Hymne an die ewige Geliebte

Als wir morgens aus Träumen auffuhren,

War das kleine Zimmer voll Hyazintenduft,

Die Mutter Gottes schwebte auf einem

Silbernen Seile

In der blauen Nacht,

Schwarzen Gewandes,

Nur die kleinen goldenen Schuhe glänzten

Und das schmale Gesicht (. . . verwesungs-grün . . .).

Christus aber brach aus der feuchten Wand

Mit grünen aufgequollenen Füßen,

Sich krümmend und heulend.

Unsere Straße baut sich immer höher empor

Von den vielen Heimwegen.

Das Trottoir glänzt,

Die Pappeln rauschen,

Die Bogenlampen zerwerfen sich,

Der Spritzwagen der Straßenreinigungsgesellschaft

Rattert herum, ein Mensch hängt immer

Über einer Bank.

Du stehst mir bei in meinen Zusammenbrüchen,

Ich stütze dich bei deinen Ohnmachten.

Man hilft sich.

Wir haben noch zwei Mark fünfundsechzig.

(. . . Café — Kino — Automat . . .)

Wie herrlich leuchtet die Sonne in

Unser letztes Geschwank!! —

Dein Gang schwebt im Gefäll der frühen Winde.

An deinem Munde trink ich Leben, Tod.

Dein Leib reißt Trunkenen mich zu Hölle, Grab.

Dein Lächeln, das der Greisin, das des Kindes,

Und deine Haare wie Gebüsche rot

Voll Feuersbrunst. Dein Antlitz blaß-zernagt.

Der Weg steigt durch die Nächte hoch und frei,

Am Ende er in Morgenröte sticht.

Er schwebet in den Lüften wie ein Boot.

Die Städte fallen um mit viel Geschrei.

Hernieder saust des eisigen Monds Gewicht.

Ein schwarzer Engel steht in Brand und loht.

Ich will dich in dem Bett, wo wir zu zweit

Erwarten Gottes Stoß und Überfall,

Warm decken mit des Mantels warmem Tuch.

Da deine Augen fließen, Meere weit,

Da wirbeln toll der Stürze Schaum und Schwall . . .

Wir tun ergeben treu dem letzten Spruch.