Sechster Auftritt.

Pedrarias.

Er hat mich übermannt, mein alter Haß;

Unbändig riß er los. Das war nicht gut. —

Und du, Maria, mußt als Opfer bluten? — —

Mag sie’s doch büßen, ja! sie hat’s verdient!

Was will Jeronimo? Verhaßt ist mir

Des Heuchlers Angesicht. Und diese Briefe — —

Fluch Balboa! Fluch dir für diese Briefe!

(lies’t.)

»Wie ich euch, Lieber Treuer, schon geschrieben,

»Entlaßt nun Balboa zu seiner Reise,

»Euch hab’ ich nöthig in Antigua,

»Und keinen Widerspruch erwart’ ich mehr.«

Mög’ ihn die Fluth verschlingen, den Verräther!

So endet sich mein schöner Lebensplan! —

Er eilt zum Ruhme fort! Ihn preißt der Hof;

Ich soll hier arm und namenlos verderben? —

Und dann der Schluß — Ich habe recht geseh’n!

»Was Liebes Ihr dem Balboa erzeigt,

»Ihr habt es euerm Karlos, mir erwiesen.

»Das mögt ihr wohl erwägen. —

Ich der König!«

Scheint’s doch, er habe sich beschwert? Ja wohl!

Das ist zu viel! Geklaget also? Schon

Geklagt! — Gelungen ist es dem Verläumder!

Genügt’s dir nicht an mir entriss’nem Lorbeer,

Ha, Räuber meines einz’gen Kindes, wie?

Streckst du die Hand schon aus nach meiner Würde?

Heran! heran! Ich bin gefaßt zum Kampf!

(Von fern Trompeten und Pauken. Freudengeschrei.)

Jetzt faßt der Räuber jubelnd seine Beute!

Das laß’ ich zu? Hinweg!

O stille, stille!

Gemach doch, Pedrarias! — Ha! vielleicht!

Und was vielleicht? — Das weiß die Hölle! Doch —

Er oder ich! — hier brennt’s! — Er — oder ich!

(sinkt kraftlos in einen Sitz.)

Der Vorhang fällt.