Ein unfreiwilliges Bad.
Die Badeeinrichtung auf dem Schiffe ist ganz anders, als man sie zu Hause hat. Durch ein Rohr wird das Meerwasser in die Wanne geleitet und je nachdem man heiß oder kalt wünscht, hat man den einen oder den andern Verschluß aufzudrehen. Für Süßwasser befindet sich ein Behälter, woraus für jeden Badnehmer ein kleines Becken voll geführt wird. Da das salzige Meerwasser sich unangenehm an dem Körper bemerkbar macht, so benutzt man dieses Süßwasser zum Nachspülen und Nachwaschen. Übrigens ist letzteres sehr kostbar auf den Schiffen und wird mit demselben äußerst sparsam umgegangen. Ich kannte die Einrichtung mit dem Auf- und Zudrehen der Hähne nicht recht, und als das Schiff in der Mündung jenes trüben Flusses, des Jangtsekiang, vor Anker lag, ging ich zum ersten Male aus Langeweile in die Badestube und drehte ahnungslos an dem einen Hahn. Da erhielt ich auf einmal von der Decke einen Sprühregen des trüben Wassers über meinen Kopf und die ganze Kleidung. Ich hatte unglücklicherweise den Hahn der Brause gefaßt. Bevor ich noch recht zur Besinnung kam, hörte ich mit Donnerstimme den Ruf: »Was machen Sie da!« und der Badesteward trat herein. Er sah mich mit böser Miene an, sagte, daß das Rohr von dem trüben Wasser des gelben Flusses verstopft werde, wenn man ihn jetzt öffnete, daß überhaupt das Baden nur während der Fahrt auf offenem Meere erlaubt sei, aber nicht, wenn das Schiff stille läge wie jetzt. Durchnäßt wie ein Pudel, von dem trüben gelben Wasser des Jangtsekiang von oben bis unten beschmutzt, von dem Donnerwetter des Badestewards noch ganz niedergeschmettert, schlich ich davon in meine Kajüte, um wieder einen ordentlichen Menschen aus mir zu machen. Diese Begebenheit ist unter meinen Landsleuten als mein »unfreiwilliges Bad« bekannt geworden.