Gebet einer Wöchnerin bei ihrem ersten Besuch des Gotteshauses.

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Mein Gott! „Durch die Fülle Deiner Gnade betrete ich Dein Haus, bücke mich vor Dir in Deinem Heiligtume in Ehrfurcht.“ Wie schön und lieblich ist diese Stätte! Wie fühle ich hier doppelt die Nähe meines Gottes! Ja, mein Gott! ich danke Dir, daß Du meinen Fuß wieder geleitet hast, die Schwelle Deines heiligen Tempels zu überschreiten.

Du hast in Deiner Liebe und Güte (aufs neue) ein heiliges Gut mir anvertraut, daß ich es treu bewahre nach Deinem Willen. O, so höre auch mein Gelöbnis, daß ich es so halten und hüten will, um jederzeit mit freudigem Bewußtsein Rechenschaft vor Dir ablegen zu können. Du hast mir (wieder) ein holdes Kind geschenkt und mit dieser Gabe mein Herz beglückt, darum will ich nun Dir geloben, daß ich es erziehen will in Deinen Wegen. Du hast (wiederum) meine Kraft gestärkt, darum will ich sie anwenden in Deinem Dienste, in Tugend und Frömmigkeit.

O, sei auch Du ferner mit mir! Laß das Kind zu meiner und zu seines Vaters Freude wachsen und erblühen, und wenn es einst herangewachsen ist, so mache es angenehm vor Dir und den Menschen. Möge es immerdar in Deinen Wegen wandeln und sein Name . . . . . . . ehrenvoll genannt werden.

Dich preise ich, mein Gott, Dir danke ich, und zu Dir bete ich.

Alles Gute kommt von Dir, Du warst mein Wohltäter, Du bist es und wirst es bleiben fürderhin. Amen!

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