X. Über Berg und Tal im südlichen Schwarzwald.

Wegsamkeit des südlichen Schwarzwaldes.

V

on jedem Punkt der Umrandung des südlichen Schwarzwaldes, zu allermeist aber von Freiburg aus, führen bequeme Wege ins Innere des Gebirges. Die Haltestellen der Höllentalbahn zwischen Kirchzarten und Titisee, die von der Breisgaustadt höchstens bis zu anderthalb Stunden Fahrzeit erfordern, lassen den 1493 m hohen Feldberg in drei Gehstunden oder nur wenig mehr ersteigen; da ferner von Basel aus durch das Wiesental bis nach Todtnau, das unmittelbar am Südfuße des Feldberges liegt, ebenfalls ein Schienenstrang führt, so ist auch von dieser Seite her die höchste Gebirgserhebung mühelos und in kürzester Frist erreichbar. Die eisenbahnfernste Gegend zwischen Freiburg und Waldshut, Basel und Zollhaus, die Umgebung von St. Blasien, liegt in der Luftlinie nur etwa 15 km von der nächsten Bahnstation ab; es können daher bequem Tageswanderungen quer durch das ganze Gebirge ausgeführt werden, die es gestatten, am Abend wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Dazu kommt, daß die Landschaft trotz ihrer bedeutenden Höhenunterschiede die Eigenschaft der Durchgängigkeit in hervorragendem Maße besitzt. Ist doch der Schwarzwald im ganzen, dank seiner Neigung zur Plateaubildung, auffallend hoch hinauf stark besiedelt; die Folge davon ist selbstverständlich auch ein dichtes Netz von Verbindungswegen jeder Art. Zu den prachtvoll gebauten Landstraßen längs der Wasserläufe der Täler, über die Pässe von einem Talgebiet zum anderen und über die aussichtsreichen Höhen hin — ein Dorado für die Radfahrer — kommen wohlangelegte Fahrwege auch zu dem in tiefster Einsamkeit oder auf höchster Höhe gelegenen Bergdorfe, sowie sehr gute Forststraßen, die zur Verbilligung der Holzabfuhr aus den Waldungen in wachsender Ausdehnung gebaut werden. Und endlich haben wir eine reiche Fülle von Gehwegen, die entstanden sind als Verbindungen von Einzelgehöften, Weilern und Dörfern, als Hutpfade im Interesse der Forstwirtschaft, oder im Dienste der Wanderlust an sich.

Abb. 97. Hebelhaus in Hausen.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 103].)

Abb. 98. Lörrach.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 104].)

Abb. 99. Schloß Rötteln.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 104].)

Abb. 100. Eingang von Schloß Rötteln.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 104].)

Abb. 101. Belchenhaus.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 104].)

Der Schwarzwaldverein.

In letzterer Hinsicht hat seit 1864 der Schwarzwaldverein, der sich den Zweck setzt, die Kenntnis des Schwarzwaldes zu erweitern und zu verbreiten, das Reisen und den Aufenthalt in ihm zu befördern, sowie dessen Naturschönheiten bekannt und zugänglich zu machen, ungeheuer viel geleistet. Jede noch so tief im Wald versteckte Felsschlucht ist zugänglich gemacht worden, ebenso jeder Berggipfel und Aussichtsfels, und zwar nicht etwa durch gefährliche, schwindelerregende Steige, sondern durch kunstvoll angelegte, mit Tausenden von Wegweisern und Farbzeichen versehene, sichere Wege, durch Brücken und Stege, die das Wandern erst recht genußreich machen. Nehmen wir dazu noch das reichliche Vorhandensein von offenen Schutzhütten und Aussichtstürmen, so haben wir in diesen Dingen die dankenswerten Ergebnisse einer segensreichen, praktischen Arbeit, durch die im Laufe der Jahre tatsächlich die ganze Physiognomie des Gebirges eine andere geworden ist.

Wer die moderne Touristik nur nach etwaigen Äußerlichkeiten und Nebensächlichkeiten beurteilen wollte, die ja allen menschlichen Bestrebungen und Einrichtungen anhängen, ohne ihr Wesen auszumachen, der täte ihr unrecht. Es steckt in den Touristenvereinen, und im Schwarzwaldverein ganz besonders, ein gutes Stück von deutschem Idealismus. Durch ihre Wegbauten und Wanderfahrten locken sie gar manchen, dessen Auge sonst nie für die Natur erschlossen worden wäre, hinaus in Wald und Flur, über Berg und Tal; indem sie auf die Schönheit der Heimat hinweisen, bereiten sie der Liebe zur Heimat und zum Vaterland eine Stätte im Herzen und wirken so im besten Sinne des Wortes erzieherisch. Indem endlich durch ihre Tätigkeit Gebiete, die früher abseits von der Heerstraße lagen, auch Fremden gegenüber ihre Anziehungskraft ausüben lernen, hebt sich Handel und Wandel nach vielen Richtungen. Die glänzenden Erfolge der heimischen Fremdenindustrie sind nicht denkbar ohne die Vor- und Mitarbeit des Schwarzwaldvereins, des badischen wie des württembergischen, die beide ihren Vereinszweck auch noch dadurch zu fördern suchen, daß sie der Landes- und Volkskunde, sowie der Touristik dienende Veröffentlichungen herausgeben[1].

Die Höhenwege.

Bei all den vielen Tausenden, die beruflich jahraus, jahrein das wirre Getriebe der Städte über sich ergehen lassen oder gar tätig in dasselbe eingreifen müssen, erscheint der Wunsch, gelegentlich den Niederungen der Menschen möglichst vollständig zu entfliehen, nur allzu begreiflich und berechtigt. Ihnen kommen seit kurzem im Schwarzwald einheitlich mit roter Raute bezeichnete Höhenwege zugute, die von Pforzheim einerseits bis Basel (Höhenweg I), anderseits bis Waldshut (Höhenweg II) so weit es immer angeht, stets den Gebirgskämmen folgen und diese nur dann verlassen, wo es unvermeidlich ist. Zu den Haupthöhenwegen führen von allen Talstationen aus Zugangswege, die mit blauer Raute und entsprechenden Nummern (1, 2, 3...) ausgezeichnet sind. Den südlichen Schwarzwald erreicht der 1901 vollendete Höhenweg I von Norden her beim Titisee. Indem wir ihm folgen, überqueren wir ohne Beschwer die stolzesten Gipfel des Gebirges und gewinnen dabei die lohnendsten Blicke über dasselbe.

Immer im Zeichen der roten Raute steigen wir von den Gasthäusern am See die schöne Straße längs seiner Ostseite hinan und freuen uns der glitzernden Grüße, die die Spiegelflut durch das Geäst der schwarzen Tannen heraufwinkt. Wo die Straße nach Lenzkirch (802 m) umbiegt ([Abb. 67]), einem schmucken Industrieorte mit großer Uhrenfabrik, um weiterhin den Bahnhof Kappel bei der großen Gutachbrücke zu erreichen oder über die einsamen Höhen im Süden der Wutach gegen Bonndorf weiterzuziehen, da verlassen wir sie und folgen einem entzückenden Waldweg mit gelegentlichen Niederblicken auf den stillen Bergsee und seine stimmungsvolle Umgebung. Die Verkehrsbedeutung der herrlichen Straße Titisee-Lenzkirch-Bonndorf ist neuerdings vermindert worden, seit nämlich von der Station Kappel-Gutachbrücke (s. [S. 76]) der Linie Donaueschingen-Freiburg eine Nebenbahn abzweigt, die nach Lenzkirch führt, aus dessen Kopfstation sie sich ostwärts wendet, um hoch über dem tief eingeschnittenen Wutachtal Bonndorf zu erreichen. Diese neue Gebirgsbahn erleichtert den Zugang nach Boll und zur Wutachschlucht wesentlich, nicht minder auch den zu den südlichen Schwarzwaldtälern der Schwarza, Steina, Schlücht (s. [unten]).

Abb. 102. Spinnstube im Kapplertal bei Freiburg.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 107].)

Der Feldberg.

Beim Sattel von Bärental ([Abb. 68]) erreicht der Höhenweg die Straße, die von der Westseite des Titisees und von Hinterzarten herkommt, geht auf ihr in herrlichstem Hochwald bequem aufwärts, tritt bei der Jägersmatte (1230 m) aus dem Wald und gelangt dann in kurzem zum großen, aber urbehaglichen Gasthaus des Feldbergerhofes ([Abb. 69]), der in einer Meereshöhe von 1279 m gelegen ist. Von hier braucht man zum mächtig aufragenden Bismarckdenkmal ([Abb. 70]) auf dem Seebuck (1450 m) und zum Friedrich-Luisenturm auf dem Feldberg (1493 m) noch ein kleines Stündchen.

Abb. 103. Bei Horben.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 107].)

Von der herrlichen Welt, die sich vor den Augen des Feldbergbesuchers ausbreitet, ist schon die Rede gewesen. Die Schönheit des Feldbergs liegt darin, daß wir in ihm nicht einen räumlich engbegrenzten Gipfel haben, sondern einen Bergstock von ansehnlichem Umfang, dessen Fuß nördlich an der Sohle des Höllentals und südlich an der des oberen Wiesentals liegt, während er westlich durch den Straßenzug Todtnau-Kirchzarten, südöstlich durch die Linie Todtnau-Titisee begrenzt werden kann. Auf diesem großen Raume bietet sich nun eine reiche Fülle von landschaftlicher Schönheit, deren Wechsel nie eintönig wird, wie auch ein fröhlich-sorgloses Umherschlendern auf den freien Höhen des Feldberggebietes nie ermüden wird. Tage-, ja selbst wochenlang bleibt der Feldbergerhof als Standquartier eine Fundgrube immer wieder neuer Entdeckungen im luftigen Revier seiner Umgebung. Auch die Zastlerhütte ([Abb. 72]) in dem großartigen Kartrichter am Nordgehänge oder die Todtnauerhütte an der sonnigen Südflanke des Berges oder das neue Gasthaus am Sattel des Zeiger sind keine schlechten, wenn auch einfache Raststätten.

Das Wegnetz ringsum ist sehr dicht und bietet Befriedigung für jeden Geschmack. Wie herrlich ist nicht der kühn angelegte Felsenweg hoch über dem Felstrichter des Feldsees (1113 m), wie lauschig der Niederstieg zu dem stillen Wasserspiegel durch die üppigste Fülle kraftstrotzender Waldvegetation ([Abb. 74]). Und all die Pfade, die vom Höllental, von Kirchzarten her durchs Zastler- oder St. Wilhelmstal oder über die Höhen zwischen diesen Einschnitten heraufführen, wie sind sie schön, wie wohlig wandert es sich auf ihnen! Nicht minder lohnend sind die Abstiege nach Osten und Süden in die Gebiete des Schluchsees, ins Alb- oder Wiesental. Sehr bevorzugt ist der Feldberg jetzt auch im Winter, wo er zum Schneeschuhsport einlädt, dem seit Jahren im Schwarzwalde sehr energisch obgelegen wird ([Abb. 71]). Tage mit Wärmeumkehr auf den blendend weißen Höhen — und sie sind ja viel häufiger, als man unten im Tale ahnt — gehören zum Genußreichsten, was das Gebirge bieten kann.

Abb. 104. Haldenwirtshaus am Schauinsland im Winter.
Nach einer Photographie von Dr. Hoek in Freiburg. (Zu [Seite 107].)

Der Höhenweg I.

Am Feldbergerhof gabelt sich unser Höhenweg I in zwei Äste, die das Wiesental westlich und östlich umfassen, um schließlich in Basel wieder zusammenzustoßen. Wir schlagen zunächst den östlichen der beiden Hochpfade ein und steigen vom nahen Sattel des Zeiger (1234 m), an dem die Wiese nach Westen, die Alb nach Osten abfließt ([Abb. 73]), zwischen den Tälern dieser Flüsse zum 1415 m hohen Herzogenhorn auf ([Abb. 75]), von wo, ganz abgesehen von der herrlichen Alpenaussicht, der Niederblick über die schroffen Felsabstürze hinab ins grüne Bernauer Tal unendlich lieblich ist. Die weit zerstreute Gemeinde Bernau mit ihren zahlreichen Weilern und Gehöften ([Abb. 76]) ist ein Hauptsitz der Schwarzwälder Holzschneflerei, die hier in genossenschaftlichem Betrieb ausgeübt wird und wirtschaftlich für die Talschaft segensreiche Bedeutung gewonnen hat.

Weiter senkt sich unser Kammweg zum Sattel der Wacht (975 m), wo die Straße vom Wiesental nach St. Blasien geschnitten wird, steigt dann wieder auf zum Blößling (1309 m), geht zum Hohen Zinken (1243 m), Hochkopf (1263 m) und Weißenbachsattel (1086 m), von wo bequem nach Todtmoos im oberen Wehratal abgestiegen werden kann. Auf der Höhe gelangt man vom Weißenbachsattel bald zu dem von St. Anton (1054 m), über den wie über den ersteren ein Übergang vom Wehra- ins Wiesental führt. Zumeist durch prachtvollen Wald zieht unser Weg weiter und läßt uns schließlich die Hohe Möhr (983 m) mit ihrem steinernen Aussichtsturm erreichen, der weiten Umblick gewährt über den schmucken Kranz der hohen Waldberge im Westen, Norden und Osten, über die fruchtbaren Auen des nahen Wiesentals, die hügeligen Gelände des Dinkelbergs, hinab zum grünen Rhein und darüber hinaus auf den Schweizer Jura und die strahlenden Häupter der Alpen. Das unmittelbar am Fuße des Berges gelegene Kurhaus Schweigmatt (750 m) gewährt nach der eigenartig schönen aber etwas anstrengenden Höhenwanderung willkommene Rast ([Abb. 77]).

Die Fortsetzung des Höhenpfades über den Muschelkalkrücken des Dinkelbergs dürfte in ihrer ganzen Ausdehnung vielleicht etwas ermüdend sein. Doch bietet der periodische Eichener See nicht alltägliches Interesse als eine Erscheinung, die auf Kalkböden nicht selten ist, wie wir ja von den Karstlandschaften her wissen. Vom Aussichtsturm auf dem Hohen Flum (535 m) ist die Nahsicht auf das Rheintal besonders schön, von der St. Chrischonahöhe (523 m), auf der die Basler Missionsgesellschaft einen Teil ihrer Anstalten unterhält, nicht minder der Niederblick auf die nahe Großstadt und ihre Umgebung.

Talbildungen.

Im Osten der eben durchwanderten Höhenlinie ist der orographische Aufbau unseres Gebirges im Gegensatze zu seinen übrigen Teilen dadurch ein ganz eigenartiger, daß die dem Rhein zueilenden Flüsse Wehra, Murg und Alb, sowie die Wutachzuflüsse Schwarza, Mettma, Schlücht, Steina abweichend vom normalen Flußgefälle, das vom Ober- zum Unterlauf immer geringer wird, ausnahmslos in ihrer Quellregion durch sanftgeböschte, freundliche Wiesenauen oder breite, friedliche Waldtäler strömen und erst weiter abwärts sich tiefer, vielfach geradezu cañonartig in den Gebirgskörper einnagen. In steilem Gefälle arbeitet sich das Wildwasser mächtig rauschend zwischen senkrechten Felswänden durch, die sich oft so nahe treten, daß von oben herab sein Lauf nicht mehr gesehen, sondern nur noch durch weithin vernehmbares Tosen vermutet werden kann. Die meisten dieser Talbildungen, deren Formen manchen ähnlichen Erscheinungen des Hochgebirges durchaus ebenbürtig an die Seite gestellt werden dürfen, haben es erst der neuzeitlich fortgeschrittenen Wegbautechnik zu verdanken, daß sie dem Verkehr erschlossen wurden. Die alten Wege vom Rheintal nach Norden ins Innere des Gebirges führen alle über die Höhen, die auch allein besiedelt erscheinen, während die finstern Schluchten auf lange Strecken unbewohnt sind und höchstens an den seltenen Stellen, wo einer der wenigen Ost-Westwege sie schneidet, ein einsames Wirtshaus oder eine klappernde Sägemühle aufweisen. Zwischen Neustadt und Waldshut erschließt der Höhenweg II viele dieser bisher wenig besuchten, einsamen, aber durch ihre weiten, herrlichen Fernsichten besuchenswerten Gebiete.

Abb. 105. Der Feldberg, vom Schauinsland aus gesehen. Gemälde von Hans Busse. (Zu [Seite 107].)

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GRÖSSERES BILD]

Abb. 106. Schellenmarkt an der Biereck.
Nach einer Photographie von Prof. Dr. Längin in Karlsruhe. (Zu [Seite 109].)

Die eben erwähnte, zunächst befremdende Eigentümlichkeit im Talbau des südöstlichsten Schwarzwaldes ist derselben Ursache zu danken, die wir schon für die Verlegung des Wutachlaufes und die Entstehung der Talwasserscheide bei Zollhaus verantwortlich machten. Als der Rhein allmählich das Schiefergebirge zwischen Bingen und Bonn durchnagte, schnitt sich sein Bett auch im Oberlaufe d. h. von Basel ostwärts tiefer ein. Die Folge davon war notwendig eine verstärkte Erosion der Nebenflüsse, die in den unteren Strecken derselben zuerst und zumeist ansetzte und den Oberlauf bis zur Stunde noch nicht erreicht hat. Die Wasserläufe von der Wehra bis zur Wutach tragen daher alle die Merkmale des Jugendlichen, Unfertigen in hohem Grade an sich, und das Haupterkennungszeichen dieser Eigenschaften ist eben das Nichtausgeglichensein des Gefälles, seine Verstärkung unten, seine Abschwächung oben. All die genannten Täler haben als Ergebnis derselben Entstehungsursache auch eine unverkennbare Ähnlichkeit ihres landschaftlichen Charakters. Es ist darum nicht nötig, hier eine vollständige Beschreibung derselben zu geben. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß sie zu durchwandern nicht ein hoher Genuß sei. Im Gegenteil! Wem es darum zu tun ist, denkbar wechselvolle Bilder großartiger Felsszenerien auf sich einwirken zu lassen, dem kann nur dringend geraten werden, die Kunststraßen längs der Wehra, Murg, Alb, Schwarza, Schlücht behaglich schlendernd zu begehen oder, wenn es ihm mehr Freude macht, sie abwärts zu radeln oder im offenen Wagen zu befahren. Er wird sich reichlich belohnt finden.

Talbildungen. Todtmoos.


Vom Höhenweg I aus haben wir schon den Abstieg nach Todtmoos an der Wehra (821 m) kennen gelernt. Dieses große, weitzerstreute Dorf mit vielbesuchter Wallfahrtskirche liegt vor rauhen Winden geschützt und ist daher ein sehr empfehlenswerter Luftkurort geworden ([Abb. 79]). Das vornehme Sanatorium Wehrawald mit seiner vortrefflichen Einrichtung arbeitet unter ähnlich günstigen Bedingungen für Lungenkranke wie Davos oder Arosa ([Abb. 78]). Unterhalb des waldumrahmten friedlichen Talbodens von Todtmoos schließen sich die Talgehänge bald näher zusammen, und etwa drei Wegstunden lang windet sich nun die Straße durch die Schlucht, immer nahe über dem tosenden Wildwasser. Bei der Ewaldbrücke und dem nicht weit davon entfernten Straßentunnel ist die Landschaft am großartigsten geworden ([Abb. 80]). Oberhalb Wehr, einem Industrieorte mit gegen 3700 Einwohnern, hat sich das Tal wieder freundlich geöffnet, und bald ist von hier mit der Eisenbahn das Rheintal bei Brennet erreicht. Die Bahnstrecke Säckingen-Brennet-Wehr findet ihre westliche Fortsetzung nach Schopfheim im Wiesental; nahe unterhalb des Kurhauses Schweigmatt und des Eichener Sees durchbricht sie den Kalkrücken des Dinkelberges in dem 3169 m langen Großherzog Friedrich-Tunnel; neben dem Tunnel bei Kochem an der Mosel ist dies der längste im Deutschen Reich. Beim Ostausgang des Tunnels liegt die Haseler Tropfsteinhöhle, auch Erdmannshöhle genannt, deren interessante Unterwelt mit ihren vielfach recht phantastisch gestalteten Kalkgebilden verschiedensten Namens ([Abb. 81]) einen Besuch auch dann verdiente, wenn Scheffel seinen Trompeter nicht hierher geführt und den stillen Mann in ihr nicht so schöne Lieder hätte singen lassen. Die Höhle hat seit kurzem elektrische Beleuchtung.

Murg, Alb St. Blasien.

Auch das Tal der Oberen Murg, das am bequemsten von Todtmoos aus erreicht wird und mitten durch den Hotzenwald führt, verdient Beachtung, besonders im wilden Unterlauf, wo die Umgebung des Harpolinger Schlosses uns hervorragend schöne Landschaften vors Auge zaubert. In noch höherem Maße ist das der Fall beim Albtal. Vom Sattel der Wacht oder vom Feldbergerhof führen angenehme Wege durch die Täler von Bernau oder Menzenschwand, der letztere durch eine großartige Moränenlandschaft, nach St. Blasien, das wir auch vom Herzogerhorn auf aussichtsreichem Höhenzugangsweg erreichen können.

Abb. 107. Alte Kuhglocke.
Aus der Sammlung Spiegelhalter.
Nach einer Photographie von M. Ferrars
in Freiburg. (Zu [Seite 109].)

St. Blasien (772 m), ein Städtchen von über 1700 Einwohnern, ist in junger Vergangenheit entstanden um die alte, vornehme Benediktinerabtei, die 1806 aufgehoben worden ist. Sie war von den südwestdeutschen Klöstern weitaus das bedeutendste und hatte ausgedehnten Landbesitz, von dem die Sage ging, daß der Fürstabt während der Reise vom Schwarzwald nach Rom jede Nacht auf eigenem Grund und Boden Quartier nehmen könne.

Das glänzendste Denkmal des alten Reichtums ist die Kuppelkirche, die unter Abt Gerbert 1768–83 als Nachahmung des Pantheons in Rom gebaut wurde. Der Rundbau hat eine Höhe von 64 Metern, die gewaltige, kupfergedeckte Kuppel mißt 35 Meter im Durchmesser. Es ist eines der wunderbarsten Bilder, die man genießen kann, wenn die Abendsonne die mächtige, tannenwaldumhüllte Kuppel zauberisch beleuchtet. Der Kontrast zwischen der himmlisch wohligen Waldeinsamkeit des stillen Hochtales und dem Wunderbau der Gerbertschen Kuppelkirche ist ein völlig überwältigender ([Abb. 83]). Das Klostergebäude ist Baumwollfabrik geworden, der Ort im ganzen aber dient fast ausnahmlos modernsten Kurzwecken. Das vornehme Kurhaus, einige Sanatorien, zahlreiche Villen und Fremdenpensionen haben eine internationale Fremdenkolonie erstehen lassen, deren Mitglieder das Lob der Schönheit und des günstigen Klimas von St. Blasien dankbar in alle Welt verbreiten.

Je weiter abwärts, desto schöner und interessanter wird das Albtal; besonders zwischen Tiefenstein und Albbruck, wo es in das Rheintal ausmündet, wird seine felswilde Großartigkeit derart, daß sie sich im Schwarzwald nicht leicht Vergleichbares an die Seite stellen läßt ([Abb. 82]).

Schwarza, Mettma.

Zu den Talschluchten östlich der Alb gelangt man von Norden her am bequemsten vom Titisee aus. Von der Lenzkircher Straße zweigt hoch über dem See eine andere ab, die über Alt-Glashütten (993 m) zum waldeinsamen, stillen Schluchsee (899 m) führt, über welchem der gleichnamige Luftkurort erhöht gelegen ist. Der Schluchsee nimmt bei etwas größerer Länge aber geringerer Breite fast genau die gleiche Fläche ein wie der Titisee. Sein unteres Ende ist durch einen gewaltigen Moränenwall abgedämmt ([Abb. 86]), der die Schwarza zwingt, nach Süden abzuströmen, während der ehemalige Ablauf in der Talrichtung des Sees, die Mettma, jetzt als selbständiger Fluß erscheint.

Abb. 108. Zähringer Burg.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Schlücht.

Über dem rechten Ufer der tief eingesägten Schwarza zieht eine prächtige Straße durch die Granitlandschaft nach Häusern und St. Blasien. Eine Abzweigung steigt nach Höchenschwand (1010 m) hinauf, dem frei gelegenen Luftkurort, dessen meteorologische Station wertvolles Material zur Kenntnis des Höhenklimas im Schwarzwald beigebracht und dessen umfassende Alpenaussicht manchen Reisenden glücklich gemacht hat. Von hier ziehen stille Wege über die Höhen ([Abb. 87]) und durch das Felstal der Schwarza ([Abb. 84]), ebenso ist vom Schluchsee aus der in herrlicher Waldumgebung gelegene Kurort Rothhaus leicht zu erreichen, der neben der Staatsbrauerei gleichen Namens (972 m) allmählich erwachsen ist ([Abb. 85]). Unfern liegt der kleine Schlüchtsee ([Abb. 89]) in träumerisch einsamer Umgebung. Aus ihm entspringt die Schlücht, die ebenso wie die etwas weiter westlich fließende Mettma nach unten sich tief in den Felskörper des Gebirges eingesägt hat, so daß nahe ihrer Vereinigungsstelle oberhalb der Witznauer Mühle (437 m), von der das Städtchen Thiengen bei Waldshut in kurzer Zeit zu erreichen ist, das Gebirge uns eine seiner sehenswertesten Landschaften vor Augen führt ([Abb. 88], [90]). Noch ein wenig weiter östlich hat sich das Steinaflüßchen seinen Weg gebahnt. Das Steinatal wird am besten von Bonndorf aus besucht, wobei uns zuerst das freundliche Steinabad in seiner Waldumrahmung fesselt, dann werden die Ruinen der Roggenbachschlösser die Aufmerksamkeit erregen, und nun geht’s das stille Tal hinab, das wenig oberhalb des Schlüchttals bei Thiengen ins Wutachtal ausmündet. Die Höhen zwischen diesen Tälern sind ihrer orographischen Gestaltung nach etwas einförmig, aber das machen sie gut durch ihre herrlichen Fernblicke. Um diese, besonders auf die Alpen, genießen zu können, empfiehlt es sich, von Nord nach Süd zu wandern, sei es etwa auf der Straße von Höchenschwand nach Waldshut oder auf der von Schluchsee über den Beerauer Berg nach der Witznauer Mühle, also im wesentlichen der Richtung der Höhenwege II zu folgen.

Abb. 109. Die Hochburg.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Steina und Wiese.

Im Westen der Linie Feldberg-Schweigmatt ist der Charakter des Gebirges ganz verschieden von dem, wie wir ihn eben kennen lernten. An die Stelle der Hochflächen, die durch schmale Schluchten voneinander getrennt sind, treten wohlausgebildete Bergformen in reichgestaltiger Einzelmodellierung, dazwischen liegen normalgebaute Täler, die ihr Gefälle nach unten abschwächen und gleichzeitig ihre Breite vergrößern, bis sie schließlich sich mit weiten Mündungstrichtern dem Rhein zu öffnen. Das größte und in seiner Art schönste dieser Täler ist das der Wiese, die am Zeiger beim Feldberg (1234 m) entspringt und unmittelbar unterhalb Basel den Rhein erreicht.

Das Wiesental.

Johann Peter Hebel, ein Sohn des Wiesentals, hat dem Flusse seiner Heimat eines seiner besten Gedichte in alemannischer Mundart gewidmet und ihn darin begleitet von der Quelle bis zu dem Punkt, wo des Feldbergs liebliche Tochter freudebebenden Herzens dem stattlichen Schweizerburschen Rhein in die Arme fliegt. Desselben Dichters stimmungsvoller „Geisterbesuch auf dem Feldberg“ führt uns auch in die Gegend an der Wiesenquelle. Es ist darum nicht mehr als recht und billig, daß der neue schöne Weg vom Zeiger längs der jungen Wiese ins Tal hinab „Hebelweg“ heißt, und daß durch sinnige Verse an seinem Anfang und Ende des heimischen Dichters dankbar gedacht ist.

Die Städte des Wiesentals: Todtnau, Schönau, Zell, Schopfheim und Lörrach, die der Reihe nach 2300, 1900, 3600, 3900, 14700 Einwohner zählen, sowie fast alle zwischen ihnen liegenden, zum Teil sehr volkreichen Dörfer treiben lebhafte Industrie. Zur Zunder-, Bürsten- und Bürstenholzfabrikation im obersten Tal gesellt sich vor allen Dingen die lebhaft betriebene Baumwollspinnerei und -weberei, wozu noch zahlreiche andere Betriebe jeder Art kommen, die in ihrer Gesamtheit das Tal zum bedeutendsten Industriebezirk des Schwarzwaldes machen.

Abb. 110. Steinschleiferei in Waldkirch.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Westlicher Ast des Höhenwegs. Belchen.

Die landschaftliche Schönheit leidet aber durch die Fabriken kaum, und es ist wirklich eine helle Freude, mit der Bahn von Todtnau nach Zell und Basel zu fahren, all die wechselvollen Bilder voll Felswildnis, Einsamkeit, gartengleichen Anbaues und dichter Besiedlung an sich vorbeiziehen zu sehen. Auch der längere Aufenthalt in den freundlichen Talorten ist lohnend, da er an jedem von ihnen gestattet, eine Fülle abwechslungsreicher Ausflüge nach allen Richtungen zu machen. Todtnau (643 m), nach dem Brand 1876 in schmucker Frische neu erstanden, hat seinen herrlichen Wasserfall ([Abb. 91]) und darüber den sonnebegnadeten Kurort Todtnauberg (1021 m); Schönau (542 m) liegt in lieblicher Talweitung vielleicht am günstigsten im ganzen Tal ([Abb. 92]) und hat den großen Vorzug bequemster Wegverbindungen ins Wehragebiet, zum Belchen, ins Münstertal und in der Richtung auf Badenweiler. Besonders die Höhen auf der linken Talseite gewähren entzückende Aussichten ([Abb. 93]). Unterhalb Zell ([Abb. 94]), von wo Schweigmatt und die Hohe Möhr leicht zu erreichen sind, grenzt das einst St. blasianisch-vorderösterreichische an das altbadische Gebiet. An dieser Stelle trennt sich auch heute noch scharf und bestimmt Konfession, Tracht ([Abb. 95], [96]) und Mundart. Hebels Heimatsdorf Hausen ist der erste Ort der einstigen Markgrafschaft ([Abb. 97]). In das nunmehr breite, überaus freundliche Tal mündet bei Schopfheim das der Kleinen Wiese, die vom Belchen herkommt und manchen stillen Waldpfad erschließt. Etwas wenig oberhalb der lebhaften Stadt Lörrach ([Abb. 98]) grüßt vom grünen Bergwald herab die ernste Ruine des großen Röttler Schlosses, das wie so manches andere im Rheingebiet um 1680 von den Franzosen zerstört worden ist ([Abb. 99], [100]).

Abb. 111. Polieren der Achate in Waldkirch.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Der westliche Ast des großen Höhenweges I ist in mancher Hinsicht noch lohnender als der im Osten des Wiesentals. Zu allermeist fällt da ins Gewicht, daß er in der Hauptsache ziemlich nahe dem Fuß des Gebirges hinzieht, so daß die relativen Höhenunterschiede, die man unmittelbar überblickt, bis zu 1200 m anwachsen. Dazu kommt der lebhaftere Formenreichtum dieser westlichen Gebiete, von dem schon die Rede war. So gewährt es hohen Genuß, vom Feldberg bald aussichtsreich, bald durch herrlichen Hochwald über die Todtnauer Hütte (1321 m) und den Stübenwasen (1388 m) bis zur Straßenhöhe des Notschrei (1121 m) zu wandern, deren Denkstein uns anschaulich macht, wie lange die beteiligten Gemeinden mit ihrem „Notschrei“ die Behörden bestürmen mußten, bis endlich die Straße von Todtnau hinüber nach Oberried und Kirchzarten im Dreisamtal gebaut wurde. Nun geht’s zur Wiedener Eck (1037 m), der Paßhöhe zwischen Wiesen- und Münstertal, weiter zum Sattel der Krinne (1119 m), wo der kürzeste Weg von Schönau nach Staufen geschnitten wird, und endlich hinauf zum Belchen (1413 m). Der Belchen bildet mit seiner von allen Seiten sich schroff erhebenden, die weite Umgebung stolz überragenden Kuppe die ausgeprägteste Berggestaltung im Schwarzwald und wird darum von vielen auch als die schönste aufgefaßt. Mag man nun in dieser Hinsicht denken, wie man will, herrlich ist es auf alle Fälle, von dem freien Gipfel ringsum in die Tiefe zu blicken, zu welcher sich der Koloß in schön geschwungenen Linien hinabsenkt, und von fernher Vogesen, Jura und Alpen grüßen zu sehen. Vom Wiesental, von Badenweiler, Sulzburg und Staufen führen eine Menge guter Wege herauf, von Schönau insbesondere eine herrliche Kunstfahrstraße, oben lockt das Rasthaus zu behaglicher Einkehr ([Abb. 101]). Auch längerer Aufenthalt auf der luftigen Höhe wird keinem gereuen, dem es Freude macht, statt in hastiger Eile kurz nacheinander möglichst vielerlei zu sehen, in stiller Ruhe sich einsam zu sonnen. Der kraftstrotzende Hochwald am steilen Nordwesthang, die Felswelt des Hochkelch, die Abhänge gegen Schönau hinab und manche andere Stelle an dem schönen Berg bieten des Besuchenswerten gar mancherlei für viele Tage.

Abb. 112. Waldkirch. Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

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GRÖSSERES BILD]

Abb. 113.
Frauentracht im Elztal. Aus der
Sammlung Spiegelhalter. Nach einer
Photographie von M. Ferrars in
Freiburg. (Zu [Seite 112].)

Westlicher Ast des Höhenwegs. Blauen.

Unser Höhenweg senkt sich zum Haldenhof bei Hinterheubronn (931 m), wo die Straße von Staufen nach Schopfheim geschnitten wird, folgt dann der Sirnitzstraße, die nach Badenweiler und Müllheim führt bis auf den Kreuzwegsattel (1072 m), von wo der nahe, tief im Walde versteckte Nonnmattweiher besucht werden kann, und zieht sich weiter auf dem schön bewaldeten Kamm zwischen Kander- und Klembachtal zum Ringwall des Stockberges und zum Blauen (1165 m) über Badenweiler. Der Niederblick auf das Markgräflerland und die vielgestaltige Landschaft um das Basler Rheinknie, auf das Oberelsaß und die Burgundische Pforte ist entzückend, selbst wenn die Kämme des Wasgauwaldes und die Eishäupter der Alpen von einem tückischen Dunstschleier verhüllt sein sollten.

Vom Aussichtsgerüste und dem nahen Gasthaus führt eine bequeme Fahrstraße nach dem unfernen Badenweiler; unter den zahlreichen Wegen, die sonst nach allen Seiten einladen, wählen wir den mit der roten Raute nach der Ruine Sausenburg und nach Kandern, von wo die Bahn über Haltingen oder das Schlußstück des Höhenweges über Rötteln und Tüllingen nach Basel führen.

Abb. 114. Frauentracht im Elztal.
Nach einer Photographie von G. Röbcke
in Freiburg. (Zu [Seite 112].)

Von den Abstiegen, die uns aus der erquickenden Höhenwelt zu den Niederungen der Menschen gelangen lassen, sind schließlich noch die zu erwähnen, die in Freiburg endigen. Leicht wird vom Feldberggebiet jede Station des Höllen- und Dreisamtales erreicht; die Straße vom Notschrei nach Kirchzarten gehört zu den schönsten im Gebirge, da sie uns aufs denkbar bequemste den lohnenden Anblick duftigster Waldlandschaft mit rauschenden Wasserfällen und wilden Felsgebilden gewährt.

Der Schauinsland.

Vom Notschrei führt in alter Verkehrsrichtung, aber ganz neu gebaut, eine Kunststraße zum Haldenwirtshaus ([Abb. 104]) über Hofsgrund (1156 m) und am Schauinsland hin zum Bohrertal hinab nach Günterstal und Freiburg.

Eine kurze Abzweigung läßt uns den Gipfel des Erzkasten oder Schauinsland (1284 m) erreichen, der nur drei Gehstunden von der Stadt entfernt liegt und es ermöglicht, einen hervorragend lohnenden Einblick in die Gestaltung des hohen Schwarzwaldes, seine Natur und Besiedlung zu gewinnen ([Abb. 105]), zugleich aber auch das Auge schweifen zu lassen von der Gegend von Straßburg bis zum Montblanc und Gärnisch.

Abb. 115. Mädchen aus dem Elztal.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg.
(Zu [Seite 112].)

Die Nähe des Schauinsland mit seinen waldreichen Gehängen und an diesen mit seinem trefflich gepflegten Netz prachtvollster Wege — es sei nur noch an die durch das erzreiche Kapplertal ([Abb. 102]) und über Horben ([Abb. 103]) erinnert — darf füglich als einer der allergrößten unter den großen Vorzügen Freiburgs gelten.

Abb. 116. Offenburg, Straßenbild. (Zu [Seite 112].)

[1] Unter diesen verdienen die schönen Karten in 1 : 50000 besondere Anerkennung.