Zu spät.
Altmodisch steht mit schmächtigen Pilastern
Wie sonst das Schloß. Auf violetten Astern
Irrt noch ein später Falter her und hin
Mit kranken Flügelschlagen,
Und welke Beete sagen,
Daß ich zu spät gekommen bin.
Und am Balkon in seidenen Gewändern,
Mit stolzen Augen in vertrübten Rändern,
Steht trüb und stolz die blasse Königin,
Und will die Hand erheben. —
Und kann mir nicht vergeben,
Daß ich zu spät gekommen bin.
Der Prinz.
Wir wollten zusammen bauen
Ein eigenes schönes Haus,
Hoch wie ein Schloß zu schauen
Mit dem Blick über Strom und Auen
Auf die stillen Wälder hinaus.
Wir wollten alles verlernen,
Was klein und häßlich war,
Wir wollten Nähen und Fernen
Mit Glücksliedern übersternen,
Die Kränze des Glückes im Haar.
Nun hab’ ich ein Schloß erbauet
In verstiegener Höhenruh;
Meine Sehnsucht steht dort und schauet
Sich müd, und der Tag vergrauet, —
Prinzessin, wo bliebest Du?
Nun gebe ich allen Winden
Meine heißen Lieder mit.
Sie sollen Dich suchen und finden
Und sollen das Leid Dir künden,
Das mein Herz um Dich erlitt.
Sie sollen Dir auch erzählen,
Ein lockend unendliches Glück,
Sie sollen Dich küssen und quälen
Und sollen den Schlummer Dir stehlen —
Prinzessin, wann kommst Du zurück?