Im Heidekraut

I

Auf der Klippe

Hoch oben lieg ich,
im Heidekraut,
hoch über den dunklen Wäldern,
hoch auf sonnenglühendem Geklipp.

Ich denke, ich treibe auf einem endendlosen Meer,
Das Spiel seiner Wogen ist das helle Himmelsblau,
das unaufhörliche Rauschen und Wühlen des freien Bergwindes in den hohen Kronen,
Vogelgezwitscher und wehende Düfte,
Summen, Schrillen und Knistern der Käfer,
die hundert Geräusche der windbewegten Zweige,
blitzende Strahlen
und ruhende, gleitende Lichter,
wellende Farben
und das Blinkern und Donnern der Wildwasser –
und meine Gedanken,
meine dummen Gedanken ...
Mit Strömen von Wärme und Licht rauscht die Welt Lieder durch meine Pulse,
dunkle, grausige, süße Lieder der Einheit.
Über die blauen Täler hin,
in die weite, sonnige Welt hinein
schwatzt dich meine Sehnsucht,
du liebes, unergründbares Rätsel;
neckt sich mit kindlichen Torenworten
die uranfängliche Kraft,
ihr eigenes Rätsel
und ihres eigenen Rätsels Sinn ...