SEHNSUCHT NACH DAMASKUS
ACHMED BEN MOHAMMED MOKRI
O meine lieben Freunde in Damaskus,
Noch immer habt ihr keine Nachricht mir
Aus eurem vielgeliebten Land geschickt!
Das Feuer eines schmerzlichen Verlangens
Erfüllt die Brust mir und verzehrt sie ganz.
Ach, allzu weiter Raum trennt euch und mich!
Seit jener Stunde, da ich euch verließ,
Sind meine Augen ohne Lust zu schlafen,
Und ohne Lust, das Licht des Tags zu sehn.
Denk ich zurück an die verrauschten Zeiten
Der Seligkeit, die ich mit euch genoß,
So will das Herz mir Brechen vor Verzweiflung.
Wie war das schön, des Morgens, in dem Tale
Von Niran, wo die Blumen immer lächeln,
Betaut von Tränen, die der Himmel weint;
Und wo die Tauben girren in den Wipfeln
Und sich die Zweige wiegen und die Bäche
Und Bäume rauschen ohne Unterlaß.
Und dann die Ebne an dem Fuß der Berge!
Wo sind die Abende des Glückes, die
Wir dort verbrachten; davon einer schon
Mir wertvoll wie ein ganzes Leben scheint?
O wundervolle Ebne, daß ich dich
Dankbar mit meinen Tränen netzen könnte!
Wenn ich auch weiß, daß solches nur ein kleines
Geschenk für dich bedeutete, zumal
Wenn du seit langem ohne Regen bist.