Neunundzwanzigstes Kapitel.
Kurz nach Weihnachten war es, da wehte auf dem Bergfried des Falkensteins die schwarze Todesfahne. Graf Hoyer hatte das Zeitliche gesegnet, ein Herzschlag hatte den urwüchsigen Stamm gefällt.
Die Trauer um den Hingang des hochgemuten, milden und gerechten Herrn war in der Burg, in seiner Grafschaft und im ganzen Gebirge überall, wo man ihn gekannt hatte und wohin der Ruf seines ritterlichen Wesens gedrungen war, eine große und aufrichtige.
Gräfin Gerlinde war tief erschüttert. Der Verblichene war ihr in ihrer kurzen Ehe ein treuer Gefährte gewesen, der sie mit selbstloser Liebe gehegt und gepflegt, sie auf Händen getragen, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen und mit Freuden erfüllt hatte. Sie wollte sein Andenken allezeit in Ehren halten.
Seinen beiden Söhnen, die am kaiserlichen Hof in Sizilien weilten, wurde die schmerzliche Kunde sofort zugesandt. Das nahm freilich eine lange Frist in Anspruch und geschah von der Abtei Walkenried aus, die im deutschen Reich und bis nach Welschland hinein Zweigniederlassungen hatte. Diese schickten Laienbrüder als stets wechselnde Boten von einem Kloster zum anderen und beförderten auf solche Art von geregeltem Nachrichtendienst Briefschaften und Meldungen in die entlegenste Ferne. Den Harzgrafen, den Adelsgeschlechtern in den benachbarten Gauen und vor allen Eike von Repgow überbrachten Knechte vom Falkenstein die wehmütige Ansage. –
Eike hatte nicht geglaubt, daß er schon so bald wieder dahin zurückkehren würde, von wo er vor fünf Wochen geschieden war. Still ritt er, von zwiespältigen Gefühlen ergriffen, durch den winterlich schweigenden Wald zwischen kahlästigen Eichen und Buchen und dunkeln, in dicke, weiße Schneepelze gehüllte Tannen. Er hatte seinen väterlichen Freund wahrhaft verehrt und geliebt, und der unerwartet früh eingetretene Tod des edlen Mannes ging ihm sehr nahe, aber – Gerlinde war nun frei. Dieses Gedankens konnte er sich trotzdem nicht entschlagen.
Das Wiedersehen der beiden war ein tief bewegtes. Nur einen festen Händedruck und einen ernsten Blick tauschten sie, kein einziges Wort.
Auch die Harzgrafen, die unlängst so einmütig mit Hoyer gegen den Domdechanten gestritten und so fröhlich mit ihn gebechert hatten, fanden sich alle ein, um der Trauerfeier beizuwohnen und ihrem treuen Wappengenossen die letzte Ehre zu erweisen.
Der Prior des Klosters Hagenrode hielt vor den in der Kapelle versammelten Leidtragenden die Exequien ab, und die ihn begleitenden Mönche sangen an der Bahre das düstere De profundis. Nach der Seelenmesse wurde der entschlafene Burgherr in der Gruft unter dem Altar in seinen Steinsarg gebettet.
Dann ritten die Herren den Berg wieder hinab, und auch bei seiner Verabschiedung von Gerlinde blieb Eike so stumm wie bei seiner Ankunft. –
Die junge Witwe schloß sich von allem Verkehr mit der Außenwelt unnahbar ab und lebte in völliger Einsamkeit. Nur ihre Freundin Gräfin Irma von Mansfeld machte ihr einen Beileidsbesuch. Als sie aber eine Andeutung in die Zukunft mit bezug auf Eike wagte, wehrte Gerlinde mit einer Handbewegung jede Aussprache darüber ab.
Niemand konnte ihr ins Herz sehen, ob sich dort Wünsche und Hoffnungen regten, aber verschwiegene, sehnende Grüße flogen durch die Lüfte zwischen ihr und Eike hinüber und herüber. –
Eike nahm aus einem Kloster unweit seiner Heimat ein paar Mönche zu sich nach Reppechowe und ließ durch ihre Hände seine Arbeit vervielfältigen, die er nun an die Harzgrafen und andere ihm befreundete Herren schickte. Von allen erhielt er Dankschreiben voll lobender Anerkennung und geriet dadurch in einen Briefwechsel, der ihm zu großer Genugtuung gereichte und seine Tage ausfüllte.
Als die wärmere Jahreszeit herankam, fing er an zu bauen und sein festes Herrenhaus behaglich einzurichten, als hätte er über kurz oder lang vornehme und verwöhnte Gäste zu beherbergen, und auch diese Beschäftigung machte ihm Freude, besonders im Hinblick auf den Zweck der wohnlichen Veränderungen.
So verging ein Monat nach dem andern. Immer mehr Abschriften des Sachsenspiegel wanderten ins Land zu Fürstenhöfen, Rittersitzen, Schöffenstühlen und Ratskollegien, und bald klang der Name des Verfassers bewundert von Gau zu Gau. – –
Fast anderthalb Jahre waren seit der Vollendung des Werkes verstrichen. Es war wieder Mai, und Eike saß wieder unter den blühenden Apfelbäumen im Garten des Gasthauses am Scheidewege, hatte wieder zwei Becher vor sich auf dem Tische und unsichtbar sich gegenüber seinen unvergeßlichen Freund Hinrik Warendorp, mit dem er stumme Gedankenzwiesprach hielt.
Was sagst du nun, Hinrik? begann er lautlos ohne die Lippen zu bewegen. Jetzt bin ich auf der Brautfahrt und hole mir die in mein Haus, der mein ganzes Herz zu eigen ist. O könntest du mitkommen, Hinrik, und Gerlindes Brautführer sein! Ach, und könntest du mein Buch lesen, Hinrik, über dessen Entstehen und Werden wir so manchesmal beraten und gebrütet haben, in Bologna schon und hier unter diesem blütenstrotzenden Apfelbaum! Erinnerst du dich? Hinrik, Hinrik, du hast mir oft gefehlt im letzten Lustrum, aber niemals so wie jetzt auf dem Ritt zum Falkenstein, hoch über dem waldesgrünen Selketal.
So dachte Eike, nahm die zwei Becher in seine Hände, stieß mit dem einen an den andern und trank aus beiden zu des lieben, toten Freundes ehrendem Gedächtnis. – –
In der Schloßkapelle wurde das Paar vom Hagenröder Prior getraut. Graf Otto, der jetzige Gebieter der Grafschaft, war Gerlindes Brautführer, und bei dem prunkvollen Hochzeitsmahl waren die Mansfelder Herrschaften und die Grafen Heinrich von Hohnstein und Johann von Blankenburg geladene und freudig teilnehmende Gäste.
Dann entführte Eike seine in Schönheit blühende, von Glück strahlende junge Frau nach seiner Heimat an der Elbe, machte aber auf dem Wege dahin Rast mit ihr im Gasthaus am Scheideweg und erzählte ihr an seinem Lieblingsplatz im Baumgarten von seinem Freunde Hinrik Warendorp.
Zu Reppechowe, in der fruchtbaren, doch jedes landschaftlichen Reizes ermangelnden Ebene, fand sich Gerlinde schnell in ihre neue Häuslichkeit hinein und genoß an der Seite des geliebten Gatten eine Herzensseligkeit, der sie oft mit Gesang und Harfenspiel schwärmerischen Ausdruck gab.
In Eikes Arbeitszimmer entdeckte sie ein Andenken, dessen Aufbewahrung sie innig freute. Seinem Schreibtisch gerade gegenüber, so daß, wenn er den Kopf hob, sein Blick darauf fallen mußte, hing an der Wand über dem Schrein, der seine gesammelten Urkunden und Papiere barg, der nun welke Efeukranz, den sie ihm zum Abschiedsmahl auf dem Falkenstein gewunden hatte.
Der Sachsenspiegel hatte einen ganz unvergleichlichen Erfolg und wurde in mehr als zweihundert schönen Pergamentabschriften, zum Teil mit farbenprächtigen, goldgehöhten Initialen, Majuskeln und Randverzierungen verbreitet, Handschriften, die zu den kostbarsten Schätzen staatlicher und städtischer Büchereien gehören. Obwohl nach Eikes Tode von Papst Gregor XI. als ketzerisch verdammt, wurde er doch sehr bald das allgemein und am höchsten geltende Recht im Sachsenlande zwischen Elbe und Weser, dann bis an den Rhein, an Nord- und Ostsee, in den baltischen Provinzen, im slavischen Osten und in den Niederlanden. In manchen Gegenden Deutschlands ist er mit einzelnen seiner Sätze und Bestimmungen noch immer lebendig, und die Rechtsgelehrten finden selbst in vielen neueren Gesetzen seine unverkennbaren Spuren. Auch wurde er die einflußreiche Quelle und das Vorbild für das süddeutsche Gesetzbuch, den noch zu Eikes Lebzeiten entstandenen Schwabenspiegel.
Unbestritten ist der Sachsenspiegel das bedeutendste gesetzgeberische Werk zwischen den Kapitularien Karls des Großen und unserm heutigen Bürgerlichen Gesetzbuch.
Seine Bedeutung reicht aber über das Juristische des Inhalts noch hinaus. Er bewirkte überall, wo er Fuß faßte, einen geistigen, sittlichen und wirtschaftlichen Aufschwung des nationalen Lebens und brachte dem Volke das Bewußtsein nahe, einem durch ihn geschaffenen Ganzen anzugehören, das, ob auch in verschiedene Stämme geteilt, fortan unter einem einheitlichen Recht und Gesetz stand. –
Das Geschlecht derer von Repgow blühte nach seinem gelehrten Ahnherrn noch fast sechs Jahrhunderte. Der letzte seines Stammes, Johann von Repgow, war Oberstleutnant in einem preußischen Füsilierbataillon und starb 1812 ohne männliche Nachkommen.
Um Eikes Stirn aber flocht an Stelle des Efeukranzes, den ihm die Liebe wand, die dankbare Nachwelt den Lorbeer unvergänglichen Ruhmes.
Julius Wolffs
Sämtliche Werke
(Vollständig in zwei Serien)
Inhaltsbeschreibung der ersten Serie
Romane = 8 Bände
Geheftet à 3 M., elegant gebunden à 4 M.
Einzelne Bände werden nicht abgegeben.
Der Raubgraf.
Eine Geschichte aus dem Harzgau nennt Jul. Wolff anspruchslos seinen Roman aus dem Anfang des vierzehnten Jahrhunderts; und gerade dieses Werk bietet ganz besondere Reize. Als gründlicher Kenner seiner Heimat, des Harzes, war er wohl der berufenste Übermittler seiner Geschichte. In den prächtigen Untergrund des an Naturschönheiten reichen Harzgaus hat er markige Gestalten gestellt, charakteristische Figuren, bei denen auch der Humor nicht zu kurz kommt, und einen Liebesroman in die Erzählung verwebt, der sich in scharfen Konflikten bewegt. Die Sprache ist stellenweise hoch poetisch, durchgehend aber fesselnd.
Der Sülfmeister.
Eine alte Stadtgeschichte. Jul. Wolff hat für diesen Roman, der in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts spielt, als Schauplatz der Handlung die alte ehrwürdige Stadt Lüneburg ausersehen, in der ein heftiger Kampf der Bürgerschaft und der Prälaten gegen den Rat entbrannte wegen der vom Rat unrechtmäßig einbehaltenen Einkünfte aus der berühmten Salzquelle, die er zur Deckung unbedacht entstandener Schulden verwenden wollte. Der Böttchermeister Gotthold Henneberg, genannt der Sülfmeister, steht im Mittelpunkt der Handlung, eine historisch verbürgte, charakterfeste Gestalt; das Leben in seinem Hause und in seiner Familie, wie auch dasjenige anderer Handwerker, mit ihren Sitten und Gebräuchen nimmt breiten Raum ein, Schilderungen der herrlichen Lüneburger Heide und der hochinteressanten Stadt mit ihren alten Baulichkeiten sind besonders liebevoll dargestellt. Alfred Buhemann schreibt in seiner Besprechung: »Der Sülfmeister ist eine kulturhistorische Dichtung ersten Ranges insofern, als sie das mittelalterliche Treiben der Zünfte und Handwerker selbst bis ins kleinste mit fast photographischer Form abspiegelt.«
Der Sachsenspiegel.
Eine Geschichte aus der Hohenstaufenzeit. In diesem hat Julius Wolff wiederum den heimatlichen Boden betreten und damit einen seiner besten Romane getroffen in mustergültiger Sprache. Es handelt sich um das berühmte Gesetzbuch, das im dreizehnten Jahrhundert vor Ritter Eyke von Bey auf Schloß Falkenstein niedergeschrieben wurde, von dem noch heute Spuren im BGB. vorhanden sind. Die Personen sind zum größten Teile historisch und urkundlich beglaubigt. Die Anfeindungen, die das hochbedeutende Gesetzbuch von seiten des Klerus zu bestehen hatte, und eine tiefeingreifende Liebesgeschichte, die zu dramatischen Verwicklungen führt, bilden die Haupthandlung, der jedoch auch heitere Szenen beigegeben sind.
Das Recht der Hagestolze.
Eine Heiratsgeschichte, ist durchweg heiteren Inhalts. Das romantische Neckartal, am Ende des vierzehnten Jahrhunderts zur Zeit der unausgesetzten Fehden, ist der Schauplatz dieses Romanes. Ein seltsamer Abschnitt des deutschen Erbrechts jener Zeit, genannt das Recht der Hagestolze, gibt das Motiv zu dieser lustigen Geschichte. Mitgliedern der Rittergeschlechter, die auf den zahlreichen Burgen dort hausten, deren berühmtestes der Landschaden von Steinach war, und der stolzen Herrin der schön gelegenen Minenburg bei Neckargartach, sind die Hauptrollen der Heiratsgeschichte zugeteilt, die sich durch anmutige heitere Episoden auszeichnet.
Die Hohkönigsburg.
Eine Fehdegeschichte versetzt uns in den sagenumwobenen Wasgau mit seien Wäldern und Burgen. Der wechselvolle Gang einer ritterlichen Fehde um den Besitz der Hohkönigsburg, der größten gewaltigen Burg im Elsaß, spielt zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, als das alte Hohenstaufenschloß nach seiner Zerstörung wieder herrlich aufgebaut war und Gegenstand erbitterten Streites zwischen den mächtigsten Adelsgeschlechtern wurde. Eine anmutige Liebesgeschichte, mannigfaltige Abenteuer spielen hinein, ein Pfeifertag wie er damals in der Gegend alle Jahre gefeiert wurde, mit seiner Festfeier, Trinkgelage und Gerichtssitzung, bildet das farbenbunte und fröhliche Mittelstück, wie den Angelpunkt der Handlung. Karl Frenzel sagt davon in der Nationalzeitung: »Das alles weiß Julius Wolff mit frischer Anschaulichkeit und anmutendem Humor zu schildern und in seine Fabel geschickt mit dem Zuständlichen zu verbinden.«
Das schwarze Weib.
Roman aus der Zeit des Bauernkrieges. Wieder ist es ein markantes Bild aus der deutschen Vergangenheit, das Julius Wolff in bekannter Meisterschaft vorführt. Die Schicksale einer heldenmütigen Freiheitskämpferin, deren Leben wenig bekannt, doch urkundlich nachweisbar ist und der die Geschichte den wohlverdienten Lorbeer versagt hat. Sie schließt sich denen an, die äußerlich ihresgleichen sind, um ihren ganzen Haß an den herzlosen Bedrückern des Volkes auszulassen. Sie wird mit Florian Geyer die Seele des Bundschuh. Die abenteuerlichen Erlebnisse und die seelischen Kämpfe der Heldin bilden den Hauptinhalt des Romans, der in großen Zügen und fesselnden Schilderungen ein eingerahmtes Bild von der furchtbaren Revolution des sechzehnten Jahrhunderts entrollt.
Das Wildfangrecht.
Eine pfälzische Geschichte. Ein altes Regal des Kaisers, schon unter König Wenzel erwähnt, gibt Julius Wolff das Motiv zu seiner sich im siebzehnten Jahrhundert im Städtchen Wachenheim begebenden Geschichte. Das Wildfangrecht hat einst zu ernsten Streitigkeiten zwischen dem Pfalzgrafen Carl Ludwig bei Rhein und seinen Nachbarn geführt, namentlich dem Erzbischof von Mainz, und es vermochte die davon Betroffenen in die bösesten Situationen bringen. Von Sonnenschein und Weinduft umhaucht bilden Liebesleid und Liebesglück den Inhalt der lebendigen, auf dem Hintergrunde des pfälzischen Winzerlebens sich abspielenden Geschichte. Sie gewährt uns Einblick in das häusliche Leben der Wachenheimer und die mühevolle und dabei fröhliche Arbeit der Winzer, in das vergnügte Treiben in den Spinnstuben; alle Gestalten treten plastisch in die Erscheinung. Prof. Dr. Fritze schreibt darüber in der Weserzeitung: »Diese neueste Schöpfung stellt der Frische des dreiundsiebzigjährigen Verfassers ein rühmliches Zeugnis aus und erweckt die erfreulichen Hoffnungen auf weitere Gaben seiner als unerschöpflich erscheinenden dichterischen Gestaltungskraft.«
Zweifel der Liebe.
Roman aus der Gegenwart. Im vorliegenden Roman verläßt Julius Wolff das von ihm mit Vorliebe und großer Begabung gepflegte Gebiet der Romantik. Eine feinsinnige Studie bietet er in diesem Werke. Sie führt uns tiefempfundene Seelenstimmungen des Helden vor, eines jungen Offiziers, der zu ehrenhaft ist, um der Angebeteten seines Herzens seine Liebe zu gestehen, da er nicht die Mittel besitzt, um ein armes Mädchen zu heiraten. Das ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu. Die daraus folgenden Verwicklungen sind geschickt geschürzt und gut gelöst. Gleich die Einführung des jungen Offiziers in seine Junggesellenwohnung, das Leben auf den Straßen, wie die anderen Gestalten sind mit guter Beobachtung gezeichnet, und leibhaftig ist jede, von den anderen sich abhebend, vor uns hingestellt. Im »Deutschen Offiziersblatt« schloß die Besprechung mit den Worten: Nicht nur die gleiche Handlung und die klare Schilderung der Charaktere, auch die schöne, vornehme Sprache machen das Lesen dieses Buches zum Genuß. Karl Frenzel, der berühmte Kritiker, schreibt in der Nationalzeitung zu Julius Wolffs 70. Geburtstage: »Der Ton bist Du, wie der Farbenmeister. Kein Wunder darum, daß Maler und Musikanten aus Deiner Dichtung Born vergnüglich schöpfen. Gibt's in der Menschlichkeit doch nichts so Hohes und nichts so Kleines, das Du nicht besungen. Gewähren Himmel und Erde uns doch kein seltnes Schauspiel, das Du nicht gemalt.«
Als Jubiläumsschrift für das deutsche Volk ist erschienen:
Die
Völkerschlacht bei Leipzig
Ein Gedenkblatt zur 100jährigen Jubelfeier
Der deutschen Jugend erzählt
von
Paul Benndorf
Oktav, ca. 150 Seiten mit 48 Abbildungen und 3 Plänen
Preis gebunden 3 Mark
Der durch seine stadtgeschichtlichen Forschungen bekannte Verfasser bietet in diesem nach authentischen Quellen bearbeiteten Geschichtswerke der deutschen Jugend, der Schule und dem Volke eine dauernde Erinnerungsgabe an diese große Zeit der Freiheitskämpfe, die ihren Abschluß in der Völkerschlacht bei Leipzig und mit dem Sturze Napoleons fanden. Ein Jahrhundert ist im Strom der Zeit dahingeflossen, aber das Gedächtnis an jene Helden und Vaterlandsfreunde, die ihr Blut und Gut für Deutschlands Ehre, für die Rettung ihres Volkstums freudig dahingaben, darf nie und nimmer im deutschen Volke erlöschen. Jene edle Begeisterung für Wahrheit, Freiheit und Recht wach zu erhalten und aufzufrischen. Dazu diene das bedeutungsvolle Stück Weltgeschichte: Die Völkerschlacht bei Leipzig.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Korrekturen:
S. 265: Fußtapfen → Fußstapfen
aber seine [Fußstapfen], will sagen sein Machwerk