Gérard de Nerval
Aurelia
oder
Der Traum und das Leben
Deutsch von
Hedwig Kubin
Mit siebenundfünfzig Zeichnungen von
Alfred Kubin
M·C
M·X
München und Leipzig / bei Georg Müller
[Anmerkungen zur Transkription] finden sich am Ende des Buches.
»Seit seiner letzten Reise nach Deutschland vergaß Gérard, der mehr wie je von einem rätselhaften Sehnen nach der Unendlichkeit geplagt wurde, oft, daß er auf der Erde war. Er fühlte, daß er den Boden verlor und ins Leere trat; er wand sich der Vergangenheit zu, um das Leben wieder zu erfassen und sich noch lebendig zu glauben. Seine letzten Seiten zeugen von dieser Vorliebe für die Vergangenheit; er hatte alle Bücher geschlossen, ausgenommen das Buch seiner Seele; er las keine Gedichte mehr außer denen auf seine eigenen Liebeserlebnisse. Er ahnte, daß derTod ihn holen würde; und wie ein Wanderer, der die Nacht hereinbrechen sieht, kehrte er um und warf noch einen Blick auf die zurückgelegten Strecken. Von allen zertrümmerten Denkmälern seines Herzens pflückte er ehrfurchtsvoll das Mauerkraut.«
Arsène Houssaye.