Erster Auftritt.

Nikolai Iwanowitsch und ein Tischler.

Nikolai Iwanowitsch arbeitet mit vorgebundener Schürze an der Hobelbank. Der Tischler hobelt.

Nikolai (nimmt ein Brett aus der Hobelbank). Ist es so gut?

Tischler (stellt seinen Schlichthobel). Nicht besonders. Sie müssen stärker drücken; sehen Sie, so!

Nikolai. Sie haben gut reden. Es wird doch nichts.

Tischler. Wozu geben Ew. Gnaden sich auch mit der Tischlerei ab? Gibt heutzutage so viele Tischler, daß man nicht mehr sein Auskommen findet.

Nikolai (wieder bei der Arbeit). Man schämt sich, zu faulenzen.

Tischler. Sie haben es doch nicht nötig. Ihnen hat ja Gott Vermögen gegeben.

Nikolai. Ich bin eben der Meinung, Gott hat den Menschen nichts gegeben, sondern sie haben es sich genommen, ihren Brüdern abgenommen.

Tischler (verwundert). Das ist schon richtig. Aber für Sie hat es doch keinen Zweck.

Nikolai. Ich verstehe, daß Ihnen das wunderbar vorkommt. In diesem Hause, wo so viel Überfluß herrscht will jemand arbeiten.

Tischler (lachend). Nein, das nicht gerade. Die Herrschaften sind mal so; die machen alles. Jetzt fahren Sie mal mit dem Schrupphobel darüber hin.

Nikolai. Sie werden es nicht glauben, werden wieder lachen – und doch sage ich Ihnen, daß ich früher ebenso gelebt und mich nicht geschämt habe. Jetzt glaube ich aber an Christi Lehre, daß wir alle Brüder sind, und geniere mich, so zu leben.

Tischler. Wenn es Sie geniert, verschenken Sie doch Ihr Vermögen.

Nikolai. Das wollte ich; es ist mir aber nicht geglückt. Ich hab’ es meiner Frau übergeben.

Tischler. Sie können ja auch nicht; haben sich daran gewöhnt.

Ljuba (hinter der Tür). Papa, darf ich herein?

Nikolai. Gewiß, gewiß, du darfst immer.