5. Die Weihung des Taufwassers.

Nach der Salbung ging der Priester oder auch der Bischof daran, das Taufwasser zu weihen. Das erste Beispiel davon findet sich bei Tertullian. „Tertullian fing unstreitig an,“ schreibt Münter, „mit der Lehre von der Taufe Aberglauben zu verbinden; denn er war der erste, der dem Wasser eine physische Kraft zuschreibt.“[242] Tertullian äußert sich darüber wie folgt: „Jedes Wasser erlangt vermöge der alten Prärogative seines Ursprungs die geheimnisvolle Wirkung der Heiligung durch die Anrufung Gottes. Denn es kommt sofort der Geist vom Himmel darüber herab und ist über den Wassern, heiligt sie aus sich selbst, und so geheiligt saugen sie die Kraft des Heiligmachens in sich ein. Also wird, nachdem die Gewässer durch Dazwischenkunft des Engels gewissermaßen mit Heilkräften versehen wurden, auch der Geist im Wasser leiblich abgewaschen und das Fleisch ebendaselbst geistig gereinigt.“[243] Nach Dionysius’ Angabe ging die Weihung in folgender Art vor sich: „Während der Priester die Salbung vollendet, geht der Bischof zur Mutter der Gotteskindschaft (denn so nennt er das Taufbassin), heiligt ihr Wasser durch heilige Anrufungen und vollendet es, indem er das heiligste Öl dreimal in Kreuzesform eingießt, er damit zugleich das Zeichen des Kreuzes macht.“[244] Cyprian erklärt, daß das Wasser erst durch den Priester gereinigt und geheiligt werden muß, auf daß es die Macht habe, die Sünden der Menschen wegzuwaschen. Auch Basilius erwähnt diesen Brauch, doch zeigt er dabei, daß derselbe nicht auf Verordnung der hl. Schrift beruhe, sondern in der mündlichen Überliefernng seinen Grund habe.[245]