Diesseits
Erzählungen. 16. Auflage. Geh. M. 3.50, geb. M. 4.50
Wie lange habe ich mich darauf gefreut, dieses Buch anzuzeigen! Eine erlesene Schar der Novellen Hesses, die verstreut in Zeitschriften lagen, in einem Bande gesammelt in Händen zu halten, zu eigen zu haben wie Hausschwalben, die ihr Nest an unserem Dache sich bauen. Es ist ein stilles, vornehmes und unsäglich schönes Buch geworden, das man ehrfürchtig in die Hand nimmt, ehrfürchtig aus der Hand legt, stillergriffen, nachdenklich, voll einer Liebe zu dem Menschen, der ein so starkes, reines Herz hat und es so lauter schenkt. Hermann Hesse bedeutet einen Gipfelpunkt deutscher Erzählerkunst.
(Münchener Zeitung)
Wie man etwa Eduard Mörikes Gedichte lesen sollte, an einem stillen, schönen Sommertage im Grase liegend, der Zeit und jeder Alltäglichkeit weit entrückt, ruhevoll nur sich und dem Weben der leise schaffenden Natur lauschend, in solcher Sonntagsstimmung sollte man Hermann Hesses neuen Novellenband „Diesseits“ lesen.
(Neue Zürcher Zeitung)
Nachbarn
Erzählungen. 12. Auflage. Geh. M. 3.50, geb. M. 4.50
Was uns das neueste Buch Hermann Hesses besonders liebwert macht, ist die ruhig verträumte Art seines Verfassers, zu sehen und zu schildern . . . Die lichtwonnige, diogenetische Eigenart des Dichters, der wahr und warm, allen kokettierenden Beiwerkes entratend, Menschen aus kleinen Verhältnissen, doch darum nicht kleine Menschen, einfach verklärt. Ungeheuchelte Herzlichkeit, ohne den leisesten Anflug krankhafter Sentimentalität, werden den „Nachbarn“ Eingang weniger in die Köpfe der geschworenen Literaturmenschen, als in die Herzen aller Schönheitsfrohen sichern.
(Berner Tagwacht)
Es ist eigentlich eine einzige Geschichte, die wir da in den fünf Erzählungen des neuen Hessebandes erleben; so harmonisch zusammengeschweißt erscheinen sie . . . Ruhig, über allen Dingen schwebend, ohne Leidenschaft und vollkommen abgeklärt werden uns diese Geschichten erzählt. Aber in einer Sprache, die ihresgleichen sucht und die den Stolz in uns aufleben läßt: sehet, das ist Deutsch. Gott sei Dank, daß es eine deutsche Sprache gibt. Und Dichter, die sie adeln.
(Württemberger Zeitung, Stuttgart)
Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
- ... wir rasende Reiter, sie hängen traurig und ...
... [wie] rasende Reiter, sie hängen traurig und ... - ... Keine Anwort. ...
... Keine [Antwort]. ... - ... frecher Knabe heil den Fuß der Wand errreichte. ...
... frecher Knabe heil den Fuß der Wand [erreichte]. ... - ... Wonne, der Alte schien einverstanden. „Gut, ...
... Wonne, der Alte schien einverstanden. „Gut,[“] ... - ... Die Jugend trat mich an in der Gestalt eines ...
... Die Jugend [traf] mich an in der Gestalt eines ... - ... und wartete auf die Aglietti, die mir verspochen ...
... und wartete auf die Aglietti, die mir [versprochen] ... - ... „Wie stark Sie sind!“ sagte die Malerin nachnachdenklich. ...
... „Wie stark Sie sind!“ sagte die Malerin [nachdenklich]. ... - ... „Was Sie sagen! Erzählen Sie doch! ...
... „Was Sie sagen! Erzählen Sie doch![“] ... - ... im Wagen, die grünen Felder uud Hügel flirrten ...
... im Wagen, die grünen Felder [und] Hügel flirrten ... - ... auf den breiten, schrägen Mamorplatten, die ein ...
... auf den breiten, schrägen [Marmor]platten, die ein ... - ... es bloß einen Familennamen, lauter Camenzinds. ...
... es bloß einen [Familien]namen, lauter Camenzinds. ... - ... uud Champagner sprach, sich auf mich berief, ...
... [und] Champagner sprach, sich auf mich berief, ... - ... sondern trugen sie aus den Stegreif als Dialoge ...
... sondern trugen sie aus [dem] Stegreif als Dialoge ... - ... ’s ist gut,“ gab er zu, „’s ist gut, aber ich ...
... [„]’s ist gut,“ gab er zu, „’s ist gut, aber ich ...