VI.

Wir sind durch einen andern Weeg wieder in unser Land gegangen, und haben Sie nicht mit nehmen können[119]. Es ist auch iezt Herzoginn Mutter in Ilmenau, ob Sies gleich wohl auch hätte freuen können Ihr dahin zu folgen.

Nun bitte ich inständig um die Basreliefs weil ich gern möchte die Rahmen fertigen lassen in ihrer Abwesenheit.

Gern unterhielt ich Sie von dem gebetnen Tische und von andern Sachen aber ich weis schon wies einem mit Ihnen geht.

Schicken Sie mir doch ein paar Zeichnungen zu steinernen Garten Bäncken ganz simpel aber schöne Formen.

Wenn ich von Ilmenau komme hören Sie mehr von mir.

Von dem Tische schreib ich Ihnen meine Gedancken. Ich hab mir wieder so ein fest Bild gemacht wie er aussehn soll und das ist wieder ein bisgen gothisch. Wir werden wieder Händel haben; es ist so schlimm was für mich zu machen als für irgend einen Philister. Schreiben Sie und schicken Sie bald.

d. 15 Jun. 78.
Goethe.

[119] Goethe war mit dem Herzog Anfang Mai in Leipzig gewesen, und dann mit ihm nach Berlin gereist, von wo sie Anfang Juni nach Weimar zurückkamen. Briefe an Frau v. Stein I. S. 165 ff. Merck Briefe II. S. 140. 146. Riemer Mittheilungen II. S. 59 f.

VII.[120]

Weimar den 10 Merz. 1780.

Meinen besten Dank werthester Herr Professor bezeige ich Ihnen für das gütig überschickte. Das Gefängniss soll abgezeichnet sogleich wieder zurückkommen.

Sie schreiben: „das mitfolgende auf Papier entworffene soll Schuman in des obigen Tone ausführen“ ich finde aber nichts worauf sich diese Linien beziehen könnten.

Die Zeichnung des Tischfuses liegt wieder bei ich wähle die terms und bitte Sie versprochnermassen so wohl um die Reinlichkeit des Details als um die Stellung, Construktion und Verbindung des Ganzen.

Auch ersuche ich sie mir bald möglichst einen Theaterleuchter zu schicken, denn wir sind bald so weit dass wir des Lichts bedürfen.

Sie stehen mein lieber Herr Professor mit noch verschiednen andern Sachen auf meinem Zettelein und ich bitte Sie aber und abermal ja Ihren Plan sicher zu machen, dass Sie mit eintretendem Frühjahr bei uns sein können.

Den Brief werd' ich besorgen und die Kiste erwarten.

Goethe

[120] Von hier an sind die Briefe nicht mehr von Goethes Hand geschrieben.