Scheintod (Apparent Death — Asphyxia).
Zuweilen trägt es sich zu, daß, wenn die Wehen lang und stark waren, das Kind scheinbar todt ist und sofortige Behandlung verlangt. Man bringe das Kind sofort in eine Lage, welche einen ungestörten Blutumlauf durch die Nabelschnur gestattet; reinige den Mund vom Schleim und hülle den Körper in weiche, warme Flanelle ein, auch reibe Füße, Hände und das Rückgrat mit der flachen Hand. Diese Mittel reichen in der Regel hin, den Blutumlauf herzustellen, Pulsiren in der Nabelschnur wird wahrgenommen, dem bald darauf Athmen folgt, worauf die Schnur gebunden und abgeschnitten werden kann. Nachdem 5 oder 10 Minuten verstrichen sind, innerhalb welcher das Kind kein Lebenszeichen von sich gegeben hat, muß die Nabelschnur abgeschnitten und gebunden und das Kind in ein warmes Bett gebracht werden. Das Reiben der Füße, Hände und des Rückgrats setze man fort und tauche die Hand in kaltes Nasser oder Spiritus und reibe damit die Brust oder gieße zwei oder drei Fuß hoch aus einer Theekanne einen Strom kalten Wassers auf die Brust. Bleibt dies alles ohne Erfolg, so fülle man die Lungen künstlich mit Luft. Dies mag geschehen, indem man ein seidenes Taschentuch lose über den Mund legt, um dadurch die Kraft des Athems zu brechen, und durch dasselbe sanft Athem in den Mund einbläßt; gleichzeitig schließe man die Nase des Kindes mit dem Daumen und dem Zeigefinger, wodurch der Luft der Ausgang versperrt wird. Wenn so die Lungen mit Luft gefüllt sind, treibe man die Luft durch einen sanften Druck auf die Brust wieder aus und fahre so eine Zeitlang fort. Leichte elektrische Schläge mögen zuträglich sein; man setze zu diesem Behufe einen Pol an den oberen Theil des Rückgrats und den andern auf die Brust.