Sechster Auftritt.

Die Vorigen und die Fürstin.

Fürstin. Das war zu erwarten. Er hat den Gehorsam verweigert und sitzt im Arrest. Ich war dort, man hat mich nicht zu ihm gelassen. Nikolai Iwanowitsch, fahren Sie hin.

Ljuba. Wieso den Gehorsam verweigert? Woher wissen Sie das?

Fürstin. Ich war selbst dort. Wassili Andrejewitsch hat mir alles erzählt, ein Mitglied der Untersuchungskommission. Er kam einfach herein und erklärte, er würde nicht dienen, den Fahneneid nicht leisten – kurz alles, was Nikolai Iwanowitsch ihm beigebracht hat.

Nikolai. Fürstin! Wie kann man das jemandem beibringen?

Fürstin. Das weiß ich nicht. Jedenfalls ist das kein Christentum. Wie wäre das möglich? Sagen Sie doch ein Wort, Batjuschka.

Priester. Ich bin kein Batjuschka mehr.

Fürstin. Ganz egal. Sie sind ja ebenso. Freilich, Sie haben es gut. Aber ich lasse die Dinge nicht so gehen. Und was ist das für ein schändliches Christentum, durch das die Menschen leiden und zugrunde gehen. Ich hasse dieses euer Christentum. Ihr habt es gut, da ihr wißt, daß es euch nicht an den Kragen geht. Ich habe aber nur diesen einen Sohn, und ihr habt ihn ins Verderben gestürzt.

Nikolai. So beruhigen Sie sich doch, Fürstin.

Fürstin. Sie, Sie haben das fertig gebracht. Sie haben ihn unglücklich gemacht, Sie müssen ihn auch retten. Fahren Sie hin, reden Sie ihm zu, daß er diese Dummheiten unterläßt. Reiche Leute können sich das leisten, nicht aber wir.

Ljuba (weint). Papa, was soll nun werden?

Nikolai. Ich fahre hin. Vielleicht kann ich helfen. (Er nimmt die Schürze ab.)

Fürstin (hilft ihm beim Ankleiden). Mich hat man nicht zu ihm gelassen; wir fahren zusammen, dann erreiche ich mein Ziel. (Sie geht ab.)