26. December.

Alles im Gleichen: die Dysenterie ist noch unerbittlich, ebenso der Regen, ebenso die feuchte Hitze. Das Schlafen bei Nacht hat seine Schwierigkeiten: in der Cabine ist's zu warm, auf Deck zu nass, – ich lege meine Matratze in eine Ecke des Claviersalons und trachte dort in Gesellschaft beider Collegen die Misèren zu vergessen. – Heute sollen wir S. M. Corvette »Fasana« mit dem Erzherzog Leopold an Bord gekreuzt haben, ich selbst konnte bei diesem Regen nichts sehen. – Neptun hat meine ihm am Wege nach Peradenia erwiesene Wohlthat nicht vergessen: ich rettete ihn dort von den singhalesischen Kötern, deren er sich, vom Laufen ganz erschöpft, nicht mehr erwehren konnte, indem ich ihn auf unseren Wagen hinaufhob und seine Gegner vertrieb. – Seitdem kennt er mich und leckt mir dankbar die Hände. – Die Hündin Bompa ist von der Hitze sehr angegriffen und frisst nicht mehr, hoffentlich übertaucht sie es. Ich lese Bock's »Land des weissen Elefanten«, um doch einige Vorkenntnisse für Siam zu erwerben, lerne aber verteufelt wenig daraus.

27. December.

 Das Wetter ist schon grauslich; was man anrührt, klebt und pickt, in den Cabinen ist es schier unerträglich, auf Deck tropft es überall durch, dazu die unerhörte Schwüle; die Luft ist zum Ersticken – der Teufel hole die Tropen!
 Biegeleben spricht von einer Spritzfahrt nach Java, wenigstens bis Batavia, die wir von Singapore aus unternehmen sollen. Wenn es nur dazu kommt! Heute fahren wir gegen Mitternacht an der Nordspitze von Sumatra vorbei, nur wenige Meilen von Atchin, das wie gewöhnlich in hellem Aufruhr gegen die Holländer sich befindet. – Ein Jammer, dass wir davon nichts sehen, da Mersa von der prachtvollen Vegetation und den Farben dieser letzteren schwärmt; der »Poseidon« kommt halt nicht von der Stelle, die in Aden eingenommene Kohle ist sehr schlecht und die Maschine ist verletzt, – wo, ist hier nicht herauszufinden. Wir machen kaum 9½ Knoten mit vollem Dampfe! Und wir sind noch alle krank!

BRODFRUCHT