DER STROM DER LIEBE
AUS TAUSEND UND EINE NACHT
Der Liebende, von seiner Leidenschaft
Bezwungen, eilt zu der Geliebten hin,
Und ihrer beiden Herzen werden eins.
Sie kommen an den Strom der Liebe, schöpfen
Mit frohen Händen, selig, unermüdlich, –
O, dieses Wasser dünkt sie wunderbar!
Und sie verweilen lange, helle Tränen
Der Freude netzen ihre jungen Wangen,
Und zur Geliebten spricht der Jüngling dies:
Wär ich der Herr der Zeit (da ich doch leider
Ihr Sklave bin), o glaube mir, Geliebte,
Es dürfte nicht ein Tag vorübergehn,
An dem ich nicht beglückt an deiner Seite
Aus diesem wunderbaren Strome tränke,
Bis süße Trunkenheit mich ganz bezwingt!