693. Der Donatsturm zu Freiberg.
(Curiosa Sax., 1736, S. 171. Darnach Gräße, Sagenschatz, No. 286. Gießler, Sächs. Volkssagen, Stolpen o. J., S. 275.)
Auf dem sogenannten Donatsthore in Freiberg befindet sich ein runder und sehr starker Turm, dessen Mauern 9 Ellen dick sind und den angeblich die Bergleute, so jeder nur einen Pfennig von seinem Solde abgegeben, haben erbauen lassen. Wenn man um die Stadt Freiberg herumgeht, so sieht man, wenn man vom Erbischen Thore nach dem Donatthor zugeht, einen kleinen viereckigen Wachtturm, hinter den sich, sobald man demselben gleichsteht, der große Donatturm verkriecht, also daß man an solchem nichts mehr als den Knopf von der oben darauf stehenden Fahne sehen kann, trotzdem daß der große Turm mehr als einmal so hoch ist, als der nächst vorstehende Wachtturm.