Frau Gertrud.
Frau Gertrud mir am Bette stand,
Eine helle Theerose in der Hand,
Eine helle Theerose im braunen Haar.
Ihre Stimme wie ein Lächeln war
Und floß so weh und wankte so —
Sie sang ihr altes Long ago!
„Fern steht Dein graues Schloß am Meer,
„Wie kamest Du nach Deutschland her?
„Wie lang doch ist’s, daß Deinen Sarg
„In lauter Theerosen ich verbarg,
„Und daß ich Dich vergessen hab’!
„Wie kamst Du her aus Deinem Grab?“
Ich reicht’ ihr fragend meine Hand
Und lächelte, und griff — die Wand,
Dran weiß ein Flecken Mondes stund’ . . .
— Fernher kam zart und liebeswund
Ein schlanker, kranker Geigenstrich,
Der schluchzend in der Nacht verblich.
Und floß so weh und wankte so —
— Long, long ago!
Frühsommernacht.
Der Himmel gewittert,
Im Garten steht
Eine Linde und zittert.
Es ist schon spät.
Ein Wetterleuchten
Beschaut sich bleich
Mit großen, feuchten
Augen im Teich.
Auf schwanken Stengeln
Die Blumen steh’n,
Hören Sensendengeln
Herüberweh’n.
Der Himmel gewittert,
Schwül geht ein Hauch.
Mein Mädel zittert —
„Sag, spürst Du’s auch?“