Kopfwassersucht (Hydrocephalus).

Dies ist eine Ansammlung von Wasser im Schädel und befällt Kinder sehr häufig.

Symptome. Eine Entzündung, welche Wassersucht hervorruft, geht in der Regel sehr langsam und allmählig vor sich und es treten daher keine sehr heftigen Symptome ein. Eines der gewöhnlichsten Symptome ist Schläfrigkeit; der Patient legt seine Hände auf das Haupt und gibt so augenscheinliche Zeichen des Leidens und Schmerzes; die Zunge ist mit einem weißen Schleim bedeckt, der Kopf ungewöhnlich heiß, das Athmen schwierig und mühsam, die Augen stumpf und schwer, der Puls ist schwach, während die Adern des Nackens und der Schläfe heftig schlagen, der Kopf vergrößert sich allmählig, die Eingeweide sind verstopft, der Appetit verschwindet. Schreitet die Krankheit vor, so ist das Kind geneigt, fortwährend zu schlafen.

Ursachen. In einigen Familien scheint eine Anlage hierzu vorhanden zu sein. Unter den hervorragendsten Ursachen mögen Zahnen, Diarrhöe, Schläge, Fallen, Erkältung, chronische Entzündung des Gehirns gezählt werden.

Behandlung.

Homöopathisch. Bryonia und Helleborus — sind die Hauptmittel, besonders wenn das Kind schläferig ist, der Kopf heiß, die Füße kalt, bei Schlafen mit halboffenen Augen.

Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe jede Stunde oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. Wenn dies nicht innerhalb einer kurzen Zeit hilft, so gebe man Opium und Sulphur in derselben Weise. Nachher Belladonna und Helleborus in derselben Weise.

Dr. Pulte in Cincinnati empfiehlt, daß, wenn das Kind schläfrig wird oder heißer Kopf, halb offene Augen und andere Symptome erscheinen, Eiswasser in einem kleinen aber beständigen Strom aus den Kopf gegossen werden sollte, bis das Kind erwacht oder in einen sanften Schlaf verfällt. Innerlich giebt er Bryonia und Helleborus abwechselnd; alle halbe Stunden einen halben Theelöffel voll und verlängert allmählig die Zwischenräume. Diese Behandlung sollte nothwendig 24 Stunden fortgesetzt werden, bis das Kind außer Gefahr ist. Es ist wichtig, daß das Wasser fortwährend erneuert und der Strom ununterbrochen erhalten wird. Ist der Stuhlgang locker, gebe man China und Acidum phosphoricum allein oder abwechselnd, alle zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll von der Lösung.

Allöopathisch. Aeußerlich wende folgende Salbe an:

Potaschen-Jodid (Iodide of potassium) 1 Drachme.
Schweinefett 2 Unzen.

Mische es und reibe damit jeden Abend die Kopfhaut ein.

Den Stuhlgang erhalte man vermittelst des folgenden:

Pulverisirtes Windenharz (Pulv. Scammony) 6 Grane.
Crotonöl 4 Tropfen.
Pulverisirter Stückzucker 16 Theelöffel voll.

Mische es in einem Mörser. Alle ein oder zwei Stunden gebe einem Kinde bis zu sieben Jahren einen Theelöffel voll.

Gleichzeitig nehme man folgendes:

Potaschen-Jodid (Iodide of potassium) 1 Drachme.
Wasser ½ Unze.

Mische es. Dosis: für ein Kind bis zu sieben Jahren alle Stunden 30 Tropfen.

Oder auch:

Cremor Tartari (Cream of tartar) Unzen.
Schwefelsaure Potasche (Sulphate of potassa) ½ Unze.
Pulverisirte Meerzwiebel (Pulv. squills) 2 Drachmen.
Brechweinstein (Tartar emetic) 2 Grane.

Mische es. Dosis: vier- oder fünfmal des Tages einen Theelöffel voll.

Eclectische und Kräuterkur. Senfpflaster sollten über die Eingeweide, in den Nacken, auf die Handgelenke und die Knöchel gelegt und kalte Wasserumschläge auf den Kopf gemacht werden. Behufs gehörigen Stuhlganges gebe man ein Gran Fußblatt (Podophyllin) und einen Theelöffel voll Cremor Tartari, was alle drei Stunden wiederholt wird, bis sich die Wirkung zeigt. In einigen Fällen ist folgendes dienlich:

Elaterium 4 Grane.
Salpetersäure (Nitric Acid) 6 Tropfen.
Alcohol 1 Unze.

Mische es. Dosis: 5 bis 10 Tropfen in Wasser für ein Kind von zwei Jahren. Wiederhole es so oft als erforderlich.

Die Behandlung dieser Krankheit sollte einem geschickten Arzte überlassen werden.