Erster Auftritt.
Maria Iwanowna. Alexandra Iwanowna und die Diener.
Maria. Was redest du da von einem Ball? Das ist doch kein Ball, sondern einfach ein Tanzkränzchen, thé dansant, wie man früher sagte. Ich kann doch meine Kinder nicht nur bei anderen Leuten tanzen lassen. Bei Makows haben sie Theater gespielt, überall getanzt – da muß ich mich doch revanchieren.
Alexandra. Ich fürchte nur, Nikolai ist nicht sehr entzückt davon.
Maria. Was kann ich dabei ändern? (Zu einem Diener.) Hier stellen Sie die Pflanzen hin. Gott weiß, wie sehr ich mich bemühe, ihm alle Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu räumen. Ich glaube übrigens, er ist jetzt schon nicht mehr so anspruchsvoll.
Alexandra. O nein; er zeigt es nur nicht mehr so. Nach Tisch ist er sehr verstimmt in sein Zimmer gegangen.
Maria. Was kann ich dabei machen? Was soll ich anfangen? Wir müssen doch alle leben. Sind jetzt sieben Kinder. Wenn man ihnen nicht ab und an zu Hause ein kleines Vergnügen bietet, stellen sie Gott weiß was an. Ich bin nur glücklich, daß es mit Ljuba so gekommen ist.
Alexandra. Hat er schon seinen Antrag gemacht?
Maria. So ungefähr. Er hat mit ihr gesprochen, und sie hat ihm ihr Jawort gegeben.
Alexandra. Das ist wieder ein schwerer Schlag für ihn.
Maria. Aber er weiß es doch. Muß es längst wissen.
Alexandra. Er kann ihn nicht ausstehen.
Maria (zu den Dienern). Stellen Sie die Früchte aufs Büfett. – Wen? Alexander Michailowitsch? Natürlich liebt er ihn nicht, weil Alexander der verkörperte Widerspruch gegen all seine Theorien ist: ein lieber, guter, angenehmer Mensch und dabei Weltmann. Ach, dieser unglückliche Boris, der wie ein Alp auf mir lastet – was macht er eigentlich?
Alexandra. Lisa war bei ihm. Er ist immer noch »dort«. Soll schrecklich abgemagert sein; die Ärzte fürchten für sein Leben oder seinen Verstand.
Maria. Den hat er mit seinen Ideen tatsächlich so weit gebracht. Warum mußte er zugrunde gehen! Ich habe die Verbindung übrigens nie gewünscht.
Ein Klavierspieler (tritt ein).