Ein Traum pocht an die Pforte mir.
Tritt ein, mein Gast! Ich bin allein
Wie jedesmal, und bin bedürftig Dein.
— Du?! Du, Elise? — Grüß Dich, Kind!
Wie lang, daß wir zur Plauderzeit
Nicht mehr beisammen gewesen sind!
Ich ward gewohnt der Einsamkeit;
Laß seh’n, ob ich noch plaudern kann —
Hör’ an!
Weißt Du, weißt Du noch, Elise?
Verglimmend hing die Sonne noch am Wald,
Kein Mensch auf der Wiese!
Ein Birnbaum breit und wohlgestalt
Verbarg dem Himmel unsre Lust. Nur fern
Vom Berge klomm empor ein früher Stern
Ein naseweiser Abendwind
Verstohlen aus der Hecke kroch
Und lachte, lachte wie ein Kind.
Weißt Du noch?
Ja, das war eine Flitterzeit,
Alle Welt in Rosen!
Du warst so lieb,
Und kamst zur Nacht- und Tageszeit
Über mich mit Kuß und Kosen,
Hinterrücks wie ein Dieb
— Du warst so lieb!
Und nun, mein Blondchen, sag!
An jenem heißen Sommertag
— Ich suchte Dich mit wildem Sinn
Und lauschte lang und rief nach Dir —
Wo warst Du hin?
Nun sitzest Du wie sonst bei mir
Und machst das Herz mir weich
Und liederreich,
Und siehst mich an und schmeichelst mir
Wie damals unterm Birnenbaum . . .
War das auch nur — ein Traum?