An die Schönheit.

Über meinen Kinderzeiten

War Dein Flügel ausgespannt,

Grüne Nähen! Goldne Weiten!

Und am letzten Himmelsufer

Schufest Du mein Heimwehland.

Über meinen Jünglingsjahren

War das Lenken Deiner Hand —

Edle Frau’n mit Lockenhaaren,

Kecke Tänze und Gefahren,

Denkernächte über Tag und Tod.

Und am Himmelsufer glühte rot

Jede Nacht mein Heimwehland.

Tänze und Gefahren sanken

In den dunklen Fluß der Zeit,

Ohne Nähen, ohne Schranken

Wölbt sich meine Einsamkeit.

Grün und Gold und Himmel schwand;

Über’m Ufer meiner kranken

Seele liegt mein Heimwehland.

Meine Arme sind gebreitet

Uferwärts. Die Sehnsucht weitet

Über Tod und Leben meinen Blick

Wartend knieen meine Lieder —

Kommst Du wieder? —

Wartend liegt auf Knieen mein Geschick.

Meines Heimwehlandes Tempel steh’n

Festbereit. Ich kann die Zinnen seh’n,

Kann von dorther einen Duft verspüren.

Wenn mein Auge nimmer sehen kann,

Herrin, wird der dunkle Fährmann dann

Mich nach Hause führen?