B
BAALSDORF. K. Sachsen AH Leipzig.
Dorf-K., rom. Anlage des 13. Jh. — Glocke E. 13. Jh. mit der Inschr. »Heinricus Filius Tiderici me fecit« (ein Glockengießer Thidericus erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch, Geringswalde, Niedergräfenhein, Oetzsch).
BAHRA. UFranken B A Mellrichstadt.
Dorf-K. Frgot. Sakramentsnische. Glocke mit Apostelnamen um 1300.
BALDERSHEIM. UFranken. BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. 1611, verändert 1901. Sehr guter Grabstein 1493; andere 16. u. 17. Jh. — Hochaltar um 1700 mit guten Holzfigg. vom spätgot. Altare (nach 1500).
BALGSTEDT A. U. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18. Jh. im W des Turms neu errichtet. — Glocke 1311.
BAMBERG. OFranken. BAmtsstadt.
Dom S. Peter u. S. Georg. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. [pg 27] 1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf Rest. und zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch nicht völliger Abschluß der Arbeiten. — Der gegenwärtige Bau ist ein Werk des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt. Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschließend, S. Peter; zu beiden führen Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. — Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei Phasen auf: spätromanisch ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in seiner Außenansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen Frühgotik abgeleitet[1], der innere Aufbau des Lhs.; französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht möglich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, daß er vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs (1203-1237), jedoch die Ausführung des WChors und der WTürme später. Die plastische Ausschmückung (s. unten) beweist, daß noch vor ihrer Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang dieser Regierung, Vollendung nach längerer Pause unter B. Berthold von Leiningen (1257-85). — Aus der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37 durch Heideloff und Gärtner.
Ostbau (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen Raum unter dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen [pg 28] gestatten, das Msch. breiter anzulegen, während die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher und luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die Stützen sind Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen 8eckigen, schon frgot. Einfluß verratenden Deckplatten. Die Rippen mit derben Rundstäben besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks, legt sich, besonders in der Außenansicht hervorragend schön kombiniert, an die große Wandfläche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der Aufbau 3 teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, Fenstergeschoß, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und stärkerer und schwächerer Dreiviertelsäulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen der reich abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern Arkatur; bezeichnend das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel auch in der Form ihrer Säulenschafte.
Langhaus. Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer- wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung, die dadurch möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend, daß die Grundrißabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl. Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden, ebenso an der N- wie an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die offenen, und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte anfallen. Um als Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu groß; ich kann sie nur auf eine jüngere Restauration[2][pg 29] beziehen, etwa nach Brand 1185, die noch nicht mit Gewölben rechnete. Aus dem bei währendem Neubau eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die Unregelmäßigkeiten im östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmäßig stärkere und schwächere Pfll., kreuzförmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in Ebrach), während der Übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten einfach rck., aber verhältnismäßig schmal, die Rippen Rundstäbe mit mandelförmiger Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden Hauptpfll. und des mit ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandflächen. Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen System auffallend. Querschnitt.
Westbau (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb. beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich französischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister tätig, zuerst burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch gerichtet. Die Krypta klein und jetzt unzugänglich. — WChor und OChor sind in ihren ins Schiff vorspringenden Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen mit Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne Gesims; die SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.
Äußeres. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in den bisherigen Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den Dächern in wiederholten Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten der Georgenpforte hinweist); [pg 30] 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am nördl. Ssch. (Fürstentor) und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2. Fenstergeschoß noch während des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten Geschosse entsprechend geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder zum charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; weiter nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer tabernakelartigen Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der französischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein bestimmtes französisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch ist dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verständlich zu machenden Punkte mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors, NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, daß die französisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen französischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für die Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluß vollständig ein Werk des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem größeren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.
Innere Ausstattung. Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher, E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltäre sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand allein der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, »daß das heilige und großartige Denkmal in seinen Verunstaltungen [pg 31] verbessert und der ungestörte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprünglichen Stile wieder hergestellt werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835 Heideloff, 1835-38 Gärtner. Sie entfernten nicht nur alle nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt in der Michaels-K.), sondern drängten auch dem der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene Vernüchterung.)
Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der monumentalen Plastik im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, jede durch eine führende Künstlerindividualität vertreten: Meister des Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. a) Die Arkaturen an den Schranken des Georgenchors enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten von Propheten (NSeite) und Aposteln (SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen, weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. Je zwei im Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer säkular an die Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in ergreifendster Weise den Zusammenstoß konventioneller Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen; die Körperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite in stürmisch erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, daß der Künstler, noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es könnte aber auch sehr wohl eine bewußte Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. Michael. Das Verkündigungsrelief am Pfl. rechts von der Chortreppe saß früher an der NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken dann ohne plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in den Feldern, zur Ausführung kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschöne zur Verfügung stand. Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten ist mir die Zeit rund 1225-35. — b) Die Adamspforte, [pg 32] links (SO) vom Georgenchor. Am rechten Gewände Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Säulen verwachsen, die in dem Organismus dieses Portals keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die französische Schule einsetzt, und daß der Bildhauer der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im Innern an den den Georgenchor nördlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht; vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch. vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. Am Mittelpfeiler Maria, von ihr getrennt Elisabeth (als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein Papst, am rechten der h. Dionys, an seiner Front ein lebensgroßer Reiter. Dieser künstlerisch und ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an südwestfranzösischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem ich von der Bedeutung der Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem muß der Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehört zu den ersten künstlerischen Kräften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien stecken in den Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter Reimser Maßwerk der frühesten Art. — c) Das Fürstenportal [pg 33] am nördl. Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische Anordnung ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, daß die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber mehr und mehr mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als ältere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder der Ecclesia und Synagoge haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; ebenso gehören der Werkstatt des letzteren der Posaunenengel und der Abraham über dem linksseitigen Kämpfer. — d) Aus der älteren einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade von einem später veränderten Portal nach 1185. — Grabdenkmäler des 13. Jh. Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals Papst Clemens II. († 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie. Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und der Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma. vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). — Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther († 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, ungewöhnlicherweise in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte Linearzeichnung, Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. — Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237, ähnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. — Noch immer nach demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. unten. — Grabdenkmäler aus dem 14.-17. Jh. a) im südl. Qsch.: rechts vom Altar großartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie Diether
von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von Jakob Weinmann von Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von Kilian Sorg; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) Im Peterschor: Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von Loy Hering in Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Wänden mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkömmlich der P. Vischerschen Hütte zugeschrieben. — c) Im nördl. Ssch.: im 2. Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloß mit Inschrift versehenen Bodenplatten von Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) An dem südl. Arkadenpfl. des Msch.: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das wertvollste unter den spätmittelalterlichen. — e) Monument des kaiserlichen Stifterpaares Heinrich und Kunigunde von Tilman Riemenschneider, beg. 1499, voll. und aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wänden; wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, 3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwägung. — Sepultur der Domherren in der h. Nagel-Kap. Die Wände, soweit sie nicht von Altären eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Größe 64 ikon. Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in bloßen Umrissen, 1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in größerer Höhe bloße Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß in der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die P. Vischersche in Frage käme, wäre noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v. Limpurg († 1475), die dann die älteste in der Klasse der gravierten von P. Vischer wäre. — Spgot. Schnitzaltäre im nördl. Ssch. (aus Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — Kaiserglocken [pg 35] aus A. 14. Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm, Höhe 140 cm.
Schatzkammer (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) ist in ganz hervorragender Weise reich an Textilien: drei den Reichskleinodien beigezählte Kaisermäntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther (sämtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus Metall: zwei rom. Tragaltärchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.), Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus Glasfluß (Opus Alexandrinum 1. Jh.). Gegenstände aus Elfenbein: Messerscheide (spätestens 9. Jh.), Pontifikalkämme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. — Bis ins 16. Jh. fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« (öffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt.
Kreuzgang. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen OFlügel stößt das
Kapitelhaus 1731, angeblich von Balth. Neumann. Die Behandlung prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im Dom befindliche Altarbilder von Merian und Sandrart.
Alte Hofhaltung. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende Baumeister (Erasmus Braun? Caspar Vischer?) unbekannt. — In demselben Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der
Andreas-Kap., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die Katharinen-Kap. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.
Neue Residenz. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister Leonhard Dientzenhofer. Stückweise geplant und nicht vollständig ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel [pg 36] die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der Dekoration.
Domherrenhöfe. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von J. M. Küchel, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der Langheimer Hof und der Ebracher Hof, beide noch M. 18. Jh. von J. M. Küchel.
Antoniterhof mit Laurenzi-Kap., got. Anlage, 1629 umgebaut, unbedeutend.
Clarissen-Klst., gegr. 1341, profaniert.
Dominikaner-K. (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.
S. Gangolf. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.
S. Elisabeth. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar Holzfigg. aus der Schule Riemenschneiders.
Franziskaner-Klst. Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als Landgericht umgebaut.
S. Getreu (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich erneuert, unansehnlicher Barockbau. In ihm große Kreuzigungsgruppe, welche Endpunkt von Stationsbildern war, die sich von S. Elisabeth den Berg heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an Adam Krafft, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle gezogen.
Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe. Als Militärlazarett umgebaut.
S. Jacob (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt; anspruchslos im rom. Sinn restauriert, störend die neurom. Ausstattung. — Flachgedeckte doppelchörige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger Deckplatte. Die östl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der Außenbau sich noch bewahrt hat.
Karmeliter-K. 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694 ff. von Leonhard Dientzenhofer, ein mittelgroßer Barockbau der nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich zu zerstören, wurde der Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit Zickzackornament eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Räumen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muß tiefer gelegen haben. Interessant der große rom. Kreuzgang. Am OFlügel Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur [pg 38] bmkw. der sog. Fremdenbau (links von der jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.
Katharinen-Kap. s. Alte Hofhaltung.
Liebfrauen- oder Obere Pfarr-K. — Der einzige bedeutendere got. Bau, der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene Bau flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die nur verstärkt zu werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, durchaus got., auch sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got. Bau möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß 5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den Strebepfll. flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach durch und nehmen Strebebgg. auf. Das Äußere ist mit reichem, aber wenig edlem Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor Flächendekoration durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen war vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« unter einem hohen Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehört der zweiten Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. — Das Innere übervoll von Altären und einzelnen Kunstwerken; überwiegend 18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 große Holztafeln, Reste eines Altars, beglaubigtes Hauptwerk des Veit Stoss bez. 1523, das Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; aber technisch nicht Relief, da die Vordergrundfiguren völlig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. Sakramentsnische bez. 1492; Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 Reihen übereinander; die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige Arbeit. — Taufstein mit eingelegten Holzreliefs. [pg 39] — Als Beispiele für die Lokalkunst des 18. Jh. wären noch zu nennen: die Hochaltarplastik von J. J. Vogel und am westl. Ende des nördl. Ssch. Gemälde, der verlorene Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden Joh. Nik. Treu. — An der Brauttür, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und törichten Jungfrauen, im Tympanon Vermählung Christi mit der Ecclesia. — An der WFront roher Ölberg 1502. — In der Schatzkammer bmkw. Monstranz 1477.
S. Martin. 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von Georg Dientzenhofer, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. Anlage nach dem seit S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema. Imposantes tonnengewölbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich auf der Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, so daß die Vierung kein volles Quadrat bildet. Überwiegend Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten Pozzo, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern von einem sonst unbekannten Fr. Marcolini. Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung.
S. Matern. Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.
S. Michaelis-K. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021, zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700 ff. — Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebenchöre in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angehören. Echte rom. Profile am letzten östl. Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom. Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters so auch hier, nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über [pg 40] dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage keinen Raum gewährt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die Fenster rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine vorgeblendete Barockfassade. 1700 von Leonhard Dientzenhofer. — Innere Ausstattung, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeinträchtigt. Alle Mobilien aus Holz, die prächtige Kanzel von zwei Bamberger Künstlern, dem Tischler Franz Böhm und dem Bildhauer Reuss. Das Altarbild im Chor von J. J. Scheubel 1750. — Grab des h. Otto in Tumbenform 14. Jh., mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. Grabstein in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die Epitaphe von Bischöfen wurden auf Anordnung König Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt. Hervorzuheben im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B. Voit v. Würzburg, von Hans Wemding 1577, 1580; no 4 B. Ernst v. Mengersdorf, von Hans Werner 1596; no 6 B. Neidhard v. Thüngen von Mich. Kern 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. — Klostergebäude. Hauptbau 1696-1702 von L. Dientzenhofer, andere Teile jünger. Gänzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.
S. Stephan. Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen in frgot. Form. Die K. völlig umgebaut; Chor 1628 von Giov. Bonalino, nach dem Plan des Brandenburgischen Baumeisters Valentin Junker; Sch. 1677 von Petrini. Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen, besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. — Das Stuckrelief über der Vierung von J. J. Vogel.
Propsteigebäude (jetzt Präparandenschule) von J. M. Küchel um 1760.
Friedhofs-Kap. an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große Relieftafel, die Stifter vor dem Gekreuzigten. — Älteres Jesuitenkollegium (Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.
Jüngeres Jesuitenkollegium (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen Spätrenaissance.
Ernestinisches Klerikalseminar am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf B. Neumanns von Justus Heinrich Dientzenhofer.
Altes Rathaus (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau.
Neues Rathaus auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von Jos. Anwander, neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von B. Mutschelle; alles zusammen überaus glücklich und originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches Architekturbild ersten Ranges.
Hochzeitshaus am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört.
Hauptwache 1774, Bildhauerarbeit von Kamm.
Gangolfstor, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697 von J. L. Dientzenhofer.
Privathäuser. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das Prellsche Haus, Judengasse 14, und das Concordiahaus. Beide für denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer Kraft der malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw. Concordiahaus; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den Dientzenhofer zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von J. M. Küchel (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse 7, 12. — Von Fink 1789: Langgasse no 13.
Brunnen. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt 1698; an der Domterrasse 1777 von Trautmann.
Sammlungen. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften. Gemäldegalerie auf dem Michaelsberg.
BANZ. OFranken BA Staffelstein.
Benediktiner-Klst. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von Joh. Dientzenhofer. — Das typische Schema der Barockkirche — Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor — ist nur im allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schräg und die Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große Pfeilermasse, die das Sch. in zwei Querräume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten größerer und kleinerer Ellipsen, die im Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das Auge unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung noch erhöht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben nämlich dem Beschauer die Fensteröffnungen, immer den genannten maßgebenden Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert wird. Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den Altarraum von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; der geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzüglich durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in Betracht. — Die Außenarchitektur kann an den, zum Glück wenig sichtbaren, Langseiten nur abstoßend heißen; sie hat die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen; recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der Fernwirkung.
Klostergebäude. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. Der kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe umfassende Hauptbau, 1698-1704 von Joh. Dientzenhofers älterem Bruder Leonhard. Der Mittelbau der Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach Angaben von Balth. Neumann. Die Kunstformen durchweg einfach; [pg 43] das gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.
BARCHFELD. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
Schloß der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen Verließ originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.
Landgräfliches Schloß, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, mit gut eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.
BÄRENSTEIN. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Stadt-K. 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung von J. Ch. Simon erneuert. Reste eines stattlichen Altarwerks, Renss. 16. Jh., mit Sandsteinreliefs. Grabst. 1522, 1612, 1703
Schloß 15. und 16. Jh.
BARNSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert, Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.
BARUTH. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — v. Gersdorfsche Grabsteine, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.
Schloß. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schöner Stuckdecke und zahlreichen Porträts.
BASDORF. RB Cassel Kr. Frankenberg.
Gerichtslinde mit Bänken und von Steinsäulen getragenem Gebälk zur Unterstützung des Astwerks.
BAUERBACH. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.
BAUMERSRODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.
BAUNACH. UFranken BA Ebern.
Pfarr-K. 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit vier Ecktürmchen.
Wallfahrts-K. (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und reicher Außengliederung. — Von der Einrichtung (bar. um 1680) erwähnenswert die spgot. [pg 44] Tumba des seel. Überkomm im Chor mit einh. Spitzbogenblenden. — Johannesschüssel, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. — Verschiedene spgot. Holzfigg. um 1500; teilw.l Bamberger Stils. — Auf dem freien Platz um die Kapelle Predigtkanzel; spgot. um 1500.
Amtshaus. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit Treppenturm. A. 18. Jh. Innen guter Kachelofen der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.
Rathaus. M. 18. Jh.
Hoftor in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. Typische Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.
BAUTZEN. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Dom S. Peter. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meißener Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und 1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. — a) Westbau. Ältester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am Gewände je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf Übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441 erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem Umriß 1664 von Martin Pötzsch. Die Mitte und der rechte Flügel der Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b) Langhaus. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand älter sind. Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein viertes Schiff angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material in den älteren wie in den jüngeren Teilen Granit. — Ausstattung des protestantischen Teils. Landständische Empore unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem großen Reliefbild. [pg 45] Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. — Ausstattung des katholischen Teils. Vieles in neuerer Zeit beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Säulenbau aus Marmor 1722 von Fossati. [Die Statuen zweier Kirchenväter von Permoser, zu seinen besten Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von Pellegrini.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes Kruzifix von Permoser. Chorgestühl A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau unbedeutend. Reizvoller Rok.-Altar in der Sakristei. — Domschatz. Tragaltäre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um 1500. Eine Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl. Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. — Bildnisgrabsteine des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. Hölzerne Wandepitaphe.
Liebfrauen-K. 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig umgestaltet.
Nikolai-K. Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof Denkmäler des 18. Jh.
Michaelis-K. Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.
Mönchs-K. (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in Backstein gegen O erweitert. Ruine.
Täufer-K. Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verändert. — Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwändigen Denkmälern des 17. und 18. Jh.
Ortenburg. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut 1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark beschädigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden bestehende Anlage folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch Ezechiel Eckhardt. Mächtiges Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal mit ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt; 8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von Böhmen, Österreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. — Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten Torfahrt; darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische König Matthias Corvinus thronend, von Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die Wappen der Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.
Domstift. Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.
Rathaus wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8 Eck-Turmes. Die Sandsteinstatue des sog. Ritters Deutschmann krönte ursp. einen Brunnen; 1576 von Chr. Wolter in Dresden. Treppenhaus der NSeite 1729. Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von Bildnissen. [Der Ratsschatz jetzt im Museum.]
Gewandhaus. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.
Schießhaus. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder. — Von der einst sehr starken Stadtbefestigung hat sich ein beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm 1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit steinerner Bar.Krönung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf II. von Martin Michael 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch interessant und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, erb. nach 1558 von Wenzel Röhrscheidt. Die »neue Wasserkunst« 1600.
Wohnhäuser. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) Zwischen 1634 (Stadtbrand) und 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b) Zwischen 1709 und 1720. Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) Zwischen 1720 und 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. — d) Zwischen 1740 und 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34.
Stadtmuseum am Kornmarkt.
BAYREUTH. OFranken BAmtsstadt.
Stadt-K. Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen [pg 47] äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme 5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche Hochaltar von 1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von H. Werner erhalten. Die wenigen übrig gebliebenen Statuen an den Chorstreben A. 15. Jh. geringwertig.
Schloß-K. 1753 von St. Pierre; einfacher, niedriger Saal mit Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche Stuckierung von Martino Petrozzi. Gruftkap, für das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.
Spital-K. 1748 von St. Pierre; über dem schlichten quadr. Raum Deckenbild von Wunder.
Ordens-K. in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité« (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von G. v. Gedeler. Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von H. S. Beham, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)
Betsaal der Gravenreuther Stiftung 1741 von J. G. Weiss.
Kanzlei. 1625 von Abraham Schade. Streng klassizistische, die niederländische Schulung Schades verratende Formen. Die Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von Abr. Gross aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch verlängert.
Altes Schloß. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit 1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten Ch. Ph. Dieussart. Auffallender Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang alt.
Neues Schloß. 1754 von St. Pierre. Lang gestreckt, wenig tief, nur der 3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen[pg 48]. Eingangshalle und Treppenhaus verhältnismäßig bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß, ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem Relief; das Gebälk nicht verkröpft; Rokokoornament (von Petrozzi) nur an der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von Wunder) jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz vertäfelte Speisegalerie. — Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete »italienische Bau«; der von Petrozzi dekorierte Festsaal gibt eine wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.
Opernhaus. 1744-48, Fassade von St. Pierre, innere Einrichtung von Carlo Bibiena aus Bologna nach Entwurf seines Vaters Giuseppe. Die Bühne überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso groß ist, als die des Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die Hofgesellschaft, die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, der denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht störend. Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV. noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht »Rokoko«, sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. — Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht dem Bayreuther erhöhten Wert.
Kaserne. 1740 von J. F. Graul; großer 3flügeliger Bau von geschickter Massenverteilung.
Privathäuser. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige Erker gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer, französisierender entgegen; Hauptmeister St. Pierre und besonders Karl Philipp Gontard. Die splendide Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Rußschwärzung beeinträchtigt. Von St. Pierre: Friedrichstr. 2 und 7.
Von Gontard: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, in der Nähe sein eigenes Haus.
Reiterstandbild für Christian Ernst 1698 von Elias Ränz nach Entwurf von Leonhard Dientzenhofer; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen Schloß; eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende Barockkomposition.
Markgräfliche Schlösser in der Umgegend:
St. Georgen. 1725 von J. D. Ränz d. J. Nur als Bruchstück erhalten (jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch Decker vermittelten) Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt. der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden.
Eremitage. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst durchgeführte Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen die »Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes als »Eremiten« zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgräfin Wilhelmine schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ältere Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und dem »Refektorium«; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den Gemächern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von Interesse und ihre Benennung nicht überall gesichert. — Aus den 40er Jahren die »Orangerie«, erbaut von St. Pierre. Eine im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbständiger kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier ein phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck [pg 50] nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gemächer haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das Relief von schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als Ausführende werden Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren dürfte das »Gartenzimmer« stammen, an dem der modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. — Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet; daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange nicht mehr verständlich.
Fantaisie. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), vollendet 1765 (von Rud. Heinr. Richter?). Ein Schlößchen im Sinne des vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verändert.
Sanspareil. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw. Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.
BECHSTEDTWAGD. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
Dorf-K. mit rom. OTurm und Apsis.
BEDHEIM. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Dorf-K. 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor turmtragend, in der Anlage von 1290. — Ikonische Grabsteine der Familie v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig.
Schloß, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh.
BEERENDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Dorf-K. aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden Hochreliefs der Madonnna und eines nicht erklärten männlichen Heiligen.
BEERWALDE. K. Sachsen AH Döbeln.
Dorf-K. 1783. — 3 Alabasterreliefs aus der Schule der Walther (2. H. 16. Jh.), von einem Grabmal. Andere Denkmäler 1574, 1683, 1724.
BEESENLAUBLINGEN. Pr. Sachsen Saalkreis.
Dorf-K. 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon rohes Relief, Christus zwischen Petrus und Paulus. — Einfacher rom. Taufstein.
BEHRUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Pfarr-K. Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten; Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.
BEICHLINGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Dorf-K. 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.
BEIERNAUMBURG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3 teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.
BELGERN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
Stadt-K. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig, Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — Schnitzaltar 1660 in Knorpelbarock, Emporen 1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern, hölzerne Epitaphe 1658, 1769.
Klosterhof und Diakonatsgebäude. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme.
Rathaus, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube. An der SWEcke ein
Roland, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.
Privathäuser verschiedentlich mit renss. Portalen.
Meilenzeiger als Obelisk 18. Jh.
BELGERSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung zu malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der Altarbau getragen von 2 Palmbäumen, im Mittelfeld Kopie von Rubens' Kreuzabnahme. Denkmäler der Familie v. Ponickau.
BELRIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.
Burgruine mit Spuren doppelter Ringmauer.
BELVEDERE. Sachsen-Weimar. VB Weimar.
Herzogl. Jagdschloß. 1724-1732. Äußeres in symmetrischer Anlage, bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach ländlich. Inneres: bescheidenes Rokoko.
BENDELEBEN. Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
Dorf-K. Umbau 1588. — Über dem Altar Holzrelief, Abendmahl, um 1590; Kanzel, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; über dem Eingang zur Gruft des Herrn v. B. Epit. 1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung, Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.
BENKENDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Dorf-K. Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung von einigem Interesse.
BENNDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Dorf-K. aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12. Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.
BENNDORF. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Dorf-K. Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher Rok.-Altar.
BERGEN. RB Cassel Kr. Hanau.
Ehem. K., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.
Burg. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.
Ringmauer mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.
Berger Warte. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.
BERGRHEINFELD. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. Auf der OSeite die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem Schluß. 1. H. 14. Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von Peter Wagner 1781. Gemälde der Nebenaltäre von Oswald Onghers 1695.
BERGTHEIM. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes. Juliuswappen. — Sakramentsnische; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got. Giebel. — Beim Schulhaus Bildstock um 1600 mit Abendmahlrelief in der Richtung des Mich. Kern; mehrere andere 18. Jh.
BERKA. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Dorf-K. 1739. — Taufbecken von der Gruppe Christi und Johannis getragen. — Stattlicher Kanzelbau.
Von dem 1251 gest. Cisterc.-Klst. schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine gering.
BERKA A. D. WERRA. Sachsen-Weimar VB Eisenach. Stadt-K. Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2 Rängen, hölzernes kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot. Taufstein um 1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer Crucifixus um 1500. Orgel mit reichem Gehäuse 1667.
Fachwerkhäuser. Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).
BERLEPSCH. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
Burg. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.
BERMBAGH. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. neu. Taufstein 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 Holzfigg. A. 18. Jh. — Geschnitztes Fachwerkhaus (no 27) aus 17. Jh.
BERNBRUCH. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. Flügelaltar um 1480.
BERNECK. OFranken BAmtsstadt.
Burg, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und [pg 53] hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg, Hohenberneck, erb. 1485.
Rathaus. 1657.
BERNECKE. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. Anlage rom. wie in Hain.
BERNSTADT. K. Sachsen AH Löbau.
Stadt-K. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, nach Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. — Grabdenkmäler 17. und 18. Jh. in großer Zahl.
BERNTERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der eichsfeldischen Kirchen vor der, den meisten von ihnen widerfahrenen, Barockisierung. Ausstattung rok.
BERTELSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. — Bildnisgrabsteine derer v. Gersdorf 1580 ff.
Herrenhaus. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter Unität 1790.
BERTSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. 1672 nach Riß von Klengel. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluß. Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll. hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. WTurm über Dach 8eckig. — Kirchhof; Portal Renss., Denkmäler 18. Jh.
BERZDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch den Brand im Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. Rundbg.Fenster nach der Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. — Schnitzaltar ca. 1480. Emporen 1608.
BESENHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Herrenhaus erb. 1686 von General v. Hanstein.
BESSE. RB Cassel Kr. Fritzlar.
Dorf-K. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. — Sandsteinrelief, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.
BETTENBURG. UFranken. BA Hofheim.
Schloß. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. Neubau nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627. Englischer Garten 1790 mit romantischen Denkmälern für Götz v. Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.
BETTENHAUSEN. Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
Pfarr-K. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal, Deckenmalerei und Mobiliar 1770.
BETZENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.
Schloßruine. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.
BEUCHLITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.
BEUREN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Ehem. Kloster-K. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoß mit Schieferhaube.
Wach-Turm aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten Erkern. Häuser in Fachwerk.
BEUTNITZ b. Jena Sachsen-Weimar. Dorf-K. Rechteck, frühgot. Chor, Langhaus spätgot. mit Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur Verteidigung eingerichtet. Kruzifix A. 15. Jh.
BEYERSDORF. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
Dorf-K. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein.
BIBRA. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Dorf-K. In der Anlage rom. — Rom. Rauchfaß.
BIBRA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewölbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger Schule. — Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom Hochaltar 4 Flügel erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur mit entfernter Beziehung zu Riemenschneider. Dasselbe gilt von den Seitenaltären. Näher steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der Sakristei). — Schlichte steinerne Maßwerkkanzel. — Von den Glasgemälden alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und Dompropst Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter Grabsteine. Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung mehrfach viele Jahre vor dem Tode.
BIEBELRIED. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — Im neuen Hochaltar schöner Kruzifixus vielleicht von Riemenschneider oder ihm nahestehend; ebenso der Salvator (vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).
Johanniterkastell. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom [pg 55] Bau von 1275. An der SOEcke ein vorgekragtes Chörlein von der ehemal. Kapelle.
BIEBEREHREN. UFranken BA Ochsenfurt.
Rathaus. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — Im Pfarrhof gutes Holzkruzifix um 1520. An der Brücke Bildstock bez. 1432.
BIEBERGAU. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. 1733. Bmkw. schöne Kanzel mit 4 Evangelisten, um 1750.
Schlößchen, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.
BIEBERSTEIN siehe Fulda.
BIEBERSTEIN. Kr. Sachsen AH Meißen.
Pfarr-K. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. Altaraufsatz mit ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von Körmser.
BIELEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und Fenstergruppe gleich Windhausen.
BILDHAUSEN. UFranken BA Kissingen.
Ehem. Cisterc.-Klst. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altäre nach Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch gebracht. — Von der alten Anlage ist erhalten: Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter, zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar, wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Räume. — Torhaus mit rundbg. Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14. Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. — Alte Procuratie. 17. Jh. Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher Gartenpavillon von 1756.
BIMBACH. UFranken BA Gerolzhofen.
Schloß im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.
BINDLACH. OFranken BA Bayreuth.
Dorf-K. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.
BIRKENFELD. UFranken. BA Hofheim.
Schloß. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollständig erhaltene Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers Gout von einheimischen Dekorateuren.
BIRKENFELDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Zwei ansehnliche Herrenhäuser derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und Roterhof (Fachwerk) 1659.
BIRNFELD. UFranken BA Hofheim.
Schloß. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. v. Greifenklau und J. Ph. Fr. v. Schönborn. — Dorfhaus no 1 schöner Fachwerkbau. »Tausendjährige« Gerichtslinde; der Stützbau mit 2 konzentrischen Kreisen von steinernen Säulen 1719.
BIRSTEIN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Dorf-K. 1556. — Epit. einer Gräfin v. Isenburg 1596.
Burg. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3 Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und der »neue« Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der nördl. Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister A. W. Faber, einem Schüler Stengels, als standesgemäßes fürstliches Residenzpalais, doch verhältnismäßig einfach.
BISCHHAUSEN b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.
Dorf-K. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches Epitaph der Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got. Reminiszenzen.
BISCHHEIM. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung nicht ohne Reiz.
Herrenhaus und Park um 1800.
BISCHOFFERODE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Dorf-K. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.
Gemeindeschänke reicher Fachwerkbau um 1560.
BISCHOFSGRÜN. OFranken BA Bayreuth.
Dorf-K. Altargemälde, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten Inschr. 1304.
BISCHOFSHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.
Dorf-K. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.
BISCHOFSHEIM. UFranken BA Neustadt a. S.
Pfarr-K. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner Renss.-Laufbrunnen mit bmkw. Reliefplatten.
BISCHOFSRODA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Dorf-K. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und profillos. — Grabsteine 1516. — Reich geschnitztes Fachwerkhaus 17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. Malerei.
BISCHOFSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Schloß 1747 von Chr. Heinemann für den Landesherrn Kurfürst Joh. Friedrich v. Mainz.
Burgruine, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.
BISCHOFSWERDA. K. Sachsen AH Bautzen.
Stadt-K. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813 Wiederaufbau durch J. G. Michael. Einige Grabdenkmäler des 17. Jh.
Begräbnis-K. 1573, erneuert 1814. — Kolossales Sandsteinkruzifix E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute Holzfigg. um 1500. Grabdenkmäler des 18. Jh. in großer Zahl.
Rathaus 1818 von Thormeyer. Wohnhäuser aus derselben Zeit, sehr bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das Gasthaus zum goldenen Löwen. — Stadtmuseum.
BITTERFELD. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Stadt-K. Gering spgot. — Großer Wandelaltar mit Doppelflügeln, die Gemälde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.
BLANKENAU. RB Cassel Kr. Fulda.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-K. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr. Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.
BLANKENBERG. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
Schloß. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eiförmigem Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig hergestellt.
BLANKENBURG. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
Stadt-K. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.
BLANKENHAIN. Sachsen-Weimar VB Weimar
Dorf-K. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das Relief der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. — Epit. v. 1722. — Grabst. — Glasbilder aus 16. Jh.
Schloß (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden 1527 und 1667 erneuert.
BLANKENHAIN. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg. Turm ohne Bogenfeld. — 5 Holzfigg. von einem zerstörten Altarwerk des 17. Jh.
BLANKENHEIM. RB Cassel Kr. Rotenburg.
Ehem. Nonnen-Klst.-K. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. Reichskulpierte Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Säulchen und reichen Kapitellen. Interessantes Portal am nördl. Ssch.
BLEICHERODE. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Pfarr-K. Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des MSch. 1711 völlig verändert.
BLINTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
Dorf-K. 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und kleinem WTurm. — Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten Epoche von Interesse.
BLOCHWITZ. K. Sachsen AH Großenhain.
Dorf-K. Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668. Sandsteinkanzel 1550.
BLOSSWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, Fenster spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter Holzplastik um 1510. Kanzelaltar von Valentin Walter 1705. Grabdenkmäler 16.-18. Jh. in großer Zahl, die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.
BLUMBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Dorf-K. 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige Innere durch Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. — 9 Epitaphe, hervorzuheben das des Joh. Chr. Weißenbach † 1690. Glocke 1475.
BOCKENHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.
Edelhof ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen 1593.
BOCKLET. UFranken BA Kissingen.
Badanlage 1754.
BODELWITZ. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
Dorf-K. Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.
BODENLAUBEN (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.
Burgruine mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg (vgl. Frauenroth).
BODENRODE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Dorf-K. ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar.
BODENSTEIN b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Schloß im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. — Außen nach W Trümmer eines ma. Gebäudes.
BÖLLBERG. Pr. Sachsen Saalkreis.
Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. Dorf-K., eingezogene Apsis, kein Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. Malerei, Teppichmuster.
BOLZHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen Madonna, treffliche Holzfig. um 1540.
BONNLAND. U Franken BA Karlstadt.
Pfarr-K. Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche Grabsteine der Herren v. Thüngen und v. Rußwurm. — Abendmahlskelch A. 15. Jh.
Schloß (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische 2flügelige Gruppe aus sp. 16. Jh.
BORAGK. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Dorf-K. 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.
BORITZ. K. Sachsen AH Meißen.
Dorf-K. wesentlich modern. Bmkw. Schnitzaltar ca. 1500-1520, einer der besten in sächs. Dorf-K., angeblich aus dem Meißener Dom.
BORNA. K. Sachsen AH Borna.
Haupt-K. Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. — Altarwerk 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister der »schönen Tür« in Annaberg (Flechsig). — Schöne Glocke 1493.
Kunigunden-K. nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.
BORNA. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg. geschlossen. Sandsteinkanzel um 1550 mit hübschem Relief an der kreisrunden Brüstung. Stattlicher Taufstein um 1610. Denkmäler 17. und 18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.
BORNA. K. Sachsen AH Pirna.
Dorf-K. 1753. Altarwerk aus buntem Marmor 1756 von Andrea Salvatore Aglio.
BORNITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Schloß. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580, der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.
BORSCH. Sachsen-Weimar VB Dormbach.
Kath. Dorf-K. In reicheren Barockformen um 1730, so auch die Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars Schnitzwerk um 1500 (in dieser Gegend nicht oft erhalten). — Fachwerkhäuser 17-18. Jh.
BORTHEN. K. Sachsen AH Pirna.
Altes Schloß 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes rundbg. Portal.
Neues Schloß 1700. Bildnis der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk von Antoine Pesne.
BOSAU. Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.
BOTTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter Kanzelaltar A. 18. Jh.
BÖTTIGHEIM. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. erb. 1701. Gute Innenausstattung. Hochaltarblatt von Mart. Bolster 1706. Holzfig. St. Sebastian E. 15. Jh.
BOYNEBURG. RB Cassel Kr. Eschwege.
Burg. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4 Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.
BRACHSTEDT. Pr. Sachsen Saalkreis.
Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Got. Sakramentsnische.
BRAMBERG. UFranken BA Hofheim.
Burgruine. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen Bauten spgot.
BRANDENBURG bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.
Burgruine an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der »hinteren« Burg 13. Jh., unten 6eck., oben rund; der der »vorderen« A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell für Feuergeschütz.
BRANDENFELS. RB Cassel Kr. Eschwege.
Ansehnliche Burgruine, Kap. 1248 (?).
BRANDERODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute Holzmadonna. Grabst. 1559, 1640.
BRANDIS. K. Sachsen AH. Grimma.
Stadt-K. 15.-17. Jh. — Herrschaftshaus 1696, recht stattlich.
BRAUNA. K. Sachsen AH Kamenz.
Schloß um 1700. Gemäldesammlung.
Herrenhaus aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg Besitzer war.
BRÄUNSDORF. K. Sachsen AH Chemnitz.
Dorf-K. A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges Altarwerk bez. 1512.
BRAUNSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Kirche mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., [pg 61] wobei treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.
BRAUNSDORF. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Schloß. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.
BREHNA. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
Stadt-K. (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.
BREITENAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.
BREITENAU. RB Cassel Kr. Melsungen.
Ehem. Benedikt.-Klst.-K. Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot. Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. — Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so geordnet, daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel; Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor von den Nebenchören durch eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt. Über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore; das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt. eine männliche Figur mit der Beischrift Henricus. — Außenbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen? oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger Glockenturm, 1898 errichtet. — An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene Malereien (so 1866; jetzt übertüncht). Von den Klostergebäuden und Ringmauern unerhebliche Reste.
BREITENBACH. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
Reichsburg. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die 1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark. Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog. Kemnate.
BREITENBACH. Kr. Cassel-Land.
Dorf-K. 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, innen Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertürmchen.
BREITENHAIN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.
BREITENSEE. UFranken BA Königshofen.
Pfarr-K. Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs, Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht] an den Langhauswänden).
BREITENWORBIS. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Dorf-K. 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.
BREITUNGEN s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.
BREMEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg, Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch. flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. — Kanzel und 3 Altäre aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte Kommunionbank.
BREND-LORENZEN bei Neustadt a. S. UFranken.
Dorf-K. Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs. nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der übrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht. Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); außen das rom. Gepräge wenig verändert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot. Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit Würfelknäufen. — Ausstattung bar. — Außen an der NS. Ölberg bez. 1497, Figg. lebensgroß, roh.
Laurentius-Kap. mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen Zuflucht.
BREUNA. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Dorf-K., got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite ungegliederte Gurten. — Steinkanzel 1561 mit 4 Evangelisten. Taufstein rom. reich mit Blattwerk. 3 Epitaphe derer v. d. Malsburg gering, gut die Bronzetafel 1631 von Gottfr. Köhler aus Cassel.
BRIESSNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der [pg 63] eigenartig profilierte Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot. Maßwerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. — [Fragmentierter Flügelaltar E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no 2621-23. Kreuzigungsgruppe 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.] Glasgemälde um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere Denkmäler 17. und 18. Jh.
BRINNIS. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Dorf-K., rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. Schnitzaltar gehört zu den besseren.
BRONN. OFranken BA Pegnitz.
Dorf-K. mit rom. Portal.
BRUCHKÖBEL. RB Cassel Kr. Hanau.
Dorf-K. 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten Ecken, steinernem Helm.
BRÜCKEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.
BRÜCKENAU. UFranken BAmtsstadt.
Schloß (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten von Fulda.
BRÜNN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Dorf-K. 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg. und auch sonst noch got. Reminiszenzen.
BRUNNHARDTSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Kirche von 1732.
BUCH. K. Sachsen AH Döbeln.
Cisterc.-Klst. A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf. Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in gleicher Flucht schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß die Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein mit Hausteingliedern. — Klostergebäude. Auf der WSeite des Hofes das 2sch. 5jochige Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.
BUCH. UFranken BA Haßfurt.
Dorf-K. 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im OTurm. Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.
BUCHA. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
Dorf-K. Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen in der Mitte. — Kanzelaltar 17. Jh.
BUCHAU. OFranken BA Kulmbach.
Pfarr-K. Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner Giechscher Grabstein 2. H. 16. Jh.
Schloß der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.
BUCHBRUNN. UFranken BA Kitzingen.
Ev. Pfarr-K. Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach M. 13. Jh. — Bmkw. spgot. Taufstein 1522.
Kath. Pfarr-K. um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.
BUCHELOH. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
Große Dorf-K. Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729; aus derselben Zeit die Kanzel und der hübsche Taufengel.
BUCHHOLZ. K. Sachsen AH Annaberg.
Katharinen-K. 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen 1872. — Die Gemälde an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers Marienleben.
Begräbnis-Kap. Flügelaltar, im Mittel Gemälde mit dem hl. Wolfgang und der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger Bergbaus, um 1520.
BÜCHOLD. UFranken BA Karlstadt.
Pfarr-K. Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die dekorative Ausmalung, hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen und Chorbg., von W. Ritterlein, und die Altargemälde in frbar. Aufbau.
Schloß. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.
BÜCHENBACH. OFranken BA Höchstadt.
Dorf-K. Spuren von Befestigung.
BÜHLER. UFranken BA Karlstadt.
Pfarr-K. Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor. Sandsteinkanzel 1594.
BULLENHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — Einheitliche Ausstattung um 1660. Stattliches Bildnisepitaph eines Gf. v. Schwarzenberg † 1579.
Im Dorf eine Reihe gefälliger Fachwerkhäuser.
BUNDORF. UFranken. BA Hofheim.
Schloß der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um 1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.
BÜRABERG. RB Cassel Kr. Fritzlar.
Kapelle. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage hergestellt.
BURGEBRACH. OFranken BA Bamberg II.
Pfarr-K. Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — Ölberg aus Fürnbach übertragen, ca. 1580-1600.
BÜRGEL. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Kirche spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung.
Klst. Bürgel s. Talbürgel.
BURGGAILENREUTH. OFranken BA Ebermannstadt.
Schloß, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach hergestellt.
BURGGEHAIG. OFranken BA Kulmbach.
Zahlreiche schöne Fachwerkhäuser.
BURGGRUMBACH. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche Bar. Kanzel A. 18. Jh. Gemälde des ehemal. Hochaltars bez. Francesco Mica 1714. Grabmal der Anna v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in Renss.-Aedikula. — Im Dorf 4 bar. Bildstöcke mit reicher Plastik.
Schloß. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten unbedeutend, E. 16. Jh.
BURGHÄSELER. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
»Alte Kapelle« (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rätselhafter 3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau aus A. 16. Jh.
Dorf-K. mit gut erhaltenem rom. OTurm.
BURGHASUNGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Turmruine sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. Im Jahre 1896 stürzte dieser Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den Zahnschnitt unter dem Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten Schallöffnungen.
BURGISDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Dorf-K. rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der Tür äußerst primitive Plastik. An der OWand großes frühgot. Wandgemälde.
BURGJOSSA. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Wasserburg. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern [pg 66]; die Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.
BURGK. Reuß ä. L. LA Greiz.
Fürstl. Schloß aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit. Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.
BURGKUNDSTADT. OFranken BA Lichtenfels.
Pfarr-K. 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.
Rathaus mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser 17. bis 19. Jh.
BURGLAUER. UFranken BA Kissingen.
Dorf-K. Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — Würzburger Schule. Holzfigur der Madonna, A. 16. Jh. Grabsteine des Ritters Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.
BURGLEMNITZ. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
Dorf-K. von rom. Anlage. — Hübscher Taufstein aus 1. H. 17. Jh., Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. Altarwerken.
BURGREPPACH. UFranken BA Hofheim.
Ev. Pfarr-K. Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. Grabsteine der Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.
Schloß nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr. triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, Details in der Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit guten Stuckaturen und Gobelins.
BURGSCHEIDUNGEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend die 3 Epit. der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von Christoph Weber, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen Meister kennen lernt; von ihm wohl auch die Kanzel.
Schloß. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh. regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen. Ausgebaut 1724 ff. von Daniel Scholz für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom älteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein späterer Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und Statuen reich ausgestattet.
BURGSINN. UFranken BA Gemünden.
Pfarr-K. neu. Guter, klassizist. Hochaltar um 1770. — An den Langhauswänden gute Epitaphien des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar Ölgemälde, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des Osw. Onghers.
Wasserschloß. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. Das ursp. Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt.
Fronhofschlößchen. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.
Neues Schloß. 1620. Einfach.
BURGSTÄDT. K. Sachsen AH Rochlitz.
Stadt-K. 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.
BURGWALDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.). Umbau von 1700, bmkw. Schnitzaltar aus 2. H. 16. Jh.
BURGWENDEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Dorf-K. OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis. Lhs. 1695 erweitert.
BURGWERBEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Dorf-K. Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des 13. Jh., die im 30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.
BURGWINDHEIM. OFranken BA Bamberg II.
Pfarr-K. einheitlich bar., nicht bedeutend.
Kurie des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für B. Neumann in Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau, der einen einzigen großen Saal enthält, entwickelten sich in dreifachem Vorsprung 4 Eckpavillons; bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.
BURKARTSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute Grabsteine 16. Jh.
BURKAU. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. Sippe A. 16. Jh. — Altar im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und Wartenbergsche Gruft A. 18. Jh., mit Denkmälern.
BURKHARDRODA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Kirche. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.
BURKHARTSWALDE. K. Sachsen AH Meißen.
Dorf-K. (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende geführt. — Altaraufsatz ca. 1640, reich in der Dekoration[pg 68], das Statuarische mittelmäßig. Got. Sakramentshäuschen 14. Jh., ziemlich derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 Epit. E. 16. Jh.
BUSCHDORF. Pr. Sachsen Saalkreis.
Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Bmkw. das rom. Sakramentshäuschen.
BUTTENHEIM. OFranken BA Bamberg I.
Pfarr-K. 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10 Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579.
Schloß der Frhh. v. Seefried.
BUTTHART. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. 1769 von Geigel, Turm 1594. — Ölberggruppe 17. Jh., überlebensgroß, nicht schlecht.
BUTTLAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — Kanzel und Hauptaltar von auffallend feiner Qualität (aus Klst. Amöneburg).
BUTTSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Stadt-K. S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. — Prunkvoller, sehr »katholisch« aussehender Altar- und Kanzelbau 1727. Deckenmalerei von Fr. Dom. Minetti.
Friedhof mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den Grabsteinen vom 16. Jh. ab viel Gutes.