Zehnter Auftritt.
Die Vorigen ohne Ljuba.
Semjonowitsch. Das nennt man: versetzt.
Priester (will gehen). Ich habe die Ehre.
Alexandra. Nein, warten Sie, Batjuschka; ich möchte mit Ihnen sprechen. Auch muß Nikolai Iwanowitsch gleich kommen.
Priester (setzt sich wieder und zündet sich eine Zigarette an). Es dauert vielleicht noch lange.
Alexandra. Eben kommt jemand angefahren – das muß er sein.
Semjonowitsch. Was für eine Tscheremschanow ist das eigentlich? Die geborene Golizyn?
Alexandra. Nun ja, die mit ihrer Tante in Rom lebte.
Semjonowitsch. Wird mir ein Vergnügen sein. Haben uns seit Rom nicht wiedergesehen. Ach, die schönen Duette! Wie reizend sie sang! Hat ja wohl zwei Kinder, nicht wahr?
Alexandra. Ja; mit denen kommt sie.
Semjonowitsch. Ich wußte gar nicht, daß sie und Sarynzews so intim sind.
Alexandra. Intim nicht. Sie waren voriges Jahr zusammen im Ausland; und es kommt mir vor, als ob die Fürstin für ihren Sohn Absichten auf Ljuba hat. Sie ist eine ganz Gerissene. Spekuliert auf eine große Mitgift.
Semjonowitsch. Tscheremschanows waren doch selbst reich?
Alexandra. Das war einmal. Der Fürst lebt ja noch, hat aber alles durchgebracht und vertrunken. Sie hat dann an höchster Stelle eine Eingabe gemacht und wenigstens den Rest des Vermögens gerettet. Der Mann hat sie verlassen, dafür aber den Kindern eine ausgezeichnete Erziehung gegeben. Die Gerechtigkeit muß man ihm lassen. Die Tochter ist sehr musikalisch; der Sohn hat die Universität absolviert und ist ein lieber Bursche. Ich fürchte nur, unsere Hausfrau wird von den Gästen jetzt nicht sehr erbaut sein. Aber da ist ja Nikolai!
Nikolai (tritt auf).