Blumenkörbe.

Das wissen alle Hausfrauen ganz gut, daß die reichlich verwendeten Blumenkörbe fast immer absolut geschmacklos und unpraktisch waren. Daß Niemand in seinem Hause einen praktischen und ästhetisch befriedigenden Blumenkorb aufweisen konnte, hatte einen ganz einfachen Grund. Es gab keinen also beschaffenen Blumenkorb. Was bislang für geschmackvoll galt, war ein Blumenkorb mit einem aus imitiertem Astwerk gefertigten Gestelle, womöglich braun gestrichen oder gar bronziert oder sie waren geflochten und hatten Voluten und andere stilvolle Ornamente aus Weidenruten und Flechtwerk aufgesetzt, die als wahre Staubfänger in kurzer Zeit ein scheußliches Aussehen bekamen und ob ihrer augenscheinlichen Zwecklosigkeit in das Gebiet des lächerlichsten Unfugs gehören. Künstler und Kunstgewerbler haben sich in letzter Zeit mit den Formen des Blumenkorbes befaßt. Soweit diese Lösungen bekannt geworden und in den Handel gekommen sind, läßt sich ein bedeutender Schritt zur Zweckmäßigkeit und wohltuenden Einfachheit konstatieren. Formen sind im Handel, die aus Pfefferrohr und Flechtwerk hergestellt, die Ansprüche des guten Geschmackes wohl erfüllen. Aber es liegt immerhin noch ein weites Feld für die Erfindung schöner und praktischer Formen, sowie für die Anwendung geschmackvoller Farben offen. Der große Anreger auf kunstgewerblichem Gebiete, Alfred Lichtwark, erzählt in seinem Buche »Blumenkultur« (das jedermann lesen sollte, ebenso wie alle seine anderen Schriften), daß ihm berichtet wurde, in Hamburg hätte man früher statt der Blumentöpfe vor jeden Fensterflügel einen langen, eckigen Korb gestellt, als Hülle für vier oder fünf Töpfe. Diese Körbe wären innen und außen gestrichen gewesen. Gesehen hat er sie nicht mehr.

Zusammenlegbares Buffet einer Offizierswohnung v. Arch. Exler.

Diese Einrichtung ist schön und praktisch und Lichtwark knüpft daran die Erörterung der Farbe. »Es ist nichts im Wege, daß man neben dem Grün auch Weiß — was sehr günstig ist — und unter Umständen auch Rot verwendet oder Weiß mit grünen, Grün oder Rot mit weißen Querstreifen. Auch Blau, Purpur, Orange und Gelb sind denkbar, aber schwieriger zu verwenden, sobald man es mit mehr als einer Blume zu tun hat. Für größere alleinstehende Zimmerpflanzen sind Topfhüllen in Gestalt schön bewegter und geschmackvoll gefärbter runder Körbe — Korbvasen — ausgezeichnet zu verwenden. Sie sehen gut aus und haben den Vorzug, nicht zu zerbrechen«.