Fußnoten
[1] Seite 101 seiner im Anhang zitierten Schrift.
[2] Wir besitzen über Winckelmann ein vortreffliches Werk in Karl Justi: Winckelmann, sein Leben, sein Werk und seine Zeitgenossen (2 Bände, 1866 und 1872, 2. Auflage 3 Bände 1898).
[3] Wir sehen hier, um die ohnehin reiche Stoffülle nicht noch zu vergrößern, von seinem ersten Eintreten für Shakespeare gegen Gottsched in den »Literaturbriefen« der fünfziger Jahre ab.
[4] Das heißt die später als maßgebend angesehene, die heutigen neutestamentlichen Schriften umfassende Sammlung.
[5] Wenn Lessing die Recha von Moses sagen läßt: »Wo er stand, stand er vor Gott«, so fühlt man sich gleichfalls an Eckharts Gedanken erinnert: daß man Gott beim Herdfeuer oder im Stalle ebenso gegenwärtig haben könne als in der Einöde oder in der Klosterzelle. Und Eckharts Ansicht, daß das wahre Gebet keiner Worte bedürfe, hat Lessing in der Minna von Barnhelm in dem schönen Satze Ausdruck gegeben: »Ein einziger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.«
[6] Denselben Gedanken finden wir in Kants Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (in meiner Ausgabe, Bd. 45 der Philosophischen Bibliothek) S. 96 f.
[7] In einem handschriftlichen Bruchstück: »Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können.«
[8] Über beide siehe meine »Volkstümliche Geschichte der Philosophie«. 2. Auflage. Dietz Nachf., Stuttgart 1922.
[9] Lessing ist übrigens gegen eine Einmischung des Ordens in die Politik. Selbst das Eintreten mit bewaffneter Hand für Menschenrechte, wie es die Nordamerikaner in ihrem gleichzeitigen Freiheitskampf wider England taten, weist sein konsequenter Pazifismus ab. Denn »was Blut kostet, ist ganz gewiß kein Blut wert«.
[10] Die folgende Darstellung fußt auf dem eingehenden und einen durchaus zuverlässigen Eindruck machenden Bericht Jacobis, den er 1785 veröffentlicht hat. Wir beschränken uns natürlich auf das, was Lessings philosophische Anschauungen betrifft.
[11] So ist der Name durch den bekannten Kantkenner Artur Warda in Königsberg jetzt festgestellt.
[12] Abgedruckt mit ihrer Fortsetzung unter anderem in meiner Kantausgabe in der Philosophischen Bibliothek Band 47 I, S. 21 bis 46. Wir benutzen zu unserer obigen Darstellung einen Teil der Gedanken unserer dortigen Einleitung.
[13] Herders und Kants Ästhetik, Leipzig 1907. Vergl. außer Siegels Monographie (siehe Anhang) ferner E. Kühnemann, Herders letzter Kampf gegen Kant, in »Aufsätze zur Literaturgeschichte«, M. Bernays gewidmet. Hamburg 1893. Die beiden bedeutendsten Herderbiographen, Haym und Kühnemann, lehnen den Herderschen Standpunkt ab.
[14] Ein Neidhammel unter seinen Kollegen, der Professor der Geschichte Heinrich, hatte den Anschlag der Antrittsvorlesung in den Buchläden durch den Pedell herunterreißen lassen, weil sich Schiller darauf als Professor der Geschichte (statt der Philosophie) bezeichnet hatte, was damals mehr galt. Schiller schrieb dazu: »Ist das nicht erbärmlich? Mit solchen Menschen habe ich zu tun.«
[15] Abgedruckt in meiner Ausgabe in der »Philosophischen Bibliothek« Band 47 I, S. 47 bis 64; vergl. meine Einleitung dazu S. XXI bis XXIV.
[16] Religion innerhalb der Grenzen usw. S. 22, Anmerkung.
[17] Vergl. Eugen Kühnemann, Kants und Schillers Begründung der Ästhetik, 1895; auch desselben Einleitung zu seiner Auswahl-Ausgabe.
[18] K. Vorländer, Der Formalismus der Kantischen Ethik in seiner Notwendigkeit und Fruchtbarkeit. Marburg 1893.
[19] Näheres siehe unter anderem bei Ferdinand Tönnies, Schiller als Zeitbürger und Politiker. Berlin 1905. Auch Mehrings im Anhang zitiertes Schiller-Büchlein vom gleichen Schiller-Jubiläumsjahr gibt wertvolle Gesichtspunkte.
[20] Zu seinem Jugendfreunde v. Hoven äußerte er während seines Aufenthalts in der schwäbischen Heimat 1793: »Die eigentlichen Prinzipien, die einer wahrhaft glücklichen bürgerlichen Verfassung zum Grunde gelegt werden müssen, sind noch nirgends anders als hier«, indem er auf Kants Kritik der Vernunft, die eben auf dem Tische lag, hinwies.
[21] Ich habe auf diese noch wenig beachtete Seite Schillers bereits in meinem Schriftchen »Kant, Fichte, Hegel und der Sozialismus« (1920 bei P. Cassirer, jetzt Vorwärts-Verlag) hingewiesen.
[22] Christliche Gedanken eines heidnischen Philosophen. Preußische Jahrbücher 1897.
[23] Die Geschichte ist Wolff nur zur moralischen Belehrung da. Die Poeten dienen »zur Belustigung der Ohren«, müssen aber unter Staatsaufsicht gestellt werden, auf daß sie nicht »durch verliebte und unzüchtige Verse gute Sitten verderben«. In der Politik gilt das Wort vom »beschränkten Untertanenverstand«. In einem der acht Quartbände seines »Naturrechts« behandelt Wolff unter anderem ausführlich die Frage, ob lautes Schmatzen beim Essen gegen das Naturrecht sei. Vergl. meine Volkstümliche Geschichte der Philosophie S. 194 bis 197.
[24] Was Goethe dann bekanntlich in seinem Wilhelm Meister auch auf die Geschlechterliebe in dem, wie er selbst sagt, »frechen« Wort der losen Philine ausgedehnt hat: »Wenn ich dich liebe, was geht's dich an!«
[25] Er besaß sie übrigens erst in der dritten Auflage von 1790.
[26] Es findet sich, wie alles von Goethes Hand Stammende, in der großen Weimarer Ausgabe seiner Werke, Briefe usw. Einen ausführlichen Bericht gebe ich in meinem »Kant – Schiller – Goethe« S. 146 bis 149.
[27] Ich habe a. a. O. S. 268 bis 271 auch einen genauen Bericht über Goethes philosophische Bücherei gegeben. Sie zählte 186 Nummern mit etwa 220 Bänden. Neben vielen unbedeutenden Widmungsexemplaren philosophischer Zeitgenossen finden sich von bekannteren Denkern: Einzelnes von Giordano Bruno, Plato, Aristoteles, Epiktet, Campanella, Hobbes, Malebranche, Baumgarten, Lambert; alles von Spinoza; das Wichtigste von Fichte, Schelling, Hegel und Schopenhauer.
[28] Während seiner Kampagne in Frankreich (Oktober 1792) setzte er einem jungen in Kants Schriften beschlagenen Lehrer in Trier als Sinn der kritischen Lehre auseinander: ein Kunstwerk solle wie ein Naturwerk, ein Naturwerk wie ein Kunstwerk behandelt und der Wert eines jeden aus sich selbst entwickelt, an sich selbst betrachtet werden.
[29] Über das Datum vergl. meine genaue Untersuchung in »Kantstudien« I, S. 316 f., kürzer wiederholt in »Kant – Schiller – Goethe« S. 158 f.
[30] Kant – Schiller – Goethe S. 196 bis 245.
Verlag von J. H. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. in Stuttgart
Wir empfehlen:
Volkstümliche Geschichte der Philosophie
Von Karl Vorländer
Internationale Bibliothek Band 62
In der Vorrede zu diesem Werk schreibt der Verfasser: Schon lange war es mein Wunsch, neben meiner zweibändigen Geschichte der Philosophie, die sich hauptsächlich in den Kreisen der Studierenden eingebürgert zu haben scheint, eine kürzere Darstellung desselben Stoffes für den freidenkenden Mann aus dem Volke zu schreiben, der für die großen Weltanschauungsfragen interessiert ist. Das ist allerdings keine leichte Aufgabe und ist wohl deshalb bisher noch nie versucht worden. Denn ein solches Buch soll kurz sein und doch die Hauptprobleme der Philosophie klar herausarbeiten, ihre Hauptgestalten lebensvoll schildern; allgemeinverständlich, ohne doch an der Oberfläche zu bleiben. Nun, »ich hab's gewagt!« Eine Aufforderung von Professor Ferdinand Jakob Schmidt in der Neuen Zeit vom 12. März 1920 bestärkte mich in dem Entschluß. Jahrelanger geistiger Verkehr mit bildungsdurstigen Männern der verschiedensten Kreise läßt mich hoffen, daß ich den Ton im allgemeinen getroffen habe.
Marx, Engels und Lassalle als Philosophen
Von Karl Vorländer
I. Marx' Anfänge.
II. Die Sturm- und Drangperiode: 1. Marx 1842 bis 1845. – 2. Engels' philosophische Anfänge. – 3. Marx und Engels 1845.
III. Die Entstehung des historischen Materialismus: 1. Die Thesen über Feuerbach. – 2. Die »Deutsche Ideologie«. – 3. Der Anti-Proudhon. – 4. Das Kommunistische Manifest.
IV. Die Ausbildung der dialektischen Methode: 1. Zur Kritik der politischen Ökonomie. – 2. Engels über Marx (1859). – 3. Marx und Hegel. – 4. »Das Kapital«.
V. Engels' Anti-Dühring und Feuerbach: 1. Der Anti-Dühring. – 2. Der »Feuerbach«.
VI. Engels' letzte Modifikationen des historischen Materialismus.
VII. Lassalle als Philosoph: 1. Jugend- und Universitätsjahre. – 2. Der »Heraklit«. Die fünfziger Jahre. – 3. Lassalle und Fichte (1860 bis 1862). – 4. Das »System der erworbenen Rechte«. – 5. Das »Arbeiterprogramm«.
Verlag von J. H. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. in Stuttgart
Internationale Bibliothek
1 Tschulok, Entwicklungstheorie (Darwins Lehre).
2 Kautsky, Marx' Ökonomische Lehren.
5 Kautsky, Thomas More und seine Utopie.
6 Bebel, Charles Fourier. Sein Leben und seine Theorien.
8 Stern, Die Philosophie Spinozas.
9 Bebel, Die Frau und der Sozialismus. Mit einem Porträt Bebels.
10 Lissagaray, Die Geschichte der Kommune 1871. Illustriert.
11 Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentum und des Staats. Nach Lewis H. Morgans Forschungen.
12 Marx, Das Elend der Philosophie.
13 Kautsky, Erfurter Programm. In seinem grundsätzlichen Teil erläutert.
14 Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England.
17 Mehring, Die Lessing-Legende. Eine Rettung.
21 Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft.
24 Marx, Revolution und Konterrevolution in Deutschland.
26a Dodel, Aus Leben und Wissenschaft. 1. Leben und Tod.
26b Dodel, Aus Leben und Wissenschaft. 2. Kleinere Aufsätze.
26c Dodel, Aus Leben und Wissenschaft. 3. Moses oder Darwin?
29 Plechanow, Beiträge zur Geschichte des Materialismus.
30 Marx, Zur Kritik der politischen Ökonomie.
33 Deutsch, Sechzehn Jahre in Sibirien. Erinnerung eines Revolutionärs.
35 bis 37a Marx, Theorien über den Mehrwert. 4 Bände.
38 Kautsky, Ethik und materialistische Geschichtsauffassung.
40 Pashitnow, Die Lage der arbeitenden Klasse in Rußland.
41 Deutsch (Verfasser von »Sechzehn Jahre in Sibirien«), Viermal entflohen.
44 Bernstein, Sozialismus und Demokratie in der großen englischen Revolution.
45 Kautsky, Der Ursprung des Christentums. Eine historische Untersuchung.
47–48b Kautsky, Vorläufer des neueren Sozialismus. 4 Bände.
50 Kautsky, Vermehrung und Entwicklung in Natur und Gesellschaft.
52 Salvioli, Der Kapitalismus im Altertum. Studien über die römische Wirtschaftsgeschichte. Aus dem Französischen übersetzt von Karl Kautsky jun.
53 Adler, Marxistische Probleme. Beiträge zur Theorie der materialistischen Geschichtsauffassung und Dialektik.
57 Noske, Kolonialpolitik und Sozialdemokratie.
58 Hepner, Josef Dietzgens Philosophische Lehren.
61 Bernstein, Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie.
62 Vorländer, Volkstümliche Geschichte der Philosophie.
63 Reimes, Ein Gang durch die Wirtschaftsgeschichte. Sechs Vorträge.
64 Kautsky, Die proletarische Revolution und ihr Programm.
65 Beyer, Dr. med. Alfred, Menschenökonomie.
66 Vorländer, Die Philosophie uns. Klassiker (Lessing, Herder, Schiller, Goethe).
Die fehlenden Nummern sind vergriffen. Die Sammlung wird fortgesetzt.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.