Zehnte Szene
Biegler. Zarncke
Biegler
(würgt eiligst den letzten Bissen hinunter und stellt sich in Positur)
Zarncke
Sie dürfen auch 'n Schluck von dem Wein trinken.
Biegler
Ja. (Äugt zweifelnd nach dem Glase)
Zarncke
Haben Sie keinen Durst?
Biegler
Erst geben Sie mir — Wein zu trinken, und dann nehmen Sie mich doch nich. Hä.
Zarncke
Erst trinken Sie mal.
Biegler
(dreht sich der Wand zu und trinkt zögernd, verstohlen)
Zarncke
Auf den Steinmetzplatz wollen Sie. Aber gewissermaßen im verborgenen. So daß keiner was erfährt, daß Sie keinem Rede zu stehen brauchen — hä?
Biegler
So was Schönes gibt's ja nich.
Zarncke
Vielleicht doch. Wollen Sie Wächter werden bei mir auf'm Platz?
Biegler
(in staunendem Nicht-glauben-wollen)
Herr Zarncke!
Zarncke
Na?
Biegler
Das is doch 'n Vertrauensposten.
Zarncke
Ja, das is es.
Biegler
Da müssen manche sogar Kaution stellen.
Zarncke (bejahend)
Hm ... Und wenn Sie Mittags ausgeschlafen haben, können Sie unter den Arbeitern mithelfen ... da fragt Sie keiner ... Na?
Biegler
Wird ja nicht lange dauern —
Zarncke
Das wird ganz von Ihnen abhängen.
Biegler
Dann kommen die Schutzleute — und recherchieren ... Und dann is aus.
Zarncke
Sie wissen doch, daß solange der Verein die Fürsorge für Sie übernimmt, die Polizei sich mit Ihnen nichts zu schaffen macht.
Biegler (fatalistisch)
Die Schutzleute — kommen doch.
Zarncke
Zu mir nicht ...
Biegler
Die Schutzleute kommen doch.
Zarncke
So hören Sie doch. Hierher kommt kein Schutzmann recherchieren. Das hab' ich mir ein für allemal verbeten. Und daß die Herren vom Verein, wenn die kommen, Sie nicht verraten werden, das können Sie sich doch denken. ... Na?
Biegler
Das wär' ja ein solches Glück, wie man sich gar nich — (Es klopft)
Zarncke
(geht zur Tür und öffnet sie)