37.
Berlin, d. 10. März 1809.
Lieber Bruder,
Ich hoffe, Du wirst es selbst billig finden, wenn ich Dich auffordere, so schleunig, als es Dir irgend möglich ist, an unsern Vater einen der seit 1805. ausgesezten Termine von 50. Rthlr. auszuzahlen. Ich ersehe aus deßen Schreiben, wie das auch ohnedies zu erwarten war, daß derselbe durch den französischen Krieg und die Kriegssteuer in seiner Nahrung sehr zurükgesezt worden; so daß ich selbst aus meinem Beutel einen Vorschuß machen würde, wenn ich nicht durch dreivierteljährige Krankheit und Verdienstlosigkeit selber in eine enge Lage gekommen wäre. – Uebrigens gebe ich Dir es auf Deine eigne Ehrliebe, und Gewißen, daß von der nur zu großen Gutwilligkeit unsers Vaters gegen seine Kinder hier kein Gebrauch gemacht, sondern ihm die Summe wirklich und in der That baar ausgezahlt werde.
Die Pappiere meiner Berechnung mit Dir sind, nebst andern Manuskripten, in Erlangen liegen geblieben, von woher ich sie nicht so schnell haben kann. Ich lade Dich darum ein, so schnell, als möglich mir Deine Berechnung mit mir einzusenden, damit ich Dir über alles abgezahlte eine Generalquittung geben könne. Meinen herzlichsten Gruß an die Deinigen von mir und den meinigen.
Dein treuer Bruder
Fichte.
Aufschrift:
Meinem Bruder
Johann Gottlob Fichte
zu
Elstra.
d. Einschluß.
Aus dem folgenden Briefe seiner Gattin, der in wenigen Zügen ein reizendes Familienbild entwirft, erfahren wir, daß Fichte schon im Sommer 1809 mit einigem Erfolg das Bad besucht hatte.