Vorwort.
Die Londoner Königliche Gesellschaft der Wissenschaften unterbreitete im Februar 1768 dem Könige Georg III. von England die Bitte, eine Expedition ausrüsten zu wollen, um auf einer Insel in der Südsee den Durchgang des Planeten Venus durch die Sonnenscheibe im Jahre 1769 zu beobachten. Die Admiralität wählte auf des Königs Befehl die Barke Endeavour, ein gutes Schiff, und vertraute das Kommando dem damaligen Schiffsleutnant James Cook (geb. am 27. Oktober 1728, ermordet auf Hawai am 14. Februar 1779) an. Die Gesellschaft selbst bestimmte Tahiti zur Beobachtungsstation und den Gehilfen der Königlichen Sternwarte zu Greenwich, Charles Green, zu ihrem Vertreter.
An dieser Expedition nahm auch Sir Joseph Banks (geb. am 4. Januar 1743, gest. am 19. Juni 1820), ein reichbegüterter Edelmann und berühmter Naturforscher, mit seinem Assistenten Dr. Solander und mit zwei Zeichnern auf seine Kosten teil, um die Pflanzen- und Tierwelt Ozeaniens zu erforschen. Diese glänzend durchgeführte Expedition begründete Cooks Ruhm als Seefahrer und Entdecker. Als Verfasser der Geschichte seiner ersten Weltreise, die einen der großartigsten Bucherfolge aller Zeiten aufzuweisen hat, war Cook nur indirekt tätig. Die Herausgabe dieses epochalen Werkes besorgte Dr. J. J. Hawkesworth auf Veranlassung der Admiralität und auf Grund der Tagebücher der Herren Cook, Banks und Dr. Solander, denen das Manuskript im Palaste der Admiralität vorgelesen und zur Korrektur ausgehändigt wurde. Dann erst erfolgte 1773 die Drucklegung in drei Bänden, die wir in erschöpfendem, von allen Weitläufigkeiten befreitem Auszug unserer Sammlung »Kulturgeschichtliche Dokumente« einfügen, denn Cooks erste Weltreise war eine Kulturtat ersten Ranges, durch die sich Cook ein unvergängliches Verdienst um Wissenschaft und Menschheit erworben hat.
W. F. v. B.