739. Das alte Schloß Mulda.
(Mündlich.)
Oberhalb des Ortes Mulda bei Freiberg zeigt man am linken Muldenufer in der sogenannten »Grüne« einen Platz, auf welchem einst ein altes Schloß stand. Von den Ruinen ist seit einer Reihe von Jahren nichts mehr zu sehen, da man die Steine bei einem Wegebau verwendete. Die Sage erzählt nun, daß nach dem Schlosse eine kupferne Wasserleitung von dem Brunnen auf dem Burgberge geführt habe und daß dasselbe von einem gewissen Hegewald niedergerissen worden sei. Die Steine verwendete derselbe zum Aufbau des jetzigen Rittergutes. Als das Schloß niedergerissen wurde, fand dieser Hegewald (er hieß mit dem Vornamen Zacharias, wurde 1670 geboren und starb 1731), wie der Volksmund erzählt, in dem Gemäuer einen großen Schatz, den er in einem Sacke auf der Schulter nach dem neuerbauten Rittergute trug. Die Last war aber so schwer, daß sie ihn auf dem Wege erdrückte. Früher soll auch in dem Rittergute ein Bild zu sehen gewesen sein, welches diese Begebenheit darstellte.