der andern Bank, trotzdem die gegenüberliegende ganz leer ist. Und dabei lacht man und lacht und lacht wieder, bis sich der Zug von neuem in Bewegung setzt und man zu denen ans Fenster stürzt, die da inzwischen Schmiere gestanden hatten, daß keiner mehr hereinkam. –

Am schlimmsten dran war jetzt Fritze Köhn, den Doktor Fuchs selber zu sich genommen hatte. Der Junge saß da wie versteinert; er sah zum Fenster hinaus und tat, als wenn er gar nicht hörte, daß der kleine Achim Köckeritz von seinem Hund zu Hause erzählte, wie der einmal ein ganzes Pfund Butter aufgefressen hatte.

»Na, Fritze,« wendet sich da der Achim an seinen schweigsamen Nachbar, »du hast wohl gar nicht gehört, was ich erzählt habe?«

»Doch,« wendet sich der Fritze Köhn zu ihm um und antwortet mit dem ernsthaftesten und bärbeißigsten Gesicht, »lange nich so jelacht! Weißt du aber auch, wie Lack dekliniert wird?«

»Na freilich!« sagt der kleine Köckeritz schnell und doch etwas schwankend, da er dem Spaßvogel nicht recht traut.

»Na, mache mal!«

»Der Lack, des Lacks, dem Lack –«

»Na, siehste woll! Demlack![17] Det stimmt janz jenau!«

[17] Demlack = Dummkopf.

Da müssen die andern alle mächtig losprusten; auch Doktor Fuchs lacht den reingefallenen kleinen Köckeritz aus. Er sogar nicht zum wenigsten. – – –

Der dicke Puntz in seinem Abteil hatte sich schließlich in einer Ecke recht häuslich eingerichtet; ja, er tat sogar so, als wollte er ein Schläfchen riskieren. Er hätte auch gar nicht nötig gehabt, zu seinem Nachbar zu sagen: »Du, höre mal, du kannst mich auf Bahnhof Friedrich Straße wecken!« Die andern besorgten das gründlich genug und nicht erst auf Bahnhof Friedrich Straße, sondern auf jeder Station vorher. Und deren Reihe war lang. –

Als dann der Dicke zu Hause so ungefähr seinen Appetit gestillt und sich auf das Sofa hatte fallen lassen, um seine Erlebnisse bequemer zu erzählen, da schlief er doch immer schon halb dabei ein.

»Es war sehr fein!« lallte er. »Dieses Quecksilber, den Köckeritz, den hat Fuchs aus dem Wasser geholt! – Aber eigentlich war’s Ehrenfried!«

»Was?« – Vater und Mutter rücken dem Jungen näher. – »Wen hat er aus dem Wasser geholt?«

»Ja, die dachten vielleicht – ich war – eine Blattlaus! Aber – ich –«

»Wie? – Was? – Junge, du schläfst ja schon!«

»Ja! Seine Hosen – waren auf – Vater Ehreckes – Schmerbauch – eingerichtet, und den haben – sie dann in die Brennesseln – gesetzt – und –«

»Wen? Was?« – Alles um den Jungen herum lacht laut auf. – »Den Schmerbauch?«

Der Dicke antwortet nicht mehr: er ist in die Ecke des Sofas zurückgesunken und – schläft. – – –


Doktor Fuchs war mit bis zum Lehrter Bahnhof gefahren, um erst den Achim Köckeritz und dann den Ernst Ehrenfried persönlich abzuliefern. Dem letzteren öffnete seine mutige Tat draußen an der Fähre zur Pfaueninsel bald das Haus des Herrn Köckeritz. Glück auf, du wackerer Ernst Ehrenfried! Jetzt ist für dich die Bahn frei, dein Leben zu bauen und deinen Verwandten, die sich deiner in der höchsten Not so edel angenommen haben, einst mehr zu helfen, als nur mit »2 m Schottisch!« –

Einen aber gab es, der sagte aus vollstem Herzen: »Gott sei Dank!« als er endlich wieder in seinen vier Pfählen war und nach diesem anstrengenden Tage gleichfalls sein Haupt zur Ruhe legen konnte. – – –

Sonnabend:
Ferien.

Als der dicke Puntz am andern Morgen erwachte und instinktiv nach der Uhr griff, war es acht.

»Donnerwetter ja!« – Ein blasser Schrecken durchzuckte den Jungen; doch ebenso schnell war die Erlösung da: »Ach, es sind ja Ferien!«

Mit welcher Wonne sich da der Dicke auf das Kissen zurückfallen ließ! Ja, diese Wonne mußte man fühlen! Er fühlte sie; er durchkostete sie; er erhöhte sie sich dadurch, daß er noch einmal an die Partie von gestern dachte und an die Pfingstferien, die nun kommen sollten oder doch schon da waren. Er überlegte schließlich, ob er jetzt im Bette liegen bleiben und etwas lesen oder lieber aufstehen sollte, um so die Ferien mit noch größerem Bewußtsein und mit noch größerem Behagen zu genießen.

In dem Augenblicke fiel gerade unter seinem Fenster ein erster Schlag und Bums! Und wieder Bums und Schlag! Und Bums um Schlag! Und Schlag um Bums!

»So eine Gemeinheit! Mamaaaaa!« –

Schon war auch die Mama da. »Was ist denn los, Junge?«

»Mama, die klopfen ja Teppiche! Heute zum Sonnabend?«

»Ja, das ist so, mein Jungchen! In der Woche vor dem Fest darf an jedem Tage geklopft werden!«

»Auch schon so früh?«

»So früh? Es ist ja beinahe halb neun! Steh auf und mache etwas schnell dabei!« –

Der Dicke war eine gutmütige Haut: so bequemte er sich also wirklich dazu. Und ein halbes Stündchen später – heute ließ er sich mehr Zeit als sonst! – saß er am Frühstückstisch.

»Na, wie war’s denn nun gestern? Gestern abend nämlich hast du nur Unsinn geredet!«

»Ich? Unsinn? Wann denn?«

Die Mutter setzte ein so fröhliches Lachen dieser Frage entgegen und wiederholte nur: »Na, wie war’s denn?«

»Ach, einfach wunderbar, Mama! So nach und nach werde ich euch mal die ganze Partie erzählen! Wenn Papa auch dabei sein kann!«

»Na, schön!« lächelte die Mutter gutmütig. »Aber dann werde ich mich wohl bis nach den Feiertagen gedulden müssen; denn morgen und übermorgen fahren wir alle zu Onkel Fritz nach Fürsten–. Na nu? Was ist denn los, Junge?«

Der Dicke hat die Schrippe, die er sich eben streichen wollte, hingeworfen und verübt jetzt einen tollen Schunkelwalzer, so daß die Mutter erschrocken dazwischenfahren muß: »Junge, die unten! Die müssen ja denken, die Decke kommt runter!«

»Ach, Mama, laß doch! Fritze Köhn würde sagen: ›Ick frei mir nur so!‹ Wann fahren wir denn weg, Mama?«

»Na, morgen ganz früh! Papa läßt dir sagen, du sollst heute vormittag noch gleich deine Schularbeiten machen!«

»Mama!« – Das Gesicht des Jungen strahlt, als hätte er die Butter nicht auf seine Schrippe, sondern auf seine Pausbacken geschmiert. – »Mama! Wir haben ja gar nichts auf! Das war überhaupt die feinste Woche, die ich in meinem Leben erlebt habe! Wirklich die allerfeinste! Und nun noch die Ferien dazu!«

»Ja, was aber nun?«

»Ach, laß nur, Mama! Ich werde schon wissen, was sich heute noch machen läßt!«

»Du kannst auch immerhin mal ein bißchen so arbeiten oder repetieren!«

»Aber, Mama! Ich werde doch nicht die ganze, schöne Woche so verrungenieren! Ich weiß ja schon, Mama! Aber ich meinte nur, so würde Fritze Köhn sagen. Ach, es ist doch zu schön!« – Der Dicke griff dabei nach der dritten Schrippe. – »Aber halt! Mama, was meinst du? Bin ich gesund? Ist mir die Partie von gestern bekommen? Sage es mal ganz offen und ehrlich! Ich muß es wissen!«

Was für Augen da die Mutter machte! »Ob du gesund bist? Na, ich hoffe doch! Junge, wie kommst du denn überhaupt auf eine solche Frage?«

»Ja, wer heute nicht gesund ist, oder wem die Partie von gestern nicht bekommen ist, der soll gleich dem Doktor Fuchs eine Postkarte schreiben. Das brauche ich also nicht! Das ist jedenfalls nur für Ehrenfried und Köckeritz!«

Jetzt aber mußte die Mutter wirklich aus vollem Halse lachen: »Du brauchst nicht zu schreiben, Dicker! Oder du müßtest gerade schreiben, daß du einen fürchterlichen Appetit entwickelst!«

»Na,« kaute der Dicke eben noch an seiner dritten Schrippe, »ich höre jetzt schon auf. Aber ich kann ja gleich noch frühstücken, ehe ich zu Zeidler gehe!« –

Das tat er denn auch. – – –

Ja, ja! Goethe war ja wohl ein großer Menschenkenner! Hätte er aber einen modernen Tertianer gekannt und zum Beispiel den dicken Puntz nach dieser »feinen Woche« gesehen, er hätte sich dann sicherlich selber verbessert und geschrieben:

»Alles in der Welt läßt sich ertragen,

sogar eine Reihe von schönen Tagen!«

Vom gleichen Verfasser erschien im gleichen Verlage:

Mit Gott für König und Vaterland!

Erlebnisse eines preußischen Jungen. ▣ Von F. Pistorius. ▣

Prächtige Geschenkbände mit buntfarb. Titelbild und Karten à 4 M.

▪ Jeder Band ist ein abgeschlossenes Ganzes. ▪

Urteile (über die Bände I–III):

Das ist ein herrliches Buch für unsere deutsche Jugend. Es erzählt die Schicksale der Söhne des Prenzlauer Gutsbesitzers Pistorius, Fritz und Traugott, die mit jugendlichem Heldenmut in den Zeiten der tiefsten Erniedrigung Preußens ihrem König und Vaterlande dienen, der eine als tapferer Offizier, der jüngere als Kundschafter und Lazarettgehilfe. Es ist alles mit dramatischer Lebendigkeit und mit peinlicher historischer Treue erzählt. Unseren Jungens werden die Augen leuchten und die Herzen glühen, wenn sie diese von flammender Vaterlandsliebe zeugenden Berichte aus Deutschlands schmachvoller Zeit lesen, die mit dem Anbruch der großen Freiheitsbewegung eindrucksvoll schließen. Wir vermuten wohl richtig, daß der Verf. für diese lebendigen Schilderungen sein Familienarchiv hat benutzen können.

Christl. Bücherschatz.

Pistorius erzählt uns in seiner glühenden Schreibweise aus der schwersten Zeit unseres deutschen Vaterlandes. Doch nicht uns – sondern seinen Jungen erzählt er! Aber wie er erzählt! Wir glauben uns bei der Lektüre in die Stube des Erzählers versetzt, glauben seine Stimme zu vernehmen. Und so wie Pistorius die Ereignisse des denkwürdigen Jahres erzählt hat, so hat er sie auch niedergeschrieben – flott, anschaulich, lebendig, packend, alles in allem – ein echter Pistorius!

Tägliche Rundschau, Berlin.

An überirdischen Idealgestalten berauscht sich wohl die Jugend, aber der Rausch verfliegt bald; dieser märkische Junge ist von so gutem, nüchternem Schrot und Korn, daß man nur wünschen möchte, unsere moderne Jugend nähme sich Traugott Pistorius zum Exempel.

Professor L. Freytag im »Pädagogischen Archiv«.

Pistorius wollte der deutschen Jugend es ermöglichen, die furchtbar schwere und dann herrlich ausklingende Zeit mitzuerleben. Das ist ihm auch in hervorragender Weise gelungen. Die Verknüpfung der Lebensschicksale seines Helden mit den Generalen Blücher, Bülow, York, mit der Lützowschen Freischar (Theodor Körner) zeigt die Geschicklichkeit des Schriftstellers. Die ganze Schwere des Druckes, der auf dem preußischen Volke gelagert hat, wird deutlich in den Wirkungen, die er ausübt. So ist es ein Buch, das nicht nur der Jugend Interesse abgewinnt, sondern auch den Mann ergreift.

Die Reformation.

Fritz Pistorius:

Von Jungen, die werden.

Neue Geschichten ::
vom Doktor Fuchs.

Zweite Auflage. :: Mit Buchschmuck. :: Gebunden 3 M.

Fröhlicher, glücklicher Schulhumor leuchtet auch aus diesem neuen Pistorius-Buch.

Reclams Universum.

Wer nach der Lektüre der früheren Bücher gedacht haben sollte, daß das Thema nun erschöpft sei, wird mit Staunen sehen, daß Pistorius hier noch 25 neue Schulfälle sozusagen aus dem Ärmel schüttelt, und dazu so interessante, wie das Kapitel vom Pumpgenie, von der Ehrlichkeit, zu der ein flunkernder Schüler erzogen wird, vom neugebackenen Tertianer, von den Schülertypen des langsamen und dummen Kerls, des genialen und des liederlichen und des Wildlings.

Reichsbote.

Ein frisches frohes Buch, den Freunden der Jugend und dieser selbst zur Freude und Erquickung geschrieben.

Mainzer Journal.

Eine feine Woche!

Mit Titelbild und Einbandzeichnung. Dritte Auflage. Stattlich gebd. 3 M.

Ich habe das Buch, oder vielmehr das Buch hat mich nicht losgelassen, bis ich es ganz gelesen hatte. Das ist so recht etwas für unsere Jungen! Das Buch werden sie verschlingen. Die Probe, die ich mit einigen Schülern machte, bestätigte meine Ansicht: bald wurde ich von den andern bestürmt, es ihnen auch zu leihen. Das ist nur natürlich, denn die geschilderten kleinen Leiden und Freuden unserer Schuljugend sind so unmittelbar aus dem Leben gegriffen und so launig und fesselnd erzählt, daß jeder Schüler sich sagen muß: das hat einer geschrieben, der Verständnis für uns Pennäler besitzt. Ich bin übrigens überzeugt, daß das Buch in den Klassenbibliotheken zu den begehrtesten gehören wird.

Gymnasial-Oberlehrer Dr. Hermann.

Auf der Wildbahn.

Ferienabenteuer in deutschen Jagdgründen.

Für Jung und Alt nach eigenen Erlebnissen erzählt

von

A. Becker.

Mit 9 Vollbildern und 18 Textillustrationen von Professor Woldemar Friedrich.

Mit einem Situationsplan.

Neue billige Ausgabe, prächtig gebd. 5.50 M.
Ausgabe mit getonten Bildern gebd. 7 M.

Das ist ein Knabenbuch, wie es kaum seinesgleichen gibt. So frisch und froh und spannend, daß einem der Atem fast stillsteht vor Erwartung, und doch frei von nervenreizender Aufregung erzählt es.

Daheim.

»Bitte wieder so eines!« Mit diesen Worten, die eine schlichte Schülerkritik enthalten, gab der erste Entleiher das Buch zurück.

Professor Dr. Thomas-Ohrdruf.

In dem vorliegenden Buche sehen wir den deutschen Wald mit allem, was in ihm lebt … Verfasser erweist sich als ein Meister der Darstellung; köstlicher Humor wechselt ab mit sachkundiger, von jeder Schulmeisterei sich fernhaltender Belehrung.

Professor Dr. K. Kraepelin-Hamburg
im »Hamburg. Correspondent«.

Mein eigenes Urteil genügte mir nach dem Lesen des Buches noch nicht. Darum wendete ich mich an zuständigere Richter: ich gab es meinen Jungen. Die haben sich darum gerissen! Damit hat »Rom« gesprochen.

Professor Dr. Fr. Seiler-Wernigerode
in der »Täglichen Rundschau«.

Meine Jungen haben noch keine Erzählung mit solchem Eifer gelesen, auch nicht den Lederstrumpf, wie diese Jagdgeschichten aus der Heimat.

Hannoversches Sonntagsblatt.

… Ich habe »Auf der Wildbahn« gelesen, von Anfang bis zu Ende, mit stiller Freude und wachsendem Frohgefühl. Das ist ja ein wunderbar schönes Buch.

Drei Jungen, wackere, prächtige Jungen, oder richtiger Jünglinge sind es, die während der Ferien und oft auch an den Sonntagen Stadt- und Schulluft hinter sich lassen, um ein benachbartes, wald- und wasserreiches Landgut aufzusuchen. Wie sie nun da unter Führung eines wackeren Weidmannes, einer herrlichen Idealgestalt, eines Helfers in allen Nöten – ach, und sie geraten in mancherlei Not – die Natur kennen und lieben lernen, wie sie sie belauschen in ihrer geheimnisvollen stillen Tätigkeit, wie ihr wunderbares Leben ihnen offenbar wird, wie sie durch mancherlei kleine, frohe Abenteuer, viele heitere Jagderlebnisse, Wanderungen und Fahrten immer mehr mit dem Walde verwachsen, wie er im erwachenden Lenzesleben, in seiner Sommerpracht, im Herbstrauschen und im Winterzauber immer den gleichen Reiz auf sie ausübt, wie das alles nun so allmählich in ihr Herz wächst und sie an Körper und Geist gesund und stark und groß und frei macht – das ist alles so einfach, so schön, so natürlich, mit so liebenswürdigem Humor erzählt, daß man sich gar nicht davon losreißen kann.

Hermann Brandstädter,
Verf. von »Wie Friedel eine Heimat fand«, »Erichs Ferien« usw.

… Ich möchte den Knaben oder jungen Mann kennen lernen, dem das Buch nicht gefällt … Ganz aus dem Geiste eines geweckten Knaben geschrieben, zählt die Jugendschrift zu den besten, die mir seit Jahren zur Kritik vorgelegen haben …

Franz Woenig, Lit.-Kritiker des »Leipziger Tageblatt«.

Homers Ilias.

Neue metrische Übersetzung von Professor Hans Georg Meyer.

Mit 24 Kopfleisten von Hans Krause.

:: Hochelegant gebunden 5 M. 50 Pf. ::

So erschließt Hans Georg Meyer, Professor am Grauen Kloster zu Berlin, als erster das vollgültige Bild der gewaltigen Dichtung – dem erwachsenen Leser zur lichten Freude, dem jugendlichen zur Begeisterung, die für den Urtext das Verständnis bereitet, das unter der Schwierigkeit der schleppenden Lektüre bisher meist verloren ging.

Königsbg. Hartung’sche Zeitung.

Als Übersetzer Homers wird für den deutschen Leser künftig nur Meyer in Betracht kommen. Mit Vergnügen und mit naiver Hingabe erfreut sich die Jugend des Zaubers der Sprache in dieser Übersetzung.

Preußische Jahrbücher.

Hier spricht ein Dichter zu uns, der sich vollständig in die Welt Homers einzuleben verstand und in eigenartig packender Sprache die Kämpfe um Troja vor Augen zaubert.

Das XX. Jahrhundert.

Alle Nebentöne, an denen die Ilias noch reicher als die Odyssee ist, kommen zum Erklingen.

A. D. B. Zeitschrift.

In leuchtender Schönheit ist die unsterbliche Weltdichtung in dieser Bearbeitung wiedererstanden. Die Verse sind von herrlichem Klang, und die straffere Zusammenfassung ist eine wahre Wohltat. Wie in neuem Gold geprägt erscheint die alte liebe Voßübersetzung in diesem metrischen Meisterwerk.

Detlev v. Liliencrons’s Literarischer Jahresbericht.

Druck von Trowitzsch & Sohn, Berlin SW 48.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Folgen von Gedankenstrichen und die Darstellung der Ellipsen wurden vereinheitlicht.