Der Einfluß von Gemütsbewegungen auf die Milch.
Die stillende Mutter muß dem Zustande ihres Geistes dieselbe Aufmerksamkeit als dem körperlichen Wohlbefinden widmen, denn geistige Erregungen irgend einer Art werden sehr schädlich auf die Milch wirken. Alle aufregenden Unterhaltungen, Romane lesen, Theater gehen oder irgend Etwas, was die Einbildung anregt, sollte vermieden werden. Gram, der zuweilen unvermeidlich ist, kann einen solchen Einfluß auf die Mutter ausüben, daß eine gänzliche Unterdrückung der Milch folgt. Daher sollten Mütter, die sich Kinder von heiterer und guter Gemüthsart wünschen, dieselbe Gemüthsart besitzen. Sir Astley Cooper sagt: „Die Absonderung der Milch geht am besten in einem ruhigen Geisteszustande und bei einem heiteren Temperament vor sich, dann ist gewöhnlich Milch in Fülle vorhanden, welche dem Kind am besten zusagt. Dagegen vermindert eine ärgerliche Gemüthsstimmung die Menge der Milch und macht sie dünn und molkigt, was wiederum Fieber in den Eingeweiden des Kindes und starkes Kneipen zur Folge hat.“ Eine Mutter sollte nie ihr Kind nach einem Schrecken, Zorn oder einer anderen Aufregung stillen, sie muß vielmehr warten, bis sie wieder vollkommen beruhigt ist.