Fußnoten

[1] Ein Bodenmaß.

[2] In Rußland küßt jedermann am Schluß der Messe das Kreuz.

[3] Diminutiv von Arkad.

[4] In Rußland bedient man sich selten des Wortes »Herr«, wenn man seinesgleichen anspricht. Man redet sich mit dem Taufnamen an, dem man den Taufnamen des Vaters mit der Endsilbe off oder eff oder, was höflicher ist, witsch anheftet. Diese letzte Endung, die sonst nur dem höheren Adel angehörte, ist vulgär geworden, so daß man sich jetzt nur noch Geringeren gegenüber der Endsilben off und eff bedient.

[5] Schafpelz.

[6] Ein seltsamer Gebrauch der russischen Bauern.

[7] Im häuslichen Dienst verwendete Leibeigene.

[8] Französisch im Original.

[9] Nach einem Ukas des Kaisers Alexander I. sind alle Hauptstraßen in Rußland mit Weiden eingefaßt.

[10] Es war kurz vor Aufhebung der Leibeigenschaft.

[11] Eine Art kurzes Mäntelchen, das man über die Schultern zu werfen pflegt.

[12] Russisches Sprichwort.

[13] Im Winter wird es in Petersburg um 3 Uhr dunkel.

[14] Ein russisches Sprichwort sagt: Wer sich mit heißer Milch verbrannt hat, bläst das kalte Wasser.

[15] Kommandierender General im Kaukasus im ersten Kriege.

[16] Nach einem russischen Aberglauben bringt Lob den Kindern Unglück.

[17] Bekanntlich eine populäre Darstellung der Grundsätze der neuen materialistischen Schule in Deutschland.

[18] Ein in den ersten Regierungsjahren Alexanders II. zur Bezeichnung der damaligen literarischen Bewegung üblicher Name.

[19] Russisches Sprichwort.

[20] Bekanntlich ist derzeit noch das Gesamteigentum an Grund und Boden die Basis der russischen Gemeinde.

[21] Vor einigen Jahren wurden unter den Bauern Mäßigkeitsvereine errichtet; allein sie waren von kurzem Bestand.

[22] Ein Bauer, welcher das Amt des Ortsvorstehers versieht.

[23] Ein dem Mönch Silvester zugeschriebenes Werk aus dem 17. Jahrhundert mit sehr merkwürdigen Schilderungen der damaligen häuslichen Sitten.

[24] Berühmter Staatsmann unter Alexander I.

[25] Weil er mit Blut raffiniert wird.

[26] Ein russisches Sprichwort.

[27] Russisches Sprichwort.

[28] Ein unbedeutendes medizinisches Journal.

[29] Anspielung auf die Verschwörung vom 14. Dezember 1825.

[30] Die russischen Jurodivi sind etwas Ähnliches wie die »innocents« des Mittelalters, Wichtelmänner.

[31] Von den Lampen, die vor den Heiligenbildern brennen.

[32] Eine Art Whist.

[33] Ein feiner Fisch.

[34] Russisches Sprichwort.

[35] »Allein wie ein Finger« ist ein russisches Sprichwort.

[36] Freier Bauer von adeliger Abkunft.

[37] Russisches Sprichwort.

[38] Das russische Wort hat Ähnlichkeit mit dem, welches »durchsichtig« bedeutet.

[39] Russisches Sprichwort.

[40] Kohl- und Rübensuppe.

[41] Das Wort bedeutet: die Welt und die Gemeindeversammlung; die alte Legende sagt, die Welt ruht auf drei Fischen.

[42] Überzieher von grobem Tuch.

[43] Kopfputz der russischen Bäuerinnen.

[44] Eiterblutvergiftung.

[45] … wenns nur nicht weint. (Russisches Sprichwort.)

[46] Kopfputz russischer Bauernmädchen.

[47] Eine neugeschaffene Stelle, die u. a. den Zweck hat, Differenzen, welche infolge Aufhebung der Leibeigenschaft zwischen den Bauern und ihren alten Herren entstehen, beizulegen.

[48] Ein Bauernschuh aus Birkenrinde.


Druck der Spamerschen
Buchdruckerei in Leipzig


Im Insel-Verlag zu Leipzig erschien:

Iwan Turgenjeff

Gedichte in Prosa.

Übertragen von Th. Comichau. Mit Titel und Zierleisten von Heinrich Vogeler-Worpswede.

Zweite Auflage.

Geheftet M. 2.–; in Leinen M. 3.–; in Leder M. 3.50.

Nicht das klare Filigranwerk der scharfen psychologischen Beobachtung oder das hohe künstlerische Können in der knappen Darstellung nimmt an Turgenjeffs »Gedichten in Prosa« gefangen (das sind hier beinahe nur nebensächliche technische Vorzüge), aber jene umfassende, ich möchte sagen russische Liebe gibt diesen kleinen Kunstwerken Farbe, Grundton und Seele. Die Liebe zu allem Geschauten ist die Signatur reifer und echter Künstler. Es ist die Liebe eines feinen Menschen, in dem ein beständiges stilles Schauen lebt, ein schwermutvolles Schauen über graue, weite Gefilde; er liebt diese Gefilde und alle Kreatur, die auf ihnen leidet und lebt, weil sie auf ihnen lebt. Das ist eine seltsame Erscheinung bei diesen russischen Künstlern, daß sie ihre Menschen lieben um des Bodens willen, auf dem sie geboren sind.

(Die schöne Literatur.)

… Dichtungen eines Greises, die wundersam übergoldet sind von den letzten milden Strahlen einer zur Rüste gehenden Lebenssonne. Der Grundakkord all dieser feinen Skizzen, zarten Stimmungsbilder, epigrammatischen Beobachtungen und verschwebenden Phantasien ist die Wehmut, die sich mit Tönen statt mit festen Gestalten begnügt. … Doch wer tiefer zu blicken weiß, sieht hinter diesen Nebeln um so reiner die Schönheit und die verklärte Weisheitsfülle eines Menschen leuchten, der auch als Greis nicht aufhörte, ein großer Dichter zu sein, ja der gerade in seinen letzten Tagen die alte Romantikerlust wiedergewann, das Ziel, das dem Menschengeiste in seiner Erkenntnis gesetzt ist, mit der Phantasie zu überfliegen, und sich auf den lockenden Irrgängen des traumhaft Unbewußten zu ergehen.

(Westermanns Monatshefte.)


Romane aus dem Insel-Verlag

Lermontoff, Michael: Ein Held unserer Zeit. Ein Roman. Deutsche Übertragung aus dem Russischen von Michael Feofanoff. Mit Titel- und Einbandzeichnung von Walter Tiemann. Geheftet M. 3.–; in Leinen M. 4.–; in Leder M. 5.–.

Der russische Dichter des Weltschmerzes hat im Charakterschicksal seines Helden Petschorin vorahnend eigenes Schicksal (Tod im Duell nach unstetem Genußleben) und zugleich einen Typus seines schwer zu enträtselnden Volkstumes geschaffen. Feofanoff hat das nachdenklich stimmende Werk, ein Meisterstück rückgreifender Erzählungsweise, musterhaft verdeutscht.

(Hochland.)

Huch, Ricarda: Vita somnium breve. Roman. Mit Initialen von Heinrich Vogeler-Worpswede und einem Titelbilde nach Arnold Böcklin in Heliogravüre. Vierte Auflage. Geheftet M. 6.–; in Leder M. 8.

Der Roman »Vita somnium breve« von Ricarda Huch ist mir zu einem wundersamen Erlebnis geworden. Gebannt las ich die ruhig, klar und schön hinflutenden Sätze, gebannt sah ich dem Leben der Menschen zu, die hinter dem köstlichen Gespinst der fein verwebten Worte aufstanden, deutlich wurden und hinzogen. Seitdem ich Jens Peter Jacobsens Romane gelesen habe, bin ich nicht wieder so stark von einem Roman entzückt und erschüttert worden, höher entzückt und tiefer erschüttert als vom Leben selbst.

(Münchener Zeitung.)

Huch, Ricarda: Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri. 3. bis 5. Tausend. Geheftet M. 4.50; in Leinen M. 6.–; in Leder M. 7.50.

Der neue Roman von Ricarda Huch ist vor allem eine erschütternde Seelentragödie von machtvoller und zugleich feinster Gestaltung. Was Kraft, Leidenschaft, Gefühl und besonnene Vernunft eines reifen, zur Meisterschaft gelangten Dichtergeistes mit einem so bedeutenden Stoffe ausrichten können, das ist hier so geschehen, daß wir in dem Roman ein vollendetes Kunstwerk bewundern dürfen. Und nun die Schönheit der sprachlichen Darstellung, ein beseelter Stil von klassischer Reinheit auf Grundlage realistischen Denkens!

(Der Bund.)

Pontoppidan, Henrik: Hans im Glück. Ein Roman in zwei Bänden. Übertragen von Mathilde Mann. Dritte Auflage. Geheftet M. 8.–; in Leinen M. 10.–.

Als Henrik Pontoppidans Roman erschien, war er das Ereignis seines Jahrgangs. Inzwischen ist eine Flut von Romanen an uns vorübergezogen, und immer noch ist Hans im Glück das Buch, das den stärksten und geschlossensten Eindruck von ihnen allen macht. Seit dem Niels Lyhne hat das kleine Dänemark kein so vollgewichtiges Werk mehr dem übrigen Europa gegeben.

(Münchener Neueste Nachrichten.)


Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht. Unterschiedliche Schreibweisen von Personennamen wurden beibehalten.

Korrekturen:

S. 91: Madama Swetschine → Madame Swetschina
eine Soiree bei [Madame Swetschina] vorbereiteten