Verbesserungen.

[Seite 49, letzte Zeile], lies 1440/360 = 4.

[S. 56, Z. 21], lies ihre Nummer.

[S. 68, Z. 13], lies deutsche Meilen.

[S. 78, Z. 3 von unten], lies von der Vorstadt.

[S. 84, Z. 2], lies Papst.

[S. 178, Z. 8 von unten], lies Der mit.

[S. 190, Z. 19], lies seit Jahrhunderten.

[S. 215, Z. 27], lies Verpflegung.

[S. 236, Z. 10], lies einer jener.

[S. 264, Z. 26], lies der leider zu früh f. d. W.

[S. 304, Z. 17], lies von wenig mehr als 100.

[S. 337, Z. 17], lies gelangten, und.

[S. 349, Z. 15], lies Ghulam.

S. 352, Z. 30, lies im Louvre.

[S. 363, Note 1], füge zu: 8590 in ganz Deutschland 1892.

[S. 370, Z. 10 von unten], lies dauert 60 Stunden.

[S. 371, Z. 21], lies Reuleaux.

[S. 411, Z. 19], lies Schah.

[S. 419, Note], füge hinzu: In einem zweiten Briefe schreibt Herr Dr. Ign. Goldziher: Der Satz, die Welt ist eine Brücke, gehet darüber, aber nehmet darauf nicht bleibenden Aufenthalt, wird als von Christus (Al Masîh, Messias) herrührend in der mohamedanischen Spruch-Literatur erwähnt. Meine Quelle ist Al-Garîb al-Isfahânî, Muhâdarât al udabâ’, ed. Kairo, II, 217.


[❏
GRÖSSERE ANSICHT]


Fußnoten:

[1] Der Platz in der ersten Cajüte kostet 400 bis 500 Mark, also ungefähr 50 Mark für den Tag; der Platz im Zwischendeck etwa 100 Mark. Die ganze Verpflegung ist eingeschlossen, nur Bier und Wein müssen besonders bezahlt werden.

[2] Zu 75 Kilogramm-Meter in 1 Secunde; also gleich 12×13000 = 156000 Menschenkräften.

[3] Die 1884 in England gebaute „Eider“, 450′ lang, hatte 6 Millionen Mark gekostet. Die Flotte des norddeutschen Lloyd zählt 76 Dampfer, von denen nur 25 weniger als 1000 Tonnen messen.

[4] Ein Drittel der vollen Ladung ist Kohle. (Für ungefähr 17 Tage.)

[5] Auf meiner ersten Reise über den atlantischen Ocean im Jahre 1887 habe ich (natürlich in Begleitung des Capitäns, da es sonst nicht gestattet ist,) das Zwischendeck besucht. 600 Reisende waren dort untergebracht, in drei Abtheilungen; die erste ist für ledige Frauen, die zweite für Familien, die dritte für ledige Männer. Jeder hat seine eigene Lagerstätte mit Stroh-Sack und Kopf-Kissen; für eine Decke hat er selber zu sorgen, doch kann er dieselbe, die er auf seiner Fahrt durch den amerikanischen Continent so nothwendig braucht, zum Selbstkostenpreis von der Gesellschaft des norddeutschen Lloyd in Bremen oder Bremerhafen beziehen. Dies Zwischendeck war besser eingerichtet und gelüftet, als irgend eines, das ich zuvor gesehen. Namentlich denke ich noch mit einem gewissen Grauen an das des russischen Dampfers, welcher 500 russisch-katholische Pilger von Odessa nach Palästina beförderte. Aber bei bewegter See herrschte auch im Zwischendeck der „Eider“ das graue Elend. Willenlos liegen oder hocken alle, jung und alt, auf Betten und Gängen. Pausbäckige Kinder, denen die dicken Thränen über die Wangen laufen, klagen „Mutting, ich sterbe,“ lassen aber doch das wohlgeschmierte Butterbrod nicht fallen.

[6] Die Schiffe haben ihre Schicksale. Die „Eider“ ist inzwischen wrack geworden; und die „Spree“ hatte, ehe ich die Heimath wieder erreichte, einen Bruch der Schraubenwelle erlitten, wobei die Umsicht und Thatkraft des Capitäns aufs beste sich bewährt hat.

[7] Stewards.

[8] Frankreich zahlt Unterstützung an Dampferlinien gegen 27000000 Mark.

England gegen 17500000 Mark
Deutschland 4720000
Italien 7000000
Oestr.-Ungarn 4000000
Russland 5000000
Vereinigte Staaten 1100000
Mexico 2000000
Japan 897000

[9] Von Southampton bis Bremen 420 Seemeilen.

[10] Needles.

[11] log record.

[12] pool, wörtlich Einsatz.

[13] Nach Westen macht, wenn alles übrige gleich ist, der Dampfer scheinbar über ein Dutzend Meilen mehr an jedem Tage, als nach Osten. Denn nach Westen zu werden jedem Tag ungefähr 45 Minuten zugegeben, nach Osten abgezogen.

[14] Von Greenwich.

[15] Von den Nadeln ab gerechnet.

[16] Wegen des zwischen Europa und Nordamerika vorherrschenden Südwestwindes legten die Packetboote die Fahrt von Liverpool nach New-York durchschnittlich in 40 Tagen, den Rückweg in 23 Tagen zurück.

[17] 1818 war das mit Dampfmaschine versehene Segelschiff Savannah von Nordamerika bis Liverpool in 26 Tagen gefahren, wobei 18 Tage unter Dampf.

[18] 1887 auf der Eider noch sieben Tage und etliche Stunden. — Der Hamburger Schnelldampfer Bismarck hat 1892 nur 5 T. 20 St. gebraucht.

[19] 1 Tag = 24 Stunden = 24×60×60 = 86400 Secunden.

7 Tage = 7×86400 = 604800 Secunden oder Umdrehungen. Auf der Eider waren es etwa 777600.

[20] So eine Welle hat einen Durchmesser von mehr als 2 Fuss, die Schraubenflügel von mehr als 20 Fuss. Die Welle geht von der Maschine, die in der Mitte des Schiffes sich befindet, bis zum hinteren Ende, besteht aus mehreren Theilen und besitzt Widerlager, so dass sie bei der Drehung nicht nach vorn gleiten kann. Natürlich ist ihre Austrittsstelle durch eine mächtige Stopfbüchse gegen das Eindringen des Wassers geschützt.

[21] Höchst mangelhaft war die Einrichtung auf dem Dampfer Brindisi der englischen P. & O. Gesellschaft, von Hongkong nach Colombo. Um 11 Uhr wurde die Dynamomaschine abgestellt, alle Cajüten waren dunkel. Mein Nachbar, ein Capitän unserer Kriegsflotte, und ich selber forderten (und erlangten) Kerzen für die leeren Leuchter unserer Cajüten.

[22] Die 24 Stunden des Tages sind in sieben Wachen eingetheilt: Erste Wacht von 8 Uhr Abends bis Mitternacht; mittlere Wacht von Mitternacht bis 4 Uhr Morgens, Morgenwacht von 4–8 Uhr, Vormittagswacht von 8–12 Uhr, Nachmittagswacht von Mittag bis 4 Uhr. Erste Hundewacht von 4–6 Uhr, zweite Hundewacht von 6–8. Durch diese Eintheilung ändern sich die Wachen für jeden Mann an jedem Tag.

[23] Die „Elbe“ des norddeutschen Lloyd führte 1887 für 1000 Menschen 28000 Pfund Fleisch, 24000 Pfund Mehl u. dgl., 48000 Pfund Eis, 8000 Flaschen Bier und dazu noch 1000 Liter, 2000 Fl. Rheinwein u. s. w.

[24] Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche liegt in dem grössten Kreis, der durch jene beiden Punkte und den Mittelpunkt der Kugel gelegt wird.

[25] Klaproth, 1841. Vgl. Poggendorff’s Geschichte der Physik, 1879, S. 98.

[26] 1 Faden gleich 6 Fuss.

[27] Die Seemeile ist gleich der mittleren Meridianminute = 1852 Meter.

Die preussische Meile ist 24000′ = 7420 Meter,

die engl. (Statute m.) 5280′ = 1609 Meter.

[28] Auf dem Weltmeer ist es doch etwas kühler. Während diesseits und jenseits die fürchterlichste Hitze wüthete, mass ich auf dem Schiffe um die Mittagszeit 19° C. im Schatten, in der Nähe von New-York 22°C. und selbst 23°C. Die Temperatur des Wassers war 13°, aber so lange wir im Golfstrom verweilten, 15–17°. (Zu New-York Nachts im Schlafzimmer 22°, zu Washington 30° C, August 1892.)

[29] Stets mässig, habe ich während der 65 Seefahrtstage auf dieser Reise nicht eine einzige Mahlzeit versäumt, wohl aber manche Gänge. Oliven, wie Sardinen in Oel, Kraut, Thunfisch vermeide ich stets an Schiffsbord.

[30] Man miethet ihn für 4 Mark und lässt ihn mit seinem Namen bezeichnen. Früher musste man einen Stuhl kaufen, was auch jetzt noch zwischen Vancouver und Bombay nothwendig ist.

[31] Phocaena communis, 2–3 Meter lang, lebt gesellig im nordatlantischen Ocean. Von den Matrosen Meerschwein genannt. (Englisch porpoise.)

[32] Alle halbe Stunden schlägt die Schiffsglocke, um 8½ Uhr Vormittags 1 Mal, um 9 Uhr 2 Mal und so fort, d. h. um 12 Uhr Mittags 8 Mal. Dann beginnt das Spiel von vorn, für jede der sechs Schichten von je 4 Stunden.

[33] Besonders im Süden, wo neue Sternbilder auftauchen.

[34] Ohne dunkles Schutzglas ist die Beobachtung schwierig und nicht ganz genau.

[35]

(a+c)2 = b2+c2.
b2 = a2+2ac oder, da a2 gegen 2ca verschwindet,
b = √2c×a

2c, der Erddurchmesser, ist 1900×24000′ = 45000000′.

√2c = 6500′ = 1 Seemeile.

b = 6500′ · √a′ = √a′ in Seemeilen.

Ist unsere Erhebung über den Wasserspiegel

a = 9 Fuss, so wird b = 3 Seemeilen.
a = 25 b = 5
a = 36 b = 6

Diese angenäherte Formel ist leichter zu behalten, als die genauere, welche ich später in Breusing’s Steuermannskunst (Bremen 1890, Seite 184) gefunden. [b = 3568 Meter×√a.]. Unser „Handbuch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marineamt (Berlin 1891)“ enthält die folgenden genauen Angaben, mit denen meine angenäherten genügend stimmen.

Augeshöhe Sichtweite
M. Sm.
 3 3,6 
 8 5,89
12  7,21
 . . . . . . . . .
33 11,95

Hat der gesehene Punkt P die Erhöhung α und unser Auge diejenige von a; so ist die Gesammtentfernung AP = b + β = √a′ + √α′.

Ist α = 100′ (Mastspitze), a = 25′; so sieht man P doch nicht auf 10 + 5 = 15 Seemeilen, weil die Mastspitze zu wenig sich abhebt. Aber Leuchtfeuer werden auf 20 bis 30 Seemeilen gesehen, — jedoch nicht auf 75, wie der prahlerische Reisende dem rechnenden vergeblich weiss zu machen sucht. Denn 5000′ hoch stellt man kein Leuchtfeuer.

[36] Von P. Dörffel, Berlin.

[37] Damals ahnten wir noch nicht, wie berüchtigt die Einwohner durch selbstsüchtige, feige Roheit einige Wochen später, zur Cholerazeit, sich machen sollten: mit Dolchen, Revolvern, Flinten, Aexten hinderten sie die Landung der Reisenden, welche von der amerikanischen Regierung dorthin geschickt worden waren.

[38] Mein Brief, der meine Erlebnisse auf dem Dampfer meldete, wurde, mit deutschen Briefmarken ausgestattet, in den deutschen Postbriefkasten an Bord unseres Schiffes geworfen. Wir haben einen Postbeamten an Bord, der die nach Deutschland bestimmten Briefe sofort im Hafen auf einen heimkehrenden Postdampfer befördert, (wozu in New-York an jedem Tag Gelegenheit sich bietet,) so dass mein Schreiben nach 10 Tagen in Berlin sein kann. Meine glückliche Ankunft brauche ich nicht nach Hause zu telegraphiren. Sowie wir in Sandyhook sichtbar geworden, ist die Nachricht durch den Draht nach New-York, und von hier nach Bremen und Berlin befördert worden. Zehn Minuten nach Ankunft des Telegramms in Berlin hat die Gesellschaft des norddeutschen Lloyd dasselbe in mein Haus zu den Meinigen gesendet.

[39] Da ich diesmal nur New-York, Washington, Baltimore, Philadelphia besucht; so verzichte ich auf eine genaue Schilderung der Reise durch die Vereinigten Staaten und verweise den Leser auf mein Büchlein: „Von New-York nach S. Francisco“ (Leipzig 1888), wo er eine Schilderung der amerikanischen Eisenbahnen, der Städte Chicago, St. Paul und Minneapolis, Portland, S. Francisco, Mormon City, Denver, ferner vom Niagarafall, vom Nationalpark und vom Yosemite-Thal finden kann.

[40] Canadian Pacific Railroad, C. P. R.

[41] Das ist allerdings auch mit der nördlichen Pacificbahn durchführbar.

[42] Vgl. die Schrift „Canadian Pacific Railway“.

[43] Day-line.

[44] „No European river is so lordly in its bearing.“ Das ist amerikanische Ausdrucksweise. (Spread eagle style.)

[45] West-shore und N. Y. Central.

[46] Es ist nicht angebracht, an dieser Stelle den Niagara zu beschreiben. Meine eigene Schilderung findet der geneigte Leser in dem letzten Kapitel des obenerwähnten Büchleins.

[47] An Bord des Dampfers ist weder Bier noch Wein, ja nicht einmal Selterswasser zu haben! Das ist gesundheitswidrig, übertrieben und heuchlerisch.

[48] Auf der Meeresfahrt haben sie sich nicht bewährt.

[49] Rapids.

[50] Im Jahre 1890 gingen durch S. St. M. 8,4 Millionen Tonnen; durch den Suezcanal 6,9. Aber die Waaren, die den letzteren passiren, sind kostbarer.

[51] Das ist ebenso, wie in den Vereinigten Staaten. Vgl. mein Büchlein, S. 14.

[52] Natürlich ist das auch in den Vereinigten Staaten möglich. Aber dort werden Erschwerungen der Einwanderung geplant, und die socialen Streitigkeiten sind gelegentlich recht unangenehm. Als ich durch Buffalo kam, war die Eisenbahn von Soldaten besetzt, da die Ausständigen die Wagen anzuzünden suchten.

[53] Three sisters.

[54] Bow river.

[55] Hot Springs.

[56] Grand View.

[57] Devils lake oder Minnewonka.

[58] Great Divide.

[59] Mitten im Urwald liest man an den Bäumen die Ankündigung: „Werthvolles Land preiswürdig zu verkaufen.“

[60] Flächeninhalt des stillen (grossen) Oceans 160 Millionen qkm, des atlantischen 80, des indischen 73, des südlichen Eismeeres 20, des nördlichen 15, der Erdoberfläche 509, der fünf Erdtheile nebst den beiden Polargebieten 135.

[61] Occidental and Oriental Steamship Co.

[62] An der Nordwestecke der Vereinigten Staaten (Washington, Oregon) ist man neidisch auf das Aufblühen von Vancouver und gründet eine neue „pacifische“ Eisenbahnlinie mit Anschluss für Yokohama.

[63] Beaver.

[64] Inlet, eine nur durch eine schmale Strasse mit dem Pugetsund zusammenhängende Bucht.

[65] Ich hatte in New-York meine Fahrkarte von dort bis Yokohama gekauft (für 276 Dollar) und die schriftliche Versicherung einer eignen Cajüte erhalten. — Wie anders, als bei der Gesellschaft Florio-Rubattino, auf deren Schiffen ich sowohl zu Tunis wie auch zu Neapel die bezahlte Cajüte für meine Frau und mich erst durch ein besonderes Trinkgeld an Schiffsbord erlangen konnte!

[66] Boy heisst er, von Vancouver bis Bombay.

[67] Number one, Number two u. s. w. — Zwei mal zwei amerikanische Dollar zahlt der anständige Reisende für die Aufwartung von Vancouver bis Yokohama, und noch einige Kleinigkeiten dazu.

[68] „You will fight with Russia, — when the Russian have occupied London, not earlier.“ Solche Aussprüche kennzeichnen den wagehalsigen Character der üblichen Kannegiessereien.

[69] Die Chinesische Regierung zieht Europäer als Zollbeamte vor.

[70] Mercator’s Projection.

[71] Es sind da zwei verschiedene Kurse für Hin- und Rückfahrt gezeichnet.

[72] 24×60 = 1440.

1444 = 4.
360

[73] Ich schreibe dies in der Hoffnung, dass durch Veröffentlichung dieser haarsträubenden Schäden eine Besserung angebahnt werde. Im vorigen Jahrhundert wurden Auswandrer zu Schiff von Europa nach Amerika befördert, ohne dass der Capitän die Verpflichtung übernahm, sie zu verpflegen; gelegentlich sprang ein Unglücklicher mit Weib und Kind über Bord, um dem Hungertod zu entgehen. Dies ist gesetzlich abgestellt. Aber die Eisenbahngesellschaften dürfen noch heute Auswandrer elf Tage hindurch befördern, ohne für ihre Verpflegung Sorge zu tragen.

[74] Ich gebe, aus leicht begreiflichen Gründen, nicht die wirklichen Namen.

[75] Für den Forschungsreisenden ist das Lichtbildgeräth gewiss unentbehrlich, für den Vergnügungsreisenden eine Last. Allenthalben kann man weit bessere Lichtbilder kaufen. Im Nationalpark von Yellowstone stellte ein Amerikaner den Ausbruch des Bienenkorb-Geisers ein, ohne das überraschende Naturschauspiel mit seinen Augen zu sehen. In Indien sah ich eine Sammlung von Lichtbildern japanischer und indischer Tempel; die Gattin des Amerikaners war auf jedem Bilde zu erkennen, die Tempel viel weniger.

[76] Portugiesen heissen im Osten die Mischlinge, die in den beiden Colonien Macao (China) und Goa (Indien) leben und nur wenig portugiesisches Blut besitzen. Die meisten sind in untergeordneter Stellung, Führer, Aufwärter zu Wasser und zu Lande, Handwerker; wenige Gasthofsbesitzer und Kaufleute, Aerzte.

[77] Die Untersuchung ist eingehend, aber höflich und ehrlich. Wie viel höflicher sind diese Beamten, als die in New-York und in Ala gegen Jedermann und als die zu Paris gegen Reisende, deren Koffer die Aufschrift Berlin trägt? Wie viel ehrlicher sind sie als die zu Konstantinopel, die den Koffer nicht durchwühlen, wenn man ihnen zwei Francs überreichen lässt, oder die zu Smyrna, die unsere Waschgeräthe auf die Strasse packen und darnach Bakschisch heischen?

[78] Die Werke, die ich auf der Seereise, z. Th. auch in Japan, gelesen oder durchgesehen, und denen ich zu grossem Danke verpflichtet bin, sind die folgenden:

1. Handbook f. travellers in Japan by B. H. Chamberlain & W. B. Mason. London 1891.

2. Things Japanese, by B. H. Chamberlain, London 1891. (Geistreich und witzig.)

3. Japanese houses by Morse, London 1888.

4. The real Japan. By H. Norman, London 1892. (Gut, aber eine Partei-Schrift.)

Dazu kamen noch später, zu Hause:

5. Rein, Japan, Leipzig 1881–1886. (Unbestritten das Hauptwerk über Japan.)

6. Die preussische Expedition nach Ostasien. Nach amtl. Quellen. Berlin 1864. (Königl. G. Oberhofbuchdruckerei.)

7. Exner, Japan, Leipzig 1891.

8. Netto, Papierschmetterlinge aus Japan, Leipzig 1888. (Das beste volksthümliche Buch über Japan.)

9. Wernich, Geogr. med. Studien, Berlin 1878.

10. G. Bousquet, Le Japon de nos jours, Paris 1877.

Ferner E. Kämpfer, Japon, Lemgo, 1777, sowie einige Abhd. d. deutsch. ostas. Gesellsch., und auch der englischen.

[79] Nach chinesischen Annalen drangen um 1200 vor Chr. tatarische Stämme nach Korea und den östlichen Inseln vor.

[80] Die Photographien der Japaner sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.

[81] Die Chinesin und Malayin gefällt dem europäischen Auge minder; selbst die Hindufrau ist trotz der „arischen“ Abstammung nicht anmuthend für uns.

[82] Struppiges Haar, das man bei Frauen und Mädchen in Südchina und Vorderindien oft genug sieht, habe ich bei keiner Japanerin gefunden, auch nicht bei einer Bäuerin oder Bettlerin.

[83] Dies gilt für die Samurai (Adligen), welche früher in dem Gürtel links zwei Schwerter trugen. — Was heutzutage im Gürtel der Japaner wie ein Dolch in der Scheide aussieht, ist — ein Besteck für die Tabakspfeife.

[84] Früher waren sehr abenteuerliche üblich: Kappen, wie die der Lazzaroni; Deckel, wie die Cerevis unserer Studenten. Heutzutage tragen manche bei japanischem Gewand europäische Fuss- und Kopfbedeckung.

[85] Mikado heisst hohe Pforte, Tenno hoher König.

[86] Shogun heisst Obergeneral. Die Europäer setzten irrthümlich Taikun. Aber Taikô oder Taikô-sama wurde Hideyoshi (1591 n. Chr.), nachdem er vom Bauernsohn zum Herrscher von Japan sich emporgeschwungen, zum Zeichen seiner Rangerhöhung, benannt.

[87] Dai = gross, mijo = Name.

[88] Wörtlich Wächter (nämlich der Fürsten). 1878 wurde zur Bezeichnung des niederen Adels das chinesische Wort Shizoku eingeführt. — Heutzutage giebt es höheren Adel (kwaziku), niederen (shizoku) und Volk (heimin). Die beiden ersten Classen machen 5 Procent der Bevölkerung aus. Jeder Bürger muss seinen Namen und Stand auf einem Holztäfelchen am Hauseingang anbringen, auch die im Innern des Landes lebenden Europäer.

[89] Chamberlain, der sich hauptsächlich auf Satow stützt. (Things Japanese. London 1891, 314 fgd.)

Rein, Japan, Leipzig 1881, I, S. 513 fgd.

[90] Auch bei den alten Aegyptern wird das Opfer für den Todten als königliches Geschenk bezeichnet.

[91] Lehrer aus der Familie Çakya. (Nach Andern Einsiedler von Çakya?)

[92] In einem kleinen Orte Schottlands sah ich die drei Kirchen dreier verschiedener Secten: aber an jeder war die gleiche Inschrift: „Nach dem Gottesdienst findet eine Geldsammlung statt.“

[93] Wir nennen ihn Confucius, und Mencius seinen Schüler Moschi.

[94] Ein fast 2000 Jahre altes Buch des Cho-kiu-kei, des chinesischen Hippocrates.

[95] Rein, Japan, I. Abschnitt.

[96] Uebrigens ist es eine Missheirath. Die Fichte ist in Japan so herrlich, wie irgendwo in der Welt; die Palme klein und verkümmert.

[97] 1883 zählte die Stadt 80000 Einwohner mit 4000 Fremden. Unter letzteren waren 2681 Chinesen mit 150 Firmen, 595 Engländer mit 55 Firmen, 253 Nordamerikaner mit 27 Firmen, 160 Deutsche mit 22 Firmen, 109 Franzosen mit 15 Firmen. 1890 waren es 720 Engländer, 257 Amerikaner, 201 Deutsche, 120 Franzosen. Der Einfluss der deutschen Kaufleute ist in stetiger Zunahme begriffen.

[98] Der fünfte, Niigata, an der Ostküste von Nippon, steht nur auf dem Papier der Verträge, da fremde Schiffe, wegen der Sandbarre an der Flussmündung, nicht in den Hafen gelangen können.

[99] Japans gesammte Ausfuhr betrug 70, die Einfuhr 66 Millionen Yen im Jahre 1889.

[100] Beide Verkehrsanstalten sind in vorzüglicher Ordnung. Depeschengebühr nach Europa für das Wort ungefähr 9 Mark. Nach 24 Stunden hat man die Antwort. Sie wurde mir, ohne dass ich es verlangt hatte, nach Nikko nachdepeschirt.

[101] Bund oder Bunder heisst Uferstrasse.

[102] Man zählt in Japan durchschnittlich 66 Erdbeben im Jahre.

[103] Ich sah solche Prachtstücke in anatomischen Sammlungen Japans.

[104] Hori-mono = tätowiren, und horu, graben; mono, ein Ding.

[105] 10000 Pfd. Sterl. kostete die Meile mit englischen Ingenieuren, später 3600 mit japanischen. Bis 1882 baute die Regierung allein. 1890 gab es 551 englische Meilen Staatsbahn, 569 Privatbahn, etwa 700 Meilen waren in Bau, und ebensoviele in Aussicht genommen. Wie gewaltig ist auch in dieser Hinsicht das ungeheure China von dem thatkräftigen Japan überholt! — Es giebt mehrere kleine und eine grosse japanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft (Nippon Yusen Kwaisha), die nicht bloss die japanischen Häfen, sondern auch Shanghai anläuft.

[106] Jeder Japaner, ob hoch oder niedrig, nimmt täglich (oder mindestens zwei Mal in der Woche) ein heisses Bad (Yu, von 38–45° C.), das in den öffentlichen Anstalten etwa 2 Pfennige kostet. Professor Bälz hat auf Grund einer 16jährigen Erfahrung die Vorzüge dieser heissen Bäder hervorgehoben.

[107] 4 Yen den Tag für die ganze Verpflegung mit grossem Zimmer im ersten Stockwerk.

[108] Odawara hyōgi. Die Hojo-Daimio’s beriethen 1590 n. Chr. im Schloss zu Odawara, ob sie ausfallen und angreifen oder auf die Vertheidigung sich beschränken sollten. Ehe sie zu einer Entscheidung kommen konnten, stürmte Hideyoshi das Schloss.

[109] 1 Yen Gehalt, 1 Zehrung.

[110] In dem Budget des Kaiserreiches Japan für 1889/90 sind die Ausgaben für die Polizei mit 382554 Yen angesetzt. (Unsere gute Stadt Berlin hat 4000000 Mark jährlich für die Polizei beizusteuern.)

[111] In Japan werden sie jetzt als „Fremde“ bezeichnet. Hier müssen die Herren Engländer sich selbst „foreigners“ nennen, ein Titel, mit dem sie in Europa alle Nichtengländer — beehren.

[112] Mit dem Gold sind die Japaner schlecht gefahren. Im 15. Jahrhundert n. Chr. galt 1 Theil Gold = 9½ Silber, 1765 1 Gold = 11,35 Silber, 1855–1860 1 Gold = 4,6 Silber. So verschwand das Gold aus dem Lande. Und da nun­mehr die Regierung den Preis der Goldmünzen höher ansetzte, als ihr Werth in Europa war; so erhielt sie den noch nicht eingeschmolzenen Rest zurück und machte wieder Schaden.

[113] Bekanntermassen ist der Silberdollar der Vereinigten Staaten genau ebenso gross und schwer und von demselben Feingehalt, gilt aber 4 Mark 20 Pfennig — wegen des Credits der Vereinigten Staaten. Aber im gewöhnlichen Verkehr Ostasiens gelingt es nicht, diesen höheren Preis zu erzielen. [Wenige Monate, nachdem ich dies geschrieben, ist der Silbersturz erfolgt.]

[114]

1 Mon = 0,01 Sen = 0,03 Pfennig.
4 Mon = 0,04 Sen = 0,12 Pfennig.

[115] Die Staatsschuld betrug 1889 gegen 300 Millionen Yen, darunter gegen 50 Millionen Banknoten.

[116] Sha = Wagen, chinesisch. Oft hört man nur diese Silbe ausrufen. (Japanisch heisst der Wagen Kuruma.) Die Engländer schneiden dem Wort den Kopf ab und zerquälen die Selbstlauter, bis sie rikshaw fertig bringen.

[117] H. Meyer wurde im Winter bei 3° in 4 Stunden 46 km weit gezogen!

[118] Ganz anders in Indien. Von Abu Road nach Abu Mountain (16 englische Meilen) befördert uns die Jinrikisha in sechs Stunden. Sechs Mann sind dabei thätig. Als ich ein Drittel des Weges gemacht, versuchten sie, mir einen schlechtgesattelten Ponny aufzuschwatzen.

[119] Als ich 1890 mit meiner Frau in der Vorstadt Pankaldi, wo wir unser Mittagsmahl in einer befreundeten Familie genommen, Abends nach Pera zurückfuhr, setzte sich mein Wirth mit gespanntem Revolver auf den Kutscherbock.

[120] Tenno Mutsu Hito, geb. 1852, regiert seit 1868 mit Eifer und Weisheit. Als die Kammern kürzlich die Panzerschiffe nicht bewilligten, sagte er: „Die Worte sind überflüssig. Die Schiffe müssen gebaut werden. Ich steuere aus meinem Privatvermögen 600000 Yen bei.“ Ebensoviel gab er für den Biwa-Canal. (Die Civilliste betrug 1889/90 3½ Millionen Yen, doch sind Apanagen und Tempel auf sie angewiesen. — Staatseinnahmen 76½ Millionen Yen, 42 aus Grundsteuer, 14 vom Schnaps (Sake), 4 Zölle. Ausgaben 76½ Millionen Yen, 20 für Staatsschuld, 12 Ministerium des Krieges, 6 der Marine.) Als ein Reiterstandbild des Kaisers auf der Niju-Brücke vorgeschlagen wurde, verwarf er den Plan, damit nicht die Fremden unter den Füssen eines Pferdes hindurch in den Palast kommen müssten. Er hat, nach altem Gebrauch, seiner Regierungszeit einen besonderen Namen gegeben, und zwar Mei-ji, d. h. erleuchteter Frieden. Verschiedene Briefe meiner japanischen Freunde aus dem Jahre meiner Reise (1892) sind datirt: Im Jahre 25 Mei-ji. Seit dem Jahr 1873 ist unser Kalender in Japan angenommen, statt der schwerfälligen und zusammengesetzten Zeitrechnung der Chinesen.

[121] „Das Feuer ist die Blume Tokyo’s.“ Japanisches Sprichwort.

[122] Im Gegensatz zu Saikyo, östliche Hauptstadt, d. i. Kyoto.

[123] Und der anderen japanischen Städte. Dieselben sehen sich zum Verwechseln ähnlich, soweit nicht ein altes Schloss ihnen Eigenart verleiht.

[124] Rein I, 480.

[125] Das ganze Clubhaus kann in eine Halle umgewandelt werden, wenn die Zahl der Gäste dies erfordert.

[126] Das japanische Papier, aus dem Rindenbast des Maulbeerbaumes, ist zäh und zerfliesst nicht im Wasser. Beim Schreiben braucht man kein Löschblatt. Es ist brauchbar als Fensterabschluss; mit Firniss behandelt, wird es lederartig: mit Oel getränkt, wasserdicht, zu Regenmänteln. Werth der japanischen Papierfabrikation 5 Millionen Yen 1887, der Ausfuhr 244000 Yen.

[127] Ein englischer Arzt in Kyoto überreichte mir eine „Denkschrift zur Verhütung der Kurzsichtigkeit unter den höheren Classen,“ worin er die Fenster aus Papier tadelt und solche aus Glas empfiehlt. Aber es ist unmöglich, diese für 40 Millionen Menschen augenblicklich zu beschaffen.

[128] Schlafgewand, Matratze und Halsschemel (makuro) mit Schlummerrolle, besonders für die Frauen, um den Kopfputz zu schonen. Ich sah dies seltsame Möbel auch in Krankenhäusern.

[129] Japanese houses by Morse, London 1888, (Sampson Low, Fleetstreet).

[130] Ich ersuche ihn, erst den Strassenschmutz in New-York, Chicago, Frisco mit der Nase zu prüfen und dann nach Berlin zu kommen.

[131] Sie vertreten die Stelle unserer Leichensteine; besitzen aber, wegen der Verehrung der Ahnen, bei den Japanern eine weit höhere Bedeutung.

[132] Harakiri heisst Bauch-Schnitt; den Japanern scheint das chinesische Wort seppuku gewählter, wie manchem meiner Fachgenossen — Laparotomie.

Im Mittelalter eine Sitte der besiegten Krieger, die nicht in Feindeshand fallen wollten, wurde es um 1500 n. Chr. ein Vorrecht der Daimio und Samurai, um, zur Todesstrafe verurtheilt, dem Henker zu entgehen, — gerade wie früher in manchen Ländern Europa’s wohl der Edelmann enthauptet, der Bürger gehängt wurde.

Hinter dem japanischen Edelmann stand sein Freund; sowie der erste den Dolch in den Leib stiess, hieb der zweite ihm mit scharfem Schwert das Haupt ab.

Harakiri als Strafe ist abgeschafft, als Selbstmord kommt es noch vor. 1881 hat ein junger Officier aus Yezo im Tempel von Saitokuji zu Tokyo, an dem Grabe seiner Ahnen, so den Tod gesucht und gefunden, um durch die That sein Vaterland auf die von den Russen drohende Gefahr eindringlicher aufmerksam zu machen, als seine Worte es vermocht.

[133] Das 50. Gesetz des Jeyasu oder (Gongen-sama) lautet: An dem Mörder des Herrn oder Vaters soll man Rache nehmen, und auch die weisen und klugen Männer gestatten nicht, dass man mit ihm zusammen unter dem Himmel lebe. Wenn Jemand Rache nehmen will, so ist in den Registern des Gerichtshofes nach Jahr und Monat der Zeitpunkt festzusetzen, bis zu dem er seine Absicht auszuführen hat.

[134] Auf einem der Festessen sah ich ein drolliges Singspiel: Eine junge Frau erschien, mit einem blühenden Kirschzweig über der Schulter, schrieb Liebeslieder und hing sie an die Zweige des Kirschbaums.

„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;

Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“

(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)

[135] Dieselbe Beobachtung machte ich in den Museen von Hongkong, Calcutta, Bombay.

[136] Auch die alten Aegypter gaben der Mumie kleine Thon-Figuren mit ins Grab, die sogenannten Stellvertreter („wòsbt“), die in den elysäischen Gefilden des Jenseits für den Todten die Arbeit leisten sollten.

[137] Es ist das immerhin nicht so schlimm gewesen, wie die Mittel der spanischen Inquisition.

[138] In dieser Künstelei leistet die japanische Gärtnerei geradezu Erstaunliches.

[139] Bis Yokohama hatten meine Havanna’s gereicht. In Japan giebt es billige Manilla-Cigarren, wie wir sie bei uns kaum kennen, von der Form der Havanna-Cigarren und den geringeren Sorten derselben an Güte nur wenig nachstehend; das Stück kostet 15 Pfennige. — Dass der gebildete Japaner dem Gast das eigne Tabakspfeifchen aufnöthige, ist eine Fabel.

[140] West-Haupt-Gebet-Tempel. In der späteren Beschreibung von Kyoto folgen einige Bemerkungen über Tempel und Secten der Buddhisten in Japan.

[141] Auch unsere geliebten Griechen waren in diesem Punkte nicht viel klüger. Beim Hippocrates steht ein unsinniger Satz, von dem wir jetzt wissen, dass die Griechen ihn von den alten Aegyptern sich einreden liessen.

[142] Jetzt sind dieselben, in kleinerem Maassstab, für den Hausgebrauch, auch bei uns eingeführt.

[143] Nikko = Sonnen-Glanz.

[144] Das japanische Maass ist Koku = 180 Liter, im Werth von 2½-5 Dollar. (Das Einkommen des Daimio betrug jährlich 10000 Koku Reis und bei den mächtigsten sogar 1 Million Koku.)

[145] Vgl. Von „New-York nach S. Francisco“, Leipzig, 1888, S. 195.

[146] Naturgetreue Nachbildungen des japanischen Hauses sind hier am besten zu haben.

[147] Der Tempel zu Eleusis, dessen Grundlagen jetzt glücklich freigelegt sind, scheint mir nach ägyptischen Mustern, wenngleich mit einigen Abweichungen, erbaut zu sein.

[148] Wer in Ostindien eine Moschee betritt, ist im ersten Augenblick ganz verwirrt, da die Gebetnische nach Westen liegt; aber die Richtung (Kibla) muss immer nach Mohammed’s Grab hinweisen.

[149] Ise (südöstlich von Kyoto, an der Owaribucht) mit dem Tempel der Shinto-Sonnengöttin Amaterasu ist das Nationalheiligthum der Japaner. Fremde können wohl hinreisen, bekommen aber nicht viel zu sehen.

[150] Pagode, angeblich vom indischen bhagurati = heiliges Haus; richtiger wohl von Dagoba, Reliquien-Schrein.

[151] Kranich und Schildkröte sind Sinnbilder des Glücks und des langen Lebens.

[152] Aeolus, der Schaffner der Winde, gab dem Odysseus einen Schlauch aus Ochsenhaut, worin er die Sturmwinde fest eingebunden. (Odyssee, X, 19). Die Uebereinstimmung kann auf Zufall beruhen. (Aber die Schiffersagen des zehnten Buches der Odyssee waren wenigstens den Singhalesen auf Ceylon im 4. Jahrhundert n. Chr. geläufig, da sie dieselben in ihre Chronik hineinflochten.)

In einem der Mausoleen sah ich einen Mann aus Bronze als Laternenträger, dem Entwurf nach ähnlich demjenigen von Pompeji. Aber ich erschrak förmlich über die ostasiatische Ausführung.

[153] Mit der Eisenbahn in 50 Minuten zu erreichen, wenn man in Ofuna Anschluss an die Zweigbahn findet.

[154] Die Bildsäule besteht aus Bronzeplatten, die einzeln gegossen, dann zusammengeschweisst und schliesslich noch mit dem Meissel bearbeitet sind. Das Gewicht soll 9000 Centner betragen. Man kann von hinten in das Innere hineinsteigen. Globetrotter haben früher sich auf Buddha’s Schooss photographiren lassen. Jetzt steht in der Nähe eine englische Inschrift: „Wandrer, wer du auch seist, ehre dieses uralte Heiligthum.“

[155] Dazu gehört der Hermes des Praxiteles. — Zu Cairo sagte mir einst ein englischer Oberst von grosser Reiseerfahrung, er theile die Menschen in zwei Classen ein, je nachdem sie den Hermes zu Olympia gesehen oder nicht.

[156] Und einen grossen Theil des Gewinnstes vorwegnimmt.

[157] Wenigstens in dem der Chinesenstadt zu St. Francisco sassen die Damen, gleichförmig weiss gekleidet und weiss geschminkt, steif und wie leblos, zusammen hoch oben auf einer einzigen Galerie. In dem chinesischen Theater zu Hongkong sah ich nur ganz vereinzelte Frauen und Mädchen. — Die höheren Stände in Japan erlauben ihren Töchtern nicht, die gewöhnlichen Theater zu besuchen.

[158] Im Theater zu Kyoto vermochte der „Führer und Dolmetscher“ durchaus nicht, den poetischen Namen des Stückes in verständliches Englisch zu übersetzen.

[159] Ichikawa Danyūro gilt für den grössten Schauspieler Japan’s. Seine Darstellungskraft und Gewandtheit ist bewunderungswürdig.

[160] Wie im Theater der alten Griechen und — Shakespeare’s, so werden auch im japanischen Theater Frauenrollen von Männern dargestellt. Ebenso im Theater der Chinesen, nicht aber in dem der Hindu und Parsi. Für das Theater der Japaner ist dies um so seltsamer, als ihre moderne Bühne, im 17. Jahrhundert, von zwei Frauen (O-Kuri und O-Tsu) gegründet wurde. — Die erstere war Priesterin, entfloh mit einem Krieger, verursachte durch ihre Schönheit den Tod eines Nebenbuhlers, trat mit ihrem Gatten in Yedo auf und wurde nach seinem Tode erst Lehrerin der Dichtkunst und endlich Nonne, um für die Seele ihres Opfers zu beten. — Dass Frauen auf der japanischen Bühne nicht auftreten, wird verschieden erklärt, ein Mal aus Gründen der Sitte, das andre Mal — weil es den Frauen an Begabung zur Schauspielkunst fehle!

[161] Aehnlich wie in der Götterdämmerung vor Brunhild’s Felsgemach.

[162] Das griechische Theater besass bereits eine Maschine (Ekkyklema), um das Innere eines Hauses, wenn es erforderlich wurde, nach aussen zu drehen. Vgl. Aristophanes, die Acharner, Z. 409. Euripides: „Man drehe mich heraus.“ (Ἀλλ’ ἐκκυκλήσομαι).

[163] Gelegentlich sieht man das heutzutage auch auf unserer Bühne.

[164] J. L. Klein erklärt, im III. Band seiner so ausführlichen Geschichte des Drama, die Schauspiele der Japaner für „matte Abbilder oder groteske Nachahmungen des Theaters der Hindu oder Chinesen.“ Aber er schrieb 1866, d. h. zu einer Zeit, wo unsere Kenntniss von Japan noch sehr gering war.

[165] Mit Recht betont er (1866) des Königs Çudraka’s Stück „Der Kinderwagen“ (aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.), dasselbe Stück, das wir heutzutage als Vasantasena so sehr bewundern.

[166] Chamberlain, Things Japanese, S. 412.

[167] Chikamatsu Monzaemon und Takeda Izumo.

[168] Dies Stück ist ins Englische übersetzt und auch einige No-Dichtungen. Aber wir sind noch weit davon entfernt, den Inhalt des japanischen Theaters zu kennen.

[169] Auch zur Bereitung der beliebten Tunke Soya verwendet.

[170] Fleisch wird wenig genossen, die Buddhisten verabscheuen es wegen der Lehre von der Seelenwanderung. 1882 wurden im ganzen Reich nur 36000 Stück Rindvieh geschlachtet; in Berlin 1890/91: 124593 Rinder und 115431 Kälber. Der Fisch wurde in Japan nothgedrungen von der Seelenwanderung ausgenommen. Das Meer von Japan wie seine süssen Gewässer wimmeln von Fischen, da der Räuber Hecht fehlt.

[171] Arbeiten aus der K. jap. Militärärztlichen Lehranstalt. I, 1. 1892.

[172] Vergl. die Erörterung bei J. Munk, Virchow’s Arch. B. 132, S. 150. Bei uns braucht der Arbeiter täglich 110 g Eiweiss, 56 g Fett und 500 g Kohlehydrat. (J. Munk & Uffelmann: „Die Ernährung“. 2. Aufl. 1891. S. 346.)

[173] Ebendaselbst. S. 329.

[174] Victor Hehn, Kulturpflanzen und Hausthiere. 5. Aufl. Berlin 1887. S. 406.

[175] Die getuschten Lichtbilder von Land und Leuten, die man in Tokyo, Yokohama, Kobe kaufen kann, sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.

[176] Man könnte es „Aller-Seelen-Tempel“ übersetzen. (Chinesisch sho = einladen, kon = Geist, sha = Tempel.)

[177] Die japanische Regierung hatte bereits 1869 die preussische gebeten, ihr einige tüchtige militärärztliche Kräfte zu überlassen. Die Herren Oberstabsarzt Dr. Müller und Stabsarzt Dr. Hoffmann kamen, da ihre Abreise durch den Krieg verzögert ward, im August 1871 in Yedo an.

[178] Kitsune-tsuki. — Es giebt auch auf dem Lande Fuchs-Eigner (Kitsune-mochi), schlaue Betrüger, welche den Aberglauben zu unrechtmässigem Vortheil ausbeuten.

[179] Ist es doch noch nicht lange her, dass wir sogar in unserem Vaterland von Besessenheit und Teufelaustreibung vernommen haben. — Kämpfer (Geschichte von Japan III, 2) fand schon 1692 in Japan „den Glauben, dass der Fuchs manche Menschen (gerade wie bei den Christen der Teufel) besitze.“

[180] Dazu kommen noch neuerdings eine Ackerbau- und eine technische Hochschule.

[181] Oder in Familien, die eine besondere Erlaubniss dazu erhalten haben.

[182] Auch eine allgemein wissenschaftliche Zeitschrift „Von West nach Ost“ ist neuerdings von Japanern herausgegeben worden, jedoch nicht lange: „In Deutschland ist die Hauptquelle des Stromes der Wissenschaft unserer Tage zu suchen.“ So lautete ein Satz in dieser Zeitschrift.

[183] Er hat eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen durch Schnitt erfolgreich entfernt. — Die japanische Zahnbürste (Yoji) ist ein Weidenstäbchen, an einem Ende durch zolltiefe Einschnitte in einen steifen Faserpinsel umgewandelt; kostet etwa 1½ Pfennig und ist ein Werkzeug, das jeder Japaner ohne Ausnahme anwendet, so allgemein, wie kein anderes Volk der Erde.

[184] Die Krankenpflegerinnen machen einen sehr günstigen Eindruck, obwohl sie in ihren Mussestunden — mit Puppen spielen, wie manche erwachsene Japanerin.

[185] Der in der ersten Hauptstadt ist unzugänglich, den in der zweiten (älteren) Hauptstadt Kyoto befindlichen konnte ich in Augenschein nehmen.

[186] Trotz der japanischen Reinlichkeit ist Lungenschwindsucht recht häufig, besonders bei den höheren Classen und Gelehrten, die mehr im Hause leben. Möglich, dass die Matten hier eine wichtige Rolle in der Uebertragung der Keime spielen.

[187] On Leprosy by Masana Goto, Cooper Med. College, San Francisco, in the Sei-J-Kwai Medical Journal, Tôkyô, Mai 1888.

[188] Am Abend meines Ankunftstages (13. September 1892) fand ein kleines statt. — Wegen der Erdbeben sind die japanischen Häuser meist aus Holz.

[189] 1826–1830.

[190] Vgl. meine Darstellung in der deutsch. med. Wochenschr. 1893.

[191] Geschichte und Beschreibung von Japan, Lemgo 1777, Vorrede. — Vgl. ferner Things Japanese, S. 242–244.

[192] Er hat neuerdings dort ein Denkmal erhalten.

[193] 1775 kam ein schwedischer Arzt und Naturforscher, Thunberg, welcher um die Flora Japan’s die grössten Verdienste sich erworben hat.

[194] Kämpfer, v. Sieboldt und Rein (Prof. in Marburg und Bonn, Verfasser von Japan, Leipzig 1881–1886, zwei Bände) sind die drei Männer, denen die Welt das Meiste über Japan verdankt. Bezüglich der Sprache, Literatur, Götter- und Sagenlehre, Kunst, sind auch einige Engländer und Franzosen (Satow, Chamberlain, Anderson, Gonse) rühmend zu erwähnen.

[195] Der Shogun, sehr zufrieden mit seiner Behandlung, forderte ihn auf, eine Belohnung zu verlangen. „Möge es Ew. Hoheit belieben, dass ich ein Auge wiedererlange.“ — Der Shogun schenkte ihm ein Haus in der Ein Auge-Strasse in Yedo.

[196] Amma-San = Knet-Herr.

[197] Etwa 50 Procent der Blindheit war durch Pockenkrankheit bedingt. (35 Procent in Europa, vor Einführung der Schutzpockenimpfung. Vgl. meine Mittheilung. Berliner klin. Wochenschr., 1873, No. 5). — Nach der Volkszählung vom Jahre 1875 waren in Japan unter 33110825 Einwohnern 101587 blind, taub, oder verkrüppelt; es ist wahrscheinlich, dass die meisten blind waren.

[198] Heirath zwischen zwei Blinden war streng verboten.

[199] Es giebt auch sehr billige. Sie rufen: „Amma kami shimo ni-ju-shi mon!“ „Kneten von oben bis unten für 1½ Pfennige!“

[200] Ich habe thatsächlich gehört, als ich hier in Berlin vor etlichen Jahren einem Knaben den Blasenwurm aus dem Augeninnern durch Schnitt entfernt hatte, dass von der Mutter vorher ein — Geist befragt worden sei und meinen Plan gebilligt habe.

[201] Zur Zeit der Revolution sind allerdings einige Europäer angegriffen und getödtet worden, namentlich solche, die nicht den grossen Fürsten, wie das Landesgesetz es gebot, auf der Landstrasse Platz machten. — Von der Verwundung des russischen Thronfolgers werde ich noch sprechen.

[202] Ich fand auch amerikanische Damen, die ohne Führer und ohne Kenntniss der Sprache allein reisten, ohne je einen Grund zur Klage zu finden.

[203] Naku-sen-do, Zwischenberg-Strasse, 132 ri lang, führte quer durch das Land über die Gebirgspässe von Kyoto nach Yedo und stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. — Ausserdem gab es noch eine nördliche Landstrasse (Hokurokudo).

[204] Angeblich auch in China. — Von den Holländern wurde der Sport im Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht, nach England und Frankreich verpflanzt, und wird in Holland gelegentlich noch heute geübt.

[205] Franz Xavier gab der Stadt 90000 Häuser und 450000 Seelen.

[206] Kyoto hat 975 Buddha-, 93 Shinto-Tempel, und zusammen mit der nächsten Umgebung gegen 3000 Tempel.

[207] Die meisten Deutschen, deren Reisebeschreibungen ich gelesen, wohnten auf dem Hügel, im Yaami-Hotel.

[208] Also weniger weit und höher, im Ganzen schlanker, als bei uns, wo die grösste Weite das 15fache, die Höhe (aussen schräg an der Glocke gemessen) das 12fache der Metallstärke am Schlagring beträgt. Unsere grösste, die Kaiserglocke im Dom zu Köln (1875), ist 3,25 m hoch und 26250 kg schwer; also bedeutend kleiner als die zu Kyoto. Grösser, aber nie benutzt ist Zar-Kolokol zu Moskau (5,8 m hoch, 200000 kg schwer); und eine eiserne zu Peking vom Jahre 1403: 4,5 m hoch und 65000 kg schwer.

[209] Ich sah ein grosses japanisches Gemälde, welches Feuersbrunst im kaiserlichen Palast und Gewühl der Fliehenden darstellte.

[210] 1 Acre = 40½ Ar, 1 Ar = 100 Quadratmeter.

[211] Kyoto ist berühmt durch seine Brocate, Damaste, Seiden- und Sammtgewebe. 18000 Seidenweber in Kyoto und Umgebung schaffen jährlich für 20 Millionen Yen Gewebe. 1888 führte Japan für 28 Millionen Yen Rohseide aus und für 1600000 Yen Seidengewebe.

[212] Jugendliche Globetrotter haben die Aufwärterinnen der Theehäuser als ausnehmend frech beschrieben. Ich habe das nicht beobachtet. Als wir nahten, verneigten sich die am Eingang stehenden Mädchen und riefen: „Ruhen Sie aus, meine Herren, unter dem Dach dieses niedrigen Hauses. Sie dürften erschöpft sein von der langen Reise.“ So übersetzten es mir meine jungen Freunde.

[213] 1½ ri, d. h. 3¾ englische Meilen oder 6,75 km nördlich von Otsu.

[214] Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-Linde Friedrichs des Grossen neben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.

[215] Rein I, 527.

[216] Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.

[217] D. h. wahre Worte.

[218] Der Lackbaum (Rhus vernicifera, Urushi-no-ki) wird im Hochsommer angeritzt, der Rohlack ausgekratzt, geklärt, eingedampft, mit Oel, Zinnober, Eisenoxyd u. A. versetzt. Die Lackindustrie kam von China nach Japan. Hier hat sie erst in der Mitte des 17. Jahrhundert ihre hohe Blüthe erreicht. Jetzt wird für die Ausfuhr billige Dutzendwaare angefertigt, aber es giebt auch heute noch vorzügliche Goldlackarbeiter. Werth der Ausfuhr von Lackwaaren (1888) gegen 600000 Yen. — Japan’s Lackindustrie hat in Rein’s Werk ihre klassische Beschreibung gefunden.

[219] In Ostindien sieht man nur die einbuckligen Dromedare, deren Heimath Arabien, während ihr Verbreitungsgebiet nach Nordafrika und Westasien hinüberreicht. — Das zweibucklige Trampelthier stammt aus den mongolischen Steppen (und aus China). Unser Künstler dürfte in Japan weder einen Elephanten noch ein Trampelthier gesehen, sondern diese Thiere nach chinesischen Vorbildern entworfen haben.

[220] Diese Reisen der Götter erinnern an altägyptische Gebräuche: wiederholt ist in den Inschriften des Horus-Tempels zu Edfu von Besuchen die Rede, welche das Bild des Gottes von Edfu dem der Göttin Hathor von Dendera machte, und umgekehrt.

[221] Ich kenne so manche nervöse Dame in unseren Gegenden, welche behauptet, Nachts nicht schlafen zu können, wenn sie spät Abends eine Tasse Thee genommen.

[222] Die Japaner halten Leuchtkäfer in Gazekästchen an der Wand der Häuschen und erfreuen sich Abends an dem milden Glanz der Thiere.

[223] Berg der grossen See-Bucht, O-ye-no-saka.

[224] Privatleute dürfen in Japan Fremde nicht beherbergen.

[225] Im Peloponnes giebt es neue Bettwäsche und neueste. Da ich ein wenig Neugriechisch vorher gelernt, liess ich jedes Mal vor meinen Augen die neue abziehen und neueste anlegen.

[226] Die Architrave des Mittelgangs im Säulensaal von Seti I zu Karnak sind 9 m lang, sie messen 31 cbm und wiegen 65 Tonnen. Aber die gewöhnlichen Bausteine der Aegypter sind 0,80 bis 1,20 m hoch, 1 bis 2,50 m lang und 0,5 bis 1,80 m dick. (Allerdings, der nach London gebrachte Obelisk wiegt 186 Tonnen, zehn Mal so viel, als der grösste Stein zu Stonehenge. Die Pompejus-Säule zu Alexandrien wird auf 300, die Steinbildsäule von Ramses II zu Memphis gleichfalls auf 300 Tonnen geschätzt.) — Ich bat meine Freunde um genauere Messung der grössten Bausteine des Schlosses von Osaka und erhielt brieflich die folgenden Zahlen, die Herr Stabsarzt Egutzi festgestellt hat:

Höhe: Länge: Dicke:
I. Stein 4,70 Meter 14,50 Meter Die Dicke jedes Steines ist etwa doppelt so gross, wie die Höhe; kann aber nicht genau gemessen werden, weil jeder Stein allseitig von anderen umgeben ist.
II. 4,50 13,00
III. 5,00 10,70
IV. 5,00 10,50
V. 3,60 11,00

[227] So ist es immer. Als ich einst durch die nächtlich dunklen Strassen von Tunis schritt, sagte mein Führer, er möchte einmal, ehe er sterbe, eine Stadt in Europa sehen, welche die ganze Nacht hindurch künstlich erleuchtet ist.

[228] The pictorial Arts of Japan, by William Anderson, London 1886, Sampson Low & Co.

[229] Schildkröte und Goldfische tummelten sich in den Wellen, als Gott Shiwa in einer Lotusknospe über den Wassern waltete.

[230] Die chinesischen Schriftzeichen sind stylisirte Wortbilder oder Hieroglyphen. Zu dem eigentlichen Zeichen (Radical) kommt noch eine Hinzufügung bezüglich der Aussprache und der dadurch bedingten Sonderbedeutung (Phonetic), — gerade wie die alten Aegypter dem Wortbild (Hieroglyph) noch ein Deutzeichen (Determinativ) beifügten. Die Chinesen und Japaner schreiben von oben nach unten in senkrechten Reihen, die von rechts nach links auf einander folgen; und zwar mit Tusche und Pinsel auf Papier.

[231] Kata Seite oder Hälfte, Kari entlehnen, na Name.

[232] Kobe heisst Götter-Thor, Hiogo aber Waffen-Platz.

[233] Das Wort ist hindostanisch.

[234] Die Fahrt ist auch sehr billig, 150 Mark für 6 Tage = 25 für den Tag. (Auf dem atlantischen Ocean 50, dem stillen Ocean 62, dem indischen 32, Bombay-Triest 36.) — Vancouver-Yokohama 4283 Seemeilen für 800 Mark; Kobe-Hongkong 1367 Seemeilen für 150 Mark, oder ⅓ des Weges für weniger als ⅕ des Preises.

[235] 1881–1885 (nach Rein):

Yokohama Kobe-Osaka Nagasaki Hakodate
Ausfuhr: 69 Procent 20 Procent 9,3 Procent 1,7 Procent .
Einfuhr: 67,5 28,8 3,4 0,3 .

[236] „Vorinselchen“, für die Portugiesen künstlich geschaffen.

[237] „In dieser Dienstbarkeit haben wir uns viele beschimpfende Einschränkungen von den stolzen Heiden gefallen lassen müssen.“ Kämpfer.

[238] Marco Polo hat glühende Schilderungen von dem Gold-Reichthum Cipangu’s entworfen. Die Holländer führten noch reichlich Gold und Silber aus. Aber jetzt sind die Minen erschöpft. Nur Kupfer und Antimon sind reichlich vorhanden, sowie Eisen und Kohle.

[239] Man schreibt, wie oben, und spricht Nangasaki.

[240] Der Anblick eines nackten Oberkörpers macht auf den Japaner keinen Eindruck. Er ist uns darin überlegen. In den öffentlichen Badehäusern kam nie etwas Unziemliches vor. Jetzt hat die Regierung eine Bretterwand zur Trennung der Geschlechter gezogen. Sie hat auch den zimperlichen Gattinnen englischer Baumwollenstoffhändler nachgegeben und die Wagenmänner bekleidet, die früher nur ihre Tätowirung trugen.

[241] Trunkenheit kommt wohl vor, da die Japaner nicht viel vertragen. Einmal sah ich einen stark angeheiterten Bauern auf dem Bahnhof zu Tokyo. Der Polizist ersuchte ihn höflich, sein Räuschchen auszuschlafen.

[242] Zum Glück hatte ich Müller’s kosmische Physik in meinem Koffer, ein Buch, das mir auch sonst gute Dienste leistete. Es giebt Reisende, die stets das Buch ihres Nächsten begehren. Stumm reichte ich ihnen den Müller, — um sofort unbehelligt zu bleiben.

[243] Arabisch = Jahreszeit.

[244] Chinesisch = grosser Wind. Typhon ist eine lächerliche Schreibweise. Mit dem Riesen Typhon der griechischen Sage hat das Wort ebensowenig etwas zu schaffen, als — Orkan mit Orcus. Das Wort Orkan stammt aus Westindien.

[245] Auf keiner andern Linie in Asien ist so gutes Essen, ist ein Glas Pilsener für 25 Pfennige zu haben, sowie eine rauchbare Cigarre für so mässigen Preis. Ich bedaure, dass der norddeutsche Lloyd nicht zwei Mal im Monat fährt, wie die andern Linien; dann wird er bald im Wettbewerbe siegen.

[246] Odyssee, V, 279. οἴη δ’ἄμμορός ἐστι λοετρῶν Ὠκεανοῖο.

[247]

Kobe-Hongkong 1367
Kobe-Nagasaki 391
Nagasaki-Hongkong 976 See-Meilen.

[248] Hier sind bedeutende Docks angelegt.

[249] Die Hauptlinie geht von Bremen bis Hongkong und Shangai, von Hongkong aus fahren kleine Dampfer nach Japan und zurück.

[250] Chinesisch: Heung-kong, d. i. duftender Fluss. Vgl. A Guide to H., W. Brewer (1892.)

[251] Nach anderen Angaben 79.

[252] Die Ly-ee-moon Meeresenge zwischen Hongkong und Cawloon ist nur ½ englische Meile, also kaum 1 km breit.

[253] Die ganze Insel hatte 1891 an 221441 Einwohner, also 2800 auf den Quadratkilometer; der grösste Theil entfällt auf die Stadt Victoria.

[254] Der letzte erfolgte auf dieser Fahrt vor 14 Jahren.

[255] Ein Glas Sherry und zwei Glas Bier zum Mittagsmahl sind einbegriffen.

[256] „No hab got eyes, no can go“ („Wer keine Augen hat, kann nicht gehen.“) Dies ist die Geschäftssprache. (Pidgin English = business English).

[257] Der Mann ist auf Arbeit den Tag über abwesend, — nicht aber, wie es in manchen Reisebeschreibungen heisst, „auf der Bärenhaut liegend und mit Opium-Rauchen beschäftigt.“

[258] Daher der Name Canton.

[259] Wir kennen es nur als Verbannungsort des Dichters der Lusiaden, Camoëns, und als Namen eines Hazardspieles. In der That wimmelt Macao von chinesischen Spielhöhlen, wo auch die goldne Jugend von Hongkong dem Laster fröhnt, das auf englischem Gebiet nicht geduldet wird.

[260] = Very.

[261] Das sogenannte Reispapier wird aus dem Mark eines Strauches (Aralia papyrifera) bereitet.

[262] Mandarin stammt aus dem indischen mantrin = Rathgeber. Das chinesische Wort heisst Kuan. Es giebt neun Rangstufen und drei literarische Grade. (Candidat, Doctor, Professor.)

[263] Im Mittelalter bettelten bei uns auf dem Lande die Aussätzigen gleichfalls mit einem Beutelchen an langer Stange; sie mussten aber noch eine Glocke tragen, um vor Annäherung zu warnen. Und dabei ist die Ansteckungsfähigkeit des Aussatzes (Lepra) so gering.

[264] Vgl. Report of the medical Missionary Society in China for the year 1889. Hongkong 1890. Die Berichte für 1890 und 1891 sind bezüglich der Operationserfolge zu schweigsam, als dass man sie kritisch verwerthen könnte.

[265] Von den Missions-Doctor-Fräuleins heisst es S. 6: to minister like angels.... with laurels on her brow.

[266] Durch optische Täuschung scheinen die Häuser, Kirchen, Signal-Stangen ganz schief. Man muss den Kopf stark nach vorn neigen, um sie wieder senkrecht zu sehen.

[267] Gap = Kluft, zwischen den höchsten Spitzen.

[268] Ich habe mir eine kleine Sammlung der Silbermünzen Ostasiens mit- und in einem Kästchen untergebracht. Links liegt die Rupie Ostindiens, rechts der Yen Japans, jedes von beiden umgeben von dem entsprechenden Kleingeld. In der Mitte befindet sich die einzige Silbermünze Chinas, das 1⁄10 Dollar-Stück (7,2 candareen) aus der Münze von Canton.

[269] General-Consul des deutschen Reiches für Canton; z. Z. in Stellvertretung, für Hongkong.

[270] Dieser Teich versorgt übrigens nur den oberen und hinteren Theil der Insel.

[271] Ein Gramm Papayotin löst 200 Gramm Eiweiss (Faserstoff) und verwandelt es in Pepton, d. i. gelöstes, zur Aufnahme in die Saftcanäle des Verdauungsschlauches geeignetes Eiweiss.

[272] Nachdem ich in Vancouver die ersten Alarm-Nachrichten über das Wüthen der Krankheit in Hamburg gelesen, hatte ich in Japan grosse Mühe aus den spärlichen Nachrichten der englischen und japanischen Zeitungen (die Depeschen von Europa nach Japan sind zu theuer für die Zeitungen!) und der deutschen Consuln und Kaufleute mir ein vollständiges Bild zu machen.

[273] Zwei Vorlesungen von J. H. Berlin 1882.

[274] Davon der Name China. Die Chinesen selber nennen ihr Land Tschung Kue, Reich der Mitte, die Tataren aber Katâi. — Der zweite Kaiser dieser Dynastie, Tsching-wang, soll die Zerstörung aller Bücher, die damals auf Holztafeln geschrieben wurden, mit Ausnahme derer über Ackerbau und Heilkunde, geboten und durchgesetzt und dadurch eine Lücke in die Ueberlieferung der chinesischen Klassiker gerissen haben.

[275] Confucianism and Taouism. By Prof. R. K. Douglas, London, 1879.

[276] „Wenn ich die eine Ecke des Gegenstandes zeige, und der Hörer daraus nicht die drei andern lernen kann, so wiederhole ich meine Lehre nicht.“

[277] Die Ehe des Confucius war unglücklich.

[278] Dagegen lehrt Buddha, Uebelthat mit Güte zu vergelten.

[279] Das Haus, welches zwei derselben bewohnten, war mir schon angenehm aufgefallen durch die deutsche Inschrift: „Luginsland.“

[280] Fortieth annual Report of the Berlin Foundling house for 1890. Der Bestand war 79, zwei davon verheiratheten sich, vier starben, hauptsächlich im zarten Alter; 13 wurden aufgenommen, von diesen starben fünf, so dass der Bestand 81 beträgt.

[281] In Frankreich gab es ein örtliches, d. h. die Kinder wurden in entfernte Bezirke zur Pflege gebracht.

[282] Ausserdem giebt es noch einen hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich englischen Hongkong-Club und einen Lusitano-Club für die Portugiesen, die doch von den Europäern nicht für voll angesehen werden. — Die deutschen Handwerker und Bediensteten, denen der Club zu theuer ist, versammeln sich in einem Gesangverein.

[283] Man erhält dort auch in einem deutschen Laden ganz rauchbare Manila-Cigarren, das Hundert zu 3½ Dollar.

[284] Die mittleren Chinesen sind gelblich, die nördlichen röthlich; die südlichen aber bräunlich, namentlich wenn sie sich der Sonne viel aussetzen.

[285] Der Zopf ist erst 1644 n. Chr. durch die Mandschu-Dynastie eingeführt.

[286] Nach Duncker etwa 1000 v. Chr. — Ich hatte mir vor der Abreise das kleine Conversations-Lexicon von Kürschner schon, wie immer, in den Koffer gepackt; liess mich aber überreden, es wieder heraus zu nehmen: was ich nachträglich bereute. Auf keinem der vielen Schiffe, die ich befahren, in keinem Hotel Asiens sah ich ein Conversations-Lexicon, sondern allein in der Bücherei des deutschen Clubs zu Hongkong.

[287] Travellers P. & O. Pocket Book.

[288] Dem Rath und der Versuchung, einen Ausflug von Singapore nach Java zu machen, um die Linie, d. h. den Aequator, zu kreuzen, habe ich siegreich und ohne Reue widerstanden.

[289] Das Kunststück ist nicht so gross, wie es scheint. Die kleine Silbermünze sinkt langsam und bleibt im Sinken gut sichtbar; der Knabe ergreift sie, ehe sie den Boden erreicht hat, steckt sie in den Mund, taucht empor und erhebt triumphirend den rechten Arm.

[290] 164 englische Quadratmeilen, 75000 Einwohner. Zucker und Tapioca wird in der dazu gehörigen Provinz Wellesley auf dem Festland von Malakka angebaut.

[291] Die Geographen des Alterthums und Mittelalters haben die Grösse der Insel weit überschätzt, da sie dieselbe nur vom Hören-Sagen kannten.

[292] In Deutschland 91,4.

[293] Nach der ersten Kaffe-Ernte mussten die Pflanzer öfters schon zur künstlichen Düngung ihre Zuflucht nehmen.

[294] Dies gilt für den Südwesten und das Centralgebirge, die feuchte Gegend Ceylon’s. Der Südwest-Monsun bringt vom April bis Juni den Regen, dringt aber nicht über das Gebirge. Der übrige Theil von Ceylon ist trocken und erhält nur von October bis December die einmalige Regenzeit durch den Nordwest-Monsun; die feuchte Gegend hat dann ihre zweite Regenzeit. In Colombo fällt fast noch ein Mal soviel Regen, als in Trincomale.

[295] Pfund Sterling.

[296] 25000 Acres sind jetzt damit bepflanzt und liefern den Einheimischen Kraut für ihre Bedürfnisse, sowie 50000 Centner (im Werth von £ 150000) zur Ausfuhr nach Indien. In Anuradhapura wollte ich Cigarren kaufen, mochte aber die Jaffnas, die wie Regenwürmer aussahen, nicht nehmen, sondern zog ein Päckchen amerikanischen Bird’s Eye Tabak vor. In Colombo kaufte ich indische Cigarren (Cheroots) und noch lieber holländische aus Java, im Kiosk sowie in den Läden. Sie sind billig, aber nicht gut.

[297] Seit dem 13. Jahrhundert n. Chr., d. h. seitdem die in uralter Zeit hergestellten künstlichen Seen in der Nordhälfte der Insel durch die erobernden Tamilen (aus Südindien) vernachlässigt wurden. Den Portugiesen blieb es vorbehalten, die Wasserläufe zur Berieselung der Reisfelder — gradewegs zu zerstören.

[298] Die letzteren werden hauptsächlich von den Händlern angeboten; sie bestehen aus grünlich durchschimmerndem Quarz.

[299] Hauptabnehmer ist Krupp in Essen.

[300]

Census von 1881: 2760000 Einwohner.
Singhalesen: 1847000 ,
Tamilen: 687000 (257000 wandernd),
Mohren: 185000 (17000 aus Indien),
Eurasier: 18500 (einschliesslich Burghers),
Malayen: 8000 ,
Andere: 7000 (Chinesen, Parsi u. s. w.),
Europäer: 5000 ,
Wedda: 2228 .

[301] Dies wird neuerdings wieder bestritten. Natürlich hat die Tamil-Sprache gar keine Verwandtschaft mit den Sanskrit-Sprachen.

[302] The governement of Ceylon, like that of every Crown colony, is virtually a despotism. (W. S. Caine, M. o. P.) — Paternal despotism (Ferguson.) — The system of Crown colonies is supposed to be that of a benevolent despostism, a paternal autocracy. It is in many cases that of a narrow and selfish oligarchy. (Spectator, London.)

[303] Die Rupie hatte ursprünglich den Werth von 2 Mark, später von 1½ Mark, jetzt von 1¼ Mark.

[304] „Sie lassen uns für ein nothwendiges Bedürfniss besonders bezahlen“, sagte, mit strafendem Blick, ein Reisender zu dem Leiter des Gasthauses. Dieser zuckte stillschweigend die Achseln. — Ich würde es mit Freuden begrüssen, wenn bei uns in Deutschland die Gastwirthe sich entschliessen könnten, das Bad nicht besonders zu berechnen.

[305] Natürlich hat man daselbst im Lesezimmer ein Fernrohr aufgestellt, um die Namen und Flaggen der einlaufenden Schiffe lesen zu können.

[306] Verpflegung und Wohnung 8 Rupien täglich, ohne Wein und Bier und ohne Bad.

[307] Ich möchte den deutschen Hausfrauen einen Versuch anrathen. In Ceylon ist der Preis 18 d. (also etwa 1 Mark 50 Pfennige) für das Pfund.

[308] Custom house.

[309] Jetty.

[310] Während ich dieses schreibe (Sommer 1893) ist in Ostindien die freie Silberprägung aufgehoben, und der Uebergang zur Goldwährung angebahnt.

[311] Für Deutsch-Ost-Afrika werden auch Rupien, mit dem Bildniss unsres Kaisers, geprägt. Unser Zwei-Mark-Stück wiegt 11 Gramm, die Rupie 11,6 Gramm.

[312] Im gewöhnlichen Verkehr werden diese beiden Münzen auch Shilling und Sixpence genannt. Wenn der Reisende einen geforderten „Shilling“ wirklich in englischer Münze bezahlt, so hat er ein Drittel zu viel gegeben.

[313] Out-rigger canoe. (Orowah.) Dasselbe ist über die südostasiatischen Inseln weit verbreitet.

[314] Pallad., De gentibus Indiae et Bragmanis. (Graece et latine.) Londini 1665. p. 4.

[315] Kattu binden, maram Baum.

[316] Ich erlebte die Landung des Dampfers „Rome“ (London-Melbourne), der 200 Cajüt- und nur sechs Zwischendeck-Reisende mitbrachte.

[317] Diese Angabe des Reiseführers kann ich aus dem amtlichen Werk über die Leuchtfeuer in Indien und Australien bestätigen.

[318] Nach der Volkszählung von 1891 leben 121 Schlangenbeschwörer und 36 Gaukler in Ceylon. Es sind meist Tamilen.

[319] Naja tripudians, Cobra di capello.

[320] Sie fahren natürlich langsam. Es giebt aber auch kleine Renn-Zebu vor einsitzigem Wägelchen, die in ihrem Trab recht sonderbar aussehen. Gelenkt werden die Ochsen mit einem Strick, der an einem durch die Nasenscheidewand gezogenen Ring befestigt ist. Vor den Lastwagen der Landstrasse und an den Drehmühlen ziehen die Ochsenpaare im Joch: der Balken liegt vor dem Höcker der Thiere.

[321] Eintritt in Hindu-Tempel ist Andersgläubigen nicht gestattet.

[322] Ein lustiger Schiffsarzt hat wohl einmal des Morgens, ehe Ceylon in Sicht kam, heimlich Zimmtöl über das Verdeck gesprengt.

[323] Bark; chips. Der Ceylon-Zimmt heisst auch Canel. (Canella oder Cannella, d. h. Röhre, der Venezianer und Portugiesen.) Zimmt kommt auch aus Indien, Java, den Philippinen und China, Senegal, Brasilien, Westindien.

[324] Cinnamomum Ceylonicum, ein zur Familie der Lauraceen gehöriger immergrüner Baum.

[325] Des Abends entzündet der Diener unaufgefordert die an der Wand befindliche Gasflamme. Kerzen werden nicht verabfolgt, sie gelten für feuergefährlich. In der That gebieten die Moskito-Netze und windbewegten Vorhänge grosse Vorsicht. Das Haus ist allerdings aus Stein gebaut und mit steinerner Haupttreppe versehen.

[326] Danach wäre der Bedarf für den Kopf und Tag nur 100 Liter, etwas wenig in so heisser Gegend.

[327] Musa sapientium, ein baumartiger Strauch, der bis 40 kg Früchte trägt. Auf gleicher Grundfläche liefert derselbe 44 Mal so viel Nahrungsstoff als die Kartoffel und 133 Mal so viel als der Weizen.

[328] Artocarpus nobilis und integrifolia, nächst Cocus- und Palmyra-Palme der wichtigste Baum für den Singhalesen; an jedem Hause, in jedem Garten wird er gepflanzt; seine (5 bis 12 kg schweren) Früchte, Jaka genannt, nähren den Menschen, seine Blätter das Vieh; sein Stamm liefert Holz für jeden Zweck.

[329] Kaljani = glücklich. Ganga = Fluss.

[330] Gott der Weisheit, mit dem Kopf des Elephanten.

[331] Sehr oft wird der Vergleich zwischen der Pflanzenwelt von Java und der von Ceylon gezogen. Einer der besten Schriftsteller über Java, der auch Ceylon genau kennt, Junghahn, erklärt freimüthig, dass er solchen Kokoswald, wie auf Ceylon, weder auf Java noch auf Sumatra gesehen habe.

[332] Häckel schildert, wie sein Ganymed in der Frühe jedes Tages mit der frisch eröffneten Kokosnuss erschien, aus der er ihm den kühlen Morgen-Trunk kredenzte.

[333] Bei Cosmas Indikopleustes († 550 n. Chr.) heisst es: μαλλοῖς γυναικαίοις εἰς ἅπαν ἀναδεδεμένος.

[334] Aber sie sind auch Ackerbauer und Fischer, auf dem Lande und an den Küsten.

[335] Ausserdem kommen noch in Betracht Licenz für Arrak-Verkauf (⅛), Salzsteuer, Quittungssteuer, Landverkauf.

[336] Dieser Theil war 1867 fertig, der folgende erst 1885.

[337] 205 englische Meilen im ganzen waren 1892 auf Ceylon im Betrieb und 32 Meilen südwärts von Nanu-Oya nach Haputalé in der Südprovinz Uva so weit fertiggestellt, dass die Eröffnung im Frühjahr 1893 zu erwarten stand. — 122 Meilen für 1½ Millionen £ sind freies Eigenthum der Colonie, die Grundschuld für die andern 148 Meilen beträgt nicht viel mehr als 2 Millionen £.

[338] Also etwa 7 Pfennige für den Kilometer; oder 10 Pfennige, wenn die Rupie zu ihrem vollen Werth gerechnet wird. Das stimmt ungefähr mit unseren Schnellzugspreisen.

[339] Auf der Rückfahrt lernte ich eine thörichte Einrichtung kennen. Eine Stunde, bevor der Zug an dem Haupthaltepunkt ankommt, werden die Wagen an beiden Seiten von aussen mit einem Schlüssel fest verschlossen, — wegen der Fahrkarten-Prüfung. Da die Fenster sehr klein sind, kann der Reisende im Unglücksfall nicht heraus, falls er nicht eine Holzaxt bei sich hat.

[340] M.-Junction.

[341] 1 Acre = 40.467 Ar, 1 Ar = 100 Quadrat-Meter.

[342] 1 Bushel = 35 Liter; 1 hl Roggen = 72 Pfund, also 2 Millionen hl Reis wohl ungefähr 72000 Tonnen. (In das deutsche Reich sind 1887 eingeführt 91701 Tonnen Reis, im Werth von 15954000 Mark.)

[343] Die patriarchalische Dorfverwaltung, aus Indien entlehnt, hat seit uralter Zeit in Ceylon bestanden; die Gemeinde verwaltete sich selbst und sorgte namentlich für die Wasserläufe.

[344] Von den Portugiesen haben dies die Kandyer gelernt.

[345] Diese Zahl steht in Ferguson’s neuester Ausgabe, ist aber wohl „Zukunftsmusik“. Denn auf der Karte, die er seinem Werk beigegeben, steht deutlich zu lesen: Letzte Statistik: Bevölkerung 3100000. Flächeninhalt der Insel 15800000 Acres. Bebautes Land 3212310 Acres. (Reis 700000, Kokos 500000, Kaffe 38000, Thee 255000, Cinchona 9000, Natürliche Weide 100000.) — An Kron-Land wurde verkauft (1860–1893) eine Million Acres für 2 Millionen £.

[346] Einschliesslich der Geistlichkeit. Jetzt sind alle Religionen in Ceylon frei von Aufsicht und Unterstützung des Staates.

[347] Europäische Kinder sterben in Ceylon, bevor sie erwachsen sind.

[348] Regierungsbeamte im Innern müssen allerdings die Landessprache erlernen, Pflanzer können ohne einige Kenntniss der Tamil-Sprache nicht wirthschaften.

[349] Seine Begegnung mit der Fürstentochter hat sehr grosse Aehnlichkeit mit der des Odysseus und der Kirke.

[350] Zahn-Stadt.

[351] Blinde Bettler giebt es natürlich auch auf Ceylon, wie allenthalben. Aber im Ganzen fand ich den Zustand der Augen sehr gut auf dieser heissen Insel. Die ägyptische Augenentzündung, die in Calcutta und besonders in Bombay gar nicht so selten vorkommt, ist in Ceylon fast unbekannt; ein neuer Beweis zu den vielen anderen, dass Hitze und grelles Sonnenlicht nicht die Ursache der Krankheit darstellen.

[352] Nerium odorum.

[353] Maha-vali = grosse Linie.

[354] Von den Engländern so genannt, bei den Einheimischen heisst sie Tal Gaha.

[355] So genannt, weil die Blätter erfrischenden Saft enthalten für den müden Wandrer.

[356] 1 Quart = 1,145 Liter.

[357] Nicht 40, wie Häckel schon 1882 angegeben.

[358] Zu 0,9 Liter.

[359] Fahrpreis erster Classe 6 Rupien 57 Cts., für Hin- und Rückfahrt 10 Rupien.

[360] Fahrpreis 2 Rupien; für das Gepäck, das im Ochsenwagen befördert wurde 1 Rupie.

[361] Mein Reise-Aneroïd-Barometer nebst Compass (von P. Dörffel in Berlin) hat mir, namentlich bei Bergfahrten, vielfach Belehrung und — Zerstreuung gewährt.

[362] Die Culturpalme geht bis 3000 Fuss Höhe.

[363] Agave americana. Stammt aus Amerika, hat aber zusammen mit ihrer Landsmännin, der Cactusfeige (Opuntia), das Aussehen unsrer Mittelmeer-Landschaft völlig verändert.

[364] Eine Pflanze sandte er an den botanischen Garten von Amsterdam. Von dem Samen dieser Pflanze stammen fast alle Kaffebäume der Erde ab, nachweislich alle in Amerika.

[365] Nach Einigen war die Pflanzung von Georg Birch bei Gampola schon ein Jahr früher eingerichtet worden.

[366] 8 Millionen Pfund 1824, 15 im Jahre 1827.

[367]

Nach England sind 1827 von Westindien 29 Mill., von Ceylon fast 2 Mill.,
aber 1857 4 67 Millionen

Pfund Kaffe eingeführt worden.

[368] An den steilen Abhängen wurden die obersten Reihen der uralten Bäume gefällt und auf die darunter stehenden, an einer Seite eingeschnittenen gestürzt: lawinenartig setzte sich der Sturz fort bis zur Thalsohle: dann wurde der ganze, niedergelegte Urwald angezündet.

[369] Aber noch 1854 tadelt Schmarda, der 8 Monate auf der Insel verweilte, das Ueberwiegen der Speculation bei den Kaffe-Pflanzern.

[370] 1884 war die Kaffe-Ernte des Erdballs etwa:

7250000 metr. Centner (zu 100 kg) oder 1450 Millionen Pfund; davon
3891000 aus Brasilien,
907000 aus Java,
146000 aus Ceylon.

Ferguson berechnet die ganze Erzeugung von Kaffe auf:

869000 Tonnen (oder 17 Mill. Centner, im Werthe von £ 70000000); davon
128000 auf örtlichen Verbrauch,
740000 auf Ausfuhr.

[371] Ferguson berechnet die Gesammterzeugung der Erde auf 1385 Millionen Pfund Thee (also beinahe so viel wie die des Kaffe); die Ausfuhr auf 504 Millionen, den Verbrauch in China auf 800 Millionen, den in England auf 210 Millionen, den in Deutschland auf 4½ Millionen Pfund. 1885 betrug die Gesammtausfuhr von Thee etwa 380 Millionen Pfund, davon aus China 256 im Werth von 173 Millionen Mark. — Einzelne Sachverständige behaupten, dass man nach 30 Jahren Thee aus Ceylon nicht mehr werde ausführen können. (?)

[372] Ceylon Tea Plantation Company, die 1891 an 4 Millionen Pfund Thee auf den Markt gebracht.

[373] Angeblich hat nur ein Zehntel der Pflanzer Glück gehabt. Aber England hat doch ungeheure Summen aus Ceylon gezogen.

[374] Nach Ferguson verdient der Mann 2½ bis 3½ Shilling die Woche, nach Caine 6 bis 9 Pence täglich; nach Schmarda, 1854, 9 Pence bis 1 Shilling. 50 Millionen £ sind in den letzten 50 Jahren den Einheimischen an Arbeitslohn gezahlt worden.

[375] D. h. Götterspeise.

[376] Quina = Rinde, in der Inka-Sprache. 1638 wurde die Gräfin Cinchon, Frau des Vicekönigs von Peru, durch die Rinde vom Fieber geheilt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte das Mittel nach England, Frankreich und Deutschland. Die wirksamen Stoffe der Rinde sind die Alkaloïde Chinin und Cinchonin. Die Holländer verpflanzten 1852 die Cinchona nach Java, die Engländer 10 Jahre später nach Indien und Ceylon.

[377] Bei uns kostet jetzt, im Einzelverkauf, 1 Gramm 15 Pfennige.

[378] Im Mittel 5 Procent Alkaloïde. Das deutsche Arzneibuch verlangt von der China-Rinde mindestens 3,5 Procent Alkaloïde. Der jährliche Bedarf der ganzen Erde ist etwa 6 Millionen kg China-Rinde, 1881 wurden etwa 9 Millionen geerntet, das meiste stammt doch noch aus Südamerika, die Fabriken verarbeiten jährlich 4,3 Millionen kg Rinde und gewinnen daraus 86400 kg Alkaloïde oder 120000 kg Chininsulfat und entsprechende Salze.

[379] D. h. die königliche Stadt des Lichtes, — seitdem 1610 n. Chr. die Könige von Kandy vor den Portugiesen dorthin geflüchtet waren. Man findet auch die Schreibweise Neura-ellia. Kein Wunder, dass die Engländer New Aurelia schreiben und nurélia aussprechen.

[380] Etwa 10 Rupien täglich, ohne Wein u. dgl.; bei längerem Aufenthalt 7 Rupien.

[381] Wer nicht zu Fuss gehen will, kann für 4 Rupien sich hinauftragen lassen oder für 5 Rupien auf einem Ponny hinaufreiten.

[382] Wörtlich Matten-Rippen-Fels. Der Berg bringt Pflanzen hervor, die geeignet sind zum Flechten von Matten (pedura); talla = Blattstreif oder Rippe; galla = Berg. — Der abgekürzte Name lautet Pedro.

[383] Rhododendrum arboreum.

[384] Allerdings beherrscht der hohe Standpunkt eine Kreisfläche von etwa 150 km Halbmesser oder 300 km Durchmesser, während die grösste Breite der Insel nur 235 km beträgt. Häckel hat hier oben westlich wie östlich einen Silberstreif des Meeres gesehen.

[385] Für 1 Rupie.

[386] Für 6 Rupien.

[387] Ich hatte mir natürlich auch englische machen lassen, da in englischen Gegenden fremde Sprachen nicht verstanden werden.

[388] Alsophila.

[389] Mimosa pudica.

[390] Vgl. seine indischen Reisebriefe S. 339.

[391] S. 231.

[392] Kadi, Kari, Kuri ist saure Milch, mit Reis gesotten. Hieraus haben die Engländer curry gemacht.

[393] Sweet and hot.

[394] Wörtlich: des Glückes Fusstapfen. Der Adams-Pik heisst in Pali Sumanakuta = Götterberg, der neuere Name ist Samanella.

[395] Ausser — Freitags! Die Fahrt dauert eine Stunde, die Entfernung beträgt 22 englische Meilen.

[396] Rest-house.

[397] Auch für die Rast unter dem schattigen Dach muss besonders bezahlt werden, allerdings nicht viel, etwa ½ Rupie.

[398] Matale-Anaradhapura, 30 Rupien für Hin- und Rückfahrt.

[399] Die indische Tonga ist zweirädrig.

[400] Semnopithecus, Wanderu. (Singhalesisch Wandura.)

[401] Durch Schlangenbiss und wilde Thiere sterben in Ceylon jährlich 150 Menschen.

[402] Derselbe hat grosse Verdienste nicht bloss um die Alterthümer, sondern auch um die Wiederherstellung der Bewässerung, Anpflanzung von Palmen und Reisfeldern, den Bau von Krankenhäusern u. dgl.

[403] E. Tournour, The Mahawanso, Ceylon 1837. L. C. Wijesingha, The Mahavansa, part II, Colombo 1889. Wie man sieht, wird der Titel etwas verschieden mit europäischen Buchstaben geschrieben.

[404] D. h. Victor, der Siegreiche.

[405] Anurádha war der Schwager des zweiten Königs Panduwása. Pura heisst Grossstadt. Tennent, unsre Hauptquelle, schreibt Anarajapoora.

[406] Es gab Krankenhäuser für Menschen und Thiere, öffentliche Gärten, Strassenreinigung, Begräbnissplätze.

[407] Gam oder gramma = Stadt.

[408] Jetzt 9598, nach der Volkszählung von 1891.

[409] 769 n. Chr. wurde der Herrschersitz südwärts verlegt nach Pollanarus. Diese Stadt blühte besonders im 12. Jahrhundert und sank dann gleichfalls in Ruinen.

[410] Aehnliches gilt von einigen Städten der Ureinwohner von Central-Amerika.

[411] Die grosse Pyramide von Gizeh enthält 2½ Millionen Cubikmeter, also über 67½ Millionen Cubikfuss.

[412] Dies scheint mir vom baukünstlerischen Standpunkt vernünftiger, als wenn ein Ptolemäer den Riesen-Obelisk des grossen Thutmes auf vier — Krabben aus Bronze stellt. Der Beobachter (im Centralpark zu New-York, wohin dies Wunderwerk verschlagen ward,) befürchtet fast, den Zusammenkrach zu hören und zu sehen.

[413] Im Pâli hanza, also derselbe Stamm, wie im Griechischen, Lateinischen, Deutschen und den daraus abgeleiteten Sprachen. Die Buddhisten nahmen an, dass die Wanderzüge der Gänse nach dem heiligen See von Manasa (in ihrem mythischen Himalaya) sich erstrecken.

[414] Nach Fergusson wäre es der rechte Backenknochen (yaw bone).

[415] Hauptquellen für diese Alterthümer sind neben Burrows und den kurzen Mittheilungen, die Herr Bell bisher gemacht hat, noch immer Tennent und J. Fergusson, Verfasser von Indian Architecture. Fergusson war nie auf Ceylon, er tadelt Tennent, wirft der Regierung Gleichgiltigkeit gegen die Alterthümer vor und verspottet unsern Landsmann Dr. Goldschmidt, der die Inschriften studire: offenbar kann er deren Werth nicht würdigen.

[416] Wie der unvollendete Obelisk im Steinbruch bei Assuan in Oberägypten.

[417] Vom Führer als Tränke bezeichnet; doch wird man damals, wie heute, Elephanten und Ochsen in Teichen getränkt haben.

[418] Giants Tank. Aber auf Ferguson’s Karte heisst so ein Teich nahe der Nordwestküste von Ceylon.

[419] Ich sage vielleicht, da Herodot in der Beschreibung des Moeris-See’s wahrscheinlich sich getäuscht hat, indem er den Fayum zur Ueberschwemmungszeit besuchte.

[420] Tennent sah, vor 40 Jahren, einen Knaben, der geradlinig von einem der Begleiter des heiligen Bo-Baumes abstammte. Er hatte den Titel „Prinz des Löwen und der Sonne“. Gegen diesen Stammbaum verschwinden die des europäischen Adels.

[421] Preis des Telegramms in Ceylon: a) dringend, 1 Rup. 60 Cts., b) gewöhnlich, 80 Cts., c) aufschiebbar, 40 Cts., für acht Wörter. Jedes Zusatzwort noch 20, 10, 5 Cts. Adresse frei. Ich wählte b). — Es giebt 1550 engl. Meilen Telegraphen-Draht in Ceylon.

[422] Hindu-Schreiber.

[423] In ganz Ostasien, von Hongkong bis Bombay, sind die Gasthäuser schlecht. Es fehlt der Wettbewerb. Auch gehört viel Geld dazu, so grosse Häuser, wie die in Colombo, Calcutta, Bombay, zu errichten und zu unterhalten.

[424] Die Hauptzeit dauert vom 20. Dezember bis 10. Januar; da kommt jeder in Bengal lebende Engländer nach Calcutta; da sind die Bälle und Empfänge des Vice-Königs und der Vornehmen.

[425]

Silbermünzen: 1 Rupie (= 16 Annas), eigentlich 2 sh, wirklich 1 sh 2½ d, etwa 130 Pfennige.
½ Rupie = 8 Annas (65 Pfennige).
¼ Rupie = 4 Annas (32½ Pfennige).
⅛ Rupie = 2 Annas (16 Pfennige, ein bequemes Trinkgeld).
Kupfermünzen: ½ Anna = 4 Pfennige.
¼ Anna = 1 paisá, englisch pice, 2 Pfennige, ein Almosen.

1 Anna = 4 pices = 12 pies. (Für die Armuth des Landes spricht der Umstand, dass in manchen einheimischen Märkten die Anna in 912 Theile — Kauri — getheilt wird!)

[426] Wörtlich Schnee-Palast; vom Sanskritischen hima = Frost oder Schnee und álaya = Wohnung. Der erstgenannte Stamm ist auch im Griechischen und Lateinischen vorhanden. (χεῖμα, hiems = Winter.)

[427] In engerem Sinne bedeutet Dekkan das Hochland zwischen den beiden Flüssen, Narbada, der ungefähr unter 21° nördl. Br. in das arabische Meer (den Golf von Cambay) fliesst, und Krishna oder Kistna, der ungefähr unter 16° nördl. Br. in das Meer von Bengalen sich ergiesst.

[428] Treppengebirge, von ghát = Landungstreppe.

[429] Burma mit 7½ Mill. Einwohnern gehört jetzt mit zum Kaiserreich Indien.

[430] 1 Acre = 40,5 Ar; 1 Ar = 100 Quadratmeter.

[431] Die Eintheilung ist üblich, aber nicht folgerichtig. Die Mohammedaner sind nicht ein besonderer Stamm.

[432] Vom portugiesischen casta, Geschlecht; Uebersetzung des indischen dschâti, Stand.

[433] d. i. Vihara = Kloster.

[434] Ueber 50 Procent Hindu, 39 Procent Mohammedaner, ferner Christen, Juden, Parsi u. s. w. 1881 waren unter 684000 Einwohnern 428000 Hindu, 221000 Mohammedaner, 30000 Christen und, nach der Nationalität, 7000 Europäer.

[435] Der jetzige Tempel mit seiner Treppe (ghat) heisst Kali-ghat und liegt einige englische Meilen südlich von der Stadt am Ufer von Tolly’s Nulla (Nalla). Er ist vor etwa 300 Jahren von einer reichen Hindu-Familie erbaut und mit einer Landschenkung ausgerüstet und wird von wohlhabenden Priestern, den Nachkommen der Gründer, verwaltet. Es ist der einzige Ort in Calcutta für den öffentlichen Gottesdienst der Hindu; wiewohl in jedem Haus ein Altar für den Familien-Gott sich vorfindet. Kali, „die schwarze“, ist eine grausame Göttin, die Pest und Hungersnoth sendet und nur durch Blutopfer besänftigt wird. Gewöhnlich werden Ziegen geopfert: aber, wie in alten Tagen, so wurden auch noch 1866, während der schrecklichen Hungersnoth, Menschenköpfe, mit Blumen bedeckt, vor ihrem Altar gefunden. Und sogar noch 1893 ist ihr in der Nähe von Calcutta ein Menschenopfer dargebracht worden. — Die Schreibweise Kalkutta mag richtiger sein.

[436] Das Gebäude ist nicht mehr vorhanden; der Eingang lag in einer Gasse hinter dem jetzigen Postgebäude; 1884 wurde der Ort mit einem schönen Steinpflaster versehen.

[437] Ich verschmähte denselben und fand weit besser meinen weichen, hellgrauen, breitkrämpigen Filzhut, den ich schon in Oberägypten erprobt hatte.

[438] Babu heisst Herr auf hindostanisch und bedeutet einen Inder, der englisch lesen und schreiben kann. Die Babu sind das halbgebildete, neuerungssüchtige, unzufriedene Element in Indien. Europäer in Indien werden mit dem arabischen Wort für Herr, Sahib, angeredet.

[439] Am ersten Tag in Calcutta entnahm ich Geld auf meinen Creditbrief in der Chartered bank of India, Australia, China. Ich erhielt 74 Zehnrupienscheine der Regierung und 54 Silberrupien in einem Beutelchen. (50 £ = 794 R.) Mit 58 £ bin ich in 33 Tagen sehr bequem durch Indien gekommen. Es ist eine unsinnige Behauptung, dass man täglich 5 £ braucht.

[440] Sprich Tanjor.

[441] Jute, Calcutta-Hanf, die Bastfaser von Corchorus, 1,5 bis 2,5 Meter lang, besonders seit dem Krimkriege, während dessen der russische Flachs und Hanf nicht nach England kamen, eingeführt. (Der Name Jute stammt aus Orissa.) 1890/91 wurden aus Indien ausgeführt an Jute 12 Millionen Centner (Rx 7½ Millionen), an Jutesäcken für Rx 2½ Millionen.

[442] Rx = 10 Rupien, ein durch den schwankenden Silberpreis neuerdings eingeführtes Zeichen, während früher Rx = £ gewesen.

[443] Auch Steinöl ist vorhanden, in Punjab, in Assam, aber weder lohnend, noch ausreichend, so dass Indien angewiesen ist auf Einfuhren aus Amerika und aus Russland, die hier mittwegs sich begegnen.

[444] Rx 8 Millionen, also fast ¼ der ganzen Steuern. (35½ Millionen.) Folglich zahlt die ärmste Familie von vier Personen der Regierung an Salz-Steuer jährlich 2⅓ Shilling oder den Lohn einer Woche und mehr.

[445] Adamas, griechisch, der unzerbrechliche.

[446] Vergleiche meine Arbeit: Ueber die Ergebnisse der Magnetoperation in der Augenheilkunde, in A. v. Graefe’s Archiv, Band XXXV, 1890.

[447] Im Norden der Centralprovinz.

[448] Fergusson verficht mit Eifer die Ansicht, dass „allenthalben unterhalb des Buddha-Glaubens eine Lage von Schlangen- und Baumdienst gefunden wird“, dass hauptsächlich nur die alten Ureinwohner, die Schlangen und Bäume verehrten, den Buddha-Glauben angenommen haben.

[449] Der sachverständige Prinz Waldemar von Preussen beschreibt es folgendermaassen: „Es bildet ein achtseitiges Vauban’sches Polygon, dessen fünf Landseiten bastionirt, dagegen die drei dem Hugli zugekehrten tenaillirt sind, d. h. abwechselnd ein- und ausspringende Winkel bilden.“

[450] Für 1 R.

[451] Die Wasserleitung Calcutta’s schöpft aus dem Ganges.

[452] Die der Wirth für 2 Annas d. h. etwa 16 Pfennige liefert, mein Landsmann aber auf den Werth von 1 Annas abschätzt.

[453] Für 2–4 R.

[454] 1891 wurden im Mayo-Krankenhaus 176 Fälle von Cholera aufgenommen, von denen 105 tödlich endigten.

[455] Schon die alten Griechen waren im Zwiespalt, die Einen leiten das Wort von χολή (chole) „die Galle“, die Anderen von χολάς (cholas) „Dünndarm“ ab. Bei den späteren Griechen bedeutet dasselbe Wort eine Dachrinne.

[456] Vgl. Reports on the epidemic cholera, Bombay 1819.

[457] Unter dem Namen Bisúchika, während in einer Sanskrit-Handschrift aus dem 17. Jahrhundert der Name Haidsa auftritt.

[458] In Berlin sind in den 15 Epidemien von 1831 bis 1873 im Ganzen 18916 Menschen an Cholera verstorben.

[459] Den Koffer liess ich im Gasthaus. Calcutta-Darjeeling, 378 englische Meilen in 24 Stunden, also durchschnittlich nur 25 Kilometer in der Stunde. Fahrpreis erster Classe 50 Rupien, wovon 20 auf die letzten 50 Meilen (privater Gebirgsbahn) entfallen. Die erste Classe kostet in Indien höchstens 1 anna 6 pies für die Meile (oder etwa 8 Pfennige für den Kilometer), ungefähr wie bei uns, die zweite die Hälfte, die dritte den sechsten Theil. Hin- und Rückfahrtskarte kostet 1⅓ der Hinfahrt, ungefähr wie bei uns. Madras-Zeit gilt auf allen Bahnen. Auf grösseren Halteplätzen zeigt eine Uhr die Madras- oder Eisenbahnzeit, eine zweite die Ortszeit, und zwar recht deutlich.

[460] Der Ganges ist 2500 Kilometer lang und hat ein Gebiet von 1 Million Quadratkilometer. Zu Rajmahal in Bengalen, noch 640 Kilometer von der Mündung, ist er 1500 Meter breit, und entsendet während der Hochfluth 1800000 Cubikfuss in der Secunde, sonst 207000. Die Dauer der Hochfluth beträgt 40 Tage. (Die grösste Entladung des Mississippi beträgt 1200000 Cubikfuss.) Der Innenhandel von und nach Calcutta auf dem Ganges und seinen Nebenflüssen und Canälen beträgt jährlich 400 Millionen Rupien, davon 153 auf einheimischen Böten. 1876 wurden deren zu Hugli 124000 registrirt.

[461] Nicht weniger als fünf verschiedene Spurweiten sind auf indischen Eisenbahnen zu finden, was vom Standpunkt der Landesvertheidigung seltsam erscheint. Die grösste ist auf der Strecke Calcutta-Delhi, nämlich 66 Zoll, 9½ Zoll mehr, als bei uns. (Die kleinen Spurweiten sind billiger, aber weniger haltbar.)

[462] Auch Nepal oder Nipal geschrieben.

[463] Ponny und Führer 6 Rupien.

[464] In Deutschland 43156 Kilometer (dazu 2487 Kilometer Industrie-Bahnen); in England 32304 Kilometer.

[465] 1881 musste Professor Reulaux im Fährboot über den Ganges setzen.

[466] Natürlich besser, als Rasthäuser (Dak Bungalow): auf letztere war ich nur zwei Mal angewiesen, in Ahmedabad und bei Ellora, in einheimischen Schutzstaaten, wo überhaupt noch keine Gasthäuser für Europäer errichtet sind.

[467] Nelumbium speciosum, indische Teichrose, Nil-lilie, die heilige Padena-Pflanze der Inder.

[468] 2 Rupien für den Tag.

[469] 6   „   „  „  „.

[470] Für 2 bis 3 Rupien.

[471] Die Vorschrift der Religion ist gewiss sehr förderlich für die Gesundheit.

[472] Sikra oder Vimanah, mit zahlreichen Nebenthürmchen. (Es soll die aufsteigende Flamme bedeuten.)

[473] Rama ist einer der „Niederstiege“ (Avatáras, Incarnationen) des Wischnu.

[474] Soll in Europa die Leichenverbrennung, welche ja altgermanische Sitte gewesen, wieder Fortschritte machen, so werden wir von den Asiaten Einfachheit lernen müssen. In Japan kostet die Verbrennung erster Classe 7 Yen, zweiter Classe 2½ Yen, dritter Classe 1½ Yen. (1 Yen = 3 Mark.) In Indien sind die Preise noch niedriger, — wenigstens für die Armen.

[475] Das = zehn; ashva (equus) = Ross. Ross-Opfer kommen in den alten Gesängen der Veden vor, wie bei den alten Germanen.

[476] Auch Sutti, Suttee geschrieben.

[477] Tij Muhamed Sháhi, Tafeln des Kaiser Muhamed.

[478] Grade sowie bei denen unseres Dr. Hevelius in Danzig, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, welcher die neu erfundenen Fernröhre verabscheute.

[479] Mani = Juwel, Karna = Ohr. Devi (Mahadeo) soll seinen Ohrring hinein geworfen haben. Daher die Heiligkeit.

[480] Tarak = der hinüber trägt.

[481] Fünf-Fluss-Treppe.

[482] Unten 2,5 Meter, oben 2,2 Meter dick. Wegen des mächtigen Unterbaues ist das Ganze vom Fluss bis zur Spitze der Minarete 300 Fuss hoch.

[483] Vissva, das All; Issvara, der Herr: also Herr der Welt. Mahadeva (Magnus divus) ist eigentlich dasselbe.

[484] Von Anna = Nahrung, purna = anfüllend.

[485] An Grösse gleich Holland und Belgien, übertrifft es diese dicht bevölkerten Länder noch um zwei Millionen. Es hat 180 Einwohner auf den Quadratkilometer.

[486] Nach Calcutta, Bombay, Madras, Haiderabad.

[487] Eigentlich Sipahi, ein eingeborener Soldat, von sipáh, Armee. (Persisch.) Bei den Türken hiessen Spahi die Reiter; so heissen auch noch jetzt die vier Reiterregimenter, welche die Franzosen in Algier und Tunis aus den Eingeborenen gebildet.

[488] Der Antheil am indischen Handel, welchen der König von Preussen im vorigen Jahrhundert für sein Volk vergeblich erstrebt, ist in unserem Jahrhundert von der Thatkraft der deutschen Kaufleute errungen worden. In den letzten fünf Jahren ist der deutsche Handel mit Calcutta auf das Dreifache gewachsen, der englische Handel dagegen von 65 Procent des Ganzen auf 57 gesunken.

[489] Dies spricht beredt für die Kraft und Sicherheit der Regierung. Sollte aber einmal ein feindliches Heer rasch durch Punjab vorrücken, so kann ganz Simla leicht von dem übrigen Indien abgeschnitten werden.

[490] Die vaterlandsliebenden Inder haben bisher ganz vergeblich in ihrem National-Congress freie Wahlen zu einer indischen Volksvertretung gefordert. In diesem Jahre, zu Lahore, wollen sie erklären, dass durch die erdrückende Besteuerung und den Geldabfluss nach England Indien verbluten müsse. — Pressfreiheit besteht in Indien seit 1835, durch Macaulay, aber vollständiger erst seit 1867.

[491] Rx = 10 Rupien, also 275 Millionen Rupien; beim jetzigen Curs an 400 Millionen Mark.

[492] Lucri bonus odor. Die Regierung verkauft unter Monopol den schlimmsten Schnaps, ferner Majoon (= Haschisch, vom indischen Hanf, zum Essen,) und Churra (aus derselben Pflanze, zum Rauchen,) ferner Opium an die Einheimischen. Die genauere Schilderung hat das Parlaments-Mitglied Caine (Picturesque India, S. 292) geliefert.

[493] Ausfuhr nach China 1878/79 91000 Kisten, für Rx 13 Millionen; 1890/91 85000 Kisten (119000 Centner) für Rx 9¼ Millionen. 140 Pfund Opium bringen in Canton 300 bis 600 Dollar.

[494] Der Vicekönig erhält 500000 + 240000 Mark jährlich, die Beamten des covenanted civil service von 12000 bis 72000 Mark. (1880.)

[495] Lakh = 100000.

[496] So nennt man die Prachtgebäude zur Feier des Moharram (= Allerheiligsten), des Neumonds vom ersten mohammedanischen Monat, der gleichfalls Moharram genannt wird. Das Fest ist zu Ehren der Märtyrer Hosein und Hussein, der Söhne von Ali, dem Vetter, und von Fatimah, der Tochter von Mohammed; und wird nur von den Shiahs gefeiert, nicht von den Sunnies. Zu den Shiah gehören die Perser, ein Theil der Einwohner von Oudh und andre Mohammedaner Nordindien’s; zu den Sunnies, welche neben dem Qoran auch die Ueberlieferung Mohammeds (Sunna) gelten lassen, die Araber, Türken, Afghanen u. A. 90 Procent der Moslem in Indien sollen Sunniten sein; zu ihnen gehörten auch die Grossmogul.

[497] Die Tabakspfeife, Hukha, des Volkes ist eine Art von Thontrichter mit flachem Teller. Nicht selten wird sie in den von den beiden Händen gebildeten Hohlraum gesteckt, und aus dem Spalt zwischen den beiden Händen der Rauch gesogen. So können mehrere an derselben Pfeife rauchen, ohne Kastenvorurtheile (oder die Gesetze der Gesundheitspflege) zu beleidigen. Der fleissige Handwerker steckt diese Pfeife in ein Wassergefäss, aus dem ein langes Rohr herausragt: so hat er eine Wasser-Pfeife (Nargileh).

[498] Lang fortgesetzte Dürre, da 1876 beide Monsun-Regen ausblieben und 1877 nur wenig Regen erfolgte, bewirkte 1877/78 eine so gewaltige Hungersnoth im Dekkan und auch zum Theil in Nord-Indien, dass trotz aller Anstrengung der Regierung und trotz einer Aufwendung von 11 Millionen £ gegen 5¼ Millionen Menschen durch Nahrungsmangel und die davon herrührenden Krankheiten zu Grunde gingen. Das war die grösste Hungersnoth in Indien seit 1770.

[499] Rx = 10 Rupien, also beträgt obige Summe weit über 100 Millionen Mark.

[500] Wagen und Führer für den Vormittag 5 Rupien.

[501] Die ringsum laufende Inschrift lautet: Sacred to the perpetual Memory of a great company of Christian people, chiefly Women and Children, who near this spot were cruelly murdered by the followers of the rebel Nana Dhundu Pant, of Bilhur, and cast, the dying with the dead, into the well below, on the XVth day of July, MDCCCLVII.

[502] Darbár (Durbar), persisch, eine königliche Hof- oder Empfangs-Sitzung.

[503] 1 Rupie 8 Annas; dazu 8 Annas für ½ Fl. Bier.

[504] Der Islam hat dort die verschiedenen Völkerschaften, Iranier (Arier), Turanier, Semiten zu einer Nation vereinigt. Die eigentlichen Afghanen behaupten aus Syrien eingewandert zu sein. Diejenigen Leute, die in Indien als Afghanen bezeichnet werden, sehen echt semitisch aus. Von 664 bis 683 n. Chr. hatten die Araber Afghanistan erobert. 812 erfolgte die Auflehnung der einheimischen Statthalter gegen den Chalifen. Die Dynastie der Ghasnawiden bestand von 961 bis 1140.

[505] Die Afghanen- und Türken-Könige von Delhi (1193–1526) vor den Mogul werden gelegentlich Pathán genannt, und mit diesem Namen auch ihre Bauwerke bezeichnet. Pathan ist der einheimische Name für die Bevölkerung der nach Indien sich abdachenden Thäler von Afghanistan.

[506] Babar heisst Löwe, ebenso wie Singh, Haidar, Sher.

[507] So genannt nach ihrem mongolischen (in Wirklichkeit tatarischen) Ursprung. Sie selber nannten sich Schah, die Hofsprache war persisch. Wir müssen uns die Grossmogul als Verwandte der Osmanen, nicht etwa der Chinesen vorstellen.

[508] Die Kaufkraft des Silbers, in Getreide ausgedrückt, war zu Akbar’s Zeiten zwei bis drei Mal so gross, wie heute.

[509] 1709 betrug der Staatsaufwand in England 7 Millionen £, eine damals für ungeheuer gehaltene Summe, 1884/85 waren die Staatseinnahmen 88 Millionen £.

[510] Auch Jahangir geschrieben. Jehangir fand ich, als Vornamen, auf der Besuchskarte eines Parsi, der in London Heilkunde studirt.

[511] Auch Nur-Mahal, Licht des Palastes, genannt; uns wenigstens vom — Ballet bekannt.

[512] Kron-Palast, persisch.

[513] Aurangzib, Aurangzeyb, d. h. Zierde des Throns.

[514] 841 englische Meilen auf der Eisenbahn von Calcutta entfernt.

[515] Im Punjab, jetzt noch 4 Millionen, scythischen, d. h. turanischen Ursprungs, angeblich die Getae der Alten.

[516] Sprich Tadsch. Man liest wohl auch, dass Taj Mahal eine Abkürzung sei von Mumtaz Mahal.

[517] Sein prachtvolles Grabmal ist erhalten und wird alsbald beschrieben werden.

[518] 1 Lakh = 100000 Rupien.

[519] Mit der Rose in der Hand ist er abgebildet; die Photographien von ihm und seiner Gattin, die von den zu ihren Lebzeiten angefertigten Bildern genommen sind, werden in Agra verkauft. Beide sind schön, er würdevoll, sie lieblich. (Graf Lanckoronski sah in der Privatsammlung des Colonel Hanna zu Delhi Bilder von Mogul-Kaisern, so fein gezeichnet, wie von Albrecht Dürer.)

[520] Der Vergleich ist oft genug gemacht worden, aber gegenstandslos. Jedes ist in seiner Art vollendet, das griechische insofern höherer Art, als es durch seine Bildwerke dem geistreichsten Gebiet menschlicher Kunst angehört. Fergusson, in seiner grillenhaften Lehre vom Schönen, giebt dem Parthenon 24 Nummern, der Taj 20. „Ihre Schönheit mag nicht von der höchsten Art sein, aber in ihrer Art ist sie unübertroffen.“

[521] Der Besuch des Prinzen von Wales in Indien war sehr nützlich. Vieles wurde ausgebessert und vor weiterem Zerfall geschützt; so auch die Marmorplatten, welche die aus Ziegeln gebaute Kuppel der Taj decken und zum Theil durch Verdickung der rostenden Eisenklammern aus ihrer Lage gekommen waren.

[522] Wie weise das ist, sieht man an den Nachbildungen der Taj, die zu Agra verfertigt und feilgehalten werden. Dieselben entbehren jeder Wirkung. Wer diesen Unterschied staunend erwägt, findet alsbald, dass der heutige Künstler erstlich die Verhältnisse nicht richtig wiedergegeben, zweitens sein Klein-Werk mit Verzierungen, auch der Thürme, überladen hat. Weit besser ist es, naturgetreue Lichtbilder mitzubringen, als solche Bildhauerei im Zuckerbäcker-Stil. Auf den Photographien ist der Fugenschnitt auch weit zarter als in den üblichen Holzschnittbildern der Taj, die alle von einem mittelmässigen Urbild abzustammen scheinen.

[523] Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein von hinten in die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zu Delhi sind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.

[524] Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L. Strack (Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „Hadith“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.

[525] Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.

[526] Akbar-Abad, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auch Lal Kila (hindost.), d. h. rothes Schloss.

[527] Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.

[528] Am, arabisch, heisst öffentlich; Khas, abgesondert.

[529] Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.

[530] Indisch Dilli oder Dihli.

[531] Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)

[532] Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.

[533] 200×120 = 24000, getheilt durch 4,5 = 5444.

[534] Polarstern des Rechts.

[535] Die Brüstung oben ist etwas breiter.

[536] Also etwa 3 Millionen Mark.

[537] Jeypore, Jeypoor, Jeypur, Jaipur, Dschaipur — das sind die Schreibweisen, die man findet.

[538] Im Ganzen giebt es in Ostindien 153 Lehnsträger der britischen Krone, die meisten dieser Fürstenfamilien sind erst seit dem Zerfall der Mogul-Herrschaft emporgekommen. Sie beherrschen ein Drittel des Landes und ein Viertel der Bevölkerung von Ostindien. Von den Lehnsfürsten sind 124 Hindu, 28 Mohammedaner, 1 (der von Sikkim) Buddhist. Ihre Einnahmen betragen 260 Millionen Mark jährlich, 15 Millionen müssen sie an Tribut entrichten.

[539] Also hat es fast denselben Flächeninhalt, wie das Königreich Preussen, aber nur ein Drittel seiner Einwohner. Die Hälfte der Rajputana ist Steppe.

[540] Die Rajput besitzen alte, überlieferte Gesänge und religiöse Dichtungen, die noch jetzt im Munde des Volkes leben. Dadu, ein Glaubenseiferer, 1544 n. Chr. zu Ahmedabad geboren, hinterliess heilige Dichtkunst in 20000 Versen; von neun seiner Hauptschüler haben zwei je 120000 Verse geschaffen.

[541] ⅛ Rapjut, ⅝ andre Hindu-Kasten, 1⁄16 Jain, 3⁄16 Mohammedaner, nach andrer Quelle.

[542] Gross-Fürst, Gross-König.

[543] Sieges-Löwe.

[544] 1891 Einnahmen 6½, Ausgaben 5 Millionen Rupien.

[545] Ausserdem eine „Ritterakademie“ für die Söhne der adligen Rajput, eine „höhere Töchter-Schule“ und 30 Volksschulen für Knaben.

[546] Gas wird hier nicht aus Steinkohlen, sondern aus dem billigen Ricinusöl gewonnen.

[547] 1877 waren dieselben recht thätig, um die einheimischen Fürsten aufzuwiegeln, jedoch erfolglos. Ob sie 1857 ihre Hände im Spiel gehabt, konnte ich nirgends finden.

[548] Deshalb konnte ich nicht nach Gwalior fahren, da der englische Beamte, mit dem einheimischen Fürsten zu Felddienstübungen abwesend, meinen Brief gar nicht beantwortete.

[549] „A vision of daring and dainty loveliness.“

[550] Die Thiere werden gewöhnlich Alligatoren genannt, doch kommen solche nur in Amerika vor; in Indien lebt das Leisten-Krokodil (C. biporcatus), das bis 10 Meter lang wird.

[551] Die Entfernung beträgt 9 Kilometer.

[552] Ich hatte gehört, dass Soldat nebst Lenker 2 bis 3 Rupien Trinkgeld erwarten. Als ich ihnen 3 gab, waren sie nicht zufrieden.

[553] Die Zerstörung muss rasche Fortschritte machen, nach dem Vergleich des jetzigen Zustandes mit etwas älteren Abbildungen.

[554] Nach Böthlink, viel später nach Weber.

[555] Star ist Verdunkelung der Crystall-Linse. (Die Schreibweise Staar ist falsch, wie ich nachgewiesen.) Der Greisen-Star wird heutzutage (seit 1750 n. Chr.) so beseitigt, dass man durch einen passenden Schnitt die getrübte Linse herauszieht. Vorher wurde die letztere durch eine in’s Augeninnere gestochene Nadel aus dem Sehloch nach unten geschoben.

[556] Ich habe zwei von ihm operirte Fälle nachträglich gesehen. Es ist erstaunlich, wie in Berlin erwachsene Menschen einem hergelaufenen, geldgierigen Hinter-Indier sich anvertrauen konnten, während ihnen zahlreiche gelehrte, geübte Wundärzte unentgeltlich zur Verfügung stehen.

[557] Diseases of the Eye by Macnamara, Surgeon to Calcutta Hospital. London 1868. S. 479. The native Huckeems and Kobrages allways operate for the cure of cataract (by depression) and hardly a week passes that I do not see several of their patients suffering from either inflammation of the choroïd or from retinochoroïditis.

[558] Zu meiner Beschämung erfahre ich am Abend vom Gastwirth, dass der weibliche Träger, welcher meine Sachen auf seinem Haupte nach oben befördert, ganze neun Anna, also etwa 72 Pfennige, beansprucht und erhalten hatte.

[559] Für diese Leistung von sechs Stunden wurden 6 Rupien gefordert und sieben bezahlt. Man kann auch zu Pferde hinauf reiten. (Die Beförderung mittelst Elephant oder Palankin scheint jetzt veraltet zu sein.)

[560] Das Wort ist arabisch und bedeutet arm, d. h. einen Büsser, der das Gelübde der Armuth auf sich genommen. Meist vermied ich unterwegs die Begegnung mit solchen Unglücklichen, die an religiösem Wahnsinn leiden.

[561] Auch Dilwarra geschrieben.

[562] Auch Perl-See (Nucki Talao) genannt.

[563] Pârçvanâtha, der vorletzte Jina oder Siegreiche.

[564] Die Bildsäulen der Jaina-Heiligen sowie der Hindu-Götter werden stets in eine viereckige (quadratische) Zelle gesetzt, der Thurm über der Zelle hat eine krummlinige Begrenzung.

[565] Den Jaina schien es wichtig, ihre Heiligen zu ehren durch eine grosse Zahl von Bildsäulen und für jede ein eignes Heim zu schaffen. Dies ist aber nicht, wie Fergusson meint, auf die Jaina beschränkt. Eine ungeheure Zahl von gleichen Bildsäulen fanden wir auch schon in dem buddhistischen Kwannon-Tempel zu Kyoto. (Vgl. [S. 148].)

[566] Bei dem römischen oder gothischen Dom wäre ein gewaltiger Stützbau erforderlich; bei dem indischen fügt das Hängewerk nur sein eignes Gewicht dem des Domes hinzu.

[567] Jeni = nackte Weise.

[568] Auch Ahmadabad geschrieben.

[569] Auch Gudscharat geschrieben.

[570] Nur 5½ Procent Muselmänner.

[571] Vgl. [S. 407].

[572] 6 Gramm Silber wurden zu Fäden von 2000 Meter Länge ausgezogen.

[573] 1881 waren es 130000, davon 68 Procent Hindu, 22 Procent Mohammedaner, der Rest Jaina, ausser 848 Christen und etlichen Parsi.

[574] Die schon im vorigen Jahrhundert von Reisenden recht wacklig befunden worden.

[575] Auf dem Dach fand ich aber hier und da an wenig auffälligen Orten „Hindu-Götterfratzen“ ausgemeisselt.

[576] Es möchte doch sehr lohnend sein, junge Baumeister aus Deutschland zum Studium der mohammedanisch-hindostanischen Baukunst und Verzierung nach Indien zu senden.

[577] Besonders berühmt ist das Stück-Werk: flache oder würfelförmige oder achteckige Gold-Stückchen werden auf einen rothen Seiden-Faden gezogen. Das ist die älteste Goldarbeit in Indien.

[578] In Indien wird wegen der Kasten-Gesetze viel Töpfer-Arbeit verbraucht. Der einheimische Branntweinladen ist leicht zu erkennen an den Haufen zerbrochener Töpfchen, da Jeder das seinige zerbricht, nachdem er ausgetrunken.

[579] Ganz ähnlich im grossen Saal zu Karnak.

[580] German beer; es ist nach Pilsener Art in Bremen gebraut, auf Schiffen des Bremer Lloyd eingeführt und kostet 1 Rupie die Flasche.

[581] Der Name soll aus dem Portugiesischen stammen, bon bahia = schöne Bay. Das ist wohl unrichtig. Die Inder schreiben es Mambe oder auch Bambe von der Göttin Mamba Devi, deren Tempel noch vor 120 Jahren auf der jetzigen Esplanade vorhanden war. Der Maratha-Name ist Mambai, von Mahima, d. h. „die grosse Mutter“ und ist ein Name derselben Göttin, der auch noch in dem der Vorstadt Mahim erhalten ist.

[582] Die Angabe von 110 Quadratkilometer in Sievers’ Asien (Leipzig 1892, S. 660) u. a. a. O. beruht auf Irrthum.

[583] Auf eine Person kommen 6,5 Quadratmeter; im dichtesten Theil von London 10,5.

[584] Die Regierung liefert ihm nicht Chinin, sondern das billigere Cinchonin.

[585] Durch Gründerschwindel, da wegen des nordamerikanischen Bürgerkrieges die ostindische Baumwolle so begehrt war.

[586] In 28000 Häusern. 502000 waren Hindu, 158000 Mohammedaner, 48600 Parsen, 30000 eingeborene Christen, 17000 Jain und Buddhisten, 10500 Europäer, 1168 Eurasier.

[587] Natürlich mit eignem Bad, für 8 Rupien täglich, einschliesslich der Verpflegung, aber ohne Bier und Wein.

[588] Kleinhändler treiben sich auf dem Flur herum und bieten dem Fremden für den Sovereign 2 Anna mehr, als der Wechsler giebt, machen aber keine sonderlichen Geschäfte.

[589] In den „Waarenhäusern für Officiere“ (Army and Navy Cooperative-Stores for India, A. & N. Stores) werden die indischen Cigarren zu 3½ Rupien das Hundert verkauft, d. i. 5 Pfennige für das Stück. Sie sind mittelmässig. Man bekommt auch theurere, aber nicht bessere.

[590] „Geben Sie doch Elsass-Lothringen an die Franzosen,“ sagte am ersten Abend in Bombay mein zufälliger Tischnachbar, ein Brite, nachdem er meine Herkunft erkundigt. „Geben Sie,“ erwiderte ich, „Gibraltar, Malta, Cypern, Aegypten an ihre Eigenthümer, und keinen Rath an diejenigen, die ihn nicht wollen.“

[591] Vom Parsi-Theater werde ich noch sprechen.

[592] Weiter nördlich mit ihr sich kreuzt.

[593] Wir finden den Namen „Baargeld“ nicht so anmuthig, als er den Morgenländern erscheinen mag. Aber schon den alten Persern galt, nächst dem Lügen, das Schuldenmachen für die grösste Schande. (Herodot I, 138.)

[594] Parsi, Juden, Mohammedaner sind es, welche hier Gebäude errichtet und Stiftungen zum Allgemeinwohl gemacht; aber kein einziger von den in Indien reich gewordenen Briten.

[595] Wem mein Urtheil zu strenge vorkommt, namentlich im Vergleich mit den üblichen Lobeserhebungen der Reisebücher, der vergleiche Fergusson (S. 5): It is only in India that the two systems can now be seen practised side by side, — the educated and intellectual European always failing because his principles are wrong, the feeble and uneducated native as inevitably succeeding because his principles are right. The Indian builders think only of what they are doing and how they can best produce the effect they desire. In the European system it is considered more essential that a building should be a correct copy of something else than good in itself — — —

[596] An der Ecke zwischen Esplanade Market road und Cruikshank road.

[597] Victoria Terminus, Great Indian Peninsular Railway.

[598] Ein wohlhabender Jude, der Wohlthäter seiner armen Glaubensgenossen aus Bagdad, der Gründer grossartiger Fabriken (von Baumwollen- und Seiden-Stoffen) und Docks, der Stifter zahlreicher öffentlicher Anstalten, wie der Gewerbe-Schule und des Albert-Museum.

[599] Wo die Seeleute, Dank der Wohlthätigkeit indischer Fürsten, namentlich des von Baroda, billige und angenehme Wohnung finden.

[600] Elphinstone reclamation, Mody Bay reclamation.

[601] New-Orleans hat 1885/86 über 6 Millionen Centner ausgeführt.

[602] Gesammtwerth dieser 6 Millionen Centner 240 Millionen Mark. — Die Baumwollen-Ernte der Erde betrug 1884 an 1600 Millionen Kilogramm = 32 Millionen Centner. Von den 1882/83 im Welthandel nachweisbaren 42 Millionen Centner stammten 32 aus den Vereinigten Staaten, 7 aus Ostindien, 2½ aus Aegypten. Für 1890 beziffert sich die gesammte Baumwollengewinnung auf 2800 Millionen Kilogramm, davon entfallen auf Ostindien 552.

[603] Ein Deutscher, der grade nach Bombay kam, wurde von einem Engländer gefragt, ob er die Reise wegen Lord Hawkin’s Kampfspiel unternommen. Der Deutsche erwiederte: „Dann müsste ich verrückt sein.“ Der Engländer fragte: „Wie so?“

[604] Dieser Theil von Hornby road wird auch auf einzelnen Karten als Esplanade Market road bezeichnet.

[605] Noch vor zehn Jahren war dieser Zwischenraum zwischen der englischen und der einheimischen Stadt fast unbebaut.

[606] An ihrer Kreuzung mit Parell road.

[607] Zendavesta, Vendidad V, 67 und 68. (Es spricht Ahura-mazda.) „Das ist die Reinigkeit, o Zarathustra, das Gesetz: Wer sich selbst rein hält durch gute Gedanken, Worte, Handlungen.“ Z., Jaçna, XII, 2: „Ich ergreife alle guten Gedanken, Worte und Werke.“ Und an sehr vielen anderen Stellen.

[608] Cap. 44, 45.

[609] I, 131.

[610] Geboren 1827 in Würtemberg, 1859 Professor im Poona College bei Bombay. 1868 Professor in München, † 1876.

[611] Der eigentliche Namen in den Pehlwi- (Pahlavi-) Büchern der Parsi lautet Avistak va zand, d. h. Lehre und Erklärung. Avistak (von vista, das gewusste, offenbarte, vid = wissen, das an Veda erinnert,) bedeutet die Lehre des Zoroaster und seiner Nachfolger; Zand die Erklärung dieser alten, dunklen Lehre, erst in der alten Sprache, später und hauptsächlich aber in Pahlavi. Das Wort Zand gehört zur Wurzel zan (Sanskrit jnâ, griechisch γνω) und bedeutet eigentlich Wissenschaft. In der Bibel der Parsi folgt immer auf einen Vers der eigentlichen altiranischen Avesta eine wörtliche Uebersetzung im mitteliranischen Pahlavi, mitunter mit erläuternden Erklärungen.

[612] Es ist wahrscheinlich, dass die alten Gesänge erst von Mund zu Mund, wie die Veden, fortgepflanzt und dann, in Keilschrift, auf Kuhhäute verzeichnet worden waren. — Pahlavi scheint = parthisch zu sein und „alt“ zu bedeuten.

[613] Beim Gottesdienst entzünden sie ein Feuer auf heiligem Becken.

[614] Nach seinem Tode wurde von E. W. West die zweite Auflage besorgt: Essays on the sacred language, writings and religion of the Parsis. London 1878.

[615] Von gai, singen; derselbe Name kommt auch in der Sanskrit-Literatur vor.

[616] Ahura = lebendig, wie ayur = Leben im Sanskrit; mad = gesammt; dhao = Schöpfer.

[617] Unser Wort Paradies stammt aus dem Iranischen pairi-deza, Um-Wallung, Garten (wie περί-βολος). Das Wort gelangte in’s Hebräische (pardes) und ins Griechische (παράδεισος).

[618] So heisst heute Zarathustra.

[619] 1819 zu Meerut in Indien geboren, hat er zu Glasgow und Giessen Chemie studirt, wurde Professor der Chemie in Edinburgh, Oberaufseher der Museen und Gewerbe-Schulen, Generalpostmeister, Sprecher des Unterhauses und hat ausser vielen andren Werken eines über die Grundsätze der Chemie verfasst.

[620] Procès verbal de la séance de la douzième assemblée générale de la Société pour la propagation de la crémation.

[621] unter den Parsi sind, wie unter den Chinesen und Japanern und allen Völkern alter Cultur, viele kurzsichtige Brillenträger; unter den Hindu weniger, da bei ihnen die Gesammtzahl der Gebildeten stets geringer geblieben.

[622] Ausserdem auch Tho. Cook.

[623] Acht von ihnen sind jetzt zerbrochen.

[624] Derselbe macht etwa 35 Kilometer in der Stunde.

[625] Der zweispännige Postwagen kostet für die dreitägige Fahrt hin und zurück nur 42 Rupien.

[626] 1 + 2 = 20 + 2 Millionen Mark, 3 und 4 unschätzbar.

[627] Das einzige, was man sieht, sind Tropflöcher unmittelbar am Eingang der Felsentempel und beginnende Verwitterung einzelner Bildsäulen. Hier und da ist von roher Hand absichtlich Verstümmelung verübt worden. — In Elephanta haben die Portugiesen schlimmer gehaust.

[628] Aus frei stehenden Felsblöcken haben die dravidischen Hindu einsteinige Tempel ausgehauen, z. B. zu Mahavellipur bei Madras.

[629] Auf jedem Pfeiler steht ein Blumenkorb, aus dem die von frei ausgemeisselten Blumenwindungen umgebene Säule zur Decke emporsteigt.

[630] Da der Abfall des Hügelrückens nicht sehr steil ist, war meist ein Vorhof nothwendig.

[631] Die meisten dieser Höhlen haben eine flache Decke.

[632] Der Schmuck der Säulen mit Figuren und Palmenblättern ist wunderbar.

[633] Bildsäulen von Buddha und ihre Verehrung sind, nach den Denkmälern, nicht bekannt vor dem 1. Jahrhundert n. Chr. (Caïne setzt jenen Bau in das Jahr 1306 n. Chr.?)

[634] D. h. der Auswurf. Ob die Buddhisten von den Schiwa-Verehrern so genannt wurden?

[635] Auch eine klingende Säule wird dem Reisenden gezeigt. Das Klingen hängt ab von der Spannung.

[636] Dabei ist die Rupie dieses Staates von Haiderabad minderwerthig; die Kupferscheidemünze sieht aus wie ein gestempelter Bonbon.

[637] An diesem Tag vergass ich, die Zahl aufzuschreiben.

[638] Der in der Mitte der Insel (mit der Erhebung des Djebel Schamschan) bis zu 1760 Fuss emporsteigt.

[639] XXVII, 23 und 24. „Haran und Canne und Eden, sammt den Kaufleuten aus Seba, Assur und Kilmad sind auch deine (Tyrus’) Kaufleute gewesen. Die haben alle mit Dir gehandelt mit köstlichem Gewand, mit seidenen und gestickten Tüchern, welche sie in köstlichen Kasten, von Cedern gemacht und wohl verwahrt, auf deine Märkte geführet haben.“

[640] εὐδαίμων, glücklich.

[641] Three hours in Aden. Bombay, Educational Society Press, 1891.

[642] Die deutschen Quellen setzen meist 600.

[643] Das neueste Conversations-Lexicon von Brockhaus (1893, I, 140) sagt irrthümlich: „41960 E., meist mohammedanische Hindu.“

[644] Aden ist der Präsidentschaft Bombay unterstellt, doch sind dem Befehlshaber seit 1864 grössere Befugnisse eingeräumt.

[645] 1892 Einfuhr (aus ausserindischen Ländern) 26¾, Ausfuhr 30 Millionen Rupien.

[646] Main-Pass.

[647] Die Rupie reicht bis hierher.

[648] Die Kanal-Gesellschaft stellt dieselbe und die Arbeiter, lässt sich aber dafür tüchtig bezahlen.

[649] Eine besondere Süsswasserleitung vom Nil nach Ismailija, in der Mitte der Land-Enge, und von da südlich bis Suez musste angelegt, Baggermaschinen von vorher ungekannter Mächtigkeit gebaut werden.

[650] Le canal de Suez, par Ferdinand de Lesseps.