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Es donnert fern. Den Horizont umziehen
Blauschwarze Wolken; bleiern ruht das Meer,
Darüber flatternd weisse Möven fliehen.
Kein Blatt bewegt sich. Fieberheiss und schwer
Erglüht die Luft, matt wird der Sonne Scheinen,
Und atemlose Stille herrscht umher.
Ich lieg am Seeberg, wo sich Zweige einen
Zu dichtem Zelt, um mich herum ein Wall
Von Kinderspielwerk, Muscheln, Sand und Steinen.
Wie füllte Lachen, froher Stimmchen Schall
Und Glücksgefühl und lärmende Bewegung
Nur eben noch dies sonnbeglückte All!
Doch plötzlich stockt die lebensvolle Regung,
Vom Spielzeug lässt die aufgehobene Hand,
Sie wirft es fort fast ohne Überlegung.
Das Wetter fürchtend, das so jäh erstand
Sucht jedes, wo ein schützend Dach es teilte,
Und Welt und Menschen schweigen wie gebannt.
Die Seele auch, die eben noch verweilte
Auf hundert Dingen, die sie gern umfasst –
Wenn schweren Unheils Bote sie ereilte,
Scheint alles plötzlich ihr wie schwere Last,
Geeignet nur, den Blitzstrahl anzulocken.
Sie wirft es fort – in tatenloser Rast
Sieht sie das Wetter näher ziehn erschrocken
Und fragt nicht mehr nach Sonne, Mond und Stern.
So seh auch ich es nahn –: die Pulse stocken
Und Kopf und Herz sind still … Es donnert fern.