Sechster Gesang.
[41] Vers 83.
Eutropius in seinem Diar. Exped. Tunet. p. 325. (Rerum Germ. Scrip. apud Schard), sagt ausdrücklich: daß vor Allen die Deutschen bei der Landung, über jeden Aufschub ungeduldig, sich auf ihren, in das Wasser gesenkten Speeren auf das Land hinaus geschwungen, und den Kampf mit dem Feinde sogleich begonnen haben.
[42] Vers 79.
Pizarro (Francisco), ein Spanier, von unbekannter Herkunft, ging mit noch andern Abenteurern nach der neuen Welt, verband sich im J. 1524 mit Diego d’Almagro, und eroberte Peru, nachdem er den Inca Atahualba auf eine grausame Art hatte hinrichten lassen. Er war schon früher zum Statthalter der neu zu entdeckenden Länder ernannt worden, und er traf wirklich sehr viele Vorkehrungen zum Besten jener Länder, die um so mehr in Erstaunen setzen, da er nicht einmal des Lesens und des Schreibens kundig war. Er wurde im Jahr 1541 durch einen Anverwandten Almagro’s getödtet, nachdem früher dieser von Pizarro zum Tode verurtheilt worden war. Die Stadt Lima verdankt ihm ihre Gründung. Sonst ist sein Nahme mit der Beigabe eines grausamen Eroberers auf die Nachwelt gekommen. (Siehe W. Robertson History of America in II Volumes London 1777.)
[43] Vers 386.
Casas (Bartholomeo de las), Bischof von Chiapa in Mexico, im J. 1471 in Sevilla geboren. Schon in seinem 19. Jahre reiste er mit dem Weltentdecker Columbus nach St. Domingo, kehrte aber von dort wieder nach Spanien zurück, um sich im Orden der Dominikaner zum Missionär vorzubereiten. Voll glühendem Enthusiasmus für ein wichtiges Anliegen der Menschheit, stand er beinahe durch 50 Jahre als ein Anwald der mißhandelten Einwohner der neuen Welt da, und schrieb, und unternahm häufige Reisen nach Europa, sie vor dem Throne zu vertreten; doch war das Interesse so vieler Großen dabei gefährdet, und er starb im Jahr 1556 zu Madrid, ohne daß er bedeutende Vortheile für jene erwirkt hätte. Unter seinen Schriften (gedruckt Sevilla im J. 1552) ist auch eine Geschichte von Westindien. (Siehe Perez del Castillo Mex. Hist.)
[44] Vers 521.
Freundsberg (Georg von Frundsberg, Frondsberg &c. Herr von Mindelheim, geb. 1475 und gest. 1528 daselbst), kaiserlicher Feldherr, wegen seiner persönlichen Tapferkeit und Leibesstärke berühmt, da er ein wildanlaufendes Pferd sogleich fest halten, und den stärksten Mann mit einem Finger von der Stelle drängen konnte. Er bildete sich unter Max I. und Carl V. in der Kriegskunst aus, half dem Letztern die Schlacht von Pavia (im J. 1525) gewinnen, und führte auch das folgende Jahr 12,000, auf eigene Kosten geworbene Krieger, dem kais. Feldherrn Carl von Bourbon, gegen Clemens VII. nach Italien zur Verstärkung zu, wo ihn bei Ferrara, bei einem Aufstand der Krieger wegen rückständiger Löhnung, der Schlag traf, und dann zwei Jahre darauf sein Tod erfolgte. (Siehe Herrn Georgen und Kasparn von Frundsberg ritterliche Kriegsthaten. — Jov. in Elog. Hist.)
[45] Vers 592.
Byrsa hieß die Burg von Karthago, auf dem Gipfel eines steilen Felsens, um welchen ringsher die einst mächtige Stadt Karthago erbaut war. Dort befand sich der herrliche Tempel des Aeskulap, zu welchem man auf 50 Stufen hinanstieg, und in dessen Flammen die Gattinn Hasdrubals, der zu dem Zerstörer Karthago’s, Scipio, überging, sich stürzte, nachdem sie vorher im Angesichte der Römer und ihres feigen Gemahls, ihre beiden Kinder ermordet hatte. J. 146 vor Chr. G. (Siehe Vierthalers phil. Gesch. der Menschen und Völker. V. Band.)
Siebenter Gesang.
[46] Vers 85.
Zama, der Ort, vor welchem der große Held Karthagos, Hannibal, durch den römischen Feldherrn Scipio im J. 201 vor Chr. überwunden ward, lag zwischen Adrumetum und dem, fünf Tagreisen davon entfernten, Karthago.
[47] Vers 190.
An dem Ufer des Bagrada (h. z. T. Medscherdah), der nicht fern von Utika vorüberfloß, soll der Consul M. Atil. Regulus eine ungeheure Schlange, deren Länge auf 120 Fuß angegeben wird, mit Katapulten beschossen, und getödtet haben. (A. Gell. L. VI. c. 3. — Valer. Max. L. I. c. 8.) Wahrscheinlich war sie eine Riesenschlange (Boa Constrictor).
[48] Vers 329.
Barda heißt die Sommerresidenz des Dey von Tunis, mit einem weitläufigen Schlosse, und den schon zu Carls V. Zeiten berühmten bardäischen Gärten an der Küste von Maritia. Sie liegt an der Westseite von Tunis, und hängt durch die Gärten mit der Stadt zusammen.
[49] Vers 410.
Houris sind, nach Muhameds Lehre, die blendend schönen Jungfrauen, welche von zarter, ätherischer Gestalt, die Seligkeit der Männer in seinem Paradiese ausmachen. Die Schilderungen von ihnen sind ganz in dem orientalisch-üppigen Geschmack entworfen.