445. Die heilige Georgenfahne zu Tharand.
(Die Ruinen von Tarant. Ein Beitrag zur Kunde der Vorzeit etc. Dresden, Joh. Sam. Gerlach, 1795, S. 20.)
Im Jahre 1190 erlitt die Burg Tharand das Unglück, daß sie in Feuer aufging, wobei sich noch obendrein ein großes Wunder ereignete. Es flog die daselbst seit einiger Zeit aufbewahrte heilige Georgenfahne, die im Kriege wider die Ungläubigen viele Wunder gethan hatte, während des Brandes vor aller Augen zum Fenster unversehrt hinaus, und niemand wußte anzugeben, wohin sie gekommen war.
Von dieser heiligen Georgenfahne wird erzählt, daß sich dieselbe Ludwig der Fromme, Landgraf zu Thüringen, im Kriege gegen die Sarazenen vortragen ließ. Als er bei Akkon blieb, ward die Fahne erst auf die Wartburg und später nach Tharand geschafft. (Merkels und Engelhardts Erdbeschr. v. Kursachsen, 2. B., S. 103.)